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    Die Notwendigkeit des Prophetentum (Teil 3): Der Glaube an den Gesandten Gottes

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    3. Der Glaube an den Gesandten Gottes

     

    Nun stellen wir uns die Frage, ob wir an den Gesandten Gottes Muĥammad (s.) glauben müssen oder nicht. Wir haben erwähnt, dass der Glaube an das Prophetentum zu den Wurzeln der Religion gehört. Aus diesem Grund ist es berechtigt zu sagen, dass je wissender wir um den Gesandten Gottes (s.) sind, umso überzeugter sind wir von ihm und je unwissender wir um den Gesandten Gottes (s.) sind, umso schwächer ist unser Glaube an ihm. Weshalb ist es wichtig, an den Gesandten Gottes zu glauben? Wir haben erwähnt, dass die Stärke des Glaubens Einfluss auf unsere Taten ausübt und deshalb ist es wichtig, unseren Glauben zu stärken und dies kann man nur damit erreichen, indem man sich Wissen bezüglich dieses Glaubens aneignet. Indem man sich über den Gesandten Gottes Muĥammad (s.) informiert und damit seinen Glauben festigt und die Voraussetzungen für das Verrichten guter Taten erfüllt.

     

    Deshalb ist es wichtig, den Gesandten Gottes (s.) kennen zu lernen und seinen Rang und seine Stellung im Rahmen unseres Verstandes zu erfassen, damit es uns möglich ist, an den Gesandten Gottes (s.) zu glauben, denn es ist ausgeschlossen an etwas zu glauben, was man nicht kennt. Aus der Nichterkenntnis resultiert die Unmöglichkeit ihm Folge zu leisten und wir haben erwähnt, dass der Glaube an das Prophetentum und das Folgen des Gesandten der Weg zum Jenseits und zur Errettung ist. Sind wir beispielsweise krank und davon überzeugt, dass uns jenes Medikament heilen kann, so nehmen wir dieses Medikament ein. Doch was veranlasst uns dazu, das Medikament zu nehmen?

     

    Es ist der Glaube daran, dass jenes Medikament die Heilung bringt und aufgrund dieses Glaubens nehmen wir dieses Medikament zu uns. Würden wir das Medikament auch nehmen, wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass es uns heilen kann? Wie können wir die Überzeugung gewinnen, dass uns dieses Medikament heilen kann? Die Antwort lautet, indem wir uns Wissen bezüglich dieses Medikamentes erwerben, indem wir einen Arzt fragen und je mehr Wissen und Erkenntnis wir um dieses Medikament haben, umso überzeugter sind wir davon, dass es uns heilt und umso eher würden wir dieses Medikament nehmen. Aber wenn wir nicht daran glauben, dass es uns heilt, so lassen wir es liegen. Genauso verhält es sich mit dem Gesandten Gottes (s.): Lernen wir ihn kennen und wissen um seinen Rang Bescheid, so sind wir davon überzeugt, dass er uns auf dem wahren Weg führt. Ist unser Glaube an ihn stark, so sind wir eher dazu geneigt ihm zu folgen und je stärker unser Glaube ist, umso mehr folgen wir ihm.

     

    Aus diesem Grund sagt der heilige Qur’ān:

     

    قُلْ إِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللَّهَ فَاتَّبِعُونِي يُحْبِبْكُمُ اللَّهُ

     

    Sprich: Liebt ihr Allah, so folget mir; (dann) wird Allah euch lieben [1]

     

    Allah (t.) sagt in Seinem heiligen Buch unmissverständlich, dass derjenige, der von Ihm (t.) geliebt werden will, dem Gesandten Gottes Muĥammad (s.) unmittelbar folgen muss. Das Befolgen des Gesandten Gottes (s.) kann nicht erfolgen, wenn man nicht von ihm überzeugt ist oder nicht an ihn glaubt. Somit ist das Wissen um den Gesandten Gottes (s.) eine Voraussetzung zum Glauben und eine Voraussetzung, ihm Folge zu leisten.

     

    Um die verschiedenen Stufen und die Notwendigkeit des Glaubens und der Überzeugung zu veranschaulichen, führen wir einige Beispiele auf.

     

    Wenn wir uns die verschiedenen Taten wie beispielsweise das Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt, die Audienz zu Imam al-Hussein (a.), die Audienz zu Imam al-Riđa (a.) und andere vorzügliche Taten anschauen, so sehen wir, dass der heilige Qur’ān und die reinen Überlieferungen der Ahl al Bayt (a.) den Lohn dieser Taten unterschiedlich gestalten. Es gibt Überlieferungen, worin es heißt, dass die Audienz bei Imam al-Hussein (a.) mit 100 Pilgerfahrten entlohnt wird. An anderer Stelle wird gesagt, dass der Lohn hierfür 1000 Pilgerfahrten beträgt. Andere Überlieferungen bestätigen jedoch, dass der Lohn für den Besuch des Grabes von Imam Hussein (a.) mit dem Lohn von 1.000.000 Pilgerfahrten und eine Wallfahrt[2] entlohnt wird. Wir fragen uns nun, welchen Lohn wir erhalten: die hundertfache Pilgerfahrt, die tausendfache Pilgerfahrt oder die millionenfache Pilgerfahrt mit einer Wallfahrt?

     

    Genauso unterscheidet sich der Lohn für das Gebet, ebenso auch für das Fasten. Der heilige Qur’ān unterscheidet ebenso den Grad des Lohns für das Verrichten einer Tat. So wird gesagt, dass das Spenden auf der einen Seite mit dem Selbigen entlohnt wird, an anderer Stelle mit dem siebenfachen, mit dem siebzigfachen, mit dem siebenhundertfachen, manchmal ist der Lohn sogar nicht erfassbar.

     

    مَثَلُ الَّذِينَ يُنفِقُونَ أَمْوَالَهُمْ فِي سَبِيلِ اللَّهِ كَمَثَلِ حَبَّةٍ أَنْبَتَتْ سَبْعَ سَنَابِلَ فِي كُلِّ سُنْبُلَة ٍ مِائَةُ حَبَّة ٍ وَاللَّهُ يُضَاعِفُ لِمَنْ يَشَاءُ وَاللَّهُ وَاسِعٌ عَلِيم

     

    Die ihr Gut hingeben für Allahs Sache, sie gleichen einem Samenkorn, das sieben Ähren treibt, hundert Körner in jeder Ähre. Allah vermehrt (es) weiter, wem Er will; und Allah ist huldreich, allwissend [3]

     

    Weiterhin heißt es im heiligen Qur’ān:

     

    مَنْ جَاءَ بِالْحَسَنَةِ فَلَه ُُ عَشْرُ أَمْثَالِهَا

     

    Wer eine gute Tat vollbringt, dem soll zehnfach vergolten werden [4]

     

    مَنْ جَاءَ بِالْحَسَنَةِ فَلَه ُُ خَيْر ٌ مِنْهَا

     

    Wer Gutes vollbringt, dem wird Besseres als das[5]

     

    Wir erkennen deutlich, dass sich der Lohn für die ein und dieselbe Tat unterscheiden kann. Einmal wird man für eine Tat einfach belohnt, jemand anderes wird jedoch für dieselbe Tat um ein vielfaches mehr belohnt. Wie wird das entschieden? Gibt Allah (t.) willkürlich jemanden für eine Tat die zehnfache Belohnung und für jemand anderen für die gleiche Tat beispielsweise nur eine zweifache Belohnung? Welches System und welche Regeln stecken hinter dieser göttlichen Weisheit?

     

    Imam al-Hussein (a.) hat am zehnten Tage des Monats Muĥarram[6] mit seinen Gefährten das Gebet verrichtet und Umar Ibn Saad[7] hat ebenso das Gebet mit seinen Gefährten verrichtet. Beides waren Gebete, welche äußerlich scheinbar identisch sind. Jedoch bringt das Gebet der einen Gruppe sie in die nächste göttliche Nähe, wobei das Gebet der anderen Gruppe sie in die Tiefen der Feuerqual bringt.

     

    [1] Sure: ‚Āli `Imrān, Vers 31

    [2] عمرة – ein vorgezogener Bestandteil der Pilgerfahrt.

    [3] Sure: Al-Baqarah, Vers 261

    [4] Sure: Al-‚An`ām, Vers 160

    [5] Sure: An-Naml, Vers 89

    [6] عاشوراء – Aschura‘

    [7] Der Truppenführer der feindlichen Armee in der Schlacht von Karbala

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de