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    Die Glaubensrichtung der Tahawiyya

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    Im 4. Jahrhundert (10.Jh.n.Chr.) wurde von drei Persönlichkeiten die reformerische Bewegung in den Überzeugungen der Sunniten begonnen. Einer von ihnen war Abu Dscha`far Tahawi.

     

    Er hieß eigentlich Ahmad ibn Mohammed ibn Salama ibn Abd al-Malik Abu Dscha`far. Sein Beiname war Tahawi und er ist 321 n.d.H. verstorben (877 n.Chr.) Tahawi kam im dem Dorf Taha – einer der Ortschaften in Oberägypten zur Welt. Übersetzer haben verschiedene Angaben über seine Geburt gemacht (229, 230, 238 bzw. 239 n.d.H).

     

    Tahawi interessierte sich in erster Linie für die Hadithkunde und das Religionsrecht. Er galt derzeit als einer der größten Wissenschaftler für Überlieferungen und einer der wichtigsten Rechtsgelehrten. Tahawi wurde Anhänger der Hanefitischen Rechtsschule. Dies wird unterschiedlich erklärt. Die vielleicht am besten geeignete Begründung ist die, dass die Lehre von Abu Hanifah seinen kritischen Geist eher zufriedenstellen konnte als die Denkschule von Schafi`i. (1)

     

    Tawawi hat wichtige Werke geschrieben, darunter:

    1. Scharh Ma`ani al-athar (Erklärung der Bedeutung der Hadithe), 2. Scharh Muschkil al-Athar (Sammlung von Überlieferungen der Hadithe des Propheten (s.a.a.s.) mit Erläuterungen), 3. Ahkam-ul Qur`an (Gebote des Korans) ,4. Ichtilaf al-fuqaha (kontroverse Lehrmeinungen der Rechtsgelehrten), 5. Nawadir al-Fiqhiyya, 6. Al Schurut-ul Kabir (die Große Sammlung der Bedingungen), 7. Al Schurut-ul Awsat, 8. Scharh Al-Dscham’i-ul-Saghir,9. Scharh Al-Dscham’i-ul-Kabir, 10. Al-Muchtasar al Saghir, 11. Al Muchtasar al Kabir, 12. Manaqib Abu Hanifah, 13.Tarich-ul Kabir, 14. Ar radd `ala Kitab-ul Mudallisin, 15. Kitab-ul Fara`is, 16. Kitab ul Wasiyya, 17. Hukm Arasi Makkah, 18. Al Aqida (die Glaubenslehre). (2)

     

    Tahawi hat auf dem Gebiet der scholastischen Theologie eine kurze Abhandlung unter dem Titel Bayan As-Sunna wal-Dschama`a verfasst, die auch als „Glaubenslehre Tahawis“ bekannt ist. Im Vorwort schreibt er:

    „Diese Abhandlung legt den Glauben der Sunniten und Ddschama`a gemäß der Ansicht von Abu Hanifah, Abu Yusuf und Muhammad Scheybani dar.“

     

    Tahawi wollte nicht die Überzeugungen Abu Hanifahs rechtfertigen und darlegen, oder durch neue Beweise, alte Fragen der scholastischen Theologie lösen, sondern sein Absicht bestand lediglich darin, eine Zusammenfassung der Anschauungen Abu Hanifahs aufzustellen und deren Übereinstimmung mit den überkommenen Ansichten der Sunna wal dschamaa (Sunniten) zu zeigen.

     

    Der Unterschied zwischen Tawahi und Maturidi, die beide namhafte Befragungsinstanzen des hanefitischen Religionsrechts waren, ist offensichtlich. Tahawi ist ein aufrichtiger Anhänger der Sunna wal-Dschama`a, der nicht an rationalistischen Debatten oder theoretischem Nachsinnen über die Grundprinzipien des Glaubens interessiert war. Vielmehr zog er es vor, ohne irgendwelches Wenn und Aber an diese Grundprinzipien zu glauben und sie zu bestätigen. In seiner Glaubenslehre finden wir keine Anzeichen für eine kritische Überprüfung der Methodik, der Quellen und der Erkenntnisgründe oder bezüglich der Grundlagen seiner scholastisch-theologischen Ordnung. Es lässt sich sagen, dass seine Denkordnung unwiderruflich besiegelt ist, während die Denkordnung Maturidis sich kritisch gestaltet. Von der kritischen Methodik, die er in der Hadithkunde anwandte, ist in Bezug auf die scholastische Theologie nichts zu verspüren. Während Maturidi und Tahawi derselben Glaubensrichtung angehören und mit aufrichtiger Absicht die Ansichten ihres Lehrmeisters befolgten, waren sie hinsichtlich ihrer Wesensart, ihre Ansicht und Denkweise voneinander verschieden.

     

    Daraus ergibt sich, dass Tahawi kein Begründer einer neuen Lehre und Ordnung in der scholastischen Theologie war, sondern die wichtigen Ansichten seines Lehrmeisters in Fragen der scholastischen Theologie treu bewahrte und sie lediglich in eigenen Worten zusammenfasste.

     

    In Wahrheit ist Tahawiyya demnach keine neue Denkschule der islamisch-rationalistischen Theologie, sondern eine andere Wiedergabe eben der theologischen Ordnung von Abu Hanifah. Die Bedeutung der Meinung Tahawis liegt darin, dass er die Stellung und die Art der Ansichten seines Meisterns völlig klar gelegt hat. Er hat – wie Maturidi – bei der Beseitigung von Zweifeln und Unklarheiten und der Klarstellung des Standpunktes Abu Hanifahs, ein bedeutende Rolle gespielt. Die Bedeutung Tahawis für die scholastische Theologie ist an den zahlreichen Rezensionen, die zu seiner „Glaubenslehre“ geschrieben wurden, zu sehen. (3)

     

    Fußnoten

    1: Tarich-e Falesafeh dar Dschihan-e Islam (Geschichte der Philosophie in der Islamischen Welt) Bd. 1, S. 347
    2: Fehrest-e Ibn Nadim, S. 292
    3. wie 1, Bd. 1, S. 348-349, 360-361

     

    Quelle: Taghrib.ir