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    Faktoren für Wachstum und Vervollkommnung des Menschen aus dem Blickwinkel des edlen Qor’an (Teil 2)

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    2 – Glaube

     

    Der zweite Faktor der Vervollkommnung des Menschen ist sein Glaube. Gemeint ist hier der verinnerlichte feste Glaube an Gott und seine Gebote und das Befolgen derselbigen. Der Glaube ist etwas anderes als das Wissen. Denn der Qor’an berichtet von Ungläubigen, die trotz Wissen und Kenntnis gottlos waren. Unter anderem muss Satan erwähnt werden, der Kenntnis von Gott hatte, auch an den Jüngsten Tag glaubte und wusste, dass die Propheten von Gott gesandt wurden, jedoch vom Qor’an als Ungläubiger bezeichnet wird.“… Er weigerte sich in Hochmut und ward einer der Ungläubigen“ (Sure Baqara 34) Oder Pharao und sein Hofstaat. Sie wussten von der Existenz Gottes und von der Botschaft Moses –Friede sei mit ihm- , nahmen jedoch eine feindselige Haltung gegen ihn ein. Moses –Friede sei mit ihm – sagte zu Pharao: „Du weißt doch, dass niemand anderes als Gott, der Herr des Himmels und der Erde, diese Zeichen als sichtbare Beweise herabgesandt hat…“ (Sure Issra‘ 102) Ja, Pharao wusste, dass die (Zeichen) Moses –Friede sei mit ihm- von Gott auf ihn herabgesandt waren, hatte aber deshalb keinen Glauben, weil sein Wissen von der Mission Moses –Friede sei mit ihm- nicht in sein Herz gedrungen war, so dass er sich ergeben hätte.

     

    Der Qor’an erwähnt in vielen seiner Verse Personen, die die Wahrheit kannten und wussten, welcher Weg zur Rechtleitung und welcher Weg zur Nichtigkeit führt, die trotzdem aber Irrwegen folgten. „Die, welche ungläubig sind und von Gottes Weg abhalten, und sich gegen den Propheten auflehnen, nachdem ihnen die Rechtleitung klar geworden ist, sollen wissen: niemals fügen sie Gott einen Schaden zu und ihre Werke werden bald zunichte werden.“ (Sure Mohammad 32)

    „Nachdem die Wahrheit klar geworden war, stritten sie mit dir, als würden sie mit offenen Augen in den Tod getrieben werden.“ (Sure Anfal 6)

    Der Glaube ist aus der Sicht des Qor’an vom Wissen verschieden, und es ist möglich, dass jemand Wissen besitzt aber nicht daran glaubt. Zum Beispiel weiß jemand von der Existenz Gottes und der Notwendigkeit des Propheten, glaubt aber nicht an Gott und den Propheten, bezieht Opposition und leugnet sie ab.

     

    Jemanden, der Wissen über etwas hat, bei dem dieses Wissen in die Tiefe seines Herzens eingedrungen ist und der sich verpflichtet sieht, nach seinem Wissen zu handeln oder bei dem dieses Wissen einen Einfluss in seinem Verhalten zeigt, bezeichnen wir als einen gläubigen Menschen.

    Wenn zum Beispiel jemand von Gott überzeugt ist, kann es sein, dass diese Anschauung nur in Wissen und Kenntnis besteht und er nur weiß, dass Gott existiert. Es kann aber auch sein, dass diese Überzeugung zu praktiziertem Glauben wird, d.h. sie zeigt sich in seinen Äußerungen oder ihre Wirkung kann in seinem Verhalten beobachtet werden und möglicherweise verrichtet er sogar Handlungen der Gottesanbetung und vertieft sich in das Gott-Eingedenksein.

    Mit einem Wort: Der Glaube ist das, was sich im Menschen als Einfluss klar bemerkbar macht, und je fester der Glaube ist, desto stärker tritt dies in den verschiedenen Dimensionen seines Seins hervor. Es kann sein, dass bei jemandem, der einen schwachen Glauben hat, dieser Glaube sich nur in seinen sprachlichen Äußerungen zeigt. Aber ob sich der Glaube eines Menschen auf höherer Stufe befindet, zeigt sich nicht allein in seiner verbindlichen Rede zu Gott, sondern auch in seiner rechten Handlungsweise. Demjenigen, der einen stärkeren Glauben hat, ist es möglich, immer die Anwesenheit Gottes zu spüren und er weiß Gott als Beobachter seines Tuns und wenn er den kleinsten Fehltritt begeht, schämt er sich deswegen.

    In dieser Hinsicht hat der Qor’an als zweiten Flügel der Vervollkommnung des Menschen den Glauben, der in ihm Wurzeln schlägt, genannt.

     

    Glaube kommt aus dem Herzen des Menschen.Solange das Wissen und eine Meinung nicht das Herz des Menschen beeinflussen, wird dieses Wissen zweifelsohne keine Wirkung haben. Sind etwa nicht alle diejenigen, welche alkoholische Getränke zu sich nehmen über die Schädlichkeit und die Nachteile des Alkohols informiert? Doch warum hören so viele trotz des Wissens um diese Schädlichkeit und Nachteile nicht mit ihrer Trinkerei auf? Die Frage ist leicht zu beantworten: Diese Personen haben keinen Glauben. Ihr Wissen um die Schäden des Alkohols ist nicht in ihr Herz gedrungen. Oder wissen alle die, welche Morde und Verbrechen begehen und Kolonisierung und Ausbeutung betreiben, nichts über die Schlechtigkeit ihrer Taten? Wissen sie nicht, dass mit dem Leben der Menschen nicht gespielt werden darf? Wissen sie nicht, dass es nicht richtig ist, unschuldige Menschen in Not und Elend zu stürzen? Doch warum fügen solche Leute tagtäglich zu ihren unmenschlichen Taten neue hinzu? Die Antwort ist einfach: weil sie keinen Glauben haben; weil das Wissen um ihre schlechten Taten aus bestimmten Gründen und Ursachen nicht in ihr Herz gedrungen ist.

    Der Qor’an will den Menschen so bilden, dass er erstens zu richtiger Kenntnis und richtigem Wissen gelangt, und dass sich zweitens sein Wissen in seinem Herzen festigt, damit er aus seinem Innern heraus zu positiver Handlungsweise angehalten wird. Der Qor’an will nicht nur mit Wissen speichernden Gehirnen zu tun haben und den Menschen nur über eine Serie von Anweisungen informieren, sondern möchte auch die Herzen verändern, Wissen und Kenntnis in Herz und Seele des Menschen eindringen lassen und ihm helfen, durch einen inneren Antrieb und eine innere Kraft zur richtigen Wahl und Handlungsweise gelenkt zu werden. Der Qor’an will in den Herzen Triebkraft schaffen, damit der Mensch durch ihren Nutzen Hindernisse aus dem Weg räumen kann und seine Route, deren Ziel Gott ist, fortsetzt. Ja, was das Wissen angeht, so hat es mit der Vernunft und dem Denken des Menschen zu tun und was den Glauben anbelangt, mit seinem Herzen. Und wer kann wahrlich die Rolle des Herzens bei der Vervollkommnung des Menschen außer Acht lassen und den meisten Wert bei dem Aufsteigen der Seele des Menschen zu den höchsten Gipfeln der Vervollkommnung nicht dem Verstand beimessen?

     

    Wurden alle Fortschritte, die die Menschheit im Laufe der Geschichte machte, mit Vernunft errungen und hat der Glaube dabei keine Rolle gespielt? Konnte der Mensch mit Hilfe seines Verstandes alle Unebenheiten aus dem Weg räumen oder spielten auch Liebe und Freigebigkeit dabei eine große Rolle? Können alle Aufopferungen mit Vernunft erklärt werden, oder ist es nicht so, dass diese meistens nur durch Liebe und Glauben zu begründen sind?

    Welcher Glaube?

    Wir sagten, dass der Glaube in die Seele und das Herz des Menschen eindringt und ihn in Bewegung versetzen kann. Jetzt stellt sich die Frage, welcher Glaube angenommen werden soll.

    Kann jede Art von Glauben angenommen werden oder nicht?

    Aus dem Blickwinkel des Qor’an ist nur der Glaube an Gott und an Seine Gebote annehmbar, und alles andere außer diesem gehört zur Gottlosigkeit und ist inakzeptabel. Der edle Qor’an ordnet dem Glauben zwei Eigenschaften zu. Zum einen die, dass der Glaube in Verbindung mit dem Herzen steht, anders ausgedrückt, dass er eine Art Liebe ist, keine rationalistische Empfindung , und zum anderen dass es sich um eine naturgemäß bedingte Angelegenheit handelt. Dies bedeutet, dass jeder Mensch natürlicherweise Glauben und Gottesfürchtigkeit liebt und Unglaube und Sünde verachtet. „…Nun hat Gott euch den Glauben lieb (und wert) gemacht und ihn in euren Herzen geziert und euch den Unglauben und die Sündhaftigkeit verabscheuungswürdig gemacht…“ (Sure Hodjrát 6)

    Der Glaube an Gott, den Ursprung des Seins und die absolute Vollkommenheit, kann sich so sehr im Menschen verankern, dass er mit keiner anderen Kraft zu vergleichen ist. Der Glaube an den Einen Gott, welcher der Schöpfer der Himmel und der Erde ist, dem nichts verborgen bleibt und den die Taten des Menschen erreichen, seien sie im Vergleich gesehen auch nur so groß wie ein Stäubchen oder ein Senfkorn, kann dem Menschen von innen heraus zu seinen Wünschen und Ideen verhelfen.

    Gottesglaube gibt dem Menschen Antrieb, anstatt Schwäche und Protest zu zeigen und manchmal über das Leben verärgert zu sein, die Strapazen und Probleme des Lebens als Mittel für seine Vervollkommnung und höhere Entwicklung anzusehen. Wenn der gläubige Mensch eine höhere Stufe des Glaubens erreicht, wird er nicht an den Schwierigkeiten des Lebens verzweifeln, hoffnungslos und von Unruhe und Sorge angesteckt werden, sondern Ruhe und auch eine bestimmte innere Freude finden.

    Die innere Freude und Ausgeglichenheit, die durch die Verbindung des Menschen mit Gott entsteht, ist mit nichts vergleichbar. Diese geistige Stimmung und der geistige Genuss, der aus der Verbindung mit Gott und dem Glauben an Ihn im Menschen entsteht, ist nicht zu beschreiben. Allein diejenigen, die sich auf diesem Weg befinden, sind in der Lage dies nachzuempfinden. Der Glaube an Gott verursacht, dass der Mensch aus dunklen Tälern des Unglaubens und der Abwegigkeit auf die Seite des Lichts gezogen wird. „Gott ist der Beistand derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus den Finsternissen hinaus zum Licht…“ (Sure Baqara 257).

     

    Derjenige, der gläubig ist, hat Gott als seinen Freund und Fürsorger gewählt, aber der, welcher nicht an Gott glaubt, hat sich notgedrungen für das Götzentum mit seinen Dienern entschieden. Weil der Weg des Glaubens ein einheitlicher Weg ist, bezeichnet Gott ihn als Licht, da aber der Unglaube verschiedenartige Richtungen und Wege geht, wird er vom Qor’an als Finsternisse gedeutet. Der Glaube an Gott bewirkt, dass der Mensch auf seinem Weg zum höheren Lebensziel sich vor nichts und niemandem fürchtet und Kummer und Gram sein Leben nicht trüben; dass ihn keine Furcht überkommt und vorübergehender Kummer die wichtigen Augenblicke seines Lebens nicht vernichtet:

    „Wer da glaubt und sich bessert: keine Furcht kommt über sie und nicht sollen sie trauern.“ (Sure (An’aam 48).

     

    Der Glaube bewirkt, dass im Herzen des Menschen Liebe entsteht, dass der Mensch Liebe zu sich selber fühlt, eine tiefe Neigung zum Mitmenschen empfindet, die Welt aus dem Blickwinkel der Liebe betrachtet; die ganze Welt überfüllt mit Liebe sieht. Was ist das für eine Liebe? Es ist eine Liebe, die alle Menschen zum Licht führen will, eine Liebe, die alle Menschen vom Unglauben zum Glauben leiten möchte, eine Liebe, die möchte, dass alle Menschenwesen sich zum Endziel ihres Lebens hin bewegen, eine Liebe, die hilft, dass sich Bekannte und Fremde die Hände reichend, gleich wie in einer Karawane, sich zu ihrem wahren Schöpfer und Lehrer bewegen. „Diejenigen, die da glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe erweisen.“ (Sure Maryam 96).

    Im Laufe der Geschichte des Menschendaseins wurde viel über Liebe und Zuneigung gesprochen. Aber keiner der Herolde konnte erklären was Liebe eigentlich ist. Liebe zu wem? Für was? Für welches Ziel und zu welcher Absicht?

    Allein durch Akzeptanz der Existenz Gottes und den Glauben an Gott lässt sich die Liebe richtig deuten. Denn in diesem Fall werden Ziel und Aufgabe der Liebe, welche die wichtigsten Fragen darstellen, vollkommen deutlich. Hier geht es um die Liebe, sich Gott zu nähern. Sie richtet sich auf Gott und ihr Antrieb ist der Glaube an Ihn. Es geht nicht um Liebe für das eigene Selbst, dazu noch ein Selbst, welches in der das Schlechte befehlenden Seele (Nafs Amareh) und der Begierde ihre Wurzeln hat. Hier allein muss der Mensch zuerst sich selbst zu lieben wissen, damit er anderen gegenüber Liebe erweisen kann. Deshalb bewirkt der Gottesglaube, dass der Handelnde mit seinem Tun geformt wird, damit er Aufstieg und Vervollkommnung erreicht, und nicht abrutscht und auf das Unterste der Hölle herabgezogen wird. Ein handelnder Mensch, der seine Entscheidung für Gott und seine Zufriedenheit trifft, schafft in seinem Innern Bewegung und vernichtet durch sein Handeln seelische Niederträchtigkeit und innere Verderbnis.

     

    Jemand, der Gott zum Ziel hat, stützt sich für die Beständigkeit seiner Handlung auf die grenzenlose Kraft mit Namen „Gott“ und vertraut allein auf Ihn, und wenn er sich auf seinem Wege zur Erreichung seines Ziels auch noch so großen Schwierigkeiten gegenübersieht ,weiß er die oberste Kraft aller Kräfte als seinen Helfer und wird niemals scheitern. Wenn ihm einmal angenommen Missgeschick widerfahren sollte, so wird er, weil er seine Schritte zu Gott lenkt und eine Strecke in Seine Richtung zurückgelegt hat, abermals Sieger sein. Daher sagt der Qor’an: „Wer sich von meiner Ermahnung abkehrt, dessen Lebensunterhalt sei kümmerlich, und erwecken wollen wir ihn am Tage der Auferstehung blind.“ (Sure Taha 124).

    Ja, die Handlungsweise dessen, der nicht an Gott glaubt ist mit Polytheismus und Heuchelei vermischt. Ein solcher Mensch ist immer in Sorge, dass sein Bemühen nicht beachtet wird und sich etwas ereignet, was ihn aus ihrer Bahn wirft.

     

    Quelle: http://www.taqrib.info/germany/index.php?option=com_content&view=article&id=47:faktoren-fuer-wachstum-und-vervollkommnung-des-menschen-aus-dem-blickwinkel-des-edlen-qoran&catid=64:koranische-themen&Itemid=85

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