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    Erlaubnis zur Eheschließung, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani

    Erlaubnis zur Eheschließung, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani
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    396. Es ist einem muslimischen Mann gestattet, eine Christin oder Jüdin in Zeitehe zu heiraten. Der Regel von ahwat wudjuban folgend, ist es vorsorglich verpflichtend, von einer Dauerehe mit einer Nichtmuslimin Abstand zu nehmen.

    Es ist für einen muslimischen Mann haram, eine Frau zu heiraten, weder dauerhaft noch zeitlich begrenzt, die nicht Muslimin ist und auch nicht zu ahl-ul-kitab gehört. Der Regel von ahwat wudjuban folgend, muss sich ein muslimischer Mann von der Ehe mit einer zoroastrischen [von Zarathustra gestiftete altpersische Religion] Frau zurückhalten, auch wenn es nur für eine Zeitehe wäre.

     

    397. Bei der Eheschließung mit einer jungfräulichen Frau, sei es eine Muslimin oder von Ahlul Kitab, ist es erforderlich, die Zustimmung des Vaters oder Großvaters väterlicherseits einzuholen, wenn sie nicht unabhängig ist.

    Es ist jedoch vorsichtshalber verpflichtend, deren Zustimmung [des Vaters oder Großvaters] auch dann einzuholen, wenn sie selbstverantwortlich lebt.
    Die Einverständniserklärungen des Bruders, der Mutter, der Schwester oder anderer Verwandter der Frau sind nicht erforderlich.

     

    398. Die Zustimmung des Vaters oder Großvaters väterlicherseits zu einer Eheschließung mit einer Jungfrau, die selbst volljährig ist, ist nicht erforderlich, wenn die verantwortlichen Angehörigen: (a) sie davon abhalten wollen, jemanden zu heiraten, der ihr aus der Sicht der schari´ah und der ´urf entspricht, (b) sich vollständig aus ihren Heiratsangelegenheiten heraushalten, (c) nicht nach ihrer Einverständnis befragt werden können, weil sie abwesend sind. In diesen Fällen ist es ihr gestattet zu heiraten, wenn sie ein dringendes Bedürfnis nach dieser Ehe hat.

     

    399. Die Zustimmung des Vaters oder Großvaters väterlicherseits ist nicht erforderlich, wenn die Heiratende keine Jungfrau ist (d. h. ein Mädchen, das schon verheiratet war und bereits Geschlechtsverkehr, sei es vaginal oder anal, hatte). Im Falle, dass eine Frau ihre Jungfräulichkeit durch unerlaubten außerehelichen Geschlechtsverkehr oder aus anderem Grund verloren hat, gilt für sie, was für eine Jungfrau gilt.

     

    400. Heiraten ist für jede Person Pflicht, die sich sonst nicht beherrschen kann, haram zu vermeiden.

     

    401. In Ländern, in denen die Mehrheit der Bevölkerung aus Atheisten und ahl-ul-kitab besteht, d.h. aus Nichtmuslimen, ist es für den Muslim erforderlich, seine zukünftige Frau nach ihrer Religion zu befragen, um sicherzustellen, dass sie keine Atheistin ist und eine Heirat mit ihr gültig wäre. Ihre Antwort [bezüglich ihres Glaubens und ihrer Religion] ist zu akzeptieren.

     

    402. Ein muslimischer Mann, der mit einer muslimischen Frau verheiratet ist, ist nicht befugt, in seiner gleichzeitiger zweiten Ehe eine Ehefrau von ahl-ul-kitab (d.h. Jüdin oder Christin) zu heiraten, ohne hierfür die Zusage seiner muslimischen Ehefrau einzuholen.

    Der Regel von ahwat wudjuban folgend, sollte der Mann von einer solchen Heirat absehen, auch wenn sie zeitlich begrenzt ist und seine muslimische Ehefrau der Heirat zustimmt. Gleichwohl ob die muslimische Ehefrau mit ihm in der Fremde lebt oder nicht.

     

    403. Es ist nicht gestattet, mit einer Frau von ahl-ul-kitab sexuelle Beziehungen einzugehen, ohne dass ein Ehevertrag geschlossen wurde. Dies gilt auch dann, wenn sich die Regierung ihres Landes im Kriegszustand mit Muslimen befindet. (Siehe auch untenstehenden Fragen-Antworten Block)

     

    404. Der Regel von ahwat wudjuban folgend, sollte von einer Heirat mit einer Frau, die für Ehebruch berüchtigt ist, Abstand genommen werden, es sei denn, sie hat es bereut. Der Regel von ahwat wudjuban folgend, sollte auch ein Ehebrecher nicht die Frau heiraten, mit der er Ehebruch beging, es sei denn, sie hat es bereut. (Siehe auch untenstehenden Fragen-Antworten Block)

     

    405. Wenn eine Heirat unter Nichtmuslimen stattfand, wird sie unbeachtet der Religionszugehörigkeit der Ehepartner gemäß ihren Tradition und religiösen Bestimmungen als gültige Heirat betrachtet, egal ob einer oder beide Ehepartner zu ahl-ul-kitab (den Schriftvölkern) gehören oder nicht. Wenn beide Eheleute zusammen den Islam annehmen, bleiben sie aufgrund der vergangenen Heirat gültig verheiratet, d. h. es wäre hier nicht erforderlich, gemäß der Tradition unserer Religion und Denkschule die Heiratsformel von neuem auszusprechen.

     

    406. Wenn ein Vater sich von der Vormundrolle für seine jungfräuliche Tochter zurückzieht, und sie, wie im Westen mit Erreichen der Volljährigkeit üblich, als selbstständig betrachtet, ist es gestattet, sie ohne die Zustimmung und Genehmigung ihres Vaters zu heiraten.

     

    Fragen und Antworten

     

    426. Frage: Manche westlichen Regierungen erklären Töchter nach Vollendung ihres sechzehnten Lebensjahres für mündig und von ihren Eltern unabhängig. Wenn sie ihre Eltern um Rat fragen, geschieht das nur, um ihre Meinung zu erfahren oder aus Respekt zu ihnen. Ist es für ein solches Mädchen zulässig, auch wenn sie Jungfrau ist, eine Dauer- oder Zeitehe einzugehen, ohne die Zustimmung ihres Vaters einzuholen?

     

    Antwort: Liegt der Fall so, dass der Vater ihr erlaubt hat, zu heiraten, wen sie möchte und sich selbst aus allen – ihre Heirat betreffenden – Angelegenheiten heraushält, ist es ihr gestattet, dies zu tun; andernfalls ist, der Regel von al-ahwat folgend, vorsorglich nicht gestattet.

     

    427. Frage: Muss eine Frau, die im Alter von über dreißig Jahren noch Jungfrau ist, für eine Heirat um die Erlaubnis ihres Vormundes bitten?

     

    Antwort: Wenn sie nicht eigenständig ist, ist sie verpflichtet, die Zusage ihres Vormundes einzuholen. Vielmehr sollte sie, auch wenn sie bereits selbständig ist, der Regel von ahwat wudjuban folgend, seine Zusage einholen.

     

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    Quelle: http://www.al-shia.eu/familie/erlaubnis_zur_eheschliessung_s_sistani.htm

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