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    Die Anwesenheit bei der Trunkenheit des Todes (Teil 3): Die Art und Weise der Anwesenheit und ihre Ursachen

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    Die Gelehrten der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.) sind sich allesamt darüber einig, dass die Anwesenheit des Gesandten Gottes (s.) und der Ahl al Bayt (a.) zum Zeitpunkt der Trunkenheit des Todes eine unzweifelhafte Angelegenheit ist. Was jedoch die Art und Weise ihrer Anwesenheit anbelangt oder ihre Anzahl [1] etc., so sind dies Angelegenheiten, welche tiefgründige Forschungen und Anstrengungen (Idschtihād) benötigen. Aus diesem Grund kann es auch dazu kommen, dass die Meinungen der Gelehrten hinsichtlich dieser Thematik auseinander gehen können. Allamah al-Madschlisi sagte deshalb:

     

    „Was jedoch die Art und Weise ihrer Anwesenheit anbelangt, so besteht keine Notwendigkeit danach zu forschen und es ist ausreichend an das zu glauben, was uns die zuverlässigen Überlieferungen berichtet haben.“[2]

     

    Damit gehört die Frage nach der Art und Weise der Anwesenheit der Ahl al Bayt (a.) zu den Fragen, worüber es keine einstimmigen Antworten gibt, jedoch hat dies keinen Einfluss auf die Tatsache der Anwesenheit selbst und dies sollte kein Grund dafür sein, die eigentliche Wahrheit der Anwesenheit zu leugnen und zu verwerfen.

     

    Was jedoch den Grund der Anwesenheit angeht, so machen die Überlieferungen diesen Punkt insofern deutlich, als dass der Gläubige sich in Sicherheit wiegt und seine Furcht von ihnen genommen wird. Die Trunkenheit des Todes und der Übergang in die andere Welt gehört zu den furchteinflößendsten und schrecklichsten Begebenheiten, die ein Mensch durchmachen muss. Die Anwesenheit der Ahl al Bayt (a.) erleichtert dem gläubigen Verstorbenen diesen Übergang und vermittelt ihm ein Gefühl der Sicherheit, Ruhe und Frieden. Aus diesem Grund sendete Allah (t.) Seinen Frieden auf Yaĥya (a.) und Issa (a.).

     

    وَسَلاَمٌ عَلَيْهِ يَوْمَ وُلِدَ وَيَوْمَ يَمُوتُ وَيَوْمَ يُبْعَثُ حَيّا

     

    Friede war über ihm am Tage da er geboren ward, und am Tage, da er starb, und (Friede wird über ihm sein) am Tage, da er wieder zum Leben erweckt wird [3]

     

    وَالسَّلاَمُ عَلَيَّ يَوْمَ وُلِدْتُ وَيَوْمَ أَمُوتُ وَيَوْمَ أُبْعَثُ حَيّا

     

    Friede war über mir am Tage, da ich geboren ward, und (Friede wird über mir sein) am Tage, da ich sterben werde, und am Tage, da ich wieder zum Leben erweckt werde[4]

     

    Wieso wurde der Frieden ausgerechnet in diesen drei Situationen ausgesprochen? Imam al-Ridha (a.) antwortet auf diese Frage.

     

    Von Imam al-Ridha (a.) wird überliefert, dass er sagte: „Drei Situationen werden auf den Menschen am furchteinflößendsten sein: Der Tag an dem er den Bauch seiner Mutter verlässt und das Diesseits erblickt, der Tag an dem er stirbt und die Leute des Jenseits sieht und der Tag an dem er aufersteht und Gesetzmäßigkeiten sehen wird, die er vom Diesseits nicht kennt. Aus diesem Grund sandte Allah (t.) Seinen Frieden auf Yaĥya (a.) in diesen drei Situationen und sagte: „Friede war über ihm am Tage da er geboren ward, und am Tage, da er starb, und (Friede wird über ihm sein) am Tage, da er wieder zum Leben erweckt wird“. Ebenso grüßte Er (t.) Issa (a.) und sagte: „Friede war über mir am Tage, da ich geboren ward, und (Friede wird über mir sein) am Tage, da ich sterben werde, und am Tage, da ich wieder zum Leben erweckt werde“.[5]

     

    Aus diesem Grund werden die Ahl al Bayt (a.) am Zeitpunkt des Todes beim Gläubigen anwesend sein und ihm Sicherheit und Ruhe gewähren, sodass die Begebenheit des Todes weniger angsteinflößend stattfindet. Vergleichbar mit einem kleinen Kind, dass sobald es beispielsweise auf einem Markt von seinen Eltern getrennt wird, sofort anfängt zu weinen und Angst hat, bis es jemanden sieht, bei dem es Sicherheit und Ruhe findet.

     

    وَنُنْشِئَكُمْ فِي مَا لاَ تَعْلَمُونَ

     

    und dass Wir euch in einen Zustand bringen, den ihr nicht kennt [6]

     

    Der Verstorbene verspürt ebenso Angst und Einsamkeit, sowie Unsicherheit, während ihn seine Familie verabschiedet und er sich von allem trennt, was er kennt. Aus diesem Grund bedarf er jemanden in der neuen Welt, den er kennt und der ihm Sicherheit bietet. Der Gesandte Gottes (s.) wird den Verstorbenen fragen: „Kennst du mich nicht?“ Sodann stellt er sich dem Verstorbenen vor. Genauso geschieht es auch umgekehrt: Diejenigen, welche den Gesandten Gottes (s.) und seine Familie (a.) im Diesseits gehasst und ihnen gezürnt haben – für diejenigen wird die Anwesenheit des Gesandten Gottes (s.) und seiner Ahl al Bayt (a.) keine Erleichterung sein, sondern wird mitunter zu den grauenhaftesten Momenten gehören.

     

    Zusammengefasst ist der Grund für die Anwesenheit der Ahl al Bayt (a.) beim Zeitpunkt der Trunkenheit des Todes die Gewährung der Sicherheit und Ruhe für den Gläubigen und die Erschwernis für den Ungläubigen und Widersacher.

     

    Von Abu Baseer wird berichtet, dass er sagte: Ich sagte zu Aba `Abdillah (a.): Möge ich dir geopfert werden, verabscheut der Gläubige das Austreten seiner Seele (beim Zeitpunkt des Todes)? Da sagte der Imam (a.): „Nein, bei Allah!“ Ich fragte: „Wie kann das sein?“ Er antwortete: „Wenn der Zeitpunkt des Todes für den Gläubigen heran bricht, so werden der Gesandte Gottes (s.) und seine Familie (a.) anwesend sein und diese sind der Fürst der Gläubigen Ali Ibn Abi Talib (a.), Fatima (a.), Hassan (a.), Hussein (a.) sowie die restlichen Imame (a.).

     

    Ebenso anwesend sind Jibrā‘eel[7], Mikā’eel, Isrāfeel und `Izrā’eel, der Friede Allahs sei mit ihnen allen. Sodann wird der Fürst der Gläubigen (a.) sagen: O Gesandter Allahs, er gehörte zu denjenigen, die uns geliebt und befolgt haben, so liebe (auch du) ihn. Da wird der Gesandte Allahs (s.) sagen: O Jibrā’eel, er gehörte zu denjenigen, die Ali (a.) und seine Nachfahren geliebt haben, so liebe auch du ihn. Jibrā’eel wird daraufhin das gleiche auch zu Mikā’eel und Isrāfeel sagen. Anschließend werden sie gemeinsam zum Todesengel sagen: Er gehörte zu denjenigen, die Muĥammad (s.) und seine Familie (a.) geliebt und Ali (a.) und seine Nachfahren befolgt haben, so erleichtere es ihm.

     

    Da wird der Todesengel sagen: Bei Demjenigen, der euch auserwählt und gesegnet hat und der Muĥammad (s.) für das Prophetentum erwählte und ihm Seine Botschaft anvertraute, ich werde sanfter zu ihm (dem Verstorbenen) sein als ein Vater zu seinem Kind und nachsichtiger als ein nachsichtiger Bruder. Der Todesengel wird dem Gläubigen sagen: O Diener Gottes, ist dir die Erlösung ereilt? Er wird antworten: Ja. Der Todesengel fragt weiter: Durch was (ist dir die Erlösung ereilt)? Der Gläubige wird sagen: Durch meine Liebe zu Muĥammad (s.) und seine Familie (a.) und durch meine Anhängerschaft zu Ali Ibn Abi Talib (a.) und seinen Nachfahren.

     

    Der Todesengel wird daraufhin sprechen: Was du befürchtet hast, vor dem hat dich Allah (t.) bewahrt und was du dir erwünscht hast, das hat dir Allah (t.) gewährt. Öffne deine Augen und siehe, was du hast! Der Gläubige wird seine Augen öffnen und sie (die Ahl al Bayt) einzeln sehen. Es wird ihm ein Tor zum Paradies geöffnet und er schaut zu ihr. Dann wird zu ihm gesprochen: Dies ist, was Allah für dich vorgesehen hat und diejenigen (Ahl al Bayt) sind deine Anvertrauten. Wünschst du dir bei ihnen zu verbleiben oder zum Diesseits zurück zu kehren? Der Gläubige antwortet: Ich habe keinen Bedarf für das Diesseits und die Rückkehr zu ihr.

     

    Sodann wird ein Rufer aus dem Thron Allahs (t.) rufen, wobei der Gläubige und alle Anwesenden dies hören werden: O du beruhigte Seele, welche ihre Ruhe durch Muĥammad, seinen Nachfolger und seine Nachfahren erlangt hat, kehre zurück zu deinem Herrn, befriedigt mit der Wilāya, zufrieden mit dem Lohn, so tritt denn ein unter meine Diener mit Muĥammad und seiner Familie und tritt ein in Mein Paradies ohne Mängel.“[8]

     

    Von Ibn Sinān wird berichtet, dass Abu `Abdillah al-Sadiq (a.) sagte: „Es stirbt kein Anhänger von uns, der unsere Feinde verabscheut, außer dass der Gesandte Gottes (s.) und Ali (a.) und Hassan (a.) und Hussein (a.) anwesend sind. Sie sehen ihn und verkünden ihm (das Gute). Ist er jedoch kein Anhänger von uns, so sieht er sie und erschreckt sich und der Beweis hierfür ist die Aussage des Fürsten der Gläubigen (a.) zu Ĥareth al-Hamdāni: „O Ĥareth, wer stirbt, der sieht mich.“[9]

     

     

    [1] Beispielsweise ob lediglich die Leute des Umhangs (Ahl al Kisā) anwesend sind oder alle 14 Fehlerlosen

    [2] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 6, S. 201

    [3] Der heilige Qur’an: Sure 19, Vers 15

    [4] Der heilige Qur’an: Sure 19, Vers 33

    [5] Al-Schaykh al-Saduq: „`Uyun Akhbār al-Ridha“, Hadithnummer 11, Band 1, S. 257

    [6] Der heilige Qur’an: Sure 56, Vers 61

    [7] Bekannt als „Erzengel Gabriel“

    [8] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 6, S. 162 – 163

    [9] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 6, S. 180 und Tafsir al-Qummi: Band 2, S. 227

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/wiederauferstehung