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    Die Ehe, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani

    Die Ehe, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani
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    Einleitung

     

    Das islamische Rechtssystem regelt die Beziehungen zwischen den Partnern unterschiedlichen Geschlechts, indem es alle wichtigen Aspekte bis hin zu ausführlichen Detailfragen abdeckt. Dies, weil sie zu den wichtigsten Bedürfnissen der Menschheit gehören und viele Themen, die mit dem Individuum und der Gesellschaft verknüpft sind, auf ihnen basieren.

     

    Es gibt eine Vielzahl von Regeln die Beziehung zwischen Mann und Frau betreffend. Hier habe ich mich auf diejenigen beschränkt, die für Muslime relevant sind, die sich in nichtmuslimischen Ländern niedergelassen haben.

     

    Allgemeine Regeln

     

    386. Die Ehe gehört zu den stark empfohlenen Taten.

    Der Prophet (s.a.a.s.) sagte:
    „Wer immer heiratet, hat die Hälfte seiner Religion bewahrt.“

    wasa`il-usch-schi´ah, Band 20, S.17.

     

    Er sagte auch:

    „Wer immer meiner Tradition folgen will, sollte wissen: Die Heirat gehört zu meiner Tradition.“

    wasa`il-usch-schi´ah, Band 20, S.18.

     

    In einem anderen Hadith sagte er:

    „Kein muslimischer Mann hat neben dem Islam je eine größere Belohnung erhalten, als eine muslimischen Ehefrau, die eine Quelle seines Vergnügens ist, wann immer er sie ansieht, die auf ihn hört, wenn er ihr Anweisungen gibt und die ihm treu bleibt, wenn er abwesend ist.“

    minhadj-us-salihin, Band2, S.7.

     

    387. Ein Mann sollte auf die Qualitäten der Frau, die er heiraten möchte, großen Wert legen. Er sollte eine Frau nur heiraten, wenn sie keusch, ehrenhaft, von guter Abstammung und rechtschaffen ist. Sie sollte ihm eine Quelle der Unterstützung für Belange des Diesseits und des Jenseits sein. Ein Mann sollte seine Auswahl nicht auf die körperliche Schönheit oder den Reichtum einer Frau beschränken.

    Von dem Propheten (s.a.a.s.) wurde überliefert, wie er sagte:

    „O Leute! Nehmt Euch in Acht vor grünem Gras auf ödem Land“.

     

    Jemand fragte: „O Gesandter Gottes! Und was meinst du mit grünem Gras auf ödem Land?“

    Er antwortete:

    „Eine hübsche Frau in einer teuflischen Umgebung.“

    wasa`il-usch-schi´ah, Band 20, S.35

     

    388. Die Frau und ihr Vormund sollten auf die Qualitäten des Mannes, den sie zu heiraten beabsichtigt, großen Wert legen. Sie sollte einen Mann nur heiraten, wenn er religiös, keusch und von gutem Charakter ist, kein Trunkenbold oder jemand der Sünden und üblen Taten begeht.

     

    389. Es ist besser, den Heiratsantrag eines Mannes, der religiös ist und einen guten Charakter hat, nicht zurückzuweisen.

    Der Prophet (s.a.a.s.) hat gesagt:

    „Wenn ein Mann, dessen Religion und Charakter euch gefallen [mit einem Heiratsantrag] zu euch kommt, dann heiratet ihn. Tut ihr das nicht, werden Chaos und Unheil die Welt bestimmen.“

    tahdhib-ul- ahkam, at-Tusi Band 7, S.395.

     

    390. Es ist mustahab, die Heirat zweier Menschen als Vermittler herbeizuführen und sich daran zu beteiligen, beide Seiten zu einer Übereinkunft zu bringen.

     

    391. Es ist einem Mann gestattet, die attraktiven Merkmale der Frau, die er zu heiraten beabsichtigt, anzusehen. Ebenso ist es gestattet, sich vor dem Aussprechen eines Heiratsantrages mit ihr zu unterhalten. Es ist somit zulässig, ihr Gesicht, ihr Haar, ihren Hals, ihre Hände, Handgelenke und andere Teile ihres Körpers anzuschauen, vorausgesetzt dies geschieht ohne sexuelle Begierde. (Siehe dazu auch unten stehendes Fragen-Antworten Kapitel)

     

    407. Es ist für Ehemann und Ehefrau gestattet, ihre Körper gegenseitig anzuschauen, draußen oder drinnen, einschließlich der Scham, wie es auch gestattet ist, jeden Teil des anderen Körpers gegenseitig mit jedem Teil des eigenen Körpers zu berühren, mit und ohne Begierde.

     

    408. Es ist die Pflicht des Ehemanns, für seine Ehefrau zu sorgen, wenn sie eine Dauer-Ehefrau ist und sie in den Angelegenheiten auf ihn hört, in denen sie ihm gegenüber zu Gehorsam verpflichtet ist. In einem solchen Fall ist es für den Ehemann Pflicht, sie mit allem zu versorgen, was sie für ihr Leben braucht, wie Nahrungsmittel, Kleidung und Einrichtung mit all den erforderlichen Annehmlichkeiten, wie Klima-Anlage, Teppiche, Möbel usw., die ihrem Status als seine Frau entsprechen. Dieser Status kann sich je nach Ort, Zeit, Lebensumständen, Gewohnheiten, allgemeinem Lebensstandard etc. unterscheiden. (Siehe hierzu auch untenstehenden Fragen-Antworten Block.)

     

    409. Es gibt kein Unterschied für die o. g. Pflicht (407) zwischen einer muslimischen oder einer nichtmuslimischen Ehefrau.

     

    410. Die Pflicht des Ehemannes, für seine Ehefrau zu sorgen, ist davon nicht abhängig, ob sie bedürftig ist oder nicht. Auch wenn sie reich ist, muss er für sie sorgen.

     

    411. Es ist die Pflicht des Ehemanns, für seine Frau aufzukommen, wenn sie ihn auf seinen Reisen begleitet. Es ist gleichermaßen verpflichtend für ihn, ihre Reiseausgaben zu übernehmen, wenn sie eine Reise macht, die mit ihrem Lebensnotwendigen zu tun hat, sie z. B. erkrankt ist und ihre Behandlung die Reise zu einem Facharzt notwendig macht. Der Ehemann ist dann verpflichtet, sowohl für die Unkosten, ihr Reiseticket, als auch für die Arztgebühren aufzukommen.

     

    412. Es ist nicht gestattet, die sexuelle Beziehung zu einer jungen Ehefrau für mehr als 4 Monate zu unterlassen, es sei denn es liegt ein Grund zur Entschuldigung vor, wie ein Hindernis oder eine unerträgliche Schwierigkeit (diese Pflicht zu erfüllen), oder sie stimmt der Unterlassung zu, oder es gehörte zu den Vereinbarungen der Eheschließung. Aus allgemeiner Vorsicht, ist diese Regel nicht auf die Dauer-Ehefrau beschränkt, d. h. sie gilt für die Zeit-Ehefrau ebenso.

     

    Gleichwohl ist sie vorsorglich nicht auf den anwesenden Ehemann beschränkt. Sie schließt auch den nicht-anwesenden Ehemann ein, der ständig auf Reisen ist. Es wäre ihm deshalb nicht gestattet, seine Reise (ohne tatsächlichen Grund) zu verlängern, wenn dadurch der Ehefrau ihre ehelichen Rechte entzogen würden; um so mehr, wenn die Reise objektiv nicht als notwendig betrachtet werden kann, d.h. eine Urlaubs- oder Vergnügungsreise ist.“

     

    413. Es ist einer muslimischen Frau nicht gestattet, einen Nichtmuslim in Zeit- oder Dauerehe zu heiraten.

     

    Fragen und Antworten

     

    421. Frage: Ist es uns gestattet, den chums Anteil des Imams für die Hochzeit eines Gläubigen, der mu’min ist, in einem westlichen Land zu spenden, wohl wissend dass der gezahlte Geldbetrag [für diese eine Heirat] in einem muslimischen Land für Heiratsfeiern von mehr als einem Gläubigen ausreichen würde und es viele bedürftige Gläubige in muslimischen Ländern gibt? Ist es nicht notwendig, so vielen hilfsberechtigten Menschen wie möglich von sihm-ul-imam zu helfen?

     

    Antwort: Obwohl die Bereitstellung von Mitteln für die Hochzeit bedürftiger Gläubiger zu den Dingen gehört, die aus dem Anteil des Imams (a.s.) übernommen werden können, ist es nicht gestattet, Mittel für diese oder andere Zwecke ohne die Erlaubnis des mardji´a oder seines Vertreters zu gebrauchen.

    Es ist nicht notwendig, mit sihm-ul-imam die größtmögliche Anzahl hilfsberechtigter Menschen zu bedienen; bedeutender ist es, für wichtige Zwecke Prioritäten zu setzen, die den Umständen entsprechend variieren.

     

    425. Frage: Ist es gestattet, den Körper einer Frau, die man zu heiraten beabsichtigt, genau anzusehen, die Schamgegend ausgenommen, mit oder ohne sexuelle Begierde?

     

    Antwort: Es ist gestattet, die Merkmale der Frau, wie ihr Gesicht, das Haar und die Hände genau zu betrachten, allerdings ohne sexuelle Begierde. Auch dann [ist es erlaubt], wenn sich [durch das Ansehen] natürlicherweise lustvolle Gedanken einstellen.

    Wenn jemand bereits beim ersten Hinsehen ihre besonderen Vorzüge erkannt hat, so ist es ihm nicht gestattet, noch einmal hinzusehen.

     

    428. Frage: Ist es einem jungfräulichen Mädchen gestattet, leichtes Make Up’s zu benutzen, um damit bei reinen Frauenzusammenkünften andere [auf sich] aufmerksam zu machen? Wie steht es, wenn sie dies tut, weil sie gerne heiraten möchte – würde dies nicht als Verbergen körperlicher Unzulänglichkeiten zu sehen sein [wenn es welche gäbe]?

     

    Antwort: Es ist ihr gestattet, dies zu benutzen und kann nicht als „Verbergen körperlicher Unzulänglichkeiten“ angesehen werden. Selbst wenn sie welche hätte, wäre es nicht haram, es sei denn, sie beabsichtigt, vorsätzlich damit den Mann zu täuschen, der sie heiraten möchte.

     

    433. Frage: Ist es Pflicht, einen Mann, der eine muslimische Frau oder eine Frau von ahl-ul-kitab heiraten möchte, darüber zu informieren, dass die Frau ihre Wartezeit nach der Scheidung einer vorherigen Ehe nicht eingehalten hat oder sie sich genau in dieser Wartezeit befindet [während der ihr eine Heirat verboten ist]?

    Antwort: Es besteht dazu keine Pflicht.

     

    434. Frage: Ist es für einen muslimischen Mann zulässig, eine nichtmuslimische Frau zu heiraten, die bereits mit einem nichtmuslimischen Mann verheiratet ist?

    Gibt es eine Wartezeit, für sie, wenn sie sich von ihrem nichtmuslimischen Ehemann scheiden lässt? Wie lange dauert diese Wartezeit? Ist es erlaubt, sexuelle Beziehungen zu ihr unterhalten, während sie in der Wartezeit nach ihrer nichtmuslimischen Ehe ist? Wie lange dauert diese, wenn sie den Islam angenommen hat und beabsichtigt, einen Muslim zu heiraten?

     

    Antwort: Es ist nicht gestattet sie zu heiraten, solange sie mit einem Nichtmuslim eine bei ihnen anerkannte Ehe führt, da sie als verheiratete Frau gilt.

    Es ist gestattet, sie in Zeitehe zu heiraten, nachdem sie geschieden und ihre Wartezeit aus der Ehe mit dem Nichtmuslim abgewartet wurde. Ihre Wartezeit unterscheidet sich nicht von der einer Muslimin. Die Heirat vor Ablauf ihrer Wartezeit ist von daher nicht zulässig.

     

    Wenn sie den Islam annimmt, nachdem sie in ihrer nichtmuslimischen Ehe zu dem nichtmuslimischen Ehemann sexuelle Beziehungen unterhalten hat, ihr Ehemann aber kein Muslim geworden ist, ist es, vorsichtshalber für einen zukünftigen muslimischen Ehemann verpflichtend, mit der Heirat zu warten, bis ihre Wartezeit zu Ende ist.

    Wenn sie aber Muslimin wurde, ohne jemals sexuelle Beziehungen zu ihrem nichtmuslimischen Ehemann unterhalten zu haben, würde ihre vorherige Heirat mit sofortiger Wirkung annulliert werden und es gäbe keine Wartezeit in diesem Fall.

     

    435. Frage: Welche Bedeutung hat das Wort „gerecht“, welches im Zusammenhang mit der Gleichbehandlung mehrerer Ehefrauen vom Religionsgesetz gefordert wird?

     

    Antwort: Die erforderliche Gerechtigkeit bezieht sich auf die Zeitaufteilung [unter den Frauen] in dem Sinne, dass der Mann nach einer Nacht mit einer der Ehefrauen mit jeder der anderen Frauen eine Nacht alle vier Tage verbringen muss. Die empfohlene ‚Gerechtigkeit‘ bezieht sich ebenfalls auf die Gleichverteilung bezüglich des Geldes, der Aufmerksamkeit, der Fröhlichkeit und der Erfüllung ihrer sexuellen Bedürfnisse, etc.

     

    436. Frage: Wenn eine muslimische Ehefrau Ehebruch begeht, ist es dann ihrem Ehemann gestattet, sie zu töten?

     

    Antwort: Der Regel von ahwat wudjuban folgend, ist es ihm nicht erlaubt, sie zu töten, sogar dann nicht, wenn er sie im Akt des Ehebruchs sieht.

     

    437. Frage: Was ist mit der Bezeichnung „eine Frau, die berüchtigt für den Ehebruch ist“ gemeint, die in das Handbuch zur islamischen Gesetzgebung erwähnt ist?

     

    Antwort: Hier ist eine Frau gemeint, über die in ihrem Umfeld bekannt ist, dass sie Ehebruch begeht.

     

    439. Frage: Was bedeutet der Ausspruch der Rechtsgelehrten, dass „es keine Wartezeit für eine Ehebrecherin gibt, wegen ihres Ehebruchs“?

     

    Antwort: Das bedeutet, dass es zulässig für sie ist, zu heiraten, nachdem sie einen Ehebruch begangen hat, ohne eine einzuhalten. Sollte sie verheiratet sein, sind ihrem Ehemann sexuelle Kontakte zu ihr gestattet, ohne eine zu respektieren, außer im Fall von einer sexuellen Beziehung aufgrund einer Personenverwechslung oder Unkenntnis des Gesetzes.

     

    440. Frage: Ein Mann lebte mit einer Frau zusammen, die er zu heiraten beabsichtigte und zu der er eine sexuelle Beziehung pflegte, ohne dass ein Heiratsvertrag abgeschlossen wurde. Danach heiratete er sie auf religiös rechtmäßige Weise. Wird ihr Zusammensein vor dem Heiratsvertrag aus der Sicht der Religionsgesetze als ‚verheiratet‘ betrachtet? Hat der nachgefolgte Vertrag rückwirkenden Effekt? Welchen Status haben Kinder, die vor dem Heiratsvertrag geboren wurden?

     

    Antwort: Bei der [islamischen] Heirat wird die eheliche Beziehung durch das verbale Heiratsangebot und seine darauf folgende Annahme verwirklicht. Keine anders lautende oder weitergehende Formel oder Tat, die eine Heiratsabsicht offenbart, kann dieses gesprochene Wort ersetzen. Folglich ist die in der Frage beschriebene Heirat ungültig bzw. erst dann gültig, wenn die religiöse Heiratsformel ausgesprochen wurde, die keinen rückwirkenden Effekt hat.

     

    Was die Kinder betrifft, so werden sie als ehelich betrachtet, wenn die Eltern das Gesetz [über die Erfordernis eines Ehevertrages] nicht kannten, denn dann fiele ihre Beziehung unter den Fall einer Unkenntnis des Gesetzes. Wenn sich aber beide des Gesetzes bewusst waren, ist ihre Beziehung als ehebrecherisch zu betrachten. Folglich sind auch die Kinder als unehelich einzustufen. Kannte jedoch nur einer der beiden die Gesetzeslage und der andere nicht, sind die Kinder in Beziehung zu dem unwissenden Elternteil ehelich.

     

    446. Frage: Was genau bedeutet das Wort „Versorgungsverpflichtung“, die ein Ehemann seiner Ehefrau gegenüber zu leisten hat? Soll das Niveau der Lebensführung dem sozialen Status des Ehemanns entsprechen, sich dem früheren Lebensstandard im Elternhaus der Frau anpassen oder jenseits dieser beiden Möglichkeiten liegen?

     

    Antwort: Das Kriterium für den Lebensstandard ist das adäquate Niveau für sie im Betrachten des Status ihres Ehemanns.

     

    447. Frage: Die Ehefrau hat ihrem Ehemann gegenüber bestimmte Rechte. Wenn ihr nun der Ehemann einige dieser Rechte verweigert, ist es statthaft für sie, seine sexuellen Avancen zurückzuweisen?

     

    Antwort: Das darf die Frau nicht. Wenn Aussprache und Warnungen ihr nicht helfen [die Einstellung des Ehemannes zu ändern], kann sie ihren Fall vor einen mardji´a bringen, der entsprechende Schritte einleiten wird.

     

    448. Frage: Vor Antritt einer Reise oder nach seiner Rückkehr umarmt und küsst ein muslimischer Reisender seine Frau in der Öffentlichkeit. Ist ihm dieses gestattet?

     

    Antwort: Dies zu tun ist nicht haram, wenn die Regeln für die entsprechende Bedeckung dabei eingehalten werden, und solange es Umstehende nicht zur Begierde verführt. Es ist aber vorzuziehen, sich von dieser Art Benehmen zurückzuhalten.

     

    450. Frage: Ist es erlaubt, mit einer Nichtmuslimin – von ahl-ul-kitab oder anderen – ohne Eheschließung sexuelle Beziehungen einzugehen? Dies auf der Grundlage, dass ihr Heimatland sich mit Muslimen im Zustand des direkten oder indirekten Krieges befindet.

     

    Antwort: Es ist nicht erlaubt.

     

    451. Frage: Eine Ehefrau folgt weder den Anweisungen ihres Ehemanns noch kommt sie ihren ehelichen Pflichten nach; sie verlässt außerdem ohne seine Erlaubnis das Haus, um für Monate bei ihren eigenen Verwandten zu verweilen. Anstatt sich an religiöse Gesetzgeber zu wenden, geht sie vor ein nichtislamisches Gericht, um dort Unterhalt für sich und die Kinder zu erhalten und um die Scheidung von ihrem Ehemann einzureichen.

    Hat eine solche Ehefrau das Recht etwas von ihrem Ehemann zu bekommen? Verdient sie ihre vollen Gattinnen-Rechte?

     

    Antwort: Aus der Perspektive der schari´ah verdient die oben geschilderte Ehefrau den Gattinnen-Unterhalt nicht. Aber mahr und das Unterhaltsgeld für die Kinder (unter 2 Jahren) sollten ihr, trotz ihres Ungehorsams, nicht vorenthalten werden.

     

    452. Frage: Eine junge Frau hat eine Operation durchgemacht, in dessen Verlauf die Gebärmutter entfernt wurde und folglich hat sie schon mehr als 15 Jahren keine Monatsblutung mehr. Sie heiratete dann einen Mann in zeitlich begrenzter Ehe für einen Zeitraum, der nun zu Ende gegangen ist. Muss auch sie die Wartezeit einhalten, bevor sie erneut heiraten darf? Wenn ja, wie lang dauert ihre Wartezeit?

     

    Antwort: Wenn sie noch immer in einem Alter ist, in dem Frauen normalerweise ihre Regelblutung haben, beträgt ihre Wartezeit für die Zeitehe 45 Tage.

     

    453. Frage: Es kommt vor, dass nichtmuslimische Frauen um einer bevorstehenden Heirat Willen das Bekenntnis, die schahadah [für ihren Glauben an den Islam] ablegen, während für andere nicht glaubhaft erscheint, dass sie die Religion wirklich angenommen hat. Müssen die anderen [die an ihrem Glauben zweifeln] sie dennoch so behandeln, wie sie eine Muslimin behandeln?

     

    Antwort: Es gebührt ihr ein islamischer Umgang, so lange sie nichts sagt oder tut, was damit unvereinbar ist.

     

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    Quelle: http://www.al-shia.eu/familie/die_ehe_allgemeine_regeln_s_sistani.htm