islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Die schiitische und sunnitische Einheit im schützenden Schatten von Tauhid (Monotheismus) und Prophetentum Teil 1

    Die schiitische und sunnitische Einheit im schützenden Schatten von Tauhid (Monotheismus) und Prophetentum Teil 1

    • http://www.taqrib.info/germany
    Rate this post

     

    Zuerst sollten zwei wichtige Bedingungen gleichzeitig in Erwägung gezogen werden, wobei keine von ihnen um der anderen Willen geopfert werden darf.

     

    Die eine ist die Notwendigkeit, die Einheit und Einheitlichkeit der islamischen Umma (Gesellschaft) zu erhalten und die andere die Sicherheit des Wesens des Islam. Niemals sollte die Notwendigkeit der Einheit oder Vereinigung als erstes Ziel genommen und dabei die Realität des Islam übersehen und als zweitrangig betrachtet werden. Daher sind Wahrheit und Liebe zur Wahrheit das Grundprinzip. Wie auch immer, das, was zersetzende Feindseligkeit und Hass unter den Muslimen hervorrief, kann wie folgt zusammengefasst werden:

     

    1. das Beiseitestellen der Lehren des Islam und des heiligen Qur’an und deren Experten. 2. das Sich-Verlassen auf Leute, welche die Lehren des Qur’an und der Überlieferungen der sündenfreien religiösen Führer zerstört haben, 3. grundloser Fanatismus und Starrsinn, 4. ethnischer Fanatismus und Rassismus, 5. weltliche Gelüste und das Angezogenwerden zu schlechten Seiten wie Liebe zu Macht, Ruhm und Reichtum, 6. die auf Trennung ausgerichtete Politik der Supermächte mit dem Ziel, die Muslime zu beherrschen, wobei deren wirtschaftlichen Quellen ausgenutzt und die klugen Köpfe ausgelaugt werden.

     

    Es ist wert anzumerken, dass die meisten von den soeben erwähnten Problemen dank der Einheit, welche auf Monotheismus und Prohetentum basiert, gelöst werden können. Aber zuerst müssen wir uns mit der Bedeutung des Begriffes „Einheit“ vertraut machen.

     

    Unter Einheit versteht man hier, dass wir unter der Beibehaltung unseres unbefleckten und unbestreitbaren Glaubens einen gemeinsamen Standpunkt haben müssen und standhaft gegen unsere gemeinsamen Feinde stehen müssen sowie ihren Drohungen gegenüber niemals gleichgültig sein dürfen. Das heißt nicht, dass wir eine Beteiligung an einem konstruktiven akademischen Dialog, der frei von Fanatismus ist und zum höchsten Ziel das Erkennen der Wahrheit mit unserem Geist hat, vermeiden sollten. Mit anderen Worten kann gesagt werden, dass Einheit die Vorbereitung für den Grund ist, auf dem unter den Menschen, welche an den Einen Gott, und einen Propheten, dessen Name Mohammad (SAW) ist, und an ein Buch, welches der heilige Qur’an genannt wird, glauben, Einheit und Übereinstimmung der Interessen und Ziele empor sprießen werden. Ihr höchstes Ziel ist es, den Menschen Seelenheil zu bringen und sie näher an ihren Schöpfer Allah zu führen. Imam Chomeini (RA) sagte gelungen: „Die Einheit des Wortes kann unter dem Banner des Tauhid (Monotheismus) erreicht werden.“

     

    Mohammad Aschur, Vizekanzler der Al-Azhar Universität in Ägypten und der Vorsitzende des Komitees für Dialog unter den Islamischen Denklehren, sagte, wobei er mit Nachdruck und logisch die Islamische Einheit erläuterte: „Der Gedanke der Annäherung unter den Islamischen Lehren heißt nicht, dass diese Lehren eins werden müssen. Es heißt auch nicht, dass die Vertreter dieser Schulen diese ablehnen und neue dafür annehmen sollen. Genau genommen zerstört dies die Bedeutung der Annäherung. Annäherung sollte auf der Basis von wissenschaftlichen Diskussionen geführt werden, um mit dieser wichtigen Waffe Oberhand über grundlosen Irrglauben zu gewinnen. In wissenschaftlichen und akademischen Debatten müssen Gelehrte jeglicher Lehre ihr Wissen mit ihren Partnern austauschen, um sie zum Lernen, Wissen und Sprechen zu befähigen und in einer ruhigen und stillen Atmosphäre an gute Ergebnisse zu gelangen.“

     

    Faktoren, die zur Islamischen Einheit führen

     

    Jetzt zitieren wir aus einigen wichtigen Büchern, welche das Heranführen der islamischen Einheit beeinflussen, wobei wir die vorher angeführten Fakten im Gedächtnis behalten:

     

    1. Der heilige Qur’an

     

    Dieses allgegenwärtige und perfekte heilige Buch mit den drei Kategorien Moral, Glaube und Gesetz hat schon immer auf seinen Schultern das Banner des Seelenheils und der Führung der Menschheit getragen. Es hat ihnen gepredigt, dass den Muslimen, welche sich im schützenden Schatten dieses Banners versammeln, Freude sowohl im Diesseits als auch im Jenseits sicher sei. Es gibt im heiligen Qur’an viele Verse, in denen auf das harmonische Zusammenleben von Muslimen mit Angehörigen anderer Konfessionen bestanden wird. Zwar wird das Wort „Einheit“ in diesem heiligen Buch nicht direkt verwendet, aber es werden andere Begriffe für diese Bedeutung herangezogen. Im Folgenden werden einige Verse aufgezeigt:

     

    Erster Vers: „Und erinnere dich des Segens, den Allah über euch brachte, als ihr miteinander verfeindet wart, da brachte er eure Herzen zusammen. So wurdet Ihr aufgrund seines Segens zu Brüdern.“

     

    Die göttliche Methode ist solcher Gestalt, dass auf der einen Seite Gott seine Diener dazu aufruft, dem Weg der ewigen Freude, des Wissens und der Handlung zu folgen, und auf der anderen Seite vor Ignoranz, Naivität, blindem Nachmachen, auf Trennung abzielendes Benehmen und Feindschaft warnt. Unter den Arabern hatte Feindschaft aufgrund von Stammesfanatismus Wurzeln geschlagen, aber mit dem Erscheinen des Islam gehörte sie der Vergangenheit an. Im Islam ist der Zweck der Schöpfung des Menschen und die Notwendigkeit, dass er die Nähe zu seinem Schöpfer sucht, sorgfältig herausgearbeitet. Er erklärt das irdische Leben für nichts anderes als ein Mittel, um ein besseres himmlisches Leben zu erreichen. Er drängt die Menschen zu einem Zusammenleben als Brüder und Gleichgestellte, so wie es die Stämme der Aus und der Chasraj getan hatten, welche nach jahrelanger Feindschaft einen Friedensvertrag miteinander unterzeichneten, um dank des Islam in Freundschaft miteinander zu leben.

     

    Zweiter Vers: „Und haltet Euch alle zusammen am Seil Allahs fest, und trennt Euch nicht (in Sekten auf).“

     

    Der heilige Prophet hat gesagt: „Islam ist ein Mittel, dessen eines Ende in Gottes Hand und das andere in Eurer Hand ist; haltet Euch daran fest, so dass Ihr weder irregeführt werdet, noch dass Ihr selber irreführt.“ In anderen Überlieferungen wird davon berichtet, dass dieser göttliche Strang oder dieses Seil eben dieses Buch Allahs sei und vom Himmel zur Erde hin verlängert worden ist. Es ist auch über den Propheten (SAW) überliefert worden, dass er gesagt hat, seine Nachkommen (Friede sei mit ihnen), denen die Menschen gehorchen sollen, seien das göttliche Seil. Wir schließen aus den Wörtern „alle zusammen“ und „trennt Euch nicht“ (im obigen Vers), dass, so wie in den Versen des Qur’an dem Einzelnen befohlen ist, sich festzuhalten und sich an das göttliche Buch und die Überlieferungen der Propheten zu heften, das Gleiche auch für die gesamte islamische Gesellschaft gilt. Hätte sich die islamische Gesellschaft und die muslimische Welt an diesen einen Vers gehalten, dann hätte sie die größte Macht und islamische Einheit dargestellt, von der die Welt jemals gezeugt hat.

     

    Dritter Vers: “ Seid nicht wie diejenigen, welche sich trennten und sich voneinander unterschieden, nachdem auf sie offenkundige Zeichen herab gekommen waren. Diese werden eine große Strafe erhalten.“

     

    Hier bedeutet „Unterschied“ „hinsichtlich Glaube voneinander getrennt sein“. „Trennung“ steht in diesem Vers vor „Unterschied“, weil dieser Begriff den Grund für Letzeres legt. Dies deshalb, weil je mehr Leute in einer Gesellschaft einander näher kommen und eine herzliche Verbindung untereinander pflegen, desto mehr rücken ihre Überzeugungen zusammen und vereinigen sich. Wenn sie jedoch einander fern bleiben, dann weitet sich die große Spanne zwischen ihnen, ob sie wollen oder nicht, in Unterschiede aus und wischt die Einheit unter ihnen hinweg.

     

    Im Vers 213 der Sure Baqara (2) wird „Differenz“ als die schlimmste Art der Unterdrückung, welche die Menschen voneinander trennt, gesehen. Deshalb ist der beste Weg, Differenzen zu vermeiden und Einheit unter den Muslimen zu pflegen, sich festzuhalten und sich auf klare Beweise zu verlassen.

     

    Vierter Vers: „Die Gläubigen sind wahrhaftig Brüder.“

     

    Fünfter Vers: „Und höre auf Allah und seinen Boten und streite nicht, oder du wirst das Herz verlieren und deine Macht wird vorüber sein.“

     

    Gewiss bringt zielloses Nörgeln, Streiten und Zanken in einer ignoranten Atmosphäre keine guten Ergebnisse sondern Zwietracht, Trennung, Fanatismus und Groll. Nach dem Qur’an ist jede Debatte, welche zu Zwietracht führt, ungebührlich und diejenige, welche Einheit erzielt, anständig und nützlich.

     

    Sechster Vers: „Wahrhaftig, dein Volk ist eine Gemeinschaft, und ich bin dein Herr. Deshalb diene mir.“

     

    Ein Volk ist eine Gruppe und Gesellschaft, welche durch eine Richtung oder ein Ziel miteinander verbunden ist. Dieser Vers umfasst alle Menschen jeden Alters und jeder Generation, welche an den Einen Gott glauben und eine endgültige Richtung haben, und zwar das Leben nach dem Tod. Dergleichen Verse finden sich im Qur’an an folgenden Stellen: Aali Imran: 152, Nisaa (4): 71, An’am (6): 159, Tauba (9): 36 An’biyaa (21) 92, Mu’minun (23) 52, Rum (30): 31 und 32 sowie Saf (61): 4. Auch an diesen Stellen wird die Speisung der Einheit und Solidarität unter den Menschen betont. Wie dem auch sei, in jedem dieser Verse ist die Absicht nicht zu übersehen und deckt die Wahrheit auf. Neben Betonung der Einheit unter den Muslimen wird im Qur’an auch dazu geraten, Einheit mit den Angehörigen anderer Religionen zu verbreiten: „Sag: Oh Leute der Schrift! Kommt her auf ein Wort, das zwischen uns gemeinsam ist, damit wir niemandem dienen als Allah und dass wir ihm keinen Teilhaber beistellen und dass wir uns nicht gegenseitig als Herren neben Allah nehmen.“

     

    Der obige Vers deutet auf den gemeinsamen Glauben zwischen den Muslimen und den Leuten des Buches und somit auf den Monotheismus und die Einheit Gottes und legt dar, dass dieser Glaube Einheit unter die verschiedenen Religionen bringen kann.