islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Ein verdorbener Mensch als Oberhaupt der Muslime?

    Ein verdorbener Mensch als Oberhaupt der Muslime?

    • http://www.taqrib.info/germany
    Rate this post

     

    Die Lehren von Aschura wirken dynamisch, sie setzen den Menschen in Bewegung.

     

    Das Aufbegehren des Prophetenenkels Imam Husain (a) im Muharram 61 nach der Hidschra (680n. Christus) gegen den Tyrannen Yazid ist von so tiefgehender Bedeutung, dass es bis ans Ende der Geschichte zu hohen menschlichen und inspirierenden Werten eines Freiheitsliebenden und Gottefreundes anregen wird.

     

    Abbas Mahmud Akkad (1889-1964) , ein ägyptischer Autor, hat in seinem Buch „Abu al Schuhada“ (Vater der Märtyrer) Imam Husain ibn Ali (a) geschrieben: „Nicht nur die Muslime sondern auch Nicht-Muslime haben aus diesem Ereignis (Aschura) Gerechtigkeit, Selbstopfer und Widerstand gegenüber den Unterdrückern gelernt. Von dem christlichen Botschafter, der auf jener Versammlung von Yazid protestiert bis in unsere Zeit.“

     

    Weil Imam Husain, der Fürst der Märtyrer, sich gegen die drohende offensichtliche Abweichung von der letzten Gottesreligion wehrte, wurde er getötet und wurden seine Kinder und Familienmitglieder – die Angehörigen des Propheten – als Kriegsgefangene abgeführt.

     

    Welche drohende Abweichung hat Imam Husain (a) bekämpft?

     

    Der Umayyadenherrscher Muawiya hat gegen Lebensende seine Anhänger angehalten, dass sie das Volk darauf vorbereiten müssen, seinem Sohn Yazid die Treue zu schwören. Damit verstieß er gegen den Friedensvertrag, den er mit Imam Hasan Mudschtaba (dem Bruder von Imam Husain) (a) geschlossen hatte.

     

    Muawiya machte einigen Versprechungen und anderen drohte er. Nach dem Tod von Muawiya gaben die Gouverneure in den verschiedenen Städten bekannt, dass Muawiya seinen Sohn Yazid zum Nachfolger bestimmt habe. Sie verlangten von allen, Yazid die Treue zu schwören. Es war Yazid natürlich sehr daran gelegen, dass sie auch Imam Husain (a) dem Prophetenenkel und der damals höchsten Persönlichkeit des Islam, den Treueeid abnehmen. Doch Imam Husain (a) musste zwischen Tod und Treueschwur wählen. Er entschied sich für den Weg des Martyriums. Er war nicht bereit, die Schmach eines Treueschwurs für Yazid auf sich zu nehmen.

     

    Schon bevor Yazid von Muawiya zum Herrscher über die Muslime ernannt wurde, hatte die Prophetenfamilie das Kalifat als ihre Aufgabe und nicht als die der Umayyidenherrscher betrachtet, aber dem Islam zuliebe, hatten sie keinen Aufstand verübt. Wer war dieser Yazid, dass Imam Husain (a) sich trotz seiner geringen Zahl von Getreuen und Gewissheit über seine militärische Niederlage, zum Widerstand erhob?   Warum hätte der Treueschwur Husains (a) den wahren Islam für immer entwurzelt und warum hat Imam Husain (a) den Tod statt dieses Schwurs vorgezogen?

     

    Yazid wurde im Jahre 25 nach der Hidschra (644 n. Christus) von einer der Ehefrauen des Muawiya namens Maisun geboren. Maisun war von dem Stamm Abu Kalb. Die Abu Kalb waren Christen und nur einige von ihnen waren zum Islam übergetreten. Es ist historisch nicht ganz sicher, dass Muawiya wirklich der Vater von Yazid war. Seiner Frau Maisun gefiel das Palastleben nicht und daher schickte Muawiya sie mit dem Kind zu ihrem Stamm zurück. Yazid wuchs also unter den Abu Kalb, die nicht alle Muslime geworden waren, auf und so erfuhr er keine islamische Erziehung und damit begann auch seine Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten des Islams.

     

    In seiner Jugend lernte er jedoch bei den Beduinen alle möglichen Laster. Seine Allüren und hässlichen Angewohnheiten legte er auch als Kalif der Muslime nicht ab und verhehlte sie auch nicht.

     

    Yazid lebte anders als die Kalifen vor ihm. Er legte keinen Wert auf die Einhaltung der Religionsgesetze und bestritt die göttliche Offenbarung. Der Zögling der Musain war ein vergnügungssüchtiger Kerl und Trinker und bekannt für seine Verstöße gegen Gottes Gebote. Die Regierungsangelegenheiten nahm er überhaupt nicht ernst.

     

    Der iranische Denker Schahid Morteza Motahhari schreibt in seinem Buch über das Heldenepos Imam Husains (a), dass Yazid absichtlich gegen die Gebote verstieß: „Es gefiel ihm (Yazid) die anderen und den Islam zu missachten…und … gegen die islamischen Gebote zu verstoßen… Er trank in der Öffentlichkeit Wein und wurde so betrunken, dass er nicht mehr richtig denken konnte und Unsinn redete.“

     

    Alle zuverlässigen Chronisten haben berichtet, dass Yazid mit Affen und Hunden spielte. Er hatte einen Affen, den er Aba Qais nannte und sehr liebte … Masudi (895-957 n. Chr. ) berichtet in seinem Murūdsch adh-dhahab , dass er den Affen in schöne Seidenstoffe kleidete und ihn neben sich auf einem so hohen Platz sitzen ließ, dass er alle hohen Amtsträger aus Politik und Armee überragte.

     

    So kommt es, dass Imam Husain (a) gesagt hat: „Wir müssen uns vom Islam verabschieden, wenn jemand wie Yazid der Vorsteher der Muslime ist!“

     

    Yazid hat, als sein Vater Muawiya noch herrschte, auf seiner Hadschreise in Mekka und in Medina seinen Spott mit den Gesetzen des Islams getrieben. Er hat in Nachbarschaft der Kaaba und des Prophetenhauses vor den anderen Wein zum Essen getrunken. Erst als er erfuhr, dass Ibn Abbas und Husain ibn Ali (a) sein Haus betreten wollten, befahl er, dass man den Wein wegstelle. Yazid war so an das Trinken gewöhnt, dass er auch vor fremden Gästen nicht davon abließ und es wagte vor aller Augen Wein zu trinken, obwohl der Koran dies laut Vers 90 der Sure 5 verurteilt, denn dort steht:

     

    „Der Satan will (ja) durch Wein und das Losspiel (maisir) nur Feindschaft und Haß zwischen euch aufkommen lassen und euch vom Gedenken Allahs und vom Gebetsdienst abhalten. Wollt ihr denn nicht (damit) aufhören?

     

    Der schafiitische Historiker Ibn Kathir (1300-1373) bezeichnet Yazid als jemanden, der seine Gelüste nicht beherrschen konnte, nach allen möglichen Vergnügungen suchte, und die größte Pflicht gegenüber Gott, nämlich den Gebesdienst, versäumte. Ibn Kathir nennt Yazid einen sündigen ungläubigen Kalifen, der es verdient verflucht zu werden. Adh Dhahabi ( 1274-1348) beschreibt Yazid als einen Feind der Prophetenfamilie mit einem sehr aggressiven Verhalten. Er bestätigt, dass er ein Weintrinker war, der sich vor keiner verwerflichen Tat scheute. Dieser sunnitische Historiker schreibt: „Seine Regierung begann mit der Ermordung von Imam Husain (a.) und endete mit der Zerstörung der Kaaba.“

     

    Masudi berichtet in seinem Geschichtswerk: Als Yazid an die Macht gelangte, verließ er drei Tage lang nicht das Haus und ließ den arabischen Adel und die Heeresführer zu sich kommen. Am vierten Tag bestieg er mit verstaubter Kleidung die Kanzel und sagte unter anderem: „Ich entschuldige mich nicht für meine Unwissenheit und ich werde nicht nach Wissen streben.“

     

    Die Leute von Yazid erlaubten sich natürlich selber auch immer mehr Sünden.In Angelegenheiten der Regierung war Yazid völlig unzuverlässig, unfähig und verschwenderisch. Für seine Privatvergnügen gab er Unmengen von Geld aus oder er machte nach Lust und Laune Geschenke, aber er plante überhaupt nicht hinsichtlich Finanzen und Regierungsangelegenheiten. Wegen dieser Eigenschaften und wegen dem Mord an Imam Husain (a) ist Yazid Ibn Muawiya von viele sunnitischen Gelehrten wie Ibn al-Dschauzi, Siuti, Ibn Hazm, Schukani, Scheich Mohammad Abduh und Ahmad Ibn Hanbal als Ungläubiger bezeichnet worden und sie haben es erlaubt ihn zu verfluchen.

     

    Die 4-jährige Regierungszeit von Yazid demonstriert seine Schlechtigkeit und Glaubenslosigkeit. Die Tragödie in Kerbela, bei der die Nachkommen des Propheten getötet oder gefangenen genommen wurden , ereignete sich im ersten Regierungsjahr von Yazid. Nach den Enthüllungen dieses Verbrechens durch Zainab und Imam Sadschad hat die Bevölkerung von Medina 63 nach der Hidschra (2 Jahre später) einige nach Schaam (Syrien) geschickt damit sie sich über das Vorgehen und die Art von Yazid vor Ort informieren. Nach ihrer Rückkehr berichteten sie: „Wir kommen von einem Mann zurück, der keine Religion besitzt, Wein trinkt und sich ständig dem Spiel auf seinem Instrument und dem Gesang widmet. Auf seinen Festen werben Sänger und Sängerinnen um Gunst, und Yazid spielt mit Hunden und verbringt die Nächte mit einer Handvoll Dieben und sündigen Menschen. Seid nun Zeuge, dass er ab heute für uns nicht mehr der Kalif ist.“

     

    Daraufhin beauftragte Yazid den Muslim Ibn Uqbah, die Menschen in Medina zu zähmen. Dieser gestattete seinen Heeresleuten drei Tage lang weder das Leben, noch den Besitz und die weiblichen Angehörigen der Bevölkerung in dieser Stadt zu verschonen und erklärte jegliche Übergriffe für halal (religionsrechtlich erlaubt). Die Heeresleute des Yazids schlugen die Bürger von Medina gewaltsam nieder und scheuten kein Verbrechen. Dem fürchterlichen Treiben, welches in die Geschichte als Harrah– Krieg einging, fielen 6 bis 10 Tausend Menschen zum Opfer, viele davon waren Gefährten des Propheten gewesen.

     

    Nach diesem Verbrechen hat Yazid, 64 nach der Hidschra, das selbe Heer nach Mekka geschickt um Abdullah Ibn Zubair zu vernichten. Sie umzingelten die Stadt und setzten mit einem Katapult die Kaaba, in die Abdullah Ibn Zubair geflüchtet war, in Brand und bewarfen sie mit Steinen. Als sie auf diese Weise die Kaaba zerstörten, erreichte sie plötzlich die Nachricht vom Tod des Yazids. Da brachen sie die Blockade von Mekka ab.

     

    Gemäß dem Koran (Vers 33 der Sure 33) sind die wahren Angehörigen des Prophetenhauses von allem Schmutz frei. Sie sind es die die Gläubigen in düsteren Zeiten rechtleiten. Wie hätte Husain Ibn Ali (a) , der mit den Worten des Propheten: ein Licht der Rechtleitung und ein Schiff der Rettung ist, einem sündigen frevelhaften Menschen und Tyrannen wie Yazid Ibn Muawiya die Treue schwören und ihn als Oberhaupt der Muslime bestätigen können!?

     

    Imam Husain (a) sagt am Aschura-Tag: „Gebt acht! dieses illegitime Kind (Yazid), Sohn eines illegitimes Kindes, hat mich vor die Wahl gestellt: Entweder dass ich getötet werde oder dass ich Schande akzeptiere. Wie sehr liegt es uns jedoch fern, in Schande einzuwilligen. Gott und der Prophet werden niemals wollen, dass wir die Schande akzeptieren und ebensowenig werden die Mütter die uns großzogen und die ehrhaften großen Männer und edlen Menschen dies akzeptieren! Niemals! Wir werden niemals die Befolgung der Niederträchtigen dem Tod in Ehren vorziehen!“