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    Die Unfehlbarkeit in der Umsetzung (Teil 5): Analyse des Verses bezüglich der Unfehlbarkeit

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    Allah (t.) sagt im heiligen Qur’ān:

     

    وَلَوۡلَا فَضۡلُ ٱللَّهِ عَلَيۡكَ وَرَحۡمَتُهُ ۥ لَهَمَّت طَّآٮِٕفَةٌ۬ مِّنۡهُمۡ أَن يُضِلُّوكَ وَمَا يُضِلُّونَ إِلَّآ أَنفُسَہُمۡ‌ۖ وَمَا يَضُرُّونَكَ مِن شَىۡءٍ۬‌ۚ وَأَنزَلَ ٱللَّهُ عَلَيۡكَ ٱلۡكِتَـٰبَ وَٱلۡحِكۡمَةَ وَعَلَّمَكَ مَا لَمۡ تَكُن تَعۡلَمُ‌ۚ وَكَانَ فَضۡلُ ٱللَّهِ عَلَيۡكَ عَظِيمً۬ا

     

    Und wäre nicht Allahs Gnade gegen dich und Seine Barmherzigkeit, ein Teil von ihnen hätte beschlossen, dich ins Verderben zu stürzen. Doch nur sich selbst stürzen sie ins Verderben, und dir können sie keinerlei Schaden tun. Allah hat das Buch und die Weisheit zu dir niedergesandt und dich gelehrt, was du nicht wusstest, und groß ist Allahs Gnade über dir[1]

     

    Die Qur’ānexegesen berichten über den Grund der Herabsendung dieses reinen Verses, dass einst eine Gruppe von Menschen zum Gesandten Allahs (s.) kamen und sich in einer Sache uneinig waren. Die eine Gruppe beschuldigte die andere Gruppe und hatte Zeugen, wobei die andere Gruppe die Anschuldigungen zurück wiesen und ebenso Zeugen hatten. Zu einer Gruppe gehörte ein Mann, der in seiner Wortwahl sehr eloquent war und dabei versuchte, den Gesandten Allahs (s.) mit seiner Wortgewandtheit zu täuschen. Aus diesem Grund wurde dieser reine Vers herab gesandt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und deutlich zu machen, dass der Gesandte Allahs (s.) durch Allahs (t.) Gnade nicht zu täuschen ist.[2]

     

    Ohne Zweifel ist dieser Vers eine Bestätigung der Unfehlbarkeit des Gesandten Allahs (s.) und eine Zurückweisung der Behauptung, er wäre in der Umsetzung der Religion fehlbar. Der reine Vers bezeichnet den Fehler oder Irrtum als Verderben und schließt ihn in einer deutlichen Art und Weise vom Propheten (s.) aus, da der Prophet nicht zu täuschen ist und nicht dem Irrtum verfällt.

     

    Nun mag der Einwand erhoben werden, dass dieser reine Vers nur die Urteilsfähigkeit des Propheten (s.) als fehlerlos bezeichnet, nicht jedoch andere Angelegenheiten. Es mag also sein, dass der Prophet in seiner Funktion als Richter stets fehlerfrei agiert, doch wo ist der Beweis dafür, dass er auch in sämtlichen Belangen vom Irrtum und Fehlern in der Umsetzung geschützt ist?

     

    Die Antwort besteht darin, dass der heilige Vers sagt: „(Allah hat) dich gelehrt, was du nicht wusstest, und groß ist Allahs Gnade über dir“. Der Grund dafür, dass der Gesandte Allahs in seinem Urteil unfehlbar ist, liegt in der Gnade Allahs (t.) ihm (s.) gegenüber. Wenn nun behauptet wird, dass der Prophet nur in seiner Funktion als Richter unfehlbar ist, dann würde sich die Gnade Allahs nur hinsichtlich dieses Aspektes beschränken. Da Allahs Gnade jedoch in sämtlichen Aspekten den Propheten (s.) miteinbezieht, ist seine Unfehlbarkeit auch in sämtlichen Angelegenheiten bewiesen und bestätigt.

     

     

    [1] Der heilige Qur’ān: Sure 4, Vers 113

    [2] Siehe dazu: „al-Durr al-Manthur“, Band 2, S. 674 oder „Tafsir Ibn Kathir“, Band 1, S. 555

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum