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    Faktoren für Wachstum und Vervollkommnung des Menschen aus dem Blickwinkel des edlen Qor’an (Teil 1)

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    Folgende Elemente und Faktoren erwähnt der edle Qor’an für das Wachstum und die höhere Entwicklung des Menschen:

    1 – Wissen und Nachdenken

    2 – Glaube

    3 – Rechtschaffenheit

     

    Der Mensch kann durch Wissen und Glauben und rechte Handlungsweise Wachstum erlangen und größte Nähe und ausschließliche Hinwendung zu Gott erreichen. Aus der Sicht des Islam schützen diese Faktoren den Menschen vor negativen Schritten und bringen sein positives Wesen zum Vorschein. Das heißt: Der Mensch kann mit Hilfe der Faktoren des Wachstums seine positiven Fähigkeiten aktivieren und die negativen Veranlagungen seines Wesens aufgeben. Tatsache ist, dass das Hervortreten menschlicher Fähigkeiten, das heißt die der positiven Natur entsprechenden, im Menschen schlummernden Fähigkeiten, einer Kette von Faktoren bedarf, die wir Wachstumsfaktoren nennen. Glaube und rechte Handlungsweise sind unter anderem Faktoren, die nebeneinander im Qor’an erwähnt werden. Der Mensch kann sich zu dem Zeitpunkt in Richtung Ausgangspunkt bewegen, wenn er seine Schritte zu Gott lenkt und im Lichte des Glaubens an Ihn, sich für die richtige Handlungsweise entscheidet. „Bei dem Nachmittag (bei der Zeit). Der Mensch kommt zu Schaden. Außer denen, welche glauben und das Rechte tun und sich einander zur Wahrheit und zur Geduld mahnen.“ (Sure Asr 1-3)

    Die oben erwähnte Sure sagt mit Klarheit aus, dass der Mensch zu Schaden kommt, wenn er keinen Glauben zeigt und keine guten Handlungen begeht. Hier ist mit Schaden gemeint, dass der Mensch nicht nur einige Verluste macht, sondern sein ganzes Kapital verliert. Der Mensch ist in Wahrheit dem Untergang geweiht, wenn er keinen Glauben hat und sich nicht rechtschaffen verhält, d.h. er wird das Kapital seiner Existenz verlieren. Ein Mensch, der nicht an Gott glaubt und keine guten Taten aufzuweisen hat, wird seine Fähigkeiten entweder in Vergessenheit geraten oder vom wahren Weg abweichen lassen. Daher sagt Gott, dass alle im Menschengeschlecht im Verlust sind; er sagt nicht, dass nur bestimmte Menschen Verluste machen. Denn Er möchte damit sagen: Wenn der Mensch nicht glaubt und keine guten Taten verrichtet, wird er in Schaden und Verlust untergehen. Wenn der Mensch jedoch den Glauben an Gott erbringt und rechtschaffen handelt, wird er Wachstum und Vervollkommnung finden. „…Welche an Gott und an den Tag des Jüngsten Gerichtes glauben und das Rechte tun, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn..“ (Sure Baqara 62)

     

    Wissen und Kenntnis ist auch einer der Faktoren, die zur Vervollkommnung des Menschen führen.

    „…Gott wird den Rang derjenigen von euch, die glauben und denen das Wissen gegeben ward, erhöhen…“ (Sure Modjadela 11)

    „…Sind etwa diejenigen, die wissen, denen gleich, welche nicht wissen?…“ (Sure Zumar 9)

    Auch wenn jedem dieser drei Faktoren (Wissen, Glaube und Rechtschaffenheit) Wert beigemessen wird und ein jeder dieser drei dem Menschen zu einer Stufe des Wachstums verhelfen kann, wird der Mensch aus der Sicht des Qor’an dann erst auf die hohe Stufe der Vervollkommnung gelangen und das Amt als Stellvertreter Gottes auf Erden einnehmen können, wenn alle drei Faktoren in ihm zusammen kommen.

     

    Hier wollen wir uns einem jedem dieser Faktoren zuwenden und ihre spezifischen Eigenschaften aus dem Blickwinkel des Qor’an untersuchen:

     

    1 – Wissen und Nachdenken

     

    Wissen und Kenntnis, Nachdenken und Einsicht werden zu den bildenden Faktoren des Menschen gezählt. Der edle Qor’an schätzt Wissen und Kenntnis sehr hoch ein. Was den Wert von Wissen und Kenntnis anlangt, genügen die ersten Verse, welche dem Propheten –Friede sei mit ihm und seiner Familie- geoffenbart wurden und in welchen von Wissen die Rede ist. „Lies im Namen deines Herren, der erschuf, erschuf den Menschen aus geronnenem Blut (einem Embryo). Lies, denn dein Herr ist würdevoller (als alle Würdevollen). Er ist es, der den Gebrauch der Schreibfeder lehrte)“ (Sure Alaq 1 – 4)

    Die obigen Verse sprechen von Gott und fordern den Propheten auf, im Namen seines Gottes, zu lesen: Gott, der Schöpfer, welcher den Menschen aus geronnenem Blut erschuf. Ein Gott, der dem Menschengeschlecht Wissen lehrte und den Menschen unterrichtete über das, was er nicht wusste.

    Wie man sehen kann, hat der Qor’an zu Anfang von Gott gesprochen, hernach vom Menschen und danach schließlich von Wissen und Kenntnis. Und dies zeigt den Wert des Qor’an, der in seinen ersten Versen, die in die Empfangsstätte der Offenbarung – das Herz des lieben Propheten –Friede sei mit ihm und seiner Familie- nieder gesandt wurden, von Gott, dem Menschen und dem Wissen spricht.

    Jemand, der kein Wissen und keine Kenntnis hat, kann keine göttlichen Pflichten kennen, um ihnen gegenüber korrekten Gehorsam zu erweisen. Wie soll jemand, der kein Wissen besitzt, zu seinem Lebensziel finden, um dieser Richtung Folge zu leisten. Der Qor’an selbst führt die Gründe des Abrutschens sehr vieler Frevler auf ihre Unvernunft zurück. „Und sie sprachen, wenn wir gehört oder Verstand gehabt hätten, wären wir niemals Insassen des Feuers geworden.“ (Sure Molk 10)

     

    Obige Sure zitiert die Bewohner der Hölle, welche auf die Frage der Engel wie folgt antworten: „Wenn wir im Erdenleben auf die Einladung der Propheten gehört hätten und ihnen gefolgt wären, oder wir für ihre Botschaften und Anweisungen und ihr Recht Einsicht aufgebraucht hätten, wären wir niemals Irregehende und Insassen der Hölle geworden.“

    Unreinliches und Häßliches wird von Gott mit Unverstand in Verbindung gebracht und Leute, die nicht nachdenken, weist der Qor’an als unreinlich aus.

    „…Und Unreinheiten wird er über diejenigen senden, welche unvernünftig sind.“ (Sure Yunes 100)

    Diejenigen, die ihren Verstand nicht gebrauchen und nicht nachdenken, werden vom Qor’an zu den Tieren gerechnet.

    „Die schlimmsten Tiere sind bei Gott die tauben und stummen, die unverständig sind.“ (Sure Anfal 22)

     

    Bei den Betrachtung der Verse im Zusammenhang mit Verstand und Denken, Wissen und Kenntnis, ist zu bemerken, dass oberflächliche Kenntnis hier nicht das Ziel ist, deshalb, weil vieles aus menschlicher Kenntnis und menschlichem Bewusstsein und Wissen nicht nur keinen positiven Einfluss auf das menschliche Leben hat, sondern sehr oft auch zahlreiche Schäden und Verluste für die Menschen bringt.

    Die Absicht des Qor’an bei Aufforderung des Menschen zum Studieren und Bedenken der göttlichen Verse besteht dqarin, dass der Mensch die Zielrichtung der Schöpfung begreift und versteht, dass die Welt nicht sinnlos geschaffen wurde; versteht, dass die Welt einen Schöpfer hat mit Namen „Gott“, der den Menschen ins Dasein rief und all sein Benehmen und Handeln überwacht. Der edle Qor’an legt auf solch ein Wissen großen Wert, welches der höheren Entwicklung und der Vervollkommnung des Menschen dient. Ein Wissen, das Aufbauer und nicht Zerstörer, Wegbereiter und nicht Wegelagerer ist, ein Wissen, welches dem Menschen den Emportstieg und nicht den Absturz bringt; ein Wissen, welches auf die Rolle des Menschen in der Welt hinweist, den Menschen Gott nahe bringt, auf die Verbindung des Menschen zwischen ihm und Gott und anderen hindeutet; ein Wissen, mit dessen Hilfe der Mensch erkennt, dass die Daseinswelt Gottes Zeichen ist und dank dessen er die Zielrichtung der existierenden Welt finden kann. Wenn die Menschen die existierende Welt mit ihrer Großartigkeit und ihren Wunderlichkeiten betrachten, so der Qor’an, werden sie den Glanz ihrer Wahrheit spüren können. „Siehst du denn nicht, dass Gott die Himmel und die Erde in Wahrheit geschaffen hat?…“ (Sure Ebrahim 19)

     

    Der Qor’an fordert den Menschen auf, über die innere und äußere Welt („Anfos“ und „Afaaq“) nachzudenken und seine Vernunft einzusetzen, um die Zielrichtung der existierenden Welt finden zu können, und um von hier aus seine Rückkehr zu Gott zu begreifen. „ Habt ihr denn nicht bedacht, dass die Himmel und die Erde und das, was zwischen ihnen ist, zur Wahrheit und zu einem bestimmten Termin erschaffen worden sind? Und manche glauben nicht an die Begegnung mit ihrem Herrn.“ (Sure Rum 8)

    Aus der Sicht des Qor’an nehmen Menschen, die Wissen und Kenntnis besitzen einen hohe Stellung ein und sind vortrefflicher als unwissende Menschen. „…Gott wird diejenigen von euch, die glauben und die, welche Wissen haben, um Stufen erhöhen…“ (Sure Modjadela 11)

    Nach dem Qor’an hat das Wissen aber nur dann großen Wert, wenn danach gehandelt wird. Dies bedeutet, dass der Mensch auf Grundlage seines Wissens und seiner Kennntnis wählen und rechtschaffen handeln muss. Ein Mensch, der sein Wissen erweitert, ohne sich Sorgen um die Unwissenheit anderer zu machen, hat in Wahrheit kein Wachstum erreicht. „Das Gleichnis derer, denen die Thora aufgeladen wurde und die sie hernach nicht tragen wollten, ist das Gleichnis eines Esels, der Bücher auf seinem Rücken trägt (und davon nichts versteht). Was für schlimme Leute sind das, die die Zeichen Gottes für Lüge erklären. Und Gott leitet nicht das Volk der Ungerechten.“ (Sure Djomoa‘ 5)

    Obiger Vers betont den Unterschied zwischen Mensch und Tier, der im Gebrauch des Wissens besteht. Wenn der Mensch nicht nach seinem Wissen handelt, gleicht er einem Esel, der eine Last Bücher auf seinem Rücken trägt. Und worin besteht der Unterschied zwischen einem Tier, das eine Last Bücher trägt und einem Menschen, der in seinem Gedächtnis Wissen gesammelt hat aber nicht danach handelt?

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    Quelle: http://www.taqrib.info/germany/index.php?option=com_content&view=article&id=47:faktoren-fuer-wachstum-und-vervollkommnung-des-menschen-aus-dem-blickwinkel-des-edlen-qoran&catid=64:koranische-themen&Itemid=85