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    Die Islamische Renaissance und der Westen

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    Wie wir wissen ist der Islam die offizielle Religion von 52 Ländern der Welt, aber von der Ausdehnung her begrenzt es sich nicht auf eine bestimmte geographische Region. Der Islam ist keine Religion, die sich auf Worte beschränkt, sondern eine Ideologie, zivilisatorische Sichtweise und eine Botschaft.
    Die Anhänger dieser dynamischen Religion haben sich überall auf der Welt verbreitet und ihre Anzahl erreicht bei Gesellschaften mit einer muslimischen Mehrheit insgesamt etwa 800 Millionen. Zudem leben noch weitere 400 Millionen Muslime auf andere Gebiete der Welt verteilt.

     

    Daher ist es sehr bedauerlich, dass der Islam im Laufe der Geschichte im Westen falsch interpretiert wurde. Der Islam ist zweifelsohne eine Religion, die für Frieden und Gerechtigkeit gekommen ist, aber aufgrund einer mit schlechten Absichten vermischten Sicht im Westen wird sie als Religion des Krieges und Fanatismus dargestellt. Alle wissen: In der Ära, in der die Muslime für eine lange Zeit auf der Welt herrschten, hat die Islamische Zivilisation allen Bürgern und auch Nicht-Muslimen Frieden und Sicherheit beschert. In Wahrheit war es die Islamische Welt, die für alle Flüchtlinge auf der Erde, vor allem in Europa, eine Stätte der Zuflucht und ein Zuhause schaffte.

     

    Hier möchte ich Professor Robert Briffault, der in seinem geschichtlichen Werk, „The Making of Humanity“ (Das Werden der Menschheit) die muslimischen Gesellschaften und Länder untersucht hat, zitieren. Er hat es so verstanden, dass die göttliche Herrschaft im Osten nicht unterdrückerisch und zwanghaft ist. „Wir beobachten dort keine Vergötterung des Althergebrachten, die Ablehnung intellektueller Ideen, immer fortwährende Bekämpfung der Revolution der Intellektuellen und all das, was zu den gewöhnlichen Merkmalen Europas gehört und in der Vergangenheit in Griechenland und Rom zu sehen war.“

     

    Auch der berühmte Historiker William Muir hat bestätigt, dass Gerechtigkeit und islamische Milde bei den islamischen Eroberungen zu sehen sind und dies stehe im Gegensatz zu dem blinden Eifer und der Tyrannei der Römer bei ähnlichen Fällen. Die syrischen Christen hatten zur Zeit der Herrschaft der Araber eine größere Freiheit und waren fortgeschrittener als zur Zeit der Herrschaft von Herakleios. Zur Zeit der Vorherrschaft der Araber hegten sie noch nicht einmal den Wunsch, sich ihrem ehemaligen Land wieder anzuschließen.

     

    Dies hat sich aber zur Zeit der kolonialistischen Herrschaft des Westens erheblich geändert. Die Islamische Welt unterlag für 3 Jahrhunderte kolonialistischer Herrschaft. In dieser Zeit wurden alle Völker der Dritten Welt, und ganz besonders die der Islamischen Welt, durch die kolonialistischen Mächte misshandelt und gequält.

     

    Arnold Toynbee kündigt deutlich an: „ Beim Konflikt zwischen der Welt und dem Westen, welcher vor ca. 400 bis 500 Jahren begonnen und sich bis heute in die Länge gezogen hat, war es die Welt, die wertvolle Erfahrungen sammelte, und nicht der Westen. Es war nicht der Westen der von der Welt angegriffen wurde, sondern die Welt war es, die vom Westen angegriffen wurde und zwar auf eine Art, dass der Westen der erste Angreifer der neuen Ära zu sein scheint.“

     

    Ironisch heißt es, dass die Islamische Welt mit ihrer großen Bevölkerungszahl, welche in der Vergangenheit von westlicher Seite dermaßen verletzt wurde, dass sie bis heute noch immer schwache Spuren davon aufweist, nun als eine Gefahr für den Westen vorgestellt wird. Die einzige „Sünde“ der Muslime besteht darin, dass sie sich bemühen, ihre eigene Identität wieder zu finden und ihr Land mit ihren eigenen Grundsätzen zu errichten. Dieses Erwachen ihrerseits wird als Gegensatz der Muslime zum Westen vorgestellt und mit den schlimmstmöglichen Begriffen betitelt und ihre Aktivitäten werden als große Gefahr für den Westen dargelegt.

     

    Die tief greifenden und verwurzelten Vorurteile des Westens gegen die Muslime sind bedauerlich. Dass die Muslime mit der Aufschrift „Terrorismus“ versehen werden, ist fern von der Wahrheit. Es wurde akzeptiert, dass eine Welle der Wiederbelebung des islamischen Lebens existiert, aber die Muslime haben keinen aggressorischen Plan gegen jemanden, weder im Inland noch im Ausland. Ihr eigentliches Bestreben ist es, sich Technologie anzueignen, um ihre Lebensweise im Lichte des Glaubens, ihrer Werte und Sitten zu verändern.

     

    Sie haben nicht vor, sich vom Rest der Welt zu abzugrenzen, sondern wollen nur mit Respekt und ehrenhaft als anerkanntes Mitglied der Gesellschaft mit den anderen zusammen leben.

     

    Die islamische Renaissance richtet ihrem Wesen gemäß den Blick auf die Zukunft. Dies steht im Gegensatz zu den Sichtweisen der Fundamentalisten unter den christlichen Gruppen und rührt von der vollständigen Informiertheit der Muslime über die Probleme des Modernismus und den Antagonismus der Technologie her. Wenn sie auf den Hauptressourcen der islamischen Partnerschaft bestehen, zeugt dies für einen neuen Schritt hinsichtlich der Flexibilität ihrer Standpunkte.

     

    Ein Punkt, der hier unterstrichen werden muss, ist der, dass das Erwachen der Muslime erneut die Bewahrung der islamischen Moral hervorhebt und sich auf den Rückhalt der islamischen Umma stützt, damit sie nach Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit und Wiederherstellung ihres Selbstvertrauens streben.

     

    Die Muslime haben gelernt, mit einer neuen Sichtweise ihr soziales und industrialisiertes Leben zu erbauen, wobei dieses Leben auch auf den islamischen Idealen und Grundsätzen basiert. Sie bemühen sich nun eine neue soziale Ordnung herzustellen, die Frieden und Gerechtigkeit für alle Bürger der Welt gewährleistet und ihre Würde bewahrt. Die islamische Erhebung ist eine dynamische Bewegung, die vollkommen mit den modernen Forderungen im Einklang steht. In Wirklichkeit entsteht der eigentliche Wettkampf zwischen dem Islam und dem Westen wegen der unterschiedlichen Ebenen beider Kulturen und Zivilisationen. Die eine basiert auf islamischen Werten und die andere speist aus den Werten des Materialismus, Rationalismus und Liberalismus.

     

    Möglicherweise wird den Islamanhängern der Stempel „fanatisch“ und „fundamentalistisch“ aufgedrückt, aber in Wahrheit haben sie keinen Schritt zurück in die Vergangenheit unternommen. Die Muslime wollen einen konstruktiveren Weg als ihre Vorfahren beschreiten. Es kann sein, dass sie sich als Ausgangspunkt mit einer nationalen Regierung zufrieden geben, aber das gehört nicht zu den Idealen der Muslime. Die generelle Bedeutung einer nationalen Regierung umfasst die modernen Forderungen und deshalb wollen die Muslime ihr politisches System nicht gewaltsam zerstören.. In Wahrheit möchten sie unbedingt die Einheit und Solidarität unter der islamischen Umma ausbauen und eine größere Kooperation und Vereinigung unter den verschiedenen islamischen Ländern herstellen. In der islamischen Philosophie kann jede nationale Regierung allmählich ein ideologisches Land und im Endeffekt zu einem der islamischen Länder mit gemeinsamen Interessen werden.

     

    Es ist bedauernswert, dass der Westen seine Augen vor den Fähigkeiten und der potentiellen Macht der islamischen Bewegungen verschließt. Stattdessen versuchen sie die islamischen Bewegungen schlecht zu machen, indem sie diese mit „fundamentalistisch“, „fanatisch“ oder „antiwestlich“ betiteln. Wie sich in diesem Artikel herausstellte, begeht der Westen erneut grundsätzliche Fehler hinsichtlich seiner Einstellung zu anderen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und beurteilt diese aufgrund schlechter Absichten. Zweifelsohne wird dies die Differenz zwischen beiden Kulturen vergrößern.

     

    Diese unüberlegte Sichtweise des Westens hat der Menschheit großen Schaden zugefügt. Die Vorlage eines verzerrten Islambildes hat dazu geführt, dass die Bürger und Politiker des Westens falsche Informationen über das Wesen der Wiederbelebung des Islams erhalten. Sie sind gezwungen, den Islam aus einem bestimmten Blickwinkel, der für sie unangenehme historische Ereignisse beinhaltet, zu sehen.

     

    In Anbetracht der Wiederbelebung des Islams müssen wir daran denken, dass diese Lage auch eine politische Dimension hat, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Es muss klar stehen, dass die Wiederbelebung des Islams nicht anti-westlich ausgerichtet ist.

     

    Ihre Vertreter sind weder Befürworter des Westens, noch gegen ihn. Sie sind nur gegen die verabscheuungswerten Vorgehensweisen, die aus dem Kolonialismus verblieben und eine potentielle Bedrohung gegen diese Beziehungen darstellen. Wir sollten daran denken, dass wenn China und die USA, ohne Gemeinsamkeiten in ihrem politisch- wirtschaftlichen System zu besitzen, dennoch solche nahen Beziehungen zueinander hegen können, der Westen und die Muslime auf der Welt aus dieser Koexistenz lernen sollten.

     

    Dies hängt mehr davon ab, wie der Westen auf das Phänomen der Wiederbelebung des Islams und dessen Umstände reagiert. Wenn bei den Muslimen der Gedanke vorliegt, dass die westlichen Mächte sich gegenüber der Auflehnung der muslimischen Gemeinschaften gegen die westlichen Vorbilder, vereinen, wird diese Anspannung mit Sicherheit verschärft und diese Meinungsunterschiede werden die Verbindung zwischen Westen und Islam verhindern.

     

    Wenn die verschiedenen Fälle der Differenzen nicht friedlich, mit Gesprächen und verständnisvoll, mit Respektierung ihrer gegenseitigen Rechte und mit Berücksichtigung der Rassen beigelegt werden, dann müssen sie auf eine andere Art gelöst werden. Aber wenn wir akzeptieren, dass wir auf einer pluralistischen Welt leben, dann kann die westliche Kultur ohne jegliche Kulturvorherrschaft mit den anderen Kulturen zusammenleben. Deshalb müssen die Kulturen nicht als Feinde füreinander gelten, sondern sie können als politische Freunde agieren. Es hat sich also eine sehr gute Lage ergeben, damit wir ein friedliches Zusammenleben beginnen können.

     

    Wenn wir dieser Sichtweise folgen, werden wir viele gemeinsame Grundlagen finden. Dies ist der Ausweg für die Weltordnung in der Zukunft.

    Hier ergibt sich die Frage: Sind wir bereit, mit allen Kulturen, Religionen und Völker friedlich zu leben? Wenn die Antwort positiv ist, erwartet uns eine helle Zukunft, ansonsten wird unser Planet in Dunkelheit versinken.

     

    Quelle: Taghrib.ir