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    Die Unfehlbarkeit in den diesseitigen Aspekten (Teil 1): Die Qur’anwissenschaftliche Sichtweise

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    لَقَدْ كَانَ لَكُمْ فِي رَسُولِ اللَّهِ أُسْوَةٌ حَسَنَة

     

    Wahrlich, ihr habt an dem Propheten Allahs ein schönes Vorbild für jeden

    (Sure 33, Vers 21)

     

     

    Inhaltsverzeichnis

     

    1. Die Qur’anwissenschaftliche Sichtweise

    2. Die Zeugenaussagen der Imame

    3. Bestätigung durch die heiligen Überlieferungen

    4. Zusammenfassung

     

     

    1. Die Qur’anwissenschaftliche Sichtweise

     

    Die Unfehlbarkeit der Propheten erstreckt sich auf insgesamt vier Punkte.

     

    -Die Unfehlbarkeit hinsichtlich des Erlaubten und Verbotenen

    -Die Unfehlbarkeit beim Empfangen der Botschaft und ihre Verkündung

    -Die Unfehlbarkeit hinsichtlich der Anwendung und Umsetzung

    -Die Unfehlbarkeit in den weltlichen Angelegenheiten

     

    Kernpunkt dieser Analyse ist die Überprüfung und Beweisführung der Unfehlbarkeit der Propheten bezüglich der weltlichen Aspekte. Sind die Propheten auch in weltlichen, nicht religiösen Angelegenheiten unfehlbar oder ist es bestätigt, dass sie in den diesseitigen Aspekten Fehler gemacht haben?

     

    Der heilige Qur’ān macht auf eine unmissverständliche Art und Weise auf die Unfehlbarkeit der Propheten hinsichtlich aller genannten Punkte aufmerksam. Der Beweis für ihre Fehlerlosigkeit hinsichtlich der diesseitigen Aspekte erstreckt sich von der Tatsache aus, dass die Propheten am Tage des Gerichts Zeugen über die gesamte Schöpfung sein werden.

     

    Es besteht kein Zweifel daran, dass die Zeugenaussagen der Propheten am Tage des Gerichts über ihre Gemeinschaften zu den Wahrheiten gehört, auf die der heilige Qur’ān auf einer detaillierten Art und Weise aufmerksam macht. Nicht nur die Propheten werden als Zeugen vorgeladen, sondern auch andere Existenzen werden gegen den Menschen aussagen, so wie es viele Verse des heiligen Qur’ān bestätigen.

     

    وَقَالُوا لِجُلُودِهِمْ لِمَ شَهِدْتُمْ عَلَيْنَا

     

    Und sie werden sagen zu ihren Häuten: Wieso habt ihr gegen uns gezeugt?[1]

     

    الْيَوْمَ نَخْتِمُ عَلَى أَفْوَاهِهِمْ وَتُكَلِّمُنَا أَيْدِيهِمْ وَتَشْهَدُ أَرْجُلُهُمْ بِمَا كَانُوا يَكْسِبُونَ

     

    An diesem Tage versigeln wir ihre Münder und es sprechen (zu uns) ihre Hände und es zeugen ihre Füße über das, was sie taten[2]

     

    Die Hände und Füße und sämtliche Gliedmaßen werden Zeugen am Tage des Gerichts gegen den Menschen sein, der im Diesseits die Kontrolle und Macht über sie hatte. Interessant hierbei ist jedoch, dass der heilige Qur’ān nicht davon spricht, dass die Gliedmaßen selbst die Sünden begangen haben, sondern dass sie Zeugen gegen die Sünde sind und dies bedeutet, dass nicht die Häute und Füße diejenigen sind, welche gegen die Gebote Gottes verstoßen haben, da es keinen Sinn machen würde, dass die Häute und Gliedmaßen Zeugen gegen sich selbst sind. Der Sündhafte ist der Mensch selbst, der diese Gliedmaßen so bewegte und kontrollierte, wie es ihm beliebte. Aus diesem Grund müssen wir uns die Anwesenheit der Zeugen in diesem Augenblick bewusst machen, welche uns keine Sekunde verlassen und am Tage des Gerichts Zeugen gegen uns sein werden.

     

    Zu den wichtigsten Zeugen am Tage des Gerichts gehören die Propheten, welche gegen ihre Gemeinschaften auftreten werden. Der heilige Qur’ān sieht es als Aufgabe eines jeden Propheten an, Zeuge über seine Gemeinschaft zu sein.

     

    فَكَيْفَ إِذَا جِئْنَا مِنْ كُلِّ أُمَّة ٍ بِشَهِيد ٍ وَجِئْنَا بِكَ عَلَى هَاؤُلاَء شَهِيدا

     

    Und wie (wird es ihnen ergehen), wenn Wir aus jedem Volk einen Zeugen herbeibringen und dich als Zeugen herbeibringen wider diese? Und am Tag, an dem wir von jeder Gemeinschaft einen Zeugen laden[3]

     

    وَيَوْمَ نَبْعَثُ مِنْ كُلِّ أُمَّة ٍ شَهِيدا ً ثُمَّ لاَ يُؤْذَنُ لِلَّذِينَ كَفَرُوا وَلاَ هُمْ يُسْتَعْتَبُونَ

     

    (Gedenke) des Tages, da Wir aus jeglichem Volk einen Zeugen erwecken werden; dann wird denen, die nicht glauben, nicht gestattet werden (wiedergutzumachen), noch wird ihre Entschuldigung angenommen.[4]

     

    Der heilige Qur’ān nutzt das Wort „Schaheed“ (Zeuge / Märtyrer) nicht für diejenigen, die auf dem Weg Gottes sterben, sondern für diejenigen, die als Zeugen über die Taten der Geschöpfe erscheinen.

     

    وَمَنْ يُطِعِ اللَّهَ وَالرَّسُولَ فَأُوْلَائِكَ مَعَ الَّذِينَ أَنْعَمَ اللَّهُ عَلَيْهِمْ مِنَ النَّبِيِّينَ وَالصِّدِّيقِينَ وَالشُّهَدَاءِ وَالصَّالِحِينَ

     

    Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, soll unter denen sein, denen Allah Seine Huld gewährt hat, nämlich unter den Propheten, den Wahrhaftigen, den Blutzeugen und den Gerechten[5]

     

     

    [1] Der heilige Qur’ān: Sure 41, Vers 21

    [2] Der heilige Qur’ān: Sure 36, Vers 65

    [3] Der heilige Qur’ān: Sure 4, Vers 41

    [4] Der heilige Qur’ān: Sure 16, Vers 84

    [5] Der heilige Qur’ān: Sure 4, Vers 69

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum