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    Die Islamische Revolution und der samtene Krieg

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    06 Februar 2011

     

    Josef Nye : „Ich glaube, dieses Regime wird schließlich wechseln, wenn sich populäre kulturelle und soziale Änderungen des Westens im Iran ereignen. Wenn wir also falsch vorgehen und durch harte Maßnahmen die junge Generation zur Reaktion gegen den Militärangriff des Westens zwingen, haben wir sie in Wahrheit dem Regime näher gebracht und die Umsetzung unser langfristigen Zielen verhindert .“
    Die Feiern zum 32. Siegestag der Islamischen Revolution sind im Gange. Es war eine Revolution die mitten im Kalten Krieg zwischen Ost- und West geschah. Sie brachte eine neue Botschaft. Eine Botschaft die anders war als die kommunistischen und liberalistischen Parolen. Sie geschah in dem strategisch wichtigen Gebiet des Nahen Osten.

     

    Die USA und die westlichen Regierungen hatten eine der größten Diktaturen im Nahen Osten unterstützt: Schah Mohammad Resa Pahlavie hatte sein Land und sein Volk in den Dienst dieser Staaten gestellt. Fast 50 Tausend US-Militärberater gab es im Iran und der wichtigste Auftrag des Schahs war die Niederdrückung der Freiheitskämpfer und Revolutionärer. Sie wurden eingekerkert und gefoltert.

     

    Dies war die Situation im In- und Ausland, unter der die Islamische Revolution mit dem mutigen Geistlichen Imam Chomeini an der Spitze, die Akte des 2500-jährigen Kaisertums im Iran schloss. Den USA und westlichen Staaten blieb nichts anderes übrig als ein momentaner Rückzug, aber das hielt sie nicht von ihrer Feindseligkeiten und ihren Sabotagen ab. Ihnen machte es nichts aus, dabei gegen ihre Slogan von der Verfechtung der Demokratie und der Freiheit zu verstoßen. Sie versuchten die junge islamische Republik zu stürzen, indem sie Terrorgruppen und Separatisten halfen, Wirtschaftssanktionen verhängten, Militärputsche anstrebten usw.

     

    Bekanntlich unterstützten sie auch das Saddam-Regime bei seinem Totalangriff auf den Iran im Jahre 1980. Doch nach dem 8-jährigen Krieg stand die islamisch-iranische Republik noch fester auf beiden Beinen. Die USA begriffen, dass diese Ordnung so stark ist, dass ein Militärschlag die Ausdehnung des Geistes der Islamischen Revolution nicht verhindern kann, sondern ihr sogar eine neue Gelegenheit bietet, die Botschaft dieser Revolution auch an andere muslimische Staaten weiter zugeben.

    Die USA und ihre westlichen Verbündeten vergaßen neben allen anderen Hebeln, die sie gegen die Islamische Republik Iran einsetzten, daher nicht das Mittel des Nervenkrieges.

     

    Bei ihrem Psyche-Krieg versuchte der Westen in der Region Angst vor Iran zu schüren, damit er seine feindselige und hegemoniale Politik gegen Iran rechtfertigen kann. Nachdem die Kommunikationstechnologie und die Datenübermittlung weit genug entwickelt waren, intensivierten sie ihre samtene Offensive um ihre expansionistische Politik voranzutreiben. Der bekannte US-Strategist Marc Palmer lehnt in einem Bericht unter dem Titel über neue US-Strategien für Iran offen militärische Angriffe auf die Islamischen Republik Iran ab. Er gesteht, dass Iran hinsichtlich seiner Größe und seiner Bevölkerung, des hohen Standes der menschlichen Kräfte, seiner modernen militärischen Möglichkeiten, reichen Naturressourcen und besonderen geographischen Lage in der Nahost-Region zu einer außergewöhnlichen Macht geworden ist, die nicht mehr durch einen militärischen Angriff und Krieg gestürzt werden kann. Marc Palmer unterstreicht, der einzige Weg um die islamisch-republikanische Ordnung zu stürzen sei die Förderung der Mechanismen des Soft War – des sanften Krieges und der Einsatz von Techniken psychisch-propagandistischer Operationen unter Anwendung folgender 3 Angriffstaktiken: Eindämmung, Medienkrieg und Organisierung und Unterstützung von zivilem Ungehorsam.

     

    Joseph Nye ist einer der bekanntesten US-Theoretiker des „weichen Krieges“ . Er vertritt die gleiche Ansicht wie Palmer hinsichtlich des Einsatzes von samtenen Kriegsmittel gegen Iran. Nur drückt er es etwas anderes . Dieser Harvord-Dozent hat am 20. Juni 2010 auf der Sitzung des Englischen Kulturrates gesagt, er sei gegen jede Art unangemessenen Einsatzes von harter Gewalt gegen Iran, denn dann würde die junge iranische Generation sich verstärkt zur Regierung hingezogen fühlen. Er meinte weiter: „Ich glaube, dieses Regime wird schließlich wechseln, wenn sich populäre kulturelle und soziale Änderungen des Westens im Iran ereignen. Wenn wir also falsch vorgehen und durch harte Maßnahmen die junge Generation zur Reaktion gegen den Militärangriff des Westens zwingen, haben wir sie in Wahrheit dem Regime näher gebracht und die Umsetzung unser langfristigen Zielen verhindert.“

     

    Was ist Soft War- ein sanfter Krieg – im Gegensatz zu einem Hard War – dem harten Krieg?. Der Soft War umfasst jeden psychischen Angriff und Propagandaschritt in den Medien, welcher die Zielgesellschaft oder –Gruppe ins Visier nimmt und ohne militärische Auseinandersetzung und Schusswechsel, den Rivalen in die Passive treibt oder in die Knie zwingt.

     

    Josef Nye hat in seinem Buch Soft Power – sanfte Macht geschrieben:

    Sanfte Macht besteht aus der Fähigkeit, Gewünschtes durch Anziehung und nicht durch Zwang oder Versprechungen zu erreichen.“

     

    Der weiche Krieg wird mit Mitteln wie Computer, Internet , Radio- und Fernsehsendern durchgeführt und ist raffiniert gestaltet. Die USA verfolgen im weichen Krieg gegen die Islamischen Republik drei Ziele: Suggerierung eines nicht volksfreundlichen Charakters der Regierung, der Inkompetenz der Verantwortungsträger und eines Machtkampfes zwischen ihnen . Außerdem setzt Washington alle Hebel in Bewegung um Iran Verletzung der Menschenrechte und das Streben nach der Atomwaffe vorzuwerfen.

     

    Die Ereignisse nach den Präsidentschaftswahlen 2009 m Iran gehören zu den wichtigsten Beispiele für den Einsatz der samtenen Kriegsmittel durch die USA, zwecks Reduzierung der Popularität der Islamischen Republik im In- und Ausland und Infragestellung ihrer Legalität.

    Eine US-Methode im Soft War zur Einflussübung auf andere Länder und Herausforderung der Regierungen sind die Wahlen.

    Auch im demokratischsten Land gibt es Probleme beim Wahlprozess und bei der Stimmenauszählung. In den meisten Demokratien wurde aber ein Mechanismus vorgesehen, um solche Probleme zu lösen.

     

    Bei den Präsidentschaftswahlen 2000 in den USA, kam George Bush zum Beispiel erst durch den hohen US-Gerichtshof ins Weiße Haus.

    Die US-Regierung nutzt eventuelle Wahlprobleme bei Ländern, die außerhalb ihres Machteinflusses stehen, aus, um ihre expansionistischen Ziele voranzutreiben. Sie versucht durch die Medien der Regierungsopposition und durch Unterstützung der Gegner Zweifel hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Wahlen hervorzurufen. Dafür richtet sie Internetseiten ein und unterstützt westorientierte nicht-staatliche Organisationen usw.

     

    Die Medien und Internetseiten und Satellitensender flößen in ihrem Nachrichtenstrom den Gedanken ein, eine Regierung sei gegen das Volk und unterstützen die Wahlverlierer und Oppositionellen zum Beispiel dadurch, dass sie ein Kommunikationsnetz zwischen ihnen aufbauen. Der in Gang gesetzte fragliche Nachrichtenstrom und der Aufruf an die Gegner des Wahlergebnisses , weiter zu protestieren, wird so lange fortgesetzt, bis Konflikte im Land sowie Bedingungen entstehen, die den oppositionellen Figuren und Gruppen an die Macht verhelfen. Die USA haben in einigen GUS-Staaten der Ex-Sowjetunion mit diesem raffinierten samtenen Krieg Erfolg gehabt und die dortigen sogenannten bunten Revolutionen ausgelöst.

     

    Doch die US-Strategisten haben vergessen, dass die Islamische Republik Iran kein GUS-Staat ist. Diese Republik geht aus einer bedeutenden Revolution hervor, die tief im Volk und in der Kultur verankert ist. Während die US-Regierung immer raffinierter gegen die Islamische Republik vorgegangen ist, hat diese Republik Erfahrungen gesammelt und ihre Abwehrvermögen gegenüber diesen Feindseligkeiten gesteigert. Nach den Wahlen 2009 hat das kluge Vorgehen Ajatollah Khameneis, des Oberhauptes der Islamischen Republik und die öffentliche Meinung, erneut verhindert, dass die USA der Islamischen Revolution schaden. Die USA und die US-Theoretiker haben noch immer falsche Vorstellungen von der iranischen Bevölkerung. Die Islamische Republik begeht nun bald ihrer 32. Jahrestag und sie übt in Bezug auf Politik, Wirtschaft, Kultur und Verteidigung in der Region und in vielen internationalen Bereichen, Einfluss aus. Selbst ihre Feinde geben zu, dass die USA ihr gegenüber machtlos geworden sind und die Auswirkungen der Islamischen Republik Iran auf die regionalen Entwicklungen im Nahen Osten und Südasien nicht mehr übersehen werden können.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/verschiedenes/item/245773-die-islamische-revolution-und-der-samtene-krieg