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    Es gibt keine Gottheit außer Ihm

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    Wir haben in den einleitenden Abhandlungen bereits den Lohn derer angesprochen, welche zu den Einheitsbekennenden gehören und sich im Wege bemühen, ihren Herrn zu erkennen. Ebenso wurde auf die Heiligkeit dieses Wortlautes (lā ilāhe illa huwa) hingewiesen.

     

    Der Gesandte Gottes Muhammad (s.) sagte: „Allah, der Glorreiche und Erhabene, sprach zu Mussa (a.): O Mussa, wenn die Himmel und ihre Erbauer und die sieben Erden auf einer Waagschale sein würden und die Worte „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ auf einer anderen, so würde die zweite Waagschale schwerer wiegen.[1]

     

    Und ebenso wurde vom Siegel der Propheten Muhammad (s.) überliefert, dass er sagte: „Wer sagt: „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ in aufrechter Weise, der betritt das Paradies und die Aufrichtigkeit liegt darin, dass die Worte „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ ihn vor dem bewahren, was Allah verboten hat.“[2]

     

    Wir haben bereits angesprochen, dass nicht das bloße Aussprechen dieser heiligen Worte diesen gewaltigen Lohn mit sich bringt, sondern die äußere Bedeutung hinter diesem Wortlaut die eigentliche Wirkung ist und den Menschen vor denjenigen Angelegenheiten bewahrt und fern hält, welche Allah, Erhaben und Gepriesen sei Er, verboten hat. Es kann also nicht möglich sein, dass derjenige, der in aufrichtiger Art und Weise „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ spricht, jedoch die Grenzen der Gebote und Verbote nicht einhält. Diese reinen Überlieferungen sprechen von der äußeren Bedeutung dieser Worte und den Unterschied zwischen dem bloßen Wortlaut und der äußeren Bedeutung haben wir im vorhergehenden Abschnitt ausreichend erläutert.

     

    Wir haben bereits erwähnt, dass die Worte „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ den Wortlaut des Einheitsbekenntnisses (التوحيد) darstellen. Das Einheitsbekenntnis Gottes ist die erste und wichtigste Wurzel der Religion und stellt die Mutter der restlichen Wurzeln dar. Wer das Einheitsbekenntnis Gottes in seiner umfangreichen Art und Weise versteht, der wird keine Probleme damit haben, die weiteren Wurzeln der Religion zu verstehen. Das Einheitsbekenntnis Gottes gehört zu den am meisten thematisierten Aspekten des heiligen Qur’an.

     

    وَمَا مِنْ إِلَهٍ~ ٍ إِلاَّ إِلَه ٌ ٌ وَاحِد ٌ

    es gibt keinen Gott als den Einen Gott[3]

    وَهُوَ الْوَاحِدُ الْقَهَّارُ

    und Er ist der Eine, der Allmächtige[4]

    وَمَا مِنْ إِلَهٍ~ ٍ إِلاَّ اللَّهُ الْوَاحِدُ الْقَهَّارُ

    es gibt keinen Gott außer Allah, dem Einigen, dem Allbezwingenden[5]

     

    Diese und viele weitere Verse machen auf die Einheit Allahs (t.) aufmerksam und solange man die Einheit Allahs nicht verstanden hat, wird es kaum möglich sein, die restlichen Glaubenslehren fehlerfrei zu begreifen. Die Erörterungen um diese gesegneten Worte des Einheitsbekenntnisses, lassen sich in zweierlei Aspekte unterteilen.

     

    1. Intention dieser reinen Worte

     

    Die erste Frage, welche wir uns bezüglich dieser reinen Worte stellen ist, welche Absicht sie verfolgen. Ist dieser Vers aus mehreren Aspekten zusammengesetzt oder will er uns nur eine Wahrheit deutlich machen? Hierbei gibt es lediglich drei Möglichkeiten, auf die uns der heilige Vers aufmerksam machen könnte.

     

    Der Beweis für die Existenz Gottes
    Das Leugnen anderer Götter
    Das Leugnen anderer Götter und der Beweis für die Existenz Gottes

     

    Welche Aussage trifft zu?[6] Kann es sein, dass uns diese reinen Worte die Existenz Gottes beweisen wollen? Nein, dieser Punkt ist nicht annehmbar, da der heilige Qur’an es nicht als nötig erachtet, die Existenz Gottes beweisen zu müssen.

    أَفِي اللَّهِ شَكّ ٌ فَاطِرِ السَّمَاوَاتِ وَالأَرْضِ

    Ist etwa ein Zweifel über Allah, den Schöpfer der Himmel und der Erde?[7]

     

    Wann wurde die Existenz Gottes denn jemals angezweifelt, sodass es eines Beweises bedarf? Wir haben in den einleitenden Abhandlungen ausführlich erläutert, dass jeder Mensch mit einer natürlichen Veranlagung geboren wird und diese Veranlagung ist das Bekenntnis, dass es keine Gottheit gibt außer Allah.

     

    فَأَقِمْ وَجْهَكَ لِلدِّينِ حَنِيفا ً  ۚ  فِطْرَةَ اللَّهِ الَّتِي فَطَرَ النَّاسَ عَلَيْهَا  ۚ  لاَ تَبْدِيلَ لِخَلْقِ اللَّهِ  ۚ  ذَلِكَ الدِّينُ الْقَيِّمُ وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لاَ يَعْلَمُونَ

    So richte dein Antlitz auf den Glauben wie ein Aufrechter – die natürliche Veranlagung ist es, worin Er die Menschheit erschaffen hat. Es gibt keine Änderung an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht[8]

    Der heilige Qur’an erachtet es nicht als nötig, die Existenz Allahs zu beweisen.

    صِبْغَةَ اللَّهِ وَمَنْ أَحْسَنُ مِنَ اللَّهِ صِبْغَة ً وَنَحْنُ لَه ُُ عَابِدُونَ

    Allahs Religion (wollen wir annehmen); und wer ist ein besserer (Lehrer) im Glauben als Allah? Ihn allein verehren wir[9]

    وَلَنْ تَجِدَ لِسُنَّةِ اللَّهِ تَبْدِيلا

    und du wirst in Allahs Brauch nie einen Wandel finden[10]

     

    Mit dem Entfallen des ersten Punktes, entfällt auch gleichzeitig der dritte Punkt und es wird uns deutlich, dass dieser reine Wortlaut lediglich auf das Leugnen anderer Götter hinweisen will. Es ist Allah, ein Gott, außer dem es keine anderen Götter gibt. Aus diesem Grund ist die erste und wichtigste Wurzel der Religion das Einheitsbekenntnis Gottes und nicht der Beweis der Existenz Gottes. Das Einheitsbekenntnis beschäftigt sich nicht mit der Existenz Gottes, sondern mit dem Leugnen anderer Götter und will beweisen, dass Allah Einer ist, der keinen Teilhaben hat und Dem niemand gleicht. Dies beschreibt auch Allamah Tabatabai ausführlich, indem er folgendes sagt.

     

    „Es wird deutlich, dass der Wortlaut „Es gibt keine Gottheit außer Allah“ die Absicht verfolgt, andere Götter außer Allah zu leugnen und nicht, andere Götter außer Allah zu leugnen und Allah zu beweisen, wie es die meisten Menschen denken.“[11]

     

    Das Einheitsbekenntnis Gottes ist eine Eigenschaft, wie viele andere Eigenschaften Gottes und im Folgenden soll nun näher auf die Einheit Gottes eingegangen werden. Was ist diese Einheit und inwiefern unterscheidet sie sich von der Einheit der Geschöpfe?

     

    2. Die zwei Arten der Einheit

     

    Die Analyse bezüglich der Einheit Gottes lässt sich in zweierlei Aspekte unterteilen.

    Die Einheit des Einheitlichen (التوحيد الأحدي)
    Die Einheit des Einen (التوحيد الواحدي)

     

    Was ist der Unterschied zwischen beiden Einheiten?

     

    Die Einheit des Einheitlichen beschäftigt sich mit der Frage, ob Allah (t.) zusammengesetzt (مركب) oder einheitlich (بسيط) ist. Wenn wir beispielsweise Wasser analysieren, so stellen wir fest, dass diese Substanz aus Sauerstoff- und Wasserstoffmolekülen besteht und damit zusammengesetzt ist. Der Mensch ist ebenso aus verschiedenen Gliedmaßen, Blut, Fleisch, Haut, Knochen und vielem mehr zusammengesetzt und ist nicht einheitlich. Wir stellen uns die Frage: Ist Allah (t.) einheitlich oder zusammengesetzt? Hier ist die Antwort klar und deutlich, dass Allah (t.) einheitlich ist und mit dem Beweis dieser Einheit beschäftigt sich die Einheit des Einheitlichen. Hierbei werden verschiedene Beweisführungen herangezogen, seien diese aus dem heiligen Qur’an, den reinen Überlieferungen oder aus der Logik.

     

    Die Einheit des Einen hingegen beschäftigt sich mit der Frage, ob die Einheit Allahs zählbar ist oder nicht, ob sie wahrhaftig ist oder nicht. Beispielsweise liegt ein Buch auf einem Tisch. Dieses Buch ist eins. Daneben liegt ein Stift. Auch dieser Stift ist eins. Zaid betritt das Zimmer und auch Zaid ist eins. Die Einheit des Einen beschäftigt sich mit der Frage nach der Art und Weise der Einheit Allahs und ob diese Einheit der Einheit der Geschöpfe ist oder eine andere Einheit. Was sind die entsprechenden Beweise für diese Einheit und was ist der Unterschied zwischen der Einheit der Geschöpfe und der Einheit des Schöpfers? Diese Analysen beantworten auch die häufig gestellte Frage nach dem Unterschied zwischen „einer“ (واحد) und „einziger“ (أحد). Der heilige Qur’an sagt an manchen Stellen, dass Allah „einer“ ist und an anderen, dass er „einzig“ ist.

     

    وَإِلَهُكُمْ إِلَه ٌ ٌ وَاحِد

    Und euer Gott ist ein Gott[12]

    قُلْ هُوَ اللَّهُ أَحَد

    Sprich: Er ist Allah, der Einzige[13]

     

    Die Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen „einer“ und „einziger“ dürfte nun klar sein. Sobald der heilige Qur’an vom „einen“ Gott spricht, so bezieht er sich auf die Einheit des Einen und wenn die Rede vom „einzigen“ Gott ist, dann ist der Bezug zur Einheit des Einheitlichen gegeben. Im Rahmen dieser Analyse soll besonders auf die Einheit des Einen eingegangen werden.

     

    [1] Schaykh al-Saduq: „al-Tawheed“, Kapitel 1, S. 17, Hadith Nummer 34

    [2] Schaykh al-Saduq: „al-Tawheed“, Kapitel 1, S. 15, Hadith Nummer 28

    [3] Der heilige Qur’an: 5:73

    [4] Der heilige Qur’an: 13:16

    [5] Der heilige Qur’an: 38:65

    [6] Dem verehrten Leser ist es hier möglich, einige Minuten über die Beantwortung dieser Frage nachzudenken.

    [7] Der heilige Qur’an: 14:10

    [8] Der heilige Qur’an: 30:30

    [9] Der heilige Qur’an: 2:138

    [10] Der heilige Qur’an: 33:62

    [11] Allamah Tabatabai: „Tafsir al-Mizan“, Band 1, S. 395

    [12] Der heilige Qur’an: 2:163

    [13] Der heilige Qur’an: 112:1

     

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    Quelle: http://www.alhaydari.de/tawheed/es-gibt-keinen-gott-ausser-ihm/207-es-gibt-keine-gottheit-ausser-ihm.html

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