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    Die Bedeutung des Gesetzes im Koran und der Sunna (3)

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    Im dritten und letzten Teil unseres Beitrages über die Bedeutung des Gesetzes im Koran und der Sunna werfen wir einen Blick auf die Verfahrensweise des Propheten des Islams in Bezug auf das Gesetz. Zweifelsohne ist die Befolgung des Gesetzes ein wichtiger Grund für den Erfolg des Propheten bei der Verbreitung der islamischen Kultur gewesen. Er legte großen Wert auf die Duchführung der göttlichen Gebote.

     

    Wenn er von jemandem persönlich schlecht behandelt wurde, dann zeigte er die größtmöglichste Nachsicht, aber wenn jemand mit den Gesetzen brach, war er unnachgiebig, weil nämlich das Gesetz kein Spielzeug ist, sondern der Sicherheit und dem Schutz der Gesellschaft dient und die Gesellschaft nicht dem Einzelnen geopfert werden kann .

     

    Ajatollah Dschafar Sobhani, ein angesehener iranischer Gelehrter schreibt über die Gesetzestreue der Großen der Religion: „Die Gottesmänner führen die göttlichen Gesetze furchtlos durch und lassen sich nicht von Emotionenen oder Verwandtschaftsbeziehungen und flüchtigen materiellen Vorteilen davon abbringen.

    Der Prophet des Islams war allen anderen bei der Durchführung der islamischen Gesetze voraus.“

     

    Der Prophet (s.) hat als gesetzestreuer Führer tatkräftig bewiesen, dass die Anführer in einer Zivilgesellschaft mehr als alle andere sich an das Gesetz halten müssen.

    Wie Sie wissen, wurde der Erhabene Prophet (s.) von Gott ausgesandt und beauftragt eine Regierung zu bilden. Die Bildung eines religiösen Staates bedeutet aber nichts anderes als die Durchführung der religiösen Gesetze zu gewährleisten.

    Die religiöse Regierung gibt dem menschlichen Leben mit allen seinen Aspekten durch die Durchführung der religiösen Gesetze und Gebote etwas Heiliges.

     

    Unter der Islamischen Herrschaft ist die Herrschaft des Göttlichen Gesetzes über die Menschen zu verstehen. Das wichtigste ist im Islam daher nicht die Regierung selber sondern die Durchführung der göttlichen Gebote. Dank einer richtigen Befolgung des Gesetzes werden Gerechtigkeit, Wohlstand, Ordnung und Fortschritt in einer Gesellschaft hervorgerufen. Die Regierung ist daher zur Durchführung des Gesetzes verpflichtet und darf das Gesetz nicht einer bestimmte Person oder Gruppe zuliebe unterlaufen.

     

    Der Prophet (s) hat viele praktische Schritte unternommen, um die zahlreichen falschen Bräuche und Klassenprivilegien, die vor dem Islam unter den Arabern üblich waren, zu beseitigen. Er wollte allen bewusst machten, dass die Armen und Sklaven genauso Menschen sind wie die reichen, angesehenen Leute und letztere nicht höher stehen.

    Der Prophet des Islams hat bei der Durchführung des Gesetzes nur darauf geachtet, was Recht ist und keinen Verstoß gegen das Recht zugelassen. Die Bewahrung des Rechtes war für ihn ein Mittel zur Wahrung einer gesunden Gesellschaft und Regierung. Er hat daher gesagt, dass ein Abweichen vom Recht zum Untergang der Gesellschaft führt.

     

    Und die anderen ernsthaft davon abgehalten, Unterschiede bei der Durchführung des Gesetzes zu machen und gesagt: „Die Söhne Israels sind nur deshalb vernichtet worden, weil sie die Gesetze bei den Untertanen durchführten und angesehene Leute von der Bestrafung freisprachen.“

    Mohammad (s.) hat während seiner Zeit als Prophet verhindert, dass jemand das verwandschaftliche Verhältnis oder die Freundschaft zu ihm ausnutzt.

     

    Imam Sadiq überliefert, dass damals, als der Vers über die Zakkat-Abgabe geoffenbart worden war, einige der Bani Haschemi zum Propheten kamen und darum baten, dass er ihnen, weil sie seine Verwandten sind, das Einsammeln der Zakkat überlässt. Denn für diejenigen, die die Zakkat einsammelten, sah der Koran einen Anteil an dieser Abgabe vor.

     

    Aber der Prophet sagt: „Sadaqa (Spenden) und Zakkat sind für mich und für die Bani Haschem verboten.“

    Dann fuhr er fort: „Glaubt ihr denn, ich würde euch den anderen vorziehen?“

    Der Prophet hat sein Leben lang die Durchführung der Gerechtigkeit als seine vorrangige Pflicht gesehen.

    Imam Alia.s. berichtet: Sein Weg und seine Art waren ausgeglichen, seine Methode rechtens und vernünftig. Was er sagte, trennte das Rechte vom Unrechten, und was er befahl war gerecht. „

     

    Sein Prinzip der Gleichbehandlung zeigte sich bei der Gleichstellung hinsichtlich islamischer Steuerabgaben wie Khums (Fünftel des überschüssigen Jahresgewinns) Zakkat und Spenden. Die Steuern wurden von allen eingefordert, deren Einkommen eine bestimmte Grenze überschritten hatte und dabei wurde keiner bevorzugt. Ein großer Teil dieser Steuern war für die Versorgung der Bedürftigen bestimmt, um auf diese Weise zu verhindern, dass sich Macht und Reichtum in der Hand einiger weniger konzentriert und ein anderer Teil der Bevölkerung mit der Armut kämpfen muss. Es sollte also auf diesem Wege gesellschaftliche Gerechtigkeit erzielt werden.

     

    Ein anderer Faktor für Gleichheit in einer Gesellschaft besteht darin, dass allen gleiche Möglichkeiten zur Entfaltung zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel durch die gleichen Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten.

    In einer Gesellschaft sollte jeder, ohne Bevorzugung einer besonderen Gesellschaftsschicht , sondern dank seiner Eignung und Begabung, die Möglichkeit haben, Wissen zu erwerben und durch eigene Anstrengung Stufen des Fortschritts zu erreichen.

    Deshalb hat der Propeht s. auch gesagt: „Das Streben nach Wissen ist eine Pflicht für die Muslime.“

     

    Der Prophet lässt somit keine Benachteiligungen in Lehre und Erziehung zu. Diese Chancengleichheit hinsichtlich des Wissenserwerb wurde in einer Umgebung verwirklicht, in der noch das vorherige Klassendenken entschieden die Gesellschaft bestimmte und sich vorher nur die Reichen und Mächten Wissen aneignen konnten und die Bedürftigen und Schwachen neben allen anderen Entbehrungen auch vom Wissenserwerb ausgeschlossen waren.

     

    Aber in Medina, der Stadt des Propheten,(s) war nichts mehr von diesen Benachteiligungen zu spüren.

    Im Leben des Propheten sehen wir, dass er auf die beste Weise das Gesetz durchführte.

    Während des Sieges von Mekka, hatte eine Frau des Stammes Bani Machzum einen Diebstahl begangen und ihr wurde dieses Vergehen nachgewiesen.

     

    Die Verwandten dieser Frau waren noch immer zum Teil von dem Klassendenken aus der vorislamischen Zeit beeinflusst und betrachteten es als eine Schmach für ihre aristrokatische Familie, dass diese Frau bestraft wird. Deshalb verlangten sie Straferlass und drängten Usama Ibn Zaid, der wie sein Vater Zaid bei dem Propheten beliebt war, Fürbitte bei ihm einzulegen. Kaum hatte Usama sein Bittgesuch begonnen als der Prophet aufgeregt sagte: „ Ist hier das Fürbitten angebracht? Darf es denn sein, dass die Strafen und das Gesetz Gottes nicht durchgeführt werden?“ Da begriff Usama seinen Fehler und bat um Verzeihung.

     

    Der Prophet hat, um den Menschen den Gedanken an diskriminierenden Umgang mit dem Gesetz abzugewöhnen, am selben Abend eine Rede gehalten und über die Gerechtigkeit und die Durchführung des Gesetzes gesprochen. Er sagte: „Die früheren Volker sind deshalb untergangen, weil sie diskriminierend mit dem Gesetz umgingen. Wenn jemand von den höheren Schichten ein Verbrechen begangen hatte, haben sie ihn von der Bestrafung freigesprochen und wenn jemand der Untertanen ein ähnliches Verbrechen begangen hat, haben sie ihn bestraft.

    Bei Gott, in dessen Hand mein Leben ist! Ich werde bei der Durchführung der Gerechtigkeit bei niemandem nachgeben, selbst wenn der Täter zu meinen nächsten Verwandten gehört.“

     

    Der Prophet hat also hinsichtlich der Durchführung der Islamischen Gebote alle gleich behandelt und niemanden bevorzugt. Er hat die Muslime ernsthaft davor gewarnt, die göttlichen Strafgebiete beiseite zu lassen.

    Er hat diese Gesetze als für alle gültig betrachtet, und sah in sich selber auch keine Ausnahme:

    Es war gegen Ende seines Lebens. Der Prophet war krank geworden. In der Moschee hielt er eine Ansprache, pries Gott und sagte: „Jeder der von mir ein Unrecht erfahren hat , komme und vergelte es mit dem gleichen, denn die Vergeltung in der irdischen Welt ist für mich besser als die Vergeltung im Jenseits vor den Engeln und den Propheten.

     

    Da stand Sawada Ibn Qais auf und sagte: Als Ihr aus dem Taif-Gefecht heimkehrten, war ich auch gekommen um euch zu begrüßen, aber eure Peitsche traf meine Schulter als ihr damit euer Kamel lenken wolltet.` Dann sagte er noch: `Ich weiß nicht, war es aus Absicht oder ein Versehen?`

    Der Prophet sagte: „Gott bewahre, dass es absichtlich geschah!` Dann schickte er Belal, damit er die Peitsche holt. Er gab Sawada die Peitsche, damit er am Propheten Vergeltung übt. Sawada sagte : `Damals war meine Schulter unbedeckt.` Da entblösste der Prophet seine Schulter. Sawada aber küsste die Schulter des Propheten.

    Da betete der Prophet: `O Gott! Verzeih Sawada! So wie er deinem Propheten Mohammad verziehen hat.`“

     

    Insgesamt ist zu sagen, dass der geehrte Prophet nach der Hidschra von Mekka nach Medina um Gründung eines Staates zur Herstellung einer zivilen Gesellschaft aufgrund der vitalen Gesetze und Gebote des Islams bemüht war.

    Er hat dabei durch Bestrafung aller die das Gesetz verletzten und durch Verhinderung des Missbrauchs von Verwandten und Freunden, die Gerechtigkeit bei der Durchführung des Gesetzes genau beachtet , um auf diese Weise den Muslimen die hohe Stellung des Gesetzes den Muslimen vor Augen zu führen.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/weltbild-des-islams/item/249811-die-bedeutung-des-gesetzes-im-koran-und-der-sunna-3