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    Die Unfehlbarkeit in der Umsetzung (Teil 2): Überlieferungen bezüglich der fehlerhaften Umsetzung in der Religion

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    Im Folgenden werden einige Überlieferungen angeführt, welche besagen, dass der Gesandte Gottes (s.) Fehler hinsichtlich der Umsetzung in der Religion begangen hat, wie beispielsweise das Vergessen oder Verschlafen der Gebete, das Verrichten der Pflichtgebete mit einer falschen Anzahl an Gebetseinheiten etc. Diese Überlieferungen sind in den Quellen beider Rechtsschulen zu finden und beschränken sich nicht nur auf die Quellen der Rechtsschule der Saĥāba, sondern sind auch in den Quellen der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.) zu finden.

     

    2.1       aus den Quellen der Rechtsschule der Saĥāba

     

    Von Imrān Ibn Ĥaşeen wird berichtet, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs (s.) befand sich auf einer Reise. Sie verschliefen das Morgengebet und wachten in der Hitze der Sonne auf. Sie gingen ein Stück weiter, bis die Sonne vollständig aufging. Dann befahl er den Gebetsruf zu rufen und betete das Morgengebet.“[1]

     

    Von `Abdullah Ibn Mas`ud wird berichtet, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs (s.) betete das Mittags– oder Nachmittagsgebet mit 5 Gebetseinheiten. Als er das Gebet beendete, wurde er gefragt: O Gesandter Allahs, ist das Gebet vermehrt worden? Er antwortete: Nein. Sie sagten: Du hast 5 Gebetseinheiten verrichtet. Daraufhin verrichtete er die zwei Niederwerfungen des Vergessens und machte den Taslim.“[2]

     

    Von Abu Huraira wird berichtet, dass er sagte: „Der Gesandte Gottes (s.) betete mit uns eines der Abendgebete mit zwei Gebetseinheiten und eilte daraufhin zu den Menschen. Die Mitbetenden dachten, dass das Gebet verkürzt wurde und darunter waren Abu Bakr und `Umar und sie schämten sich, (den Gesandten Gottes) diesbezüglich zu fragen. Da stand ein Mann auf, den der Gesandte Gottes (s.) „den Mann mit den zwei Händen“ nannte und sprach: O Gesandter Allahs, hast du vergessen oder das Gebet verkürzt? Er (s.) antwortete: Ich habe weder vergessen noch verkürzt. Daraufhin sagte der Mann: Dann hast du vergessen, O Gesandter Allahs. Der Gesandte Allahs ging zu den Menschen und fragte: Hat der Mann mit den zwei Händen recht? Die Menschen schwiegen und dies war ein Zeichen der Bestätigung. Deshalb verrichtete der Gesandte Gottes (s.) die zwei fehlenden Gebetseinheiten und machte den Taslim.“[3]

     

    2.2   aus den Quellen der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.)

     

    Von al-Ĥidhrami wird berichtet, dass Abu Abdillah al-Sādiq (a.) sagte: „Der Gesandte Allahs (s.) vergas und betete zwei Gebetseinheiten und machte den Taslim. Dann erinnerte er sich und stand auf und betete die restlichen zwei Gebetseinheiten (nach).“[4]

     

    Zaid Ibn Ali berichtet über seine Vorväter über Ali (a.), dass er sagte: „Der Gesandte Allahs (s.) betete mit uns das Mittagsgebet mit 5 Gebetseinheiten. Daraufhin fragten ihn einige Leute: O Gesandter Allahs, wurde dem Gebet etwas hinzugefügt? Der Prophet (s.) antwortete: Wie kommt ihr darauf? Sie sagten: Du hast mit uns 5 Gebetseinheiten gebetet. Daraufhin wandte er sich der Gebetsrichtung zu, machte den Takbir, wobei er saß, dann vollzog er zwei Niederwerfungen ohne etwas zu rezitiere und ohne Niederbeugung und anschließend beendete er das Gebet.“[5]

     

    An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass die Anzahl der Überlieferungen hinsichtlich dieser Thematik bei der Rechtsschule der Ahl al Bayt (a.) wesentlich geringer ausfällt als bei anderen Rechtsschulen. Die logische Konsequenz aus diesen Überlieferungen, welche dem Siegel der Propheten (s.) Fehler und Vergessenheit im Gebet vorwerfen wäre, dass alle vorigen Propheten ebenfalls diese Fehler hätten, denn der Gesandte Allahs (s.) ist ihr Siegel und der vorzüglichste unter ihnen. Wenn er also diese Fehler begeht, dann ist die logische Schlussfolgerung daraus, dass auch die vorigen Propheten allesamt diese Fehler begangen haben. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, diese bereits erwähnten Überlieferungen zu studieren und zu analysieren und ihr Wahrheitsgehalt zu prüfen, denn mit ihnen geht eine große Last einher, nämlich die Bezeugung der Fehler in der Umsetzung der Religion für sämtliche Propheten, welche Allah (t.) entsandt hat.

     

    Die Berichte darüber, dass in den Worten des Gesandten Gottes (s.) und der Ahl al Bayt (a.) Verfälschungen und Verdrehungen stattfinden werden, sind in beiden Rechtsschulen vorhanden und bestätigt. Aus diesem Grund haben die Experten der Überlieferungswissenschaft große Aufmerksamkeit gezeigt, wenn es darum ging, die Worte des Gesandten Gottes (s.) und seiner Ahl al Bayt (a.) zu authentifizieren.

     

    Vom Gesandten Allahs (s.) wird berichtet, dass er sagte: „O ihr Menschen, die Lügen über mich haben sich gehäuft. Wer wissend eine Lüge über mich verbreitet, dessen Platz ist in der Hölle sicher.“[6]

     

    Weiterhin existieren viele weitere Überlieferungen mit einem ähnlichen Inhalt.

     

    Von Yunus Ibn `Abd al-Raĥmān wird berichtet, dass zu ihm gesagt wurde: „O Aba Muĥammad, weshalb bist du so strikt gegenüber den Überlieferungen, welche unsere Gefährten berichten? Was bringt dich dazu, (einen Teil) dieser Überlieferungen zu verwerfen? Er sagte: „Mir berichtete Hischām Ibn al-Ĥakam, dass er Imam al-Sādiq (a.) sagen hörte: „Nehmt von uns keine Überlieferung an, außer sie gehen mit dem heiligen Qur’ān und der Sunna einher.“ Dann sagte er: „Wahrlich, Mughira Ibn Sa`eed erfand Überlieferungen über meinen Vater, die nicht mein Vater berichtet hatte. Fürchtet Allah und erkennt nichts von uns an[7], was den Worten unseres Herrn und der Verfahrensweise unseres Propheten (s.) widersprechen. Wenn wir überliefern, so sagen wir stets: Allah (t.) sagte und Sein Gesandter (s.) sagten.“[8]

     

    Es ist eindeutig, dass diese Verfälschungen und Verdrehungen der Überlieferungen bestätigte Tatsachen sind, an denen es keinerlei Zweifel gibt. Gehören jedoch diese Überlieferungen, welche berichten, dass der Gesandten Allahs (s.) Fehler im Gebet machte, ebenfalls dazu oder nicht?

     

     

    [1] Al-Ţabarāni: „Al-Ma`jam al-Kabir“, Band 18, S. 332 und Al-Dhahabi: „Tarikh al-Islam“, Band 2, S. 301

    [2] „Saĥeeĥ al-Bukhāri“, Band 1, S. 105, sowie „Musnad Aĥmad Ibn Ĥanbal“, Band 1, S. 409

    [3] „Sunan al-Bayhaqi“, Band 2, S. 356

    [4] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 17, S. 101

    [5] Allamah al-Madschlisi: „Biĥār al-Anwār“, Band 17, S. 101

    [6] Al-Schaykh al-Sadūq: „Al-I`tiqadāt fi Deen al-Imamiyya”, S. 93

    [7] An dieser Stelle muss deutlich gesagt werden, dass es nicht vorkommt, dass die Ahl al Bayt (a.) Worte sagen, welche dem heiligen Qur’ān und den Worten des Gesandten Gottes (s.) widersprechen. Es soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass sobald Worte über sie berichtet werden, die sie angeblich gesagt haben sollen, welche jedoch dem heiligen Qur’ān und den Worten des Gesandten widersprechen, so stammen diese Überlieferungen nicht von ihnen und sind zu verwerfen.

    [8] „Ridschāl al-Kaschy“: Band 2, S. 489

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum