islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Die hohe Stellung einer Mutter im Islam

    Die hohe Stellung einer Mutter im Islam

    Rate this post

     

    Einer der wichtigsten Bausteine der Gesellschaft ist die Familie. Sie hat wichtige Funktionen wie die Hervorbringung und Erziehung der neuen Generation oder auch die Erwiderung emotioneller und materieller Bedürfnisse ihrer Mitglieder. Die Familienordnung muss daher auf eine Weise geplant werden, dass sie optimal die materiellen und immateriellen Bedürfnisse der Menschen erwidert und Grundlage für eine ausgeglichene Gesellschaft wird.

     

    Die wichtigsten Früchte einer Eheschließung und Gründung einer Familie sind die Geburt Kindern und ihre gelungene Erziehung. Wer aber ist am besten für die Pflege eines Neugeborenen und die erzieherische Formung des Kindes geeignet? Im Islam gilt jedenfalls die Erziehung eines rechtschaffenes Kindes als schwierige Aufgabe, welche die Frau besser als alle anderen erfüllen kann. Die Rolle der Frau in diesem Bereich ist von viel größerer Bedeutung als die des Mannes. Die Rolle als Mutter ist neben der Rolle als Ehepartner islamisch gesehen vorrangige Aufgabe der Frau.

     

    Der Islam misst der Rolle der Frauen als Mutter eine große Bedeutung bei, denn gemäß seiner Lehre liegt das Schicksal der Gesellschaft in der Hand der Mütter und sie gelten als das wichtigste Element für die Entfaltung der Mitglieder einer Gesellschaft. Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei sagt dazu: „Es ist die Mutter, die die Kultur, das Wissen, die Zivilisation und charakterlichen Eigenschaften eines Volkes und einer Gesellschaft mit Leib und Seele, mit ihrem Gemüt und ihrem Verhalten, bewusst oder unbewusst auf das Kind überträgt.“

     

    Der Begriff „Mutter“ ist normalerweise mit Liebe und Fürsorge für das Kind und der Erfüllung materieller, emotionaler und psychischer Bedürfnisse sowie mütterlichem Verantwortungsgefühl verknüpft. Der erste Faktor, der dazu führt, dass das Mutter-Sein eine Eigenschaft der Frauen ist , besteht in ihren besonderen körperlichen Eigenschaften und ihrer Natur. Die Frau bringt biologisch die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft mit sich. Sie kann die Leibesfrucht bis zur Geburt tragen und das Neugeborene stillen. Aber die Mutter lässt das Kind nicht nur körperlich gedeihen sondern sie formt auch dessen Geist und Psyche. Das Verhalten und das Gemüt der Mutter wirkt sich auf die Entfaltung der Personalität des Kindes aus. Imam Chomeini (Gott habe ihn selig) hat angesichts des wichtigsten Ziels des Islams, nämlich die Formung des Menschen, in der mütterlichen Fürsorge und der Erziehung der Kinder den wichtigsten Beruf der Frauen gesehen und diese Berufung allen anderen Angelegenheiten vorangestellt. Er hat gesagt: „Die erste Phase der Erziehung ist die Erziehung des Kindes im Schoße der Mutter. Denn das Kind liebt die Mutter mehr als alle andere. Es gibt keine Liebe, die über die Liebe zwischen Mutter und Kind zu stehen käme. Die Kinder übernehmen leichter etwas von der Mutter.“

     

    Die Mutter ist es, welche als erste Wachstum und Entfaltung auslöst. Sie zieht das Kind körperlich und geistig heran. Schon während der Schwangerschaft wirkt sich ihr Befinden und ihr Verhalten auf die Personalität des Kindes aus. Von der Befruchtung bis zur Entbindung spielt die Mutter bereits eine entscheidende Rolle für die Gestaltannahme des Körpers und der Seele des angehenden Menschenkindes. Wegen der besonderen Eigenschaften der Frau hat Gott, der Schöpfer, ihr diese Rolle anvertraut. Biologen sagen: Die Hormone, die im Körper der Mutter ausgeschüttet werden, bereiten sie auf die Übernahme der mütterlichen Verantwortung vor. Ein junges Mädchen, welches vor der Heirat und der Schwangerschaft keinerlei Verantwortung tragen musste, ist daher als Mutter bereit, nachts mehrmals aufzustehen und ihr Kind zu stillen.

     

    Schon bei der Schwangerschaft entsteht eine emotionale Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind und diese Beziehung wird durch das Stillen nach der Geburt noch intensiver. Das Stillen bewirkt eine nahe beidseitige Gefühlsbeziehung und auf diesem Wege färbt bereits die Art der Mutter auf das Kind ab. Der Prophet des Islams (s) hat gesagt: „Für ein Kind ist keine Milch besser als die Muttermilch.“

     

    Aus all diesen Gründen wird in der Moralordnung des Islams dem Muttersein ein besonderer Wert beigemessen und die Frau wird wegen der Mühsal, die sie dabei auf sich nimmt, gewürdigt.

     

    In der Sure Luqman, ( 31 ) spricht Gott im Vers 14: „Und Wir haben dem Menschen seine Eltern ans Herz gelegt – seine Mutter trug ihn in zunehmender Mühsal (und hat während seiner Schwangerschaft immer mehr Beschwerden erduldet) , und seine Stillzeit dauert zwei Jahre –(Ja, wir haben dem Menschen gemahnt:) Sei dankbar Mir und deinen Eltern gegenüber. Zu Mir ist die Heimkehr!“

     

    Die Mutter leistet einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der kindlichen Personalität. Das Kind hat eine unbekannte Welt betreten, die voller Gefahren für es ist. Es muss auf eine freundliche Weise mit dieser Umgebung vertraut gemacht werden. Liebe und Freundlichkeit ist die einzige Sprache, die das kindliche Gemüt versteht. Die einzige bedingungslose Liebe erhält das Kind von seiner Mutter. Außerdem hat das Kind noch keine Erfahrung und versteht vieles noch nicht. Deshalb möchte es Sicherheit und Geborgenheit empfinden, damit es sich in seiner Umgebung immer mehr zu Hause fühlen kann. Die Quelle für das Gefühl der Geborgenheit ist insbesondere bis zum 3. Lebensjahr die Mutter. Viele Psychologen sagen, dass zahlreiche Probleme bei Erwachsenen auf die ersten 3 Lebensjahre zurückgehen. Insbesondere wenn der Mensch in diesen Jahren von der Mutter getrennt war.

     

    Viele seelische Störungen beim Kind wie fehlendes Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit, Wunsch nach Absonderung haben damit zu tun, dass ein Kind sich nicht geborgen fühlt. Die Mutter hat also einen wichtigen Einfluss darauf, dass ein Kind eine ausgeglichene Personalität erhält.

     

    Nachdem das Kind etwas größer geworden ist, muss es allmählich anpassungsfähig werden, um sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. Dafür ist es nötig, dass es sich emotional und charakterlich weiterentwickelt und mit den Regeln und Wertmaßstäben der Gesellschaft Bekanntschaft schließt. Bei beiden Angelegenheiten ist es wieder die Mutter, die das Kind am besten erzieherisch auf die gesellschaftliche Umgebung vorbereitet.

     

    Als Erstes braucht ein Kind, um einmal eine ausgeglichene Personalität zu besitzen, Liebe und Sicherheit. Die Liebe gibt ihm die Mutter und die Sicherheit gibt ihm der Vater.

     

    Eine weitere wichtige Rolle, die eine Mutter übernimmt, besteht darin, dass sie die Wertmaßstäbe und moralischen Regeln weitergibt. Kinder lernen zum großen Teil von dem Verhalten der Eltern, insbesondere vom Verhalten der Mutter. Sie ahmen die Personen in ihrer nächsten Nähe nach. Insbesondere in den ersten Lebensjahren ist die Mutter das wichtigste Leitbild für ein Kind. Deshalb ist Imam Sadiq a.s. aus dem Haus des Propheten (s.) der Ansicht, dass ein Kind bei seiner Mutter Anstand und Sittsamkeit erwirbt. Er hat gesagt: „ Wer eine moralisch reine Mutter hat, der kann sich freuen!“

     

    Die Bedeutung der Position der Mutter und ihrer Wirkung auf das Kind lässt sich leicht nachvollziehen. Die Erziehung eines Menschen ist im Islam so wichtig, dass das Muttersein als spezielle Rolle der Frau für die richtige Heranformung von Menschen ins Auge gefasst wird und ihr sehr hoher Stellenwert zugeordnet wird.

     

    Wir schließen mit einer lehrreiche Begebenheit aus dem Leben des Propheten des Islams. Mohammad (s) wurde einmal von jemanden gefragt: „O Prophet! Wem soll ich Gutes tun?“

    Der Prophet erwiderte : „Deiner Mutter!“

    Der Mann fragte wieder: „Und danach? (wem soll ich danach Gutes tun?“

    Der Prophet: „Deiner Mutter!“

    Ein drittes Mal fragte der Mann : „Und wem soll ich daraufhin Gutes tun?

    Auch beim dritten Mal antwortete der Prophet, er solle seiner Mutter Gutes tun. Als dann der Mann fragte: „Und nach meiner Mutter?“

    Erst beim vierten Mal sagte der Prophet: „Deinem Vater!“

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/die-frau-im-islam/item/249933-die-hohe-stellung-einer-mutter-im-islam