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    Die Folgen der Gottesfurcht (Teil 2): Die Auswirkungen der Gottesfurcht im Diesseits

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    Andere Verse des Qur’ans zeigen die Auswirkungen der Gottesfurcht auf den Menschen im Diesseits:

     

    فَأَمَّا مَنْ أَعْطَىٰ وَاتَّقَىٰ ﴿٥﴾ وَصَدَّقَ بِالْحُسْنَىٰ ﴿٦﴾ فَسَنُيَسِّرُ‌هُ لِلْيُسْرَ‌ىٰ ﴿٧

     

    „Jener aber, der gibt und gottesfürchtig ist (5) und das Wohlgefälligste beglaubigt hat (6) dem wollen Wir den Weg zum Heil leicht machen.“[1]

     

    Demzufolge ist das Leben des Gottesfürchtigen leicht, gut und frei vom Drangsal. Hierzu sagt der Erhabene (swt):

     

    مَنْ عَمِلَ صَالِحًا مِّن ذَكَرٍ‌ أَوْ أُنثَىٰ وَهُوَ مُؤْمِنٌ فَلَنُحْيِيَنَّهُ حَيَاةً طَيِّبَةً ۖ وَلَنَجْزِيَنَّهُمْ أَجْرَ‌هُم بِأَحْسَنِ مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ

     

    „Dem, der rechtschaffen handelt unter Männlichen oder Weiblichen und er Überzeugter ist, werden wir dann gewiss ein gutes Leben beleben; und Wir werden ihnen gewiss ihren Lohn nach wohlgefälligsten ihrer Taten vergelten.“[2]

     

    Dieser Vers zeigt, dass das Leben eines Gläubigen nicht nur im Jenseits gut ist, sondern auch im Diesseits. Der Großgelehrte Allameh Tabatabai sagt im Bezug auf diesen Vers:

     

    „Gottes Spruch:

     

    فَلَنُحْيِيَنَّهُ حَيَاةً طَيِّبَةً

     

    „…werden wir dann gewiss ein gutes Leben beleben…“[3]

     

    Die Belebung: Das Entbieten des Lebens in etwas bedeutet, es (das Leben) in das Ding ausgiebig auszulassen. Der Satz zeigt in seinem Laut, dass Gott der Gepriesene dem Gläubigen, der Gutes tut, mit einem neuen Leben würdigt, das anders als das allgemeine Leben der anderen Menschen ist. Dieser Vers ist also vergleichbar mit dem folgenden:

     

    أَوَمَن كَانَ مَيْتًا فَأَحْيَيْنَاهُ وَجَعَلْنَا لَهُ نُورً‌ا يَمْشِي بِهِ فِي النَّاسِ

     

    „Kann wohl einer, der tot war, wir haben ihn dann belebt und für den wir Licht errichtet haben, um damit unter den Menschen zu wandeln“[4]

     

    Mit dem Licht ist hier das Wissen gemeint, womit der Mensch zur Wahrheit in der Glaube und Tat rechtgeleitet wird. Aus der Tatsache, dass der Gläubige über Wissen und Auffassungsgabe verfügt, die die anderen nicht haben, besitzt er die Fähigkeit das Wahre zu erwecken (bekräftigen) und das Falsche zu beseitigen, welche die anderen ebenfalls nicht haben.

     

    Dieses neue Wissen und die neue Fähigkeit ebnen ihm den Weg, die Dinge in ihrer Wirklichkeit zu sehen. Ihm gelingt es dann, die Dinge in zwei Gruppen einzuordnen: Eine bestehende Wahrheit und eine vergängliche Falschheit. In seinem Herzen entfernt er sich vor der vergänglichen Falschheit, welche das diesseitige Leben mit seinem verführerischen, reizenden Schönheiten darstellt, und würdigt sich mit der Würde Gottes. Schließlich wird ihn der Satan mit seiner Einflüsterungen, oder die Seele mit ihrer Triebe und Bedürfnisse nicht erniedrigen können. Auch das diesseitige Leben mit seinem Glanz wird ihn nicht erniedrigen können. Denn ihm sind die Falschheit der Nutznießung und die Vergänglichkeit der Gunsten des Lebens offensichtlich.

     

    Sein Herz wird an dem wahrhaftigen Schöpfer hängen, der die Wahrheit mit Seinen Worten bestätigt. Er (der Gläubige) wird nichts außer Gottes Angesicht wollen, nichts außer Gottes Nähe lieben und nichts außer Gottes Zorn und die Entfernung von Ihm fürchten. Ein reines, immerwährendes und ewiges Leben wird er haben, dessen Angelegenheiten der Allvergebende, Liebevolle Gott regelt. Ein Leben, dessen langen, guten und schönen Verlauf Gott nicht entgegenstellen wird, weil Er (swt) alles gut gemacht hat, was Er erschuf. Und nichts ist hässlich außer dem, was aufgrund seines Ungehorsams von Gott scheußlich gemacht wurde.

     

    Dieser Mensch findet in sich an Glanz, Vollkommenheit, Stärke, Würde, Lust und Fröhlichkeit wieder, welche mit keinem Maß gemessen werden kann. Wie sollte er das alles nicht wiederfinden, während er in einem ewigen Leben ohne Vergehen, in einer verbleibenden Gnade ohne Ende, Schmerz und Absturz sowie in Güte und Freude frei von Leid versunken ist?! Dies plädiert die Überlegung und wird in zahlreichen Versen des Qur’ans bestätigt.“[5]

     

    Gott der Erhabene spricht:

     

    مَنْ آمَنَ بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ‌ وَعَمِلَ صَالِحًا فَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

     

    „all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.“[6]

     

    الَّذِينَ آمَنُوا وَتَطْمَئِنُّ قُلُوبُهُم بِذِكْرِ‌ اللَّـهِ ۗ أَلَا بِذِكْرِ‌ اللَّـهِ تَطْمَئِنُّ الْقُلُوبُ

     

    „Diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Gottes Ruhe finden – ja, im Gedenken Gottes finden die Herzen Ruhe -“[7]

     

    وَمَن يَتَّقِ اللَّـهَ يَجْعَل لَّهُ مَخْرَ‌جًا ﴿٢﴾ وَيَرْ‌زُقْهُ مِنْ حَيْثُ لَا يَحْتَسِبُ

     

    „und dem, der Allah fürchtet, errichtet er einen Ausweg. (2) Und versorgt ihn in der Art und Weise, womit er nicht rechnet.“[8]

     

    وَمَن يَتَّقِ اللَّـهَ يَجْعَل لَّهُ مِنْ أَمْرِ‌هِ يُسْرً‌ا

     

    „Und dem, der Allah fürchtet, wird Er Erleichterung in seinen Angelegenheiten verschaffen“[9]

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا إِن تَتَّقُوا اللَّـهَ يَجْعَل لَّكُمْ فُرْ‌قَانًا

     

    „Oh ihr diejenigen, die überzeugt sind, wenn ihr Allah fürchtet, errichtet er euch Entscheidungskraft“[10]

     

    Gott der Gepriesene ermöglicht dem gottesfürchtigen Menschen in bedenklichen Situationen zwischen die Wahrheit und Falschheit unterscheiden zu können. Sodass er (der Gottesfürchtige) die Wahrheit folgt und die Falschheit vermeidet. Demgemäß gibt es viele Qur’anverse, die die Auswirkungen der Gottesfurcht im individuellen diesseitigen Leben des Menschen veranschaulichen.

     

    Vielmehr verweist der Qur’an sogar auch auf die Auswirkungen der Gottesfurcht auf die Nachkommenschaft eines Menschen. Beispielsweise ist im heiligen Qur’an in der Geschichte des rechtschaffenen Dieners mit dem Propheten Moses (as) folgendes zu finden:

     

    فَانطَلَقَا حَتَّىٰ إِذَا أَتَيَا أَهْلَ قَرْ‌يَةٍ اسْتَطْعَمَا أَهْلَهَا فَأَبَوْا أَن يُضَيِّفُوهُمَا فَوَجَدَا فِيهَا جِدَارً‌ا يُرِ‌يدُ أَن يَنقَضَّ فَأَقَامَهُ ۖ قَالَ لَوْ شِئْتَ لَاتَّخَذْتَ عَلَيْهِ أَجْرً‌ا

     

    „So zogen sie weiter, bis sie bei den Bewohnern einer Stadt ankamen und von ihnen Gastfreundschaft erbaten; diese aber weigerten sich, sie zu bewirten. Nun fanden sie dort eine Mauer, die einzustürzen drohte, und er richtete sie auf. Er (Moses) sagte: „Wenn du es gewollt hättest, hättest du einen Arbeitslohn dafür erhalten können.““[11]

     

    Die Antwort des rechtschaffenen Dieners war:

     

    وَأَمَّا الْجِدَارُ‌ فَكَانَ لِغُلَامَيْنِ يَتِيمَيْنِ فِي الْمَدِينَةِ وَكَانَ تَحْتَهُ كَنزٌ لَّهُمَا وَكَانَ أَبُوهُمَا صَالِحًا فَأَرَ‌ادَ رَ‌بُّكَ أَن يَبْلُغَا أَشُدَّهُمَا وَيَسْتَخْرِ‌جَا كَنزَهُمَا رَ‌حْمَةً مِّن رَّ‌بِّكَ

     

    „Und was nun die Mauer anbelangt, so gehörte sie zwei Waisenknaben in der Stadt, und darunter lag ein Schatz für sie (verborgen), und ihr Vater war ein rechtschaffener Mann gewesen; so wünschte dein Herr, daß sie ihre Volljährigkeit erreichen und ihren Schatz heben mögen als eine Barmherzigkeit deines Herrn; und ich tat es nicht aus eigenem Ermessen. Das ist die Bedeutung dessen, was du nicht in Geduld zu ertragen vermöchtest.“[12]

     

    Dieser Vers enthält Nachweise dafür, dass die Wohlfahrt der Eltern gute Folgen auf die Söhne hat. Ferner sind ebenso die guten Folgen der Gottesfurcht und der guten Taten in der Fröhlichkeit einer Gesellschaft und in der Herabsendung der Segnung auf ihr, vom Himmel und von der Erde, sehr deutlich. Gott der Erhabene spricht:

     

    وَلَوْ أَنَّ أَهْلَ الْقُرَ‌ىٰ آمَنُوا وَاتَّقَوْا لَفَتَحْنَا عَلَيْهِم بَرَ‌كَاتٍ مِّنَ السَّمَاءِ وَالْأَرْ‌ضِ

     

    „Wären aber Angehörige der Städte überzeugt und gottesfürchtig gewesen, so hätten Wir ihnen ganz gewiss Segnungen von dem Himmel und der Erde eröffnet.“[13]

     

    وَأَلَّوِ اسْتَقَامُوا عَلَى الطَّرِيقَةِ لَأَسْقَيْنَاهُم مَّاء غَدَقًا

     

    „Würden sie aber den Weg einhalten, lassen wir sie mit reichlich Wasser tränken“[14]

     

     

    [1] Sure 92, Vers 5-7.

    [2] Sure 16, Vers 97.

    [3] Sure 16, Vers 97.

    [4] Sure 6, Vers 122.

    [5] Almizan fi tafsir al Qur’an, Band 12, S. 341.

    [6] Sure 5, Vers 69.

    [7] Sure 13, Vers 28.

    [8] Sure 65, Vers 2-3.

    [9] Sure 65, Vers 4.

    [10] Sure 8, Vers 29.

    [11] Sure 18, Vers 77.

    [12] Sure 18, Vers 82.

    [13] Sure 7, Vers 96.

    [14] Sure 72, Vers 16.

     

     

    Quelle: ًhttp://www.alhaydari.de