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    Die natürliche Veranlagung

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    فِطۡرَتَ ٱللَّهِ ٱلَّتِى فَطَرَ ٱلنَّاسَ عَلَيۡہَا‌ۚ لاَ تَبۡدِيلَ لِخَلۡقِ ٱللَّهِ‌ۚ ذَٲلِكَ ٱلدِّينُ ٱلۡقَيِّمُ وَلَـٰكِنَّ أَڪۡثَرَ ٱلنَّاسِ لاَ يَعۡلَمُونَ

     

     

    Der heilige Qur’ān erachtet es in den meisten Fällen als unnötig, die Existenz Allahs (t.) zu beweisen, sondern sieht eher die Notwendigkeit gegeben, auf das Einheitsbekenntnis Allahs (t.) aufmerksam zu machen, welche lautet, dass es keine Gottheit gibt, außer Allah. Die eigentliche Existenz Allahs (t.) sieht der heilige Qur’ān als zweifelsfrei bestätigt und erkennt nicht die Notwendigkeit an, Seine (t.) Existenz zu beweisen.

     

    أَفِي اللَّهِ شَكّ ٌ فَاطِرِ السَّمَاوَاتِ وَالأَرْضِ

     

    Ist etwa ein Zweifel über Allah, den Schöpfer der Himmel und der Erde?[1]

     

    Dieser heilige Vers, welcher die Menschen in einer rhetorischen Art und Weise fragt, ob es denn je ein Zweifel über die Existenz Allahs (t.) gab, macht deutlich, dass der heilige Qur’ān diesen Punkt als zweifelsfrei bewiesen erachtet und den Diskurs (diesbezüglich) darum unterlässt. Imām al-Ĥussain (a.) bestätigt diesen Sachverhalt in seinem Bittgebet am Tage von `Arafa, worin er sprach: „Wann warst Du denn jemals verborgen, sodass du eines Beweises bedarfst? Blind ist das Auge, dass dich nicht sieht.“[2] Der Grund dafür besteht darin, dass Allah (t.) jeden Menschen mit einer natürlichen Veranlagung erschuf. Diese Veranlagung ist gemäß dem heiligen Qur’ān und den reinen Überlieferungen das Einheitsbekenntnis Allahs.

     

    فِطۡرَتَ ٱللَّهِ ٱلَّتِى فَطَرَ ٱلنَّاسَ عَلَيۡہَا‌ۚ لاَ تَبۡدِيلَ لِخَلۡقِ ٱللَّهِ‌ۚ ذَٲلِكَ ٱلدِّينُ ٱلۡقَيِّمُ وَلَـٰكِنَّ أَڪۡثَرَ ٱلنَّاسِ لاَ يَعۡلَمُونَ

     

    Die natürliche Veranlagung ist es, worin Allah die Menschheit erschaffen hat. Es gibt keinen Wandel in der Schöpfung Allahs – dies ist der beständige Glaube, allein die meisten Menschen wissen es nicht[3]

     

    Die reinen Berichte der Ahl al Bayt (a.) bestätigen, dass es sich bei der natürlichen Veranlagung um das Einheitsbekenntnis (al-Tawĥeed) handelt.

     

    Hischām Ibn Sālim befragte Imām al-Sādiq (a.) bezüglich des Verses (Sure 30, Vers 30) und was mit der natürlichen Veranlagung gemeint ist. Der Imām (a.) antwortete: „Es ist das Einheitsbekenntnis.“[4]

     

    Von Zirarah wird berichtet, dass er Imām al-Bāqir (a.) fragte: „Was bedeutet das Wort des Erhabenen: „Die natürliche Veranlagung ist es, worin Allah die Menschheit erschaffen hat“? Er antwortete: „Er machte das Einheitsbekenntnis als ihre natürliche Veranlagung beim Entnehmen ihres Treueeides, nämlich dass Er (t.) ihr Herr ist.“ Ich fragte: „Und sie sprachen mit Ihm?“ Imām al-Bāqir (a.) senkte seinen Kopf und sagte: „Wäre dem nicht so, dann hätten sie nicht gewusst wer ihr Herr und Versorger ist.“[5]

     

    Hier spricht der Imām vom Treueeid der Menschen im vorweltlichen Dasein und dies ist das Wort Allahs, des Erhabenen:

     

    Und als dein Herr aus den Kindern Adams – aus ihren Lenden – ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen gegen sich selbst machte (indem Er sprach): „Bin Ich nicht euer Herr?“, sagten sie: „Doch!“ „Bezeugt es!“ (Dies ist so) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: „Siehe, wir wussten nichts davon.“[6]

     

    Zirarah berichtet: „Ich befragte Abu Ja`far al-Bāqir (a.) über den Vers (Sure 7, Vers 172). Er (a.) sprach: „Allah entnahm aus dem Rückgrat Adams seine Nachkommenschaft und zeigte ihnen Seine Schöpfung und wenn dem nicht so gewesen wäre, dann hätte niemand seinen Herren erkannt.“[7]

     

    Eine ähnliche Aussage wird auch von Imām al-Sādiq (a.) überliefert, wobei er den gesegneten Vers wie folgt kommentierte: „Die Erkenntnis ist fest (im Menschen) verankert, doch sie haben es vergessen und werden sich (am Tage des Gerichts) daran erinnern und wäre dem nicht so, so wüsste niemand wer sein Herr und Versorger ist.“[8]

     

    Damit ist jeder Mensch mit dieser natürlichen Veranlagung geboren und diese ist das Einheitsbekenntnis.

     

    Der Gesandte Allahs (s.) sagte: „Jeder Säugling wird mit der natürlichen Veranlagung geboren, d.h. mit der Erkenntnis, dass Allah sein Herr ist.“[9]

     

    Aus diesem Grund ist die erste Wurzel der Religion das Bekenntnis Seiner Einheit (al-Tawĥeed) und nicht das Bekenntnis Seiner Existenz.

     

     

    [1] Der heilige Qur’ān: Sure 14, Vers 10

    [2] Das Bittgebet vom Tage `Arafa von Imām Abi Abdillah al-Ĥussain Ibn Ali Ibn Abi Tālib (a.)

    [3] Der heilige Qur’ān: Sure 30, Vers 30

    [4] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usūl al-Kāfi“, Band 2, S. 12, Kitāb al-Imān wa al-Kufr, Bāb Fiţra al-Khalq `ala al-Tawĥeed, Hadithnummer 1

    [5] Abu Ja`far Muĥammad Ibn Ali Ibn al-Ĥussain Ibn Babaway al-Qummi (305 – 381 n.d.H.), auch bekannt als „Scheikh al-Sadūq“, in seinem Werk „al-Tawĥeed“, Dār al-Murtadha Verlag, Beirut, Jahr 2008, S. 262, Hadithnummer 8

    [6] Der heilige Qur’ān: Sure 7, Vers 172

    [7] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usūl al-Kāfi“, Band 2, S. 13, Hadithnummer 2

    [8] „Tafsir al-Qummi“, Band 1, S. 248

    [9] „Al-Kāfi“, jedoch übertragen von „Tafsir al-Mizān“, von Allamah Sayyed Muĥammad Ĥussain al-Ţabaţaba’i, Band 16, S. 188

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de/einleitungen/die-natuerliche-veranlagung.html