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    Die Folgen der Gottesfurcht (Teil 3): Die Auswirkungen der Sündhaftigkeit im Diesseits

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    Auf der anderen Seite sind im heiligen Koran auch die Folgen der Sündhaftigkeit und der Abweichung vom geraden Pfad im diesseitigen Leben beschrieben.

     

    Allah, der Erhabene, spricht:

     

    وَأَمَّا مَن بَخِلَ وَاسْتَغْنَىٰ ﴿٨﴾ وَكَذَّبَ بِالْحُسْنَىٰ ﴿٩﴾ فَسَنُيَسِّرُ‌هُ لِلْعُسْرَ‌ىٰ ﴿١٠

     

    „Und Jener aber, der gegeizt hat und gleichgültig ist (8) und das Wohlgefälligste leugnet (9) dem werden Wir die Drangsal leicht machen (10)“[1]

     

    Dieser Vers zeigt, dass derjenige, der die Wahrheit leugnet und Gott nicht fürchtet, Schwierigkeiten, Drangsal und kein leichtes Leben haben wird, ohne den Grund dafür zu erkennen. Hierzu erläutert der Vers:

     

    وَمَنْ أَعْرَ‌ضَ عَن ذِكْرِ‌ي فَإِنَّ لَهُ مَعِيشَةً ضَنكًا وَنَحْشُرُ‌هُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ أَعْمَىٰ ﴿١٢٤﴾ قَالَ رَ‌بِّ لِمَ حَشَرْ‌تَنِي أَعْمَىٰ وَقَدْ كُنتُ بَصِيرً‌ا ﴿١٢٥﴾ قَالَ كَذَٰلِكَ أَتَتْكَ آيَاتُنَا فَنَسِيتَهَا ۖ وَكَذَٰلِكَ الْيَوْمَ تُنسَىٰ ﴿١٢٦﴾ وَكَذَٰلِكَ نَجْزِي مَنْ أَسْرَ‌فَ وَلَمْ يُؤْمِن بِآيَاتِ رَ‌بِّهِ ۚ وَلَعَذَابُ الْآخِرَ‌ةِ أَشَدُّ وَأَبْقَىٰ ﴿١٢٧

     

    „Und dem, der sich von Gedenken meiner Ermahnung abkehrt, wird ein Leben in Drangsal beschieden sein, und wir versammeln ihn am Tage der Auferstehung blind. (124) Er wird sagen: Mein Herr, warum hast Du mich blind versammelt, obwohl ich wahrnehmend war? (125) Er wird sprechen: Es sind ja unsere Zeichen zu dir gekommen, und du hast sie missachtet: also wirst heute nun du missachtet sein! (126) Und derart vergelten wir dem, der maßlos ist und nicht an die Zeichen seines Herrn glaubt; und die Strafe des Jenseits ist wahrlich am heftigsten und wird bleiben gelassen. (127)“[2]

     

    Ein weiterer Vers zeigt sehr deutlich den engen Zusammenhang zwischen der Sündhaftigkeit, wie auch das Anrichten von Unheil auf Erden durch den Menschen und die Entstehung von Naturkatastrophen sowie Krankheiten und ähnliches:

     

    ظَهَرَ‌ الْفَسَادُ فِي الْبَرِّ‌ وَالْبَحْرِ‌ بِمَا كَسَبَتْ أَيْدِي النَّاسِ لِيُذِيقَهُم بَعْضَ الَّذِي عَمِلُوا لَعَلَّهُمْ يَرْ‌جِعُونَ

     

    „Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf dass er sie einiges dessen, was sie gewirkt haben, kosten lassen wird, auf dass sie zurückkehren.“[3]

     

    Dieser Vers ist ein wahrhaftiger Beweis dafür, dass die Ungerechtigkeit und Sünde, die durch den Menschen angestiftet werden, zum Unheil auf dem Festland und in den Meeren führen. Die Konsequenzen hiervon können einerseits den Menschen direkt betreffen, z.B. in Form von Kriege, Unsicherheit sowie andere Katastrophen. Andererseits können die Konsequenzen indirekt Einfluss auf den Menschen haben, wie z.B. Klimawandel, der negative Folgen auf dem Leben des Menschen mit sich bringt. Weitere vergleichbare Verse sind:

     

    وَمَا أَصَابَكُم مِّن مُّصِيبَةٍ فَبِمَا كَسَبَتْ أَيْدِيكُمْ وَيَعْفُو عَن كَثِيرٍ‌

     

    „Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles.“[4]

     

    Wie auch:

     

    إِنَّ اللَّـهَ لَا يُغَيِّرُ‌ مَا بِقَوْمٍ حَتَّىٰ يُغَيِّرُ‌وا مَا بِأَنفُسِهِمْ

     

    „Gewiss, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist.“[5]

     

    Sowie viele weitere Verse.

     

    Sollte ein Volk sein Zustand und die Menschen das, was in ihren Herzen ist, ändern, was sehr selten der Fall ist, so wird Gott ihre Lage ändern. Sollten aber die Menschen weiterhin auf das Abirren beharren, so wird Gott ihre Herzen versiegeln und sie werden sich an ihrem ungünstigen Zustand gewöhnen. Schließlich werden sie denken, dass das menschliche Leben nichts anderes als das verwirrte, anstrengende Leben sei, welches von Desaster und Unglück begleitet ist. Ihnen wird keine Hilfe überbleiben, außer sich in Wissenschaft fortzuentwickeln, um Auswege wie auch ausreichende Mittel zu schaffen, womit sie den Zwang und die Bösartigkeit der Natur bekämpfen und aufheben zu können. Tatsächlich ist dem Menschen heutzutage gelungen, Maßnahmen und Methoden zu entwickelt, womit er beispielsweise Dürre, Trockenheit, Seuche, Pest sowie viele allgemeine Krankheiten bekämpfen kann. Andere Maßnahmen dienen z.B. zum Schutz vor Überflutungen, Blitzanschläge und viele andere Naturkatastrophen, die die Existenz der Menschheit bedrohen.

     

    Verderben auf den Menschen! Wie undankbar ist er! Besessen von der Eitelkeit denkt er, dass die von ihm genannte Zivilisation und Fortschritt ihm die Natur und ihren Zwang unterstellen und sie unter seine Kontrolle bringen. Hat er etwa vergessen, dass er ein Teil dieser schwach erschaffenen Natur und somit ihrer Gesetze unterlegen ist? Und wenn die Wahrheit sich nach ihren Begierden (der Menschen) gerichtet hätte, dann wären die Himmel und Erde in Unordnung gestürzt und der Mensch wäre einer ihrer ersten Teile, der verfallen und verdorben wäre.

     

    Dies ist also eine bestätigte Wahrheit: Der Mensch ist wie die anderen Geschöpfe an den Teilen des Universums, in dem er existiert, gebunden. Auch seine Taten im Verlauf seines Lebens und sein Vorgehen zur Erlangung der Glückseligkeit sind an den anderen gebunden bzw. von den anderen abhängig. Sind diese günstig für die Welt und die Kosmos, so verhalten sich die Teile der Welt ebenso günstig für ihn und eröffnen ihm die Gnaden der Himmel. Sind jedoch seine Taten und sein Verhalten verdorben, so verderben sie auch die Welt, die dem Menschen mit der Verdorbenheit begegnen wird. Kehrt er zum Wohl und Guten zurück, so rettet er sich. Verbleibt er aber in seinem Verderben, so wird ihn die Welt bösartig entgegentreten und zerstören, bis die Erde von seiner Unreinheit und Missfallen befreit wird.“[6]

     

     

     

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

     

    Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten.

     

     

    [1] Sure 92, Vers 8-10.

    [2] Sure 20, Vers 124-127.

    [3] Sure 30, Vers 41.

    [4] Sure 42, Vers 30.

    [5] Sure 13, Vers 11.

    [6] Almizan fi tafsir al Qur’an, Band 8, S. 196.

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de