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    Die Exkommunikation (Takfir) – eine ernsthafte Gefährdung des Weges zur Einheit

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    Die Exkommunikation und die Tendenz zu ihr stehen nicht im Einklang mit dem Geist des Islams und den Lehren des Propheten. Die Exkommunikation ist der Islamischen Kultur fremd. Wir begegnen in der Geschichte des Islams keinerlei Anzeichen für sie und die islamische Kultur hat sich nicht nur von ihr distanziert, sondern sie sogar bekämpft. Zur Zeit des Propheten des Islams (s.) war dies allgemeine Sitte. Der Prophet selber hat niemals einer Person oder einer Gruppe Unglauben vorgeworfen. Dies wurde erst nach seinem Verscheiden üblich und als wichtigstes Ziel und Motiv für die Exkommunikation (von Muslimen) kann das Streben nach Macht und persönlichen und politischen Interessen bezeichnet werden.

     

    Die Exkommunikation und der Hang zu ihr kann als einer der Hauptfaktoren für die Verbreitung von denkerischen und sozialen Abweichungen und die Hervorrufung von Unrecht, Unheil sowie der Vorenthaltung gesellschaftlicher Rechte für einige Muslime gelten.

     

    Die meisten Auseinandersetzungen zwischen den Muslimen gehen nicht auf die religiöse Vorgehensweise und Lehre zurück, sondern werden von gesellschaftlichen Problemen und der Zunahme von religiösem Übereifer beeinflusst, denn die allgemeinen Lehren der Islamischen Denk- und Rechtsschulen spornen im Gegensatz zu der Marschroute einiger ihrer Anhänger nicht zu Auseinandersetzungen zwischen den Rechtsschulen und der Verbreitung der Exkommunizierung unter den Muslimen an, sondern rufen die Muslime zur Vereinigung, Verständigung und Beseitigung ihrer Meinungsverschiedenheiten auf.

     

    Die Chawaridsch waren die erste Gruppe, die den Gedanken des Takfirs (der Exkommunizierung) und die Neigung zu seiner Praktizierung im Islam aufbrachten und nach ihnen sind ihre geistigen Anhänger wie die Ahle-Hadith, die Salafiten und Wahhabiten unter Anführung von Mohammad Ibn Abd al Wahhab als die Haupturheber der Verbreitung des Takfir-Denkens in der Islamischen Welt bezeichnet worden.

     

    Aus der Sicht aller islamischen Rechtsschulen ist jeder, der sich mündlich zu Tawhid (der Einheit Gottes) und den religiösen Grundprinzipien des Islams bekennt, ein Muslim und sein Leben wird geachtet und niemand kann aufgrund oberflächlicher und unsachgemäßer Argumente jemanden als Abtrünnigen (Murtad) und als Ungläubigen (Kafir) abstempeln und ihm daraufhin nach dem Leben trachten.

     

    Die Denkweisen von Mohammad Ibn Abd al Wahhab und seiner radikalen Anhänger werden scharf kritisiert, denn aufgrund dieses Denkens wurde ein Teil der Muslime, insbesondere die Schiiten, wegen einiger Ansichten ihrer Denk- und Rechtsschule und religiöser Bräuche wie Pilgerbesuch und Trauerfeiern und die Fürbittesuche bei den Edlen aus dem Hause des Propheten (s.a.) als Götzenanbeter und Gottesleugner verurteilt und es wurde erklärt, dass es religionsrechtlich „mubah“ (erlaubt) sei, ihr Blut zu vergießen. Vom Standpunkt der anderen islamischen Rechtsschulen und Gelehrten aus gesehen, wird der Hang zur Exkommunizierung anderer im Wahhabismus ebenso kritisiert und diese Gruppe wird von allen islamischen Denk- und Rechtsschulen abgelehnt, sowohl von den Schiiten als auch den Sunniten (8).