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    Die Glaubenslehre des Islam (2)

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    4- DAS IMAMAT

     

     

    Wie zuvor schon erwähnt wurde, glauben die Schiiten an das Imamat, als der Fortsetzung des Prophetentums. Imam ist ein arabisches Wort und bedeutet „Führer“. Diese Bedeutung sagt nichts aus über gute oder schlechte Führerschaft oder über welches Gebiet sie sich erstreckt. Sie kann sich z.B. auf ein Volk oder Land ausdehnen, oder aber nur auf eine kleine Gemeinschaft, wie z.B. in einer Moschee, beschränken. Aber bei den Schiiten hat ‚Imam‘ eine besondere terminologische Bedeutung. Entsprechend diesem Terminus nennt man jemanden Imam, der durch Gott verpflichtet ist, die politische und religiöse Führung der islamischen Gesellschaft zu übernehmen.

     

    Mit anderen, genaueren Worten ist ein Imam jemand, der durch Gott zur Führung der islamischen Gesellschaft, zur Auslegung und Verteidigung des Islams und auch der religiösen Gesetze und zur Führung der Muslime bei allen Fragen des Lebens bestimmt und durch den geehrten Propheten oder den vorhergehenden Imam vorgestellt worden ist. Der Imam ist der Kalif (Stellvertreter) Gottes auf der Erde und Nachfolger des geehrten Propheten des Islams. Der Imam soll unfehlbar und frei von Sünden sein und ein umfassendes Wissen über die esoterische und exoterische Bedeutung des Korans besitzen.

     

    Die sunnitische Ansicht

     

     

    Die Sunniten verwenden das Wort Imam als Synonym von Kalif. In der arabsichen Sprache bedeutet Kalif „Nachfolger“. Der Titel ‚Kalif‘ wurde für all diejenigen benutzt, die nach dem Tod des Propheten an die Macht kamen und über die islamische Gesellschaft herrschten. Entsprechend dieses Terminus ist die Herrschaft über die islamische Gesellschaft für einen Kalifen am wichtigsten. Er kann durch die Leute gewählt, oder durch den vorhergehenden Kalifen bestimmt oder von einer Gruppe gewählt werden, oder sogar auch durch militärische Gewalt an die Macht kommen. Es ist nicht notwendig, dass der Kalif unfehlbar und ohne Sünde, oder er den anderen in Wissen oder Glauben überlegen ist.

     

     

    Die „Zwölfer-Schiiten“, die den größten Teil der Schiiten in der Welt ausmachen, glauben daran, dass es nach dem Propheten Mohammad (s.a.a.s.) zwölf Imame gibt.27 Diese sind:

     

     

     

    Name / Beiname / Jahr des Märtyrertodes (n.d. Mondkalender)

     

    1- Imam Ali Ibn-Abu Taleb / Al-Morteďa / 40

    2- Imam Ĥasan Ibn- Ali / Al-Mojtaba / 50

    3-Imam Ĥoseyn Ibn-Ali / Seyyed Al-Schohada / 61

    4-Imam Ali Ibn-Ĥoseyn / Zeyn Al-‚Aabedin / 95

    5-Imam Mohammad Ibn-Ali / Al-Baqer / 114

    6-Imam Ja’far Ibn-Mohammad / Al-Şadeq /148

    7-Imam Musa Ibn Ja’far / Al-Kazem / 183

    8-Imam Ali Ibn-Musa / Al-Reďa / 203

    9-Imam Mohammad Ibn-Ali / Al-Jawad / 220

    10-Imam Ali Ibn-Mohammad / Al-Hadi / 254

    11-Imam Ĥasan Ibn-Ali / Al-‚Askari / 260

    12-Imam Mohammad Ibn-Ĥasan / Al-Mahdi / Geboren 255

     

     

     

    Den Glauben an einen Retter gibt es bei den meisten (wenn auch nicht allen) Religionen. Im Islam wird der Glaube an den Retter ausführlich behandelt, diesen Retter nennen die Muslime Al-Mahdi. Imam Mahdi (a.s.) wird sich mit der Erlaubnis Gottes erheben und die Gerechtigkeit auf die Erde bringen, nachdem dort Ungerechtigkeit und Unterdrückung herrschten.

     

     

    Die Botschaft der Rettung oder des guten Endes für die Welt, wird in vielen Koranversen und Ahadith erwähnt:

     

    „Wir haben doch in den Psalmen im Anschluss an die Mahnung geschrieben, dass meine rechtschaffenen Diener das Land erben werden.“ (21:105)

     

     

    „Während wir vorhatten (wollten), denen, die im Land unterdrückt waren, Gnade zu erweisen und sie zu Vorbildern (für kommende Geschlechter) und zu Erben (derer, die sie unterdrückt hatten) zu machen.“ (28:5)

     

     

    Im Folgenden werden wir einige Überlieferungen von der Botschaft des Retters, die in den wichtigen sunnitischen und schiitischen Quellen erwähnt wurden, zitieren:

     

    – Der geehrte Prophet sagte:

     

    „Wenn nur ein Tag vom Bestehen der Welt bliebe, würde Gott diesen Tag so lange dauern lassen, um einen aus meiner Familie, der meinen Namen trägt, über die Welt herrschen zu lassen:“

     

    – Der Prophet sagte auch:

     

    “ Al-Mahdi ist einer meiner Ahl-e Beyt. Gott wird seinen Auftrag in einer Nacht vorbereiten.“

     

    – Weiterhin wurde vom Propheten zitiert:

     

    „Al-Mahdi gehört zu meiner Familie und er ist ein Nachkomme von Fatemeh (s.a.).“

     

    – Von Jaber Ibn-Abdullah Al-Anşari ist zitiert, dass er vom Propheten hörte:

     

     

    „Eine Gruppe meiner Anhänger wird bis zum Tag der Auferstehung um die Wahrheit kämpfen, dann wird Jesus der Sohn der Maria auf die Erde kommen und der Führer dieser meiner Anhänger wird ihn bitten, dass er das Gemeinschaftsgebet leitet. Aber Jesus wird es ablehnen und sagen: Nein, wahrlich, unter euch bestimmte Gott Führer für die Menschen, um so euer Volk zu ehren.“

     

     

    Al-Mahdi (a.s.) wird eine universelle Mission haben, die in der arabischen Welt beginnt. Sein Name ist gleich dem des geehrten Propheten Mohammad (s.a.a.s) und er gehört zu den Nachkommen von Hadrat-e Fatemeh (s.a.). Gemäß den Überlieferungen des Propheten und den Aussagen der Ahl-e Beyt, ist er der Sohn des 11. Imam, Imam Ĥasan Al-‚Askari (a.s.). Er wurde 255 n.d. Mondkalender geboren und im Jahre 260 n.d. Mondkalender, nach dem Märtyrertod von Imam Ĥasan Al-‚Askari, begann die Zeit seiner Verborgenheit. Er lebt noch immer und Gott schützt ihn durch die Verborgenheit, bis alle Bedingungen für sein Wiedererscheinen erfüllt sind.

     

    Viele sunnitische Gelehrte erwähnen dies ebenso in ihren Schriften, aber einige sunnitische Gelehrte glauben daran, dass Al-Mahdi noch nicht geboren wurde. Der geehrte schiitische Forscher Seyyed Moĥsen Al-Amin, erwähnt in seinem Buch ‚Ayan Al-Schi’a die Namen von 13 sunnitischen Gelehrten, die daran glauben, dass Al-Mahdi das Kind des Imam Ĥasan Al-‚Askari ist und schon geboren wurde. Diese Gelehrten sind z.B. Mohammad Ibn-Yousef Al-Ganji Al-Schafe’i in seinem Buch ‚Al-Bayan fi Akhbar Şaĥeb Al-Zaman‘ und auch in ‚Kefayat Al-Ţaleb fi Manaqeb Ali Ibn-Abi Ţaleb‘; Nur Al-Din ali Ibn-Mohammad Al-Maliki in seinemBuch ‚ Al-Fuşul Al-Mohimmah fi Ma’refat Al-Aimmah ‚ und auch Ibn Al-Jozi in seinem bekannten Buch ‚Taźkerat Al-Khawaş

     

    5- DER TAG DER AUFERSTEHUNG

     

     

    Die Welt wird am Tage der Auferstehung, dem Tag des Jüngsten Gerichtes enden und alle Menschen werden auferstehen und vor Gottes Gericht treten, wo all ihre Taten geprüft werden. Gott belohnt die Frommen und Guten und bestraft die Sünder und Heiden (22:6-9 und 1-2; 3:185; 6:62). Er wird alle Menschen gerecht behandeln, aber trotzdem handelt er bei der Ausführung der Gerechtigkeit barmherzig (6:12).

     

     

    Anmerkung:

     

     

    Obwohl alle Muslime in den in diesem Kapitel genannten Grundsätzen, d.h. Einheit Gottes, Prophetentum und Tag der Auferstehung, übereinstimmen, gibt es aber einige Unterschiede in den Glaubensgrundsätzen und den praktischen Handlungen. Die Schiiten bezeichnen die oben genannten Glaubensgrundsätze als Wurzeln der Religion (Usul Al-Din) und die erforderlichen Gebete und Handlungen als Zweige der Religion (Furu‘ Al-Din). Denn diese Glaubensgrundsätze sind die Basis der Religion und die wichtigsten Kriterien für einen Muslim. Die sunnititschen Muslime zählen normalerweise das Bekenntnis des Islams, d.h. die Bezeugung der Einheit Gottes und der Prophetschaft Mohammads, zusammen mit den vier erforderlichen Handlungen, d.h. den täglichen Gebeten, dem Fasten, der Pilgerfahrt und der Almosensteuer, zu den fünf Pfeilern des Islams. Sie stellen die anderen Gebote wie Gebieten was recht ist und Verbieten was verwerflich ist, nicht auf eine Stufe mit diesen, obwohl sie sie für erforderlich halten.

     

     

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