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    Einfluss der islamisch-iranischen Kunst auf die europäische

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    Seit langem ist die Kunst ein Weg zur Herstellung von Verbindungen zwischen den verschiedenen Kulturen der Menschheit gewesen. Aus der Sicht des Archäologie wird das, was von Hand des Menschen erschaffen wurde als Kunstwerk betrachtet. Aber früher wurde nur ein Teil der menschlichen Tätigkeiten, welche außergewöhnliche Merkmale aufwiesen „Kunst“ genannt.

     

    Es gibt einen direkten Bezug zwischen einem Kunstwerk und den Überzeugungen eines Volkes. Die Schönheit ist jedoch  bei allen Kulturen ein Prinzip und sogar heute eine elementare Bedingung für die Herstellung von Kunst. Aber die Auffassung von dem, was schön ist, kann jeweils nach Kulturen  und Ländern   variieren.  So wird die Kunst auch nach Ländern und Kulturen unterschieden und man spricht zum Beispiel von christlicher und islamischer, chinesischer und iranischer Kunst.

     

    Wenn wir von der Islamischen Kunst sprechen, denken wir automatisch, dass diese Kunst islamische Merkmale tragen und unter dem Einfluss der Religion des Islams und seiner Kultur stehen muss. Aber  viele Experten für Kunst und Ästhetik  benutzen andere Maßstäbe bei der Erklärung der Islamischen Kunst.  Innerhalb dieser Kunst unterscheidet man auch  nach dem Ort ihrer Bestehung zum Beispiel nach  islamisch-iranischer oder islamisch-arabischer. Die Künste der Muslime vermischten sich nämlich  mit den kulturellen und ethnischen Besonderheiten ihrer Heimat.

     

    Der europäische Kunstexperte Titus Burckhard  hat sich mit der Vielfalt der Kunst in den Islamischen Ländern beschäftigt. Er schreibt über die Illustrationskunst im Iran: Die iranische Illustrierkunst stammt weder aus Byzanz noch aus der arabischen  Kunst, sondern sie wurzelt in der schiitischen Mystik im Iran.  Tatsächlich hat das Wesen der  iranischen Illustrierkunst im Bündnis mit der Islamischen Lehre  eine besondere Gestalt angenommen. Diese Malerei spiegelt die Verbreitung Islamischen Denkens unter den iranischen Künstlern wieder.

     

    Die iranischen Maler haben Themen bevorzugt wie Heldenepos, Mystik, Moral und aus dem mystisch-philosophischen Gedankengut im Iran geschöpft. Deshalb sind nach Ansicht von Kunstforschern die iranischen Gemälde vom östlichen Denken geprägt und besitzen hinsichtlich der Darstellung einen eigenen Charakter. Es lässt sich sagen, dass der traditionelle iranische Maler keine rein rationale Interpretation des Daseins vornimmt und sein Bild nicht nur für den Genuss malt sondern einem immateriellen Denken anhängt.

     

    Somit wird  in seinem Werk etwas von den religiösen Lehren spürbar. In der iranischen Malerei gibt es keine Schattierungen, keine plastische Darstellung und keine Perspektive. Nahe Dinge werden unten im Bild und entfernte Dinge im oberen Teil des Bildes dargestellt. Gesichter sind  vor allen Dingen von vorne zu sehen.  Das Gemälde wird mit vielen Pflanzenmotiven und verschlungenen Linien verziert. Das ist ganz typisch für diese iranische Malerei.

     

    Blieb nun diese Kunst mit ihrer typisch östlichen, iranischen und islamischen Wesensart hinter den Grenzen von Iran ?  Die Kunstgeschichte zeigt, dass die Islamisch-iranische Kunst in verschiedenen Epochen auf die Kunst in Europa eingewirkt hat  und Gemäldemaler  die Grundlagen der Ästhetik in den darstellenden Künsten Irans für ihre Werke genutzt haben. Die Bewegung der Art Nouveau oder auch Jugendstil  Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert  hat die Künste in Europa verändernd beeinflusst. Diese Bewegung   begann mit verschlungenen  Pflanzenmotiven,  Mustern und Arabesken und nutzte östliche Kunst, insbesondere aus dem Iran, bei der Architektur, Gemälden und Graphiken.

     

    Dieser Abschnitt der Kunstgeschichte wird als Epoche der Vermischung der Künste und der Erprobung neuer Kunstmethoden verstanden und war im Grunde eine Art Gegenreaktion auf die Fortschritte in der Industrie. Die Bewegung wurde als Art Nouveau  oder auch Jugendstil bekannt und stellte sich auf der Pariser Ausstellung 1900 vor. Louis Comfort Tiffany gehört zu den Künstlern,  in dessen Werken eindeutig der Einfluss der dekorativen Gestaltung  in der islamisch-iranischen Kunst zu beobachten ist. Als Kind haben ihm Antiquitäten und Kunstwerke aus dem Osten sehr gefallen und er wollte  das Geheimnis ihrer Schönheit  entschlüsseln. Auf seinen Reisen in den Nahen Osten lernte Tiffany noch besser die  iranische und islamische Kunst kennen. Er ließ sich von den Moscheen in Spanien genauso inspirieren wie von den Kachelbemalungen und dem Ziegelsteindekor im Iran und den handgeknüpften Teppichen der Iraner . Er selber bekennt, dass er am meisten von der Glaskunst  und von den Wandgemälden im Iran bei seinem künstlerischen Schaffen beeinflusst wurde .

     

    Ein anderer europäischer Künstler,  der sich der Kunst im Iran verpflichtet fühlt, ist William Morris. Er hat sich intensiv mit der iranischen Teppichknüpfkunst, der Stoffweberei und der iranischen Keramik beschäftigt und begann sie zu lieben. Für Morris sind iranische Teppiche der beste Bodenbelag, weil wir sie ständig wie ein Gemälde vor Augen haben. Morris schreibt 1877 an seinen Freund:  „Ich habe gestern einen alten iranischen Teppich aus der Zeit des Schah Abbass (Safawidenkönig) gesehen, der mich  in Erstaunen versetzt hat. Bislang habe ich noch nie in einer anderen Kunst etwas so Wunderbares zu Gesicht bekommen.“ Morris war beeindruckt und er hat sich viele Jahre mit dem Entwurf von Teppichmustern beschäftigt. Auch wenn er versucht hat, seinen Musterentwürfen westliches Geistesgut beizugeben, sah er schließlich ein, dass ihm dies nicht gelingen kann und die Harmonie von Farbe und Mustern in den iranischen Teppichen unnachahmbar bleibt.“

    Einer der bekanntesten europäischen Gemäldekünstler der viel in Anlehnung an die iranische Kunst geschaffen hat und einen großen Teil seines Ruhmes der iranischen Kunst verdankt, ist Henri Matisse. Dieser progressive Maler des 20. Jahrhunderts aus Frankreich sah in der Malerei ein Mittel zur Enthüllung der Melodie des Lebens.  Er entdeckte  die klaren und lebendigen Farben und flüssigen Linien in der östlichen Kunst insbesondere in der Illustrierkunst im Iran  und schuf daraufhin werkvolle Werke. Matisse war der Überzeugung, dass dem Himmel und der Natur Freude abzugewinnen ist. Der Mensch solle auch aus sich selber Freude schöpfen und seine Umgebung erhellen.

     

    Aus der Sicht dieses Künstlers , sind die Vernunft, die Schlichtheit und die geistige Erleuchtung  die größten Tugenden. 1903  hatte das Museum für Dekorkünste in Paris einige iranische Illustrationen ausgestellt. Auf diese Weise schloss Matisse mit der islamisch-iranischen Kunst Bekanntschaft. Auch er beschäftigte sich mit Teppichmustern und iranischer Malerei. In einem Interview sagte er: „Meine Inspiration kam immer  vom Osten. … Die iranischen Illustrationen haben mir alle Möglichkeiten zur Darstellung meiner  Gefühle gezeigt. Diese Kunst suggeriert mit ihren Ausschmückungen ein reelle verkörperte Atmosphäre.“ Matisse wurde durch die iranische Malerei angeregt . Für ihn spielten Farben eine große Rolle. Dieser Maler hat bis an sein Lebensende sich der Kunst des Ostens und des Islams zugeneigt gefühlt.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/beitr%C3%A4ge/item/245972-einfluss-der-islamisch-iranischen-kunst-auf-die-europ%C3%A4ische