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    Fatima im heiligen Quran (Teil 2): Die drei Stufen des Wohlgefallens

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    2- Die drei Stufen des Wohlgefallens

     

    Der heilige Qur’an unterscheidet verschiedene Stufen bezüglich des Wohlgefallens. Die erste Stufe ist, dass der Diener zufrieden mit den Anordnungen seines Herrn ist. Er nimmt die Begebenheiten und Schicksalsschläge an, welche ihm wiederfahren und ist stets mit dem Befehl und dem Willen seines Herrn zufrieden. Dies lesen wir im heiligen Qur’an:

     

    فَلاَ وَرَبِّكَ لاَ يُؤْمِنُونَ حَتَّى يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيْنَهُمْ ثُمَّ لاَ يَجِدُوا فِي أَنفُسِهِمْ حَرَجا ً مِمَّا قَضَيْتَ وَيُسَلِّمُوا تَسْلِيما

     

    Aber nein, bei deinem Herrn, sie sind nicht eher Gläubige, als bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen kein Bedenken finden gegen deinen Entscheid, und sich in Ergebung fügen[1]
    Wenn der Mensch den Glauben anstrebt, so muss er nicht nur das annehmen, womit der Gesandte Gottes (s.) kam, sondern auch kein Nachteil oder Fehler darin sehen und sich dieser Botschaft völlig ergeben. Wenn der heilige Qur’an über seinen Gesandten Ibrahim (a.) berichtet, so lesen wir:

     

    فَلَمَّا بَلَغَ مَعَهُ السَّعْيَ قَالَ يَابُنَيَّ إِنِّي أَرَى فِي الْمَنَامِ أَنِّي أَذْبَحُكَ فَانظُرْ مَاذَا تَرَى قَالَ  ۚ  يَا أَبَتِ افْعَلْ مَا تُؤْمَرُ سَتَجِدُنِي  ۖ  إِنْ شَاءَ اللَّهُ مِنَ الصَّابِرِينَ
    فَلَمَّا أَسْلَمَا وَتَلَّه ُُ لِلْجَبِينِ

     

    Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sprach (Abraham): «O mein lieber Sohn, ich habe im Traum gesehen, dass ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?» Er antwortete: «O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.»
    Als sie sich beide (Gott) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn gegen den Boden hingelegt hatte[2]
    „Aslama“ bedeutet in diesem Fall, dass sie sich dem Befehl ihres Herrn ergeben haben. Wir sehen, dass die erste Stufe des Wohlgefallens somit die völlige Zufriedenheit des Dieners gegenüber seinem Herrn ist.
    Die zweite Stufe des Wohlgefallens ist, dass Allah (t.) zufrieden mit seinem Diener ist. Es ist durchaus möglich, dass der Diener mit seinem Herrn zufrieden ist, dieser jedoch mit seinem Diener unzufrieden ist. Was ist der Weg, um die Zufriedenheit Gottes zu erlangen? Der heilige Qur’an antwortet uns auf diese Frage wie folgt:

     

    قُلْ إِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللَّهَ فَاتَّبِعُونِي يُحْبِبْكُمُ اللَّهُ

     

    Sprich: «Liebt ihr Allah, so folget mir; (dann) wird Allah euch lieben[3]

     

    Der Weg, um die Zufriedenheit Gottes zu erlangen, ist das Befolgen seines Gesandten und die völlige Ergebenheit zu allem, womit er gekommen ist.
    Zusammenfassend lässt sich nun sagen, dass die erste Stufe die ist, dass der Diener zufrieden mit seinem Herrn ist. Die zweite Stufe ist die Zufriedenheit des Herrn mit seinem Diener. Wir lesen im Qur’an viele Verse, worin es heißt:

     

    رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمْ وَرَضُوا عَنْهُ  ۚ  ذَلِكَ الْفَوْزُ الْعَظِيمُ

     

    Allah hat an ihnen Wohlgefallen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm; das ist die große Glückseligkeit[4]

     

    Es reicht somit nicht aus, dass der Diener mit seinem Herrn zufrieden ist, nein, dieser muss auch mit Seinem Diener zufrieden sein, denn dies ist der wahrhaftige Sieg. Es ist somit einleuchtend, dass die zweite Stufe höher als die erste ist. Was ist jedoch die dritte Stufe, welche höher als die Zufriedenheit Gottes über Seinen Diener ist?

     

    Die dritte Stufe des Wohlgefallens ist, dass Allah (t.) Seine Zufriedenheit mit der Zufriedenheit Seines Dieners verschmelzen lässt. Es ist nicht so, dass der Diener seine Zufriedenheit zu der Zufriedenheit Gottes macht, sondern das Allah (t.) Seine Zufriedenheit zu der Zufriedenheit Seines Dieners macht.

     

    Dies ist die höchste Stufe des Wohlgefallens und sie wurde niemandem, außer dem Siegel der Propheten Muhammad (s.) gegeben. Doch was bedeutet es, dass Allah Seine Zufriedenheit zu der Zufriedenheit Seines Dieners macht? Hierzu sagt Allah (t.) im heiligen Qur’an selbst:

     

    وَلَسَوْفَ يُعْطِيكَ رَبُّكَ فَتَرْضَى

     

    Und fürwahr, dein Herr wird dir geben und du wirst wohlzufrieden sein[5]

     

    Es ist nicht nur so, dass Allah (t.) mit Seinem Gesandten (s.) zufrieden ist, sondern dass Allah (t.) Seinen Gesandten zufrieden stellen will. Dies ist wahrlich ein hoher Rang. Der Herr ist zufrieden mit Seinem Diener und will nun Seinem Diener etwas geben, damit dieser auch zufrieden ist. Was ist dies für eine hohe Stellung, welche dem Siegel der Propheten gegeben wurde? Im Normalfall arbeitet der Diener, damit sein Herr mit ihm zufrieden ist, doch im Fall des Gesandten Gottes ist Allah (t.) mit ihm zufrieden und will Seinen Gesandten nun zufrieden stellen. Wie hat der Gesandte diese Stellung bekommen?
    Der heilige Qur’an antwortet uns auf diese Frage:

     

    وَمِنَ اللَّيْلِ فَتَهَجَّدْ بِه ِِ نَافِلَة ً لَكَ عَسَى أَنْ يَبْعَثَكَ رَبُّكَ مَقَاما ً مَحْمُودا

     

    Und wache auf dazu in der Nacht – ein weiteres für dich. Mag sein, dass dich dein Herr zu einem löblichen Rang erhebt[6]
    Die Gelehrten der verschiedenen Rechtsschulen sind sich darüber einig, dass diese Stellung diejenige ist, welche im bereits erwähnten Vers übereinstimmt:

    Und fürwahr, dein Herr wird dir geben und du wirst wohlzufrieden sein
    Der heilige Qur’an macht uns somit drei verschiedene Stufen des Wohlgefallens deutlich:
    1.Die Zufriedenheit des Dieners gegenüber seinem Herrn
    2.Die Zufriedenheit des Herrn gegenüber seinem Diener
    3.Der Herr macht Seine Zufriedenheit zu der Zufriedenheit des Dieners
    Es ist einleuchtend, dass diejenige Person, welche die dritte Stufe des Wohlgefallens erreicht, nach einem göttlichen Vorbild lebt, denn es kann nicht sein, dass jemand diese Stellung erreicht und sein Herz Spuren der Unreinheit aufweist. Wie kann Allah (t.) Seine Zufriedenheit zu der Zufriedenheit Seines Dieners machen, wenn dieser kein reines Herz hat?
    Es ist somit eine Voraussetzung, dass diejenige Person eine vollkommene Reinheit aufweisen muss. Dies wird uns auch durch viele Überlieferungen bestätigt:

     

    „Mein Diener beharrt darauf meine Nähe durch Zusatzdienste zu suchen, bis ich ihn liebe und wenn ich ihn liebe, so werde ich sein Ohr mit dem er hört und sein Auge mit dem er sieht.“
    Kann sich also solch ein Ohr oder solch ein Auge dem Willen Gottes widersetzen? Anders ausgedrückt: Kann jemand, der nach einem göttlichen Vorbild lebt, ein Auge oder ein Ohr besitzen, welches sündigt? Es ist logisch, dass dies ausgeschlossen ist, denn sonst, hätte dieser Diener solch eine Stellung niemals erlangt. Was wurde nun dem Gesandten Gottes (s.) gegeben, damit er zufrieden ist? Was war das Ergebnis dieser hervorragenden Stellung, welche niemand anderem außer dem Siegel der Propheten gegeben wurde?

     

     

    ________________________________________
    [1] Sure: An-Nisā‘, Vers 65
    [2] Sure: Aş-Şāffāt, Vers 102-103
    [3] Sure: ‚Āli `Imrān, Vers 31
    [4] Sure: Al-Mā’idah, Vers 119
    [5] Sure: Ađ-Đuĥaá, Vers 5
    [6] Sure: Al-‚Isrā‘, Vers 79