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    Eyd und Eyd-e-Norus in den Überlieferungen

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    Nun ist der Frühling durch das weiß bedeckte Feld der erschlafften Erde herbeigewandert und hat den Schleier aus Schnee über ihrem Gesicht beiseite gestreift.
    Er bittet alle verschlafenen, traurigen Gemüter zu Gast. Die Zeit ist gekommen, das Fenster unserer melancholischen Herzen weit für den Frühling zu öffnen. Ihr habt wegen des Frühlingsbeginn eurer Haus von Staub befreit und jeden Schmutz aus ihm entfernt! Denkt ihr eigentlich nicht daran, auch das Haus des Herzens nicht nur vom Staub sondern von dem Rost vieler Jahre der Gleichgültigkeit zu reinigen?! Wir säubern unser Haus einmal im Jahr gründlich, obwohl wir es ohnehin sauber halten. Wieso säubern wir nicht unser Herz, welches der Sitz des Allerbarmers ist? Warum befreien wir es nicht von dem Staub? Warum vergessen wir es?

     

    Bedeutung von “Eyd” (Fest) gemäß Überlieferungen

     

    Gemäß den Überlieferungen der Reinen aus dem Hause des Propheten – gegrüßet seien sie – ist der Begriff „Eyd“ (Fest) von sehr tiefem Inhalt. In einigen der Überlieferungen wird die Verwirklichung der Herrschaft Gottes und des göttlichen Statthalters in der Gesellschaft als das bedeutendste Eyd bezeichnet. Imam Sadiq a.s. sagt: „Es war immer Sitte der Propheten, ihren Nachfolgern zu sagen, dass sie den Tag, an dem sie selber einen Nachfolger bestimmen, als Eyd feiern sollen.“ Daher ist das größte Eyd der Anhänger der Schule der Reinen aus dem Prophetenhaus – gegrüßet seien sie – der Tag, an dem die Herrschaft der Schwachgehaltenen (Mustasafan) und der Gerechtigkeit beginnt und die Vernichtung der Ungerechtigkeit Wirklichkeit wird.

     

    „Eyd“ in den Worten Amir-ul-Mumenins (Ali) – aleihe salam

     

    Der Ehrwürdige Ali aleihe salam sagt: „Ein Eyd-Tag ist ein Tag, an dem das Gott-Dienen des Menschen vom Herrn angenommen wird, dem Menschen die Vergebung Gottes zuteil wird und er frei von Sünde und Verschmutzung ist.“ In einem weiteren kostbaren Wort hat dieser Imam a.s. gesagt: „Heute ist für uns Eyd und morgen ist ebenso unser Eyd. Jeder Tag, an dem wir Gott gegenüber nicht ungehorsam waren, ist für uns Eyd.“

     

    Seit Anbeginn hat der Mensch die Rückkehr und Wiederholung einiger Naturerscheinungen beobachtet, nämlich die Wiederholung der Jahreszeiten. Als Landwirt musste er für den Ackerbau vorausplanen, musste wissen, wann er säen und wann er ernten sollte. So entstand die Einteilung nach Jahreszeiten und der Bauernkalender. Die ersten Berechnungen der Jahreszeiten fanden zweifelsohne in allen primären menschlichen Gemeinschaften mit Hilfe der Veränderung des Mondbildes, welches einfach zu beobachten war, statt. Danach wurde wegen teilweiser Nichtüberstimmung des Mondkalenders mit dem Bauernkalender aufgrund von Berechnungen ein Sonnenkalender geschaffen. Das Jahr wird bei den Iranern seit relativ langer Zeit in 4 Jahreszeiten von jeweils 3 Monaten eingeteilt. Gemäß Abu Rayhan Biruni in seinem Al Athar ul Baqiya fällt der Beginn des iranischen Jahres mit dem Zeitpunkt der Erschaffung Adams (nämlich Beginn des 7. Jahrtausends der Weltgeschichte) am Tag Hormoz des Monats Farwardin, als die Sonne den Himmeläquator überschritt und die Frühlingstagundnachtgleiche begann, zusammen.

     

    Die Entstehung von Norus (Neujahrstag)

     

    Das Norusfest wird den ersten Königen zugeordnet. Dichter und Literaten des 10. und 11. Jahrhunderts nach Christus wie Ferdowsi, Onsori, Biruni, Tabari und viele andere, deren historische und mythologische Quelle zweifelsohne die vorislamische Literatur war, datieren Norus in die Zeit der Königreiches Dschamschids.

     

    Es sollte jedoch erwähnt werden, dass das Norusfest schon vor Dschamschid gefeiert wurde. Obwohl Abu Rayhan das Norusfest Dschamschid zuschreibt, erklärt er selber: „An jenem Tag welcher ein neuer Tag war, hat Dschamschid Eyd gefeiert; auch wenn bereits davor das Noros von Bedeutung war.“

     

    Islamische Überlieferungen über Norus

     

    Es heißt, dass jemand dem Propheten zum Norustag als Geschenk eine silberne Schale brachte, die angefüllt war mit (der Süßspeise) Halwa. Der Ehrwürdige fragte, was es damit auf sich hat. Ihm wurde geantwortet: „Heute ist Norus.“ Da fragte er: „Was ist Norus?“ Sie sagten: „Es ist das große Fest der Iraner.“ Da sagte er: „Ja! An diesem Tag geschah es, dass Gott die Askarah wieder zum Leben erweckte.“ Da fragten sie: „Wer waren die Askarah?“ Er: „Die Askarah waren Tausende Menschen, die aus Angst vor dem Tod ihre Heimat verließen und in die Steppe flüchteten. Gott sprach zu ihnen: Sterbt! Da starben sie. Daraufhin hat er sie wieder zum Leben erweckt und die Wolken angewiesen, für sie Regen herhab fallen zu lassen. Und so wurde es Sitte, an diesem Tag Wasser zu versprengen.“

    Dann nahm der Prophet etwas von dem Halwa zu sich, verteilte den Rest unter seinen Gefährten und sagte: „Es wäre schön, wenn jeden Tag Norus (neuer Tag) wäre.“

     

    Es gibt noch ein Hadith von Maali Ibn Chunais. Dieser berichtet: „Am Norustag ging ich zu Imam Sadiq, er fragte mich: `Kennst du diesen Tag ?` Ich sagte: Dies ist der Tag, den die Iraner feiern und an dem sie sich gegenseitig beschenken. Da sprach der geehrte Imam Sadiq: ` Bei Gott! Die Feiern des Neuen Jahres gehen auf eine sehr alte Angelegenheit zurück und ich werde dir sagen, welche, damit du es verstehst.` Dann fuhr er fort: `Maali! Norus ist der Tag, an dem Gott Seinen Dienern das Bündnis abnahm, Ihn anzubeten und Ihm keinen Teilhaber zur Seite zu stellen, und Seinen Propheten und Wegführern zu folgen. Es ist der Tag, an dem die Sonne aufging, die Winde zu wehen begannen und die Erde aufblühte und prächtig wurde. Es ist der Tag, an dem die Arche Noahs auf dem Berg zum Stillstand kam. Es ist auch der Tag, an dem der Prophet Ali (a.s.) seine Schultern bestiegen ließ, damit er die Götzen der Qureisch von der Kaaba hinab wirft, wie Abraham es getan hat. Es ist der Tag, an dem Gott seinen Helfern sagte, sie sollten mit Ali aleihe salam als den Amir –ul Mumenin den Treueid schließen. Es ist der Tag an dem der Qa`im Ale Mohammadd (a.s.) und die Führungsbeauftragten in Erscheinung treten und es ist der Tag an dem der Qa`im über den Dadschal siegen wird und ihn in Kufeh erhängen lässt. Es gibt kein Norus, an dem wir nicht auf Erleichterung hoffen, denn Norus ist einer unserer Tage und gehört zu den Tagen der Schiiten.“

     

    Quelle: Taghrib.de