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    Die Entwicklungen in Syrien aus anderer Sicht

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    Syrien ist in den vergangenen Monaten Zeuge einer Krise gewesen. Diese Krise ging auf die internen politischen und sozialen Verhältnisse in diesem wichtigen Land, welches in der ersten Front des Kampfes gegen das zionistische Besatzerregime steht, zurück. Sie war allerdings für die westlichen Regierungen mit den USA an der Spitze eine willkommene Gelegenheit, im Sinne ihrer Nahoststrategien aus dieser Krise Nutzen zu ziehen. Leider haben einige Regionalstaaten Standpunkte bezogen, welche die Einmischungs – und Vorherrschaftspolitik der USA hinsichtlich der internen Entwicklungen in Syrien begünstigen.

     

    Die syrische Gesellschaft setzt sich aus mehreren religiösen und ethnischen Gruppen zusammen. Seit Jahrzehnten leben die Muslime, ob Sunniten, Aleviten, Schiiten oder Ismailiten, und die Christen und Drusen friedlich zusammen und Syrien ist unter den muslimischen Ländern für diese friedliche Co – Existenz bekannt.

     

    Aber dieses Land hat wie andere arabische Staaten nach seiner Unabhängigkeitserklärung nicht die notwendige politische Entfaltung erfahren und als die Baath- Partei unter Anführung von Hafiz Assad, dem ehemaligen Staatschef Syriens an die Macht kam, entstand das jetzige Einparteiensystem. Dieses Einparteiensystem gehört zu einem der Faktoren für die jüngsten Unruhen.

     

    Doch die Regierungsmethode von Hafiz Assad und seinem Sohn Baschar Assad gestaltete sich anders als die in den restlichen arabischen Nahstaaten, die vom politischen System her Syrien ähneln. Die Politik von Hafiz Assad bewegte sich im Gegensatz zu anderen arabischen Regenten seiner Epoche bis zum Schluss in einem festen ideologischen Rahmen, den nach ihm sein Sohn Baschar Assad ebenso beibehielt.

     

    Zu den Grundsätzen der Überzeugung von Hafiz Assad gehört der Kampf gegen das zionistische Regime und die Enthaltung von einer kompromisslerischen Versöhnung mit diesem.

     

    Nachdem die arabischen Regionalstaaten und besonders die Nachbarstaaten der besetzten Gebiete von Palästina offen und heimlich Gespräche und Einigungen mit dem zionistischen Regime in Angriff nahmen, ist Syrien zum Zufluchtsort für den Islamischen Widerstand Palästinas und Libanons geworden.

     

    Syrien hat niemals die Unterstützung der Befreiungsbewegungen in Palästina und Libanon aufgegeben und sich nicht auf Kompromisse mit dem zionistischen Regime eingelassen.

     

    Die USA haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Pläne geschmiedet, um zwischen Syrien und dem Islamischen Widerstand von Palästina und Libanon zu spalten. Dazu gehört auch der heimtückische Mordanschlag auf Rafiq Hariri, den ehemaligen Premierminister in Libanon, für den man den Islamischen Widerstand von Libanon und die syrische Regierung verantwortlich zu machen versuchte. Die westlichen Regierungen haben in diesem Zusammenhang ein internationales Gericht einberufen, um ihren Verschwörungen gegen die syrische Regierung auf Weltebene Legalität zu verleihen. Aber die Hisbullah von Libanon und die syrische Regierung vereitelten diesen Plan.

     

    Die westlichen Regierungen und die arabischen Staaten, die mit ihnen zusammenarbeiten, haben viele Gründe für eine Anfeindung der syrischen Regierung. Sie hoffen durch deren Zähmung in gewissem Umfang den Sturz der abhängigen Regimes wie das des Mubarak in Ägypten, Bin Ali in Tunesien und Gaddafi in Libyen auszugleichen.

     

    Als die ersten Unruhen in einigen syrischen Städten auftraten, reagierte die syrische Regierung leider ungeeignet. Ihre Reaktionen war für einige Gruppen, die gegen die Regierung protestierten ein Grund, sich – unterstützt von westlichen Ländern und arabischen Staaten, die im Fahrwasser der US – Politik segeln – mit Waffen auszurüsten.

     

    Diese bewaffneten Gruppen setzten sich mit den Polizei – und Armeekräften in Syrien auseinander und so wurden die Unruhen in diesem Land noch verwickelter und es kam zu hunderten Todesopfern bei gewaltsamen Auseinandersetzungen.

     

    Außerhalb von Syrien wurden andere Gruppen – wieder mit Unterstützung westlicher Regierungen – unter dem Titel „ syrische Oppositionsbewegung“ gegründet, damit sie irgendwie den Außendruck auf Syrien mit Hilfe der westlichen Regierungen und Regionalstaaten wie Saudi Arabien und Katar verstärken.

     

    In diesem Zusammenhang fällt die Politik der türkischen Regierung hinsichtlich Unterstützung für die syrische Oppositionsbewegung auf.

     

    Diese Oppositionsbewegung besitzt jedoch weder eine klare Zusammensetzung noch eine konkrete Handlungsweise und es ist nicht zu erkennen, was sie eigentlich vorhat. Dies zeigt bei einigen Gruppen, dass sie den westlichen Regierungen nahestehen und von ihnen abhängig sind, was sie selber sogar eingestehen.

     

    Die Zeitung Al Hayyat, welche in London erscheint, schrieb: „ Die syrische Opposition im Ausland hat viele Sitzungen abgehalten. Diese Bewegung hat immer versucht, eine homogene Delegation von Vertretern zu bilden. Sie war bestrebt, gemeinsam und einheitlich zu planen. Aber darin ist sie keinen Schritt weiter gekommen.“

     

    Über die Gründe dafür heißt es in diesem Artikel weiter:

     

    Sie haben erstens kein Programm, das alle zufrieden stellen könnte. Außerdem hat die Oppositionsbewegung gegen die syrische Regierung zweitens noch nicht einmal ein Konzept für den Beginn von Verhandlungen und für dessen Durchführung. Drittens konnten sie keine Verbindung zwischen Gegnern im Inland und denen im Ausland herstellen.“

     

    Weiter heißt es in dieser Notiz in der Al Hayyat:

     

    „Zugleich ist das Misstrauen dieser Leute untereinander ein weiterer Faktor dafür, dass es den Bewegungen gegen die syrische Regierung an dem Zusammenhalt und der Harmonie fehlt, die notwendig sind, um als eine politische Delegation zu gelten. Sie alle wollen, dass sich das System ändert, aber wissen nicht, wie sie das erreichen sollen. Keiner hat eine Strategie. In einem solchen Zustand kann weder von Demokratie und Pluralismus die Rede sein noch eine Änderung des Systems gefordert werden.“

     

    Die Notiz in der Al Hayyat schließt wie folgt: „ Im Laufe der Zeit sind wir Zeuge davon geworden, dass zusehends die Demonstrationen der Bevölkerung gegen das System abnehmen und die Oppositionsgruppen immer weniger politisch gegen die Regierung vorgehen.

     

    Die Demonstrationen halten an, aber was alle am meisten besorgt, sind die Tätigkeiten der radikalistischen Gruppen, welche die friedfertigen Demonstrationen auf Abwege führen.“

     

    Nun haben die radikalen Gruppen in Syrien ihre spalterische Propaganda zwischen den verschiedenen muslimischen Religionsgruppen in den Medien, die ihnen zur Verfügung stehen,begonnen und daran ist abzulesen, dass sie einen Krieg zwischen den Religionsgruppen in Syrien planen. Nicht zu übersehen ist auch der Propagandakrieg der westlichen Medien und einiger Regionalmedien wie Al Jazeera und Al Arabiya.

     

    Natürlich geht es den westlichen Regierungen in Syrien nicht um Freiheit und Demokratie. Sie sehen in den Entwicklungen in diesem Land eine Gelegenheit, um ihre bislang fehlgeschlagene Politik in Tunesien und Ägypten wettzumachen. Insbesondere der Sturz von Mubarak war ein großer Schlag für die Nahost – Politik der USA und das zionistische Regime.

     

    Der Sieg der Islamanhänger bei den Parlamentswahlen in Ägypten zeigt zudem, dass Washington nicht mehr auf ein neues Ägypten, das die USA bei ihrer Politik zugunsten Tel Avivs unterstützt, zu hoffen braucht. Die USA, ihre europäischen Partner und gleichgerichtete arabische Staaten wie Saudi Arabien meinen, die internen Geschehnisse in Syrien könnten für die Schwächung des Islamischen Widerstandes in Palästina und Libanon genutzt werden. Sie wollen einen internationalen Konsens gegen die syrische Regierung hinsichtlich von wirtschaftlichen und politischen Sanktionen in der UNO erreichen. Doch bislang haben Russland und China dies abgelehnt.

     

    Insgesamt kann gesagt werden, dass die internen Entwicklungen in Syrien durch die Einmischungspolitik der USA, westlicher und einiger arabischer Staaten nur komplizierter geworden sind und diese Einmischungen die Lage für die Bevölkerung unsicherer gemacht haben.

     

    Natürlich ist es das Recht der syrischen Bevölkerung, ihre internen Problemen mit der Regierung ohne Einmischung von den fremden opportunistischen Staaten zu lösen.