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    Die Königin von Saba und der König Salomo

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    Die biblisch-qur´anische Geschichte ist jedem Gläubigen aus den drei monotheistischen Weltreligionen bekannt. Einst zog die schöne und kluge Königin eines reichen und glorreichen Volkes aus um den berühmten und weisen König Salomo (F.s.m.i.) zu besuchen. Sie prüfte seinen Intellekt und seine Weisheit.

     

    Ausgrabungen in Südjemen (das einstige Land der Königin) zeigen die Existenz eines solchen Volkes und geben Hinweise auf die Reise der Herrscherin nach Jerusalem etwa 1000-950 v. Chr.

     

    Die Ereignisse, die sich zwischen den beiden Regenten, die wirtschaftliche und politische Situation in ihren Ländern wird im Qur´an in der Sure „Neml“ (die Ameisen) und in der Bibel im „Buch der Könige“ erläutert. Der Bericht in der Bibel ist keine ganze Seite lang. Darin ist die Rede von einem ungewöhnlichen Staatsbesuch die Rede, die zur Zeit des Königs Salomo ( etwa 965 – 926 v. Chr.) abgestattet worden sein soll.

     

    König Salomo (F.s.m.i.) und seine Macht

     

    Im Qur´an wird erzählt, daß König Salomo (F.s.m.i.) etwas Besonderes von Gott bat und ihm dieser Wunsch erfüllt wurde (38:34-37): >Er sagte: „O mein Herr, vergib mir und gewähre mir eine Macht, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, Du bist der Gabenverleiher.“ Darauf machten wir ihm den Wind dienstbar, auf daß er auf sein Geheiß hin sanft wehte, wohin er wollte. Und (wir machten ihm) die Satane, all die Erbauer und Taucher wie auch andere, die in Fesseln aneinander gekettet waren, (dienstbar). Nicht nur die Satane, sondern auch die Dschinn wurden Salomo (F.s.m.i.) untertan. Ferner beherrschte er die Gabe mit allen Tieren zu kommunizieren (27:15-16): >Und Salomo wurde Davids Erbe, und er sagte: „O ihr Menschen, die Sprache der Vögel ist uns gelehrt worden; und alles wurde und beschert. Das ist wahrlich offenbare Huld.“ Und dort vor Salomo wurden dessen Heerscharen der Dschinn und Menschen und Vögel versammelt, und sie standen in Reih und Glied geordnet.< An einer anderen Stelle (21:78-81) wird gesagt: > Wir gaben Salomo volle Einsicht in die Sache, und jedem (von ihnen, David und Salomo,) gaben Wir Weisheit und Wissen. Und Wir machten die Berge und die Vögel

     

    dienstbar, (auf daß sie) mit David zusammen (allahs) Preis zu verkünden, und Wir konnten das tun. Und Wir lehrten ihn das Verfertigen eurer Panzerhemden, auf daß sie euch in eurem Kampf schützen mögen. Wollt ihr denn nicht dankbar sein? Und Salomo (machten Wir) den Wind (dienstbar), der in seinem Auftrage in das Land blies, was Wir gesegnet hatten. Und Wir besitzen Kenntnis von allen Dingen und von den Satanen, die für ihn tauchten und dazu noch andere Werke verrichteten; und Wir Selbst beaufsichtigten sie.<

     

    Die Macht Salomonis (F.s.m.i.) ist sprichwörtlich. Ein türkisches Sprichwort besagt: „Diese Welt ist nicht einmal König Salomo geblieben.“

     

    Hudhud: der Wiedehopf

     

    In seinem Heer war auch der Wiedehopf, der Salomo die Nachricht aus Saba brachte und deshalb nicht anwesend war (27:19):

     

    >Und er musterte die Vögel und sagte: „Wie kommt es, daß ich den Wiedehopf nicht sehe? Ist er abwesend?“<

     

    Der Qur´an erzählt die Geschichte folgendermaßen weiter (27:21-23):

     

    Und dieser (Wiedehopf) blieb nicht lange fern, dann sprach er: „Ich habe eine Erfahrung gemacht, die du nicht gemacht hast; und ich bin aus Saba mit sicherer Nachricht zu dir gekommen. Dort fand ich eine Frau, die über sie herrscht, und ihr ist alles beschert worden, und sie besitzt einen großartigen Thron. Ich fand sie und ihr Volk die Sonne statt Allah anbeten…“

     

    Der Brief an die Königin

     

    So erfährt König Salomo (F.s.m.i.) von den Sabäern. Er beschließt einen Brief an jene Herrscherin zu schicken (27:26-27): Er (Salomo) sagte: „Wir werden sehen, ob du die Wahrheit gesprochen hast oder ob du zu den Lügnern gehörst. Geh mit diesem Brief von mir und wirf ihn vor sie hin, sodann zieh dich von ihnen zurück und schau, was sie erwidern.“

     

    Der Qur´an berichtet weiter von der Reaktion der Herrscherin auf den Brief (27:28-34): Sie (die Königin) sagte: „Ihr Vornehmen, ein ehrenvoller Brief ist mir überbracht worden. Er ist von Salomo, und er lautet: >Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Seid nicht überheblich gegen mich, sondern kommt zu mir in Ergebenheit.<“ Sie sagte:“ O ihr Vornehmen, ratet mir in dieser Sache. Ich entscheide keine Angelegenheit, solange ihr nicht zugegen seid.“ Sie sagten:“ Wir besitzen Kraft und eine starke Kriegsmacht, aber dir obliegt der Befehl, sieh nun zu, was du befehlen willst.“ Sie sagte:“ Wahrlich, wenn Könige in ein Land eindringen, verwüsten sie es und machen die höchsten seiner Bewohner zu den niedrigsten. So verfahren sie Ich aber will ihnen ein Geschenk schicken und will abwarten, was die Boten (für eine Antwort) bringen.“

     

    Das Geschenk

     

    Die Gastgeschenke der Königin waren sehr wertvoll, ihre Karawanen sehr opulent. Der Reichtum der Sabäer war in der Antike allseits bekannt. Sie machten die Wüste fruchtbar. Sie bauten einen Staudamm, der als eines der sieben Weltwunder galt. Später kam es zu einem Dammbruch, worüber im Qur´an näher berichtet wird. Zu den Haupthandelsartikeln der Sabäer gehörten Weihrauch und Myrrhe, die sie über Handelsstraßen bis nach Syrien und zu den Küstenstädten des östlichen Mittelmeeres brachten.

     

    Wie König Salomo (F.s.m.i.) auf die Geschenke der fremden Herrscherin reagierte, erzählt der Qur´an (27:35-36): “ Als (der Überbringer) zu Salomo kam, sagte (dieser): „schüttet ihr Reichtümer über mich aus? Jedoch, was Allah mir gegeben hat, ist besser als das, was Er euch gegeben hat. Nein, ihr seid es, die sich an dieser Gabe erfreuen. Kehre zu ihnen zurück, denn wir werden ganz gewiß mit Heerscharen zu ihnen kommen, gegen die sie keine Macht haben werden, und wir werden sie von dort mit Schmach forttreiben, und sie werden sich gedemütigt fühlen.“

     

    Der Thron der Herrscherin von Saba

     

    Nachdem der Bote der sabäischen Königin gegangen war, wollte Salomo ihr seine Macht demonstrieren. „Jedoch, was Allah mir gegeben hat, ist besser als das, was Er euch gegeben hat. (27:35)“ Damit will Salomo sagen, daß er etwas viel wertvolleres besitzt als alles Geld und alle Reichtümer dieser Welt: Die Herrschaft über alle Lebewesen der Welt und die Macht über den Wind. Er nutzt diese Macht aus (27:37-42): >Er sagte: „O ihr Vornehmen, wer von euch bringt mir ihren Thron, bevor sie in Ergebenheit zu mir kommen?“ Da sprach ein kraftvoller (Riese) von den Dschinn: „ich will ihn dir bringen, ehe du dich von deinem Platz erhebst; wahrlich, ich habe die Stärke dazu und bin vertrauenswürdig.“ Da sprach einer, der Kenntnis von der Schrift besaß: „Ich bringe ihn dir innerhalb eines Augenzwinkerns von dir.“ Und da er ihn vor sich stehen sah, sagte er: „dies geschieht durch die Gnade meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist dankbar zum Heil seiner eigenen Seele; wer aber undankbar ist – siehe mein Herr ist auf keinen angewiesen, Großzügig.“ Er sagte: „Macht ihren Thron für sie unkenntlich; wir wollen sehen, ob sie dem rechten Weg folgt oder ob sie zu denen gehört, die nicht dem rechten Weg folgen.“ Als sie kam, da wurde gesprochen: „Ist dein Thron wie dieser?“ Sie sagte: „Es ist, als wäre er ein und derselbe.“ „Und uns wurde das Wissen, schon vor ihr, verliehen; und wir hatten uns bereits (Allah) ergeben.“ Und es hielt sie von dem ab, was sie statt Allah zu verehren pflegte, denn sie gehörte zu einem ungläubigen Volk.

     

    Die Rätsel der Königin von Saba

     

    In christlichen Quellen sind Dutzende von Rätsel, die die Herrscherin aus der Wüste dem weisen König Salomo stellte:

     

    – Zuerst ließ die Königin von Saba zehn Kinder hereinkommen, die alle gleich angezogen waren und gleich aussahen. „Finde heraus, welches die Jungen sind und welches die Mädchen.“ – Salomo (F.s.m.i.) ließ ihnen Süßigkeiten vor die Füße werfen. Die Jungen erkannte er daran, daß sie sich bückten und die Süßigkeiten einzeln in den Mund steckten, die Mädchen hockten sich hin und sammelten sie in ihrem Gewand.

     

    – Die Königin zeigte ihm zwei Rosen, die sich täuschend ähnlich sahen. „Welche ist die echte, welche die künstliche?“ – Salomo ließ Bienen in den Raum bringen und beobachtete, auf welcher Blüte sie sich niederließen.

     

     

    Hier zwei berühmte „Frauen-Rätsel“:

     

    – Was ist das: sieben gehen heraus, neun gehen hinein, zwei mischen den Trank und einer trinkt? Richtige Antwort des Königs: die sieben Tage der Menstruation, die neun Monate der Schwangerschaft, die zwei Brüste der Mutter und das Säugling.

     

    – Da ist ein Gehege mit zehn Türen. Wenn eine offen ist, sind neun geschlossen. Wenn neun offen sind, ist eine geschlossen. Was ist das? Richtige Antwort des Königs: Die zehn Türen sind die Körperöffnungen. Beim ungeborenen Kind ist nur der Nabel offen – wenn es zur Welt kommt, schließt sich der Nabel, und die anderen Türen gehen auf.1

     

    Auch in islamischen Texten gibt es Beispiele für ihre geistreichen Rätsel:

     

    – Belqis, wie die Königin von Saba bei den Muslimen heißt, schickt dem König Salomo (F.s.m.i.) eine Perle, die Salomo (F.s.m.i.) einfädeln soll. Das Problem besteht darin, daß das Loch nicht geradlinig ist, sondern gewellt. König Salomo (F.s.m.i.) löst das Problem, indem er einen Holzwurm den Faden durch das Loch tragen läßt. Damit wird nochmals die Macht des Königs Salomo (F.s.m.i.) über die Tiere hervorgehoben und somit Gottes Macht, der ihm diese Gabe verlieh.

     

    König Salomo (F.s.m.i.) löste all die Rätsel der Herrscherin und bewies seine sprichwörtliche Weisheit.

     

     

    Der Palast des Königs Salomo (F.s.m.i.)

     

    Im Qur´an wird neben Belqis, der Herrscherin von Saba und König Salomo (F.s.m.i.) auch sein Palast beschrieben. Wie bereits erwähnt, erzählt der Qur´an vom gläsernen Boden des Eingangs zum Palast. Ferner wird die glamouröse und atemberaubende Bauweise der Residenz beschrieben. Schließlich machte Gott ja Salomo (F.s.m.i.) die „Erbauer“ dienstbar. Heute steht nur noch die Westmauer, die alle als die „Klagemauer“ kennen.2

     

     

    Der gläserne Boden und der Gänsefuß

     

    >Es wurde zu ihr gesprochen: „Tritt ein in den Palast.“ Und da sie ihn sah, hielt sie ihn für einen Wasserspiegel und entblößte ihre Beine. Er (Salomo) sagte: „Es ist ein Palast, getäfelt und gepflastert mit geglättetem Glas.“ Sie sagte: „Mein Herr, ich habe wahrlich gegen meine eigene Seele gesündigt; und ich ergebe mich mit Salomo Allah, dem Herrn der Welten.“ (27:43)<

     

    Erst jetzt begriff Belqis, daß Salomo mächtiger und cleverer war als sie und beschloß sich der Religion des Königs Salomo (F.s.m.i.) anzuschließen und seinen mächtigen Gott anzubeten.

     

    In der christlichen Überlieferung wird gesagt, daß die Anwesenden dabei die dichtbehaarten Beine der mächtigen Herrscherin gesehen hätten. Für damaliges Verständnis war das mehr als ein kosmetisches Problem: ein Beweis ihrer dämonischen Natur! Salomo (F.s.m.i.) selbst soll, wie von einem weisen Herrscher zu erwarten, gelassen reagiert haben: Er schenkte ihr eine enthaarende Hauptpaste. Die damaligen Chronisten sahen sie weiterhin als eine Dämonin: Sie dichteten ihr einen Gänsefuß an, ein weiters Merkmal des dämonischen Wesens. Auch wenn die christlichen Überlieferungen die konsequente Diffamierung nicht übernahmen – der Gänsefuß ist ihr geblieben. Ein 1513 in Nürnberg gedrucktes Handbuch für Maler erwähnt allerdings, dank Gottes Güte hätten ihre häßlichen Flossen schließlich menschliche Formen angenommen.1

     

     

    Der Belqis-Kult heute

     

    In Äthiopien ist Belqis eine Heldin. Afrika wird als die Urheimat der Herrscherin gesehen. Comichefte mit ihrer Geschichte sind auf dem äthiopischen Markt beliebte Verkaufsartikel. Die Äthiopier sehen sich als die Nachfahren der berühmten Königin. Sogar der letzte Kaiser von Äthiopien, der 1974 abgesetzte Haile Selassie, bezeichnete sich als den 225. Nachfolger der Königin von Saba. Die biblisch-qur´anische Adlige sei eine Afrikanerin und somit eine Schwarze hat heute keinen Bestand, denn es ist erwiesen, daß sie aus der Südspitze der Arabischen Halbinsel, aus dem heutigen Jemen, entstammt.1

     

    Die Hauptstadt ihres Reiches, Marib, ist heute ein unbedeutendes Dorf.

     

     

    Literaturverzeichnis:

    1. Qur´an al-Karim

    1 P.M. Ausgabe 10/1997 S.18 ff.

    2 Cavit Yalcin, Kavimlerin Helaki, S.65 ff.

     

    Text von: Hüseyin Yücel, www.kaaba-online.de

     

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    Qulle: http://www.enfal.de