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    Die Vermehrung ihres Wissens (Teil 1): Die Problematik hinsichtlich der Vermehrung des Wissens

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    Das Wissen der Ahl al Bayt (a.) ist eine Säule des Imamats und ist eine Voraussetzung für das Verständnis vieler Angelegenheiten um die Ahl al Bayt (a.). Umso wichtiger ist das Thema der Vermehrung ihres Wissens. Kann es sein, dass ihr Wissen zunimmt, zumal wir Überlieferunge kennen, welche besagen, dass sie alles Wissen der Vergangenheit und Zukunft haben? Wie ist die Vermehrung ihres Wissens mit dieser Tatsache zu vereinen?

     

    وَمَا يَعۡلَمُ تَأۡوِيلَهُ ۥۤ إِلَّا ٱللَّهُ‌ۗ وَٱلرَّٲسِخُونَ فِى ٱلۡعِلۡمِ يَقُولُونَ ءَامَنَّا بِهِۦ كُلٌّ۬ مِّنۡ عِندِ رَبِّنَا‌ۗ وَمَا يَذَّكَّرُ إِلَّآ أُوْلُواْ ٱلۡأَلۡبَـٰبِ

     

    Doch keiner kennt ihre Deutung als Allah und diejenigen, die fest gegründet im Wissen sind, die sprechen: „Wir glauben daran; das Ganze ist von unserem Herrn“ – und niemand beherzigt es, außer den mit Verständnis Begabten.

    (Sure 3, Vers 7)

     

     

    Inhaltsverzeichnis

     

    1. Die Problematik hinsichtlich der Steigerung ihres Wissens

    2. Die Überlieferungen über die Vermehrung ihres Wissens

     

    1. Die Problematik hinsichtlich der Vermehrung des Wissens

     

    Die Zunahme des Wissens der Unfehlbaren (a.) ist eine Thematik, welche zu den Angelegenheiten gehört, die das Wissen der Propheten (a.) und Imāme (a.) betreffen. Wie ist diese Tatsache jedoch mit den Überlieferungen zu vereinbaren, welche berichten, dass die Ahl al Bayt (a.) die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennen?

     

    Dieser Punkt erscheint auf dem ersten Blick widersprüchlich, denn derjenige, der die Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, sowie alle Geschehnisse bis zum Tage des Gerichts kennt, hat es nicht nötig, dass sich sein Wissen mehrt, da er bereits über alle Angelegenheiten Bescheid weiß. Wie ist also dieser vermeintliche Widerspruch zu erklären?

     

    Tatsache ist, dass die Überlieferungen, welche die Vermehrung und Zunahme des Wissens der Unfehlbaren beweisen, zahlreich sind, wie wir in den folgenden Kapiteln sehen werden. Ein wichtiger Punkt, der hierbei unbedingt erwähnt werden sollte ist, dass wir damit nicht ausdrücken möchten, dass sie unvollkommen waren und (durch die Zunahme des Wissens) vollkommen werden. Sie alle sind vollkommen, jedoch sprechen wir von verschiedenen Stufen der Vollkommenheit.

     

    Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Aussage, dass eine Person unwissend war und daraufhin wissend wurde, und der Aussage, dass alle Personen wissend sind, jedoch manche wissender sind als andere.

     

    Vergleichbar ist diese Situation damit, dass ein Mensch einmal ein Nachahmer (Muqalid) sein kann oder ein Experte (Mudschtahid) und wenn er die Stufe der selbstständigen Rechtsfindung (Idschtihad) erreicht hat, so gibt es auch dort verschiedene Stufen, sodass ein Gelehrter wissender sein kann als ein anderer.

     

    Dies bezeichnen wir als Zustand der Vervollkommnung und dabei darf nicht in den Sinn kommen, dass vorher ein Mangel herrschte, sodass dieser nun beseitigt wird, sondern dass alle Propheten (a.) und die Ahl al Bayt (a.) vollkommen sind, sich jedoch in den Stufen der Vollkommenheit unterscheiden.

     

    Diese Tatsache macht der heilige Qur’ān an einem schönen Beispiel deutlich. Der Prophet Mussa (a.) ist ein wahrhaftiger Prophet und zählt zu den „Ul-ul-`Azm“ Propheten, doch diese Tatsache bedeutet nicht, dass sein Wissen keiner Zunahme bedarf.

     

    قَالَ لَهُ ۥ مُوسَىٰ هَلۡ أَتَّبِعُكَ عَلَىٰٓ أَن تُعَلِّمَنِ مِمَّا عُلِّمۡتَ رُشۡدً۬ا

     

    Moses sprach zu ihm: Darf ich dir folgen, auf dass du mich belehrest über den rechten Weg, wie du ihn gelehrt worden bist?[1]

     

    Dies bedeutet nicht, dass er unwissend war, denn Mussa (a.) war wissend und ein Prophet und vollkommen, doch die Stufen des Wissens sind unendlich, da es sich hierbei um göttliches Wissen handelt. Das göttliche Wissen, sowie die göttliche Vollkommenheit, sind grenzenlos und dies ist der Grund dafür, dass auch die Stufen des Wissens und der Vollkommenheit unendlich sind.

     

    Aufgrund dessen meinen wir mit „Vervollkommnung“ die Erlangung höherer Stufen der Vollkommenheit und des Wissens, was nicht bedeutet, dass vorher Unwissenheit oder Unvollkommenheit herrschte. Der Ausdruck „Stufen der Vollkommenheit“ ist jedoch für dieses Missverständnis nicht anfällig und soll im Folgenden verwendet werden.

     

     

    [1] Der heilige Qur’ān: Sure 18, Vers 66

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/ahl-al-bayt