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    Die Notwendigkeit der Glaubensüberzeugungen (Teil 4): Praktische Beispiele

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    Die Geschichte und die Überlieferungen zeigen uns verschiedene Begebenheiten, worin deutlich wurde, dass die Überzeugungen der ausschlaggebende Punkt dafür waren, wieso eine bestimmte Tat an übermäßigem Wert gewann. Im Folgenden sollen einige dieser Beispiele angeführt werden.

     

    4.1 Der Schlag Alis (a.) am Tage „Khandaq“ (غزوة الخندق)

     

    Die Grabenschlacht fand 627 n.Chr. statt und war ein Angriff der Ungläubigen auf die heilige Stadt Medina. Die Grabenschlacht verdankt ihrem Namen der Tatsache, dass zur Verteidigung der Stadt ein Graben ausgehoben wurde. In dieser Schlacht trat einer der größten Kämpfer der Ungläubigen (`Amr Ibn `Abd Wodd – عمرو إبن عبد ود) hervor und forderte die Muslime auf gegen ihn zu kämpfen. Der Prophet (s.) versprach demjenigen, der sich bereit erklärt, gegen diesen mutigen Kämpfer anzutreten, das Paradies. Er (s.) sprach zu seinen Anhängern und fragte, wer dem Schwert dieses Ungläubigen trotzt. Niemand trat hervor, außer Ali Ibn Abi Talib (a.). Der Prophet (s.) schickte ihn zurück und fragte erneut. Auch diesmal trat niemand anderes als der Fürst der Gläubigen (a.) hervor. Auch diesmal schickte ihn der Prophet (s.) zurück und fragte erneut. Als wieder niemand hervortrat, außer Ali (a.), da erlaubte der Prophet (s.) ihm den Kampf gegen `Amr. Dabei sprach der Prophet (s.):

     

    برز الإيمان كلّه إلى الشرك كلّه

     

    „Wahrlich, der gesamte Glaube tritt (nun) gegen den gesamten Unglauben an.“[1]

     

    Als Ali (a.) seinen berühmten Schlag gegen `Amr vollzog und ihn niederstreckte, sprach der Gesandte Gottes (s.):

     

    ضربة علي يوم الخندق أفضل من أعمال أُمّتي إلى يوم القيامة

     

    „Der Schlag Alis am Tage Khandaq ist vorzüglicher als die (alle) Taten meiner Gemeinschaft bis zum Tage des Gerichts.“[2]

     

    Weshalb ist ein einziger Schlag von Ali Ibn Abi Talib (a.) so viel wert, wie die gesamten Taten der Gemeinschaft des Gesandten Gottes, bis zum Tage des Gerichts? In einer anderen Überlieferung heißt es, dass der Gesandte Gottes (s.) sagte, dass der Schlag Alis (a.) vorzüglicher ist als der Gottesdienst der zwei Gewichtigen [3]. Die felsenfesten Glaubensüberzeugungen und Erkenntnisse des Fürsten der Gläubigen (a.) machten all seine Taten zu einem Gipfel der Vorzüglichkeit, sodass sogar ein einziger Schlag aus seiner gesegneten Hand bereits vorzüglicher ist als sämtliche Taten der Menschen. Doch wenn es nur um die Tat an sich gehen würde, so hätte jeder diesen Schlag vollbringen können, doch keiner hätte dabei bei Allah (t.) solch einen Lohn erhalten wie Ali Ibn Abi Talib (a.).

     

    4.2 Das Martyrium Hussains (a.)

     

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass es die Glaubensüberzeugungen sind, welche der Tat ihren Wert verleihen, ist die Schlacht in Karbala. Alle mutigen Kämpfer auf der Seite von Imam Hussein (a.) fielen als Märtyrer. Doch einige Märtyrer waren bevorzugter und höher im Rang als andere Märtyrer, obgleich doch alle vom Feind ermordet wurden. Dabei ist Imam Hussein (a.) der Herr der Märtyrer, wobei die anderen Anhänger und Kämpfer lediglich „normale“ Märtyrer waren.

     

    Alle sind dem Märtyrertod verfallen, doch einer ist der Herr der Märtyrer, wohingegen die restlichen Märtyrer nicht diesen Rang bekamen. Auch hier liegt der Grund dafür im Fundament der Überzeugungen und Erkenntnisse. Niemand hatte solche Überzeugungen und Erkenntnisse wie Imam Hussein (a.) und dementsprechend wiegen seine Taten schwerer als die der anderen Kämpfer.

     

    4.3 Das Gebet Imam Hussains (a.) und das Gebet `Umar Ibn Sa`ds (la.)

     

    Am 10. Tag des Monats Muĥarram, an dem die Schlacht in Karbala stattfand, bekämpfte die Armee von `Umar Ibn Sa`d die Gefolgsleute und Familie des Enkelsohn des Propheten (s.). Zur Mittagszeit unterbrachen beide den Kampf und jede Gruppierung betete. Von der Tat her haben beide Gruppierungen die gleiche Tat gemacht. `Umar Ibn Sa`d hat mit seiner Armee das Gemeinschaftsgebet verrichtet und Imam Hussein (a.) hat mit seinen Gefolgsleuten das Gemeinschaftsgebet verrichtet. Doch ist das Gebet in Wahrheit gleich dem anderen?

     

    Das Gebet Imam Husseins (a.) erhält bei Allah (t.) den höchsten Lohn, wohingegen das Gebet von `Umar Ibn Sa`d zu ihm zurück geschleudert und nicht akzeptiert wird, obwohl doch beide äußerlich die gleiche Tat verrichtet haben. Auch hier ist es klar, dass die Glaubensüberzeugungen und die Erkenntnisse dafür verantwortlich sind, dass die gleiche Tat bei dem einen Menschen mit dem höchsten belohnt wird, bei dem anderen jedoch nicht akzeptiert wird.

     

     

    [1] Yanabi` al-Mawada, Band 1, S. 281

    [2] Yanabi` al-Mawada, Band 1, S. 412

    [3] Gemeint sind damit die Menschen und die Dschinn

     

     

    Quelle: http://alhaydari.de