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    Die Islamische Welt 2010

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    09 Januar 2011

     

    Während in vielen Ländern der neue Jahresbeginn gefeiert wurde, hatte die Bevölkerung in einigen Teilen der Erde unter den Folgen von Hegemonie und Besatzung zu leiden, insbesondere in der Islamischen Welt.
    Palästina war 2010 wie in der Vergangenheit besetzt, und die Proteste seiner Bevölkerung wurden weiter niedergedrückt. Palästina galt auch 2010 als das größte Krisengebiet in der Islamischen Welt. Das zionistische Regime setzte die Gazablockade fort und fing die internationalen Hilfssendungen an die Not leidende Bevölkerung von Gaza ab. Die zionistische Armee griff am 31. Mai 2010 die Freiheitsflottille mit Hilfsgütern für Gaza an und tötete 9 Friedensaktivisten. Doch das verstärkte nur den Eifer der Weltbevölkerung, den Menschen in Gaza zu helfen. Allerdings konnten wegen der Quertreibereien von Seiten Ägyptens und des zionistischen Regimes nur wenige internationalen Hilfen in den Gazastreifen gelangen.

     

    Das zionistische Regime verstärkte 2010 seine Angriffe auf die Al-Aqsa-Moschee, die erste Gebetsrichtung der Muslime. Es verrichtete nicht nur weitere Bohrarbeiten unterhalb dieser historischen Stätte sondern ließ auch eine große Synagoge in ihrer Nähe erbauen. Durch diese und andere Gebäude und Wahrzeichen wollen die Zionisten die Zerstörung der Al-Aqsa-Moschee und den Wiederaufbau des Salomotempels an ihrer Stelle vorbereiten. Tel Aviv hat in Fortsetzung seiner Politik der Veränderung der Gesellschaftsstruktur von Beyt-ul-Moqadas (Jerusalem) trotz internationalem Protest den Bau von Zionistensiedlungen weitergeführt.

     

     

    Auch 2010 befanden sich die beiden Muslimstaaten Irak und Afghanistan unter militärischer Kontrolle des Auslands. Die Amerikaner waren im Irak gezwungen ein Abkommen mit der Regierung von Maliki zu schließen und haben Städte und Dörfer verlassen. Danach gab es mehr Sicherheit in diesem Land. Dennoch sind weiterhin US-Kräfte im Irak präsent.

     

     

    Die Situation in Afghanistan ist nach wie vor kompliziert und unklar. Die Bevölkerung sieht sich sowohl Angriffen der über 150 Tausend Natokräfte unter Anführung der USA als auch den Terroranschlägen der Taliban-Gruppe gegenüber. Auch die Produktion und der Schmuggel von Drogen in Afghanistan, welcher nach der Besatzung dieses Landes enorm gestiegen ist, erreichte wieder hohe Ziffern.

     

    2010 wurde Pakistan mehr als zuvor in die Afghanistanfrage hineingezogen. Eine Gruppe, die sich pakistanische Taliban nennt, intensivierte ihre Bombenanschläge in verschiedenen Teilen des Landes, wobei hunderte unschuldige Frauen, Kinder und Männer den Tod fanden. Diese Terroranschläge erfolgen meist zur Vergeltung der Angriffe der pakistanischen Armee auf die Gebiete, die im Norden des Landes in der Hand der Taliban sind. 2010 haben außerdem, trotz wiederholtem Protest der pakistanischen Regierung, die unbemannten US-Flugzeuge den Norden Pakistans weiter bombardiert, was hunderte Opfer unter der Zivilbevölkerung zur Folge hatte.

     

     

    Ende Juli 2010 wurde Pakistan von einer großen Flutkatastrophe heimgesucht, die circa ein Fünftel des Landes überschwemmte und Millionen von Menschen obdachlos machte. Die anderen Länder insbesondere muslimische schickten große Hilfssendungen an Pakistan. Ajatollah Khamenei, das Oberhaupt der Islamischen Revolution forderte bei verschiedenen Ansprachen die iranische Bevölkerung auf, ihren muslimischen Geschwistern in Pakistan zu helfen.

     

    2010 gab es in verschiedenen Teilen der Islamischen Welt Wahlen, aber leider entsprachen sie nicht immer den Maßstäben der Demokratie und riefen daher den Protest der Regierungsopposition und sogar zum Teil die Verweigerung an der Wahlbeteiligung hervor. Zum Beispiel haben die meisten Gruppen und Persönlichkeiten die Parlamentswahlen in Ägypten und Jordanien boykottiert. In Bahrain und Kuwait stießen der Wahlverlauf und das Wahlergebnis auf Unzufriedenheit der Oppositionellen.

     

     

    Unterdessen fanden im Irak am 7. März 2010 Parlamentswahlen statt , wobei die islamisch orientierten Gruppen und Parteien in diesem Land Erfolge erzielten, aber wegen US-Einmischung wurde die Bildung der Regierung in Irak um Monate verzögert. In Afghanistan fanden zwar am 18. September 2010 Parlamentswahlen statt, aber die Bekanntgabe des Wahlergebnisses wurde eine Zeitlang aufgeschoben und es bestehen noch immer Meinungsverschiedenheiten zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und der Exekutive über die Gültigkeit der Wahlen.

     

    2010 nahm die Islamanfeindung im Westen weiter zu. Anti-islamische Gruppen und Regierungen strengten sich an, das wahre Islambild zu zerstören und attackierten islamische Heiligkeiten. Beispiele dafür waren die Inszenierung von Koranverbrennungen und der Bau eines Kabaretts in Form einer Moschee oder die Herstellung von Computerspielen unter dem Titel „Abschied von den Moscheen“, ebenso wie ein Satellitenprogramm namens „Samad“ , welches eine Name Gottes ist, und die erneute Veröffentlichung beleidigender Prophetenabbildungen. Am Jahrestag des 11. September setzte eine neue Propagandawelle in Medien und politischen Kreisen des Westens ein. Die zionistische Lobby in den USA und Europa versuchten, den Jahrestag des 11. Septembers zum Symbol der westlichen Islamanfeindung zu machen, um auf diese Weise jedes Jahr zwischen den Christen und Muslimen Unfrieden zu stiften. Der Pastor einer kleinen Kirche in Florida wollte an diesem Tag in der Öffentlichkeit das heilige Buch der Muslime verbrennen. Schließlich nahm er wegen dem Protest der Muslime von seinem Entschluss Abstand, aber einige anderen radikalen Amerikaner haben Koranexemplare entweiht, und zwar unter dem Sicherheitsschutz der Polizei. In Europa haben auch einige Leute den Heiligen Koran entweiht und Bilder von dieser Schmähung im Internet verbreitet. Alle diese Maßnahmen riefen den Protest der Muslime auf der Welt hervor.

     

    2010 ging die Islamanfeindung im Vergleich zu vorher offizieller und organisierter vonstatten. Die westlichen Regierungen insbesondere in Europa haben unter dem Deckmantel der Freiheit versucht ein gewaltsames Bild vom Islam zu skizzieren. Dazu gehörte das Medien- und Polit-Spektakel um das Verbot der Burka und des Gesichtsschleiers. Besson, der französische Einwanderungsminister kritisierte scharf die zunehmende Beachtung der Islamischen Bekleidungssitten in den französischen Städten und erklärte den Hidschab als nicht akzeptabel für die französische Gesellschaft. Er behauptete, durch Kopftuch und Schleier würden die Freiheitsrechte der Frauen gefährdet. Mit diesen Äußerungen löste er ein Spektakel in der Politik und den Medien gegen das Tragen der Burka in Frankreich und anderen europäischen Ländern aus. Nur circa 2000 Musliminnen in Frankreich tragen die Burka, und das obwohl in diesem Land circa 5 Millionen Muslime leben. Die Muslime in Frankreich werden auf allen Ebenen benachteiligt und ihnen werden neue Hindernisse bei der Durchführung ihrer religiösen Zeremonien in den Weg gestellt. Unter haltlosen Vorwänden werden Moscheen geschlossen. Frankreich eilt inzwischen bei der Islamanfeindung in Europa den anderen Ländern dieses Kontinents voraus und die islamfeindlichen Gruppen und Parteien in anderen Teilen Europas nehmen sich diesbezüglich dieses Land zum Vorbild.

     

     

    Wegen Intensivierung der anti-islamischen Maßnahmen der europäischen Regierungen haben ebenso die Aktivitäten der rechtsradikalen islamfeindlichen Gruppen und Parteien zugenommen. Bei den Wahlen versuchen solche Parteien Angst gegen den Islam zu schüren, um von den wahren Problemen abzulenken und viele soziale und wirtschaftliche Probleme den Muslimen anzulasten. In der Schweiz hat die rechtsradikale Schweizerische Volkspartei SVP mit entsprechender Propaganda bei einer Volksbefragung das Minarettverbot durchgedrückt. Dabei gibt es in der Schweiz nur 4 Moscheen mit einem Minarett.

     

     

    Leider haben auch die Regierungen einiger Muslimstaaten, beeinflusst vom Westen, islamische Wahrzeichen und Lehren bekämpft. 2010 hat die Regierung der Republik Aserbaidschan Schülerinnen und Studentinnen, die islamisch bekleidet waren, den Besuch von Schule und Universität untersagt, was weitgehend auf Proteste stieß. Auch hat die Regierung von Tadschikistan einige Moscheen in diesem Land geschlossen.

     

     

    Aber auf der anderen Seite hat 2010 der Prozess des islamischen Erwachens als eine progressive Bewegung weiter die Muslimen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen. Für 2011 wird eine Beschleunigung dieses Prozesses erwartet.

     

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/verschiedenes/item/245609-die-islamische-welt-2010