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    Fatima im heiligen Quran (Teil 7): Die zwei Meere

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     7. Die zwei Meere

     

    Eine andere Überlieferung bestätigt uns dies:

     

    [1] Ich hörte Aba-Abdillah al-Sadiq (a.) den Qur’anvers sagen:

     

    Er hat den beiden Gewässern, die einander begegnen, freien Lauf gelassen. (19) Zwischen ihnen steht eine Scheidewand, so dass sie nicht ineinander übergreifen.[2]

     

    Dieser Vers beinhaltet eine offensichtliche und eine verborgene Interpretation. Mit der offensichtlichen Bedeutung versteht man zwei Meere, welche nicht ineinander überlaufen, so wie es wissenschaftlich bewiesen wurde, dass beispielsweise Salz- und Süßwassermeere nicht ineinander überlaufen. Jedoch beinhaltet dieser Vers auch eine verborgene Bedeutung und diese ist uns nur durch die Ahl al Bayt (a.) zugänglich. Fragen wir die Ahl al Bayt (a.), was damit gemeint ist, denn sie sind das kleinere Gewicht der beiden Gewichte.[3] Die Ahl al Bayt (a.) ist mit dem Qur’an und der Qur’an ist mit der Ahl al Bayt (a.). Alles Wissen des heiligen Qur’an, und damit ist die offensichtliche und die verborgene Bedeutung, sowie die eindeutigen und mehrdeutigen Verse und seine Interpretation und Auslegung – all jenes Wissen besitzt die Ahl al Bayt (a.) und an ihrer Spitze der Gesandte Gottes (s.). Wir fragen die Ahl al Bayt (a.) nun nach diesem Vers.

     

    Er hat den beiden Gewässern, die einander begegnen, freien Lauf gelassen. (19) Zwischen ihnen steht eine Scheidewand, so dass sie nicht ineinander übergreifen.

     

    Imam al-Sadiq (a.) sagte: „Ali und Fatima sind zwei tiefe Meere, welche sich nicht gegenseitig überschneiden.“

    Perlen kommen aus beiden hervor und Korallen (22)

    Er sagte: „Dies sind Hassan und Hussein.“

     

     

    Eine andere Überlieferung ist noch deutlicher:

     

    Ibn Abbas berichtet, dass der Gesandte Gottes (s.) seiner Tochter Fatima (a.) sagte:

     

    „O Fatima, gebe dich mit deinem Ehemann zufrieden, denn wahrlich, er ist ein Herr im Dies- und im Jenseits.“ Da offenbarte Allah (t.) folgenden Vers: „Er hat den beiden Gewässern, die einander begegnen, freien Lauf gelassen.“ Der Gesandte Gottes (s.) berichtete daraufhin, dass Allah, der Erhabene ihm sagte: „Ich entsandte die zwei Meere, Ali Ibn Abi Talib (a.) ist das Meer des Wissens und Fatima ist das Meer des Prophetentum.“

     

    Darauf haben wir hingewiesen, nämlich, dass das Prophetentum auf Fatima (a.) überging und sie die Erbin hierfür ist.

     

    „Fatima ist ein Bestandteil von mir, Fatima ist die Seele in mir, wer sie verletzt, der verletzt mich.“

     

    Nun mag man solche Aussagen des Gesandten damit begründen, dass sie seine Tochter ist und er aufgrund väterlicher Gefühle solche Aussagen tätigte. Dies ist jedoch eine falsche Annahme, denn der heilige Qur’an selbst besagt, dass all jenes, was aus dem Mund des Gesandten (s.) kommt, nichts als eine Offenbarung ist:

     

     

    وَمَا يَنْطِقُ عَنِ الْهَوَى

    إِنْ هُوَ إِلاَّ وَحْي ٌ يُوحَى

     

     

    noch spricht er aus Begierde. (3) Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird [4]

     

    So verstehen wir auch viele andere Aussagen des Gesandten, worin er sagte: „Wer Fatima verletzt, verletzt mich und wer sie liebt, der liebt mich.“

     

     

    Wir haben durch die Überlieferung erfahren, dass Ali Ibn Abi Talib (a.) das Meer des Wissens ist und Fatima az-Zahraa (a.) das Meer des Prophetentum.

     

     

    Doch was bedeutet: „die einander begegnen“ (19)? Allah, der Erhabene, hat beide verheiratet, damit aus ihnen Hassan und Hussein hervorgehen, welche im heiligen Qur’an als „Perlen und Korralen“ bezeichnet werden.

     

    Diese Perlen und Korallen, die hiervon heraustreten, also diese reine und unberührte Nachkommenschaft – sie sind die Führer und die Befehlshaber der Muslime nach dem Ableben des Gesandten (s.). Sie tragen das Meer des Prophetentum und Imama und dies konnte nur durch Fatima (a.) vererbt werden.

     

    Jetzt erkennen wir die Aussage der Bittgebete des Besuches[5] der Ahl al Bayt (a.), insbesondere Imam Husseins (s.), worin es heißt:

    „Der Friede sei mit dir, O Erbe Adams. Der Friede sei mit dir, O Erbe Noahs, der Prophet Gottes. Der Friede sei mit dir, O Erbe Ibrahims, der Freund Gottes. Der Friede sei mit dir, O Erbe Mussa, „Kalim-illah“[6]. Der Friede sei mit dir, O Erbe Issa, die Seele Gottes, der Friede sei mit dir, O Erbe Muhammads, der Liebling Gottes.“

     

    Wie konnte Imam Hussein (a.) der Erbe all jener Propheten werden? Wir wissen nun, dass es durch diesen Punkt geschah, worin das Prophetentum in das Imama überging und dieser Punkt ist Fatima al-Batul (a.). Deshalb darf niemals jemandem vorgeworfen werden, man würde zu viel von Fatima (a.) sprechen, denn wenn wir von Fatima (a.) sprechen, so ist die Rede nicht von einer gewöhnlichen Frau, sondern von einer edlen Person, welche solch eine wichtige Position und Rolle im Islam spielt.

     

    Natürlich hat sie die Botschaft verteidigt, sie war die Tochter des Gesandten Gottes (s.) und die Ehefrau des Ali Ibn Abi Talib (a.), doch die Angelegenheit ist viel intensiver als nur jene Aspekte. Immer, wenn Fatima (a.) das Zimmer betrat, worin der Gesandte Gottes (s.) saß, so stand er auf und küsste ihre Hände und setzte sie auf seinem Platz. Dies kommt nicht (nur) von der väterlichen Liebe zu ihr, sondern dahinter stecken höhere Wahrheiten. Natürlich liebte er seine Tochter, doch er hat diese Taten ihr gegenüber nicht aus väterlicher Liebe getan, sondern um den Menschen zu zeigen, welchen Rang und welche Stellung Fatima (a.) im Islam spielt. Sie ist keine gewöhnliche Frau, sie ist das Zentrum der Ahl al Bayt (a.).

     

    So verstehen wir auch die Aussage des Gesandten Gottes (s.), welcher zu Ali (a.) sagte:

     

    „In Kürze werden deine zwei Säulen einstürzen.“ Als der Gesandte Gottes (s.) verstarb, sagte Ali (a.): „Bei Allah, dies ist die erste Säule“ und als Fatima (a.) ihrem Vater folgte, sagte er: „Wahrlich, dies ist die zweite Säule.“ Diese Aussage darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wer ist Ali Ibn Abi Talib (a.), dass er diese Aussagen tätigt? Ali ist derjenige, welcher sagte:

     

    „Bei Allah, wenn sich die Araber und Nicht-Araber um mich versammeln würden (um mich von etwas abzuhalten), würde ich nicht davon laufen.“

     

    Dieser Mann mit dieser Stärke und diesem Mut – sobald er jedoch zu Fatima (a.) kommt, so sagt er, dass eine Säule von ihm zerstört wird, er verendet, er findet keine Kraft und keinen Ausgleich für diesen Verlust. Natürlich war Fatima (a.) eine liebevolle und fürsorgliche Ehefrau, doch dies meint der Fürst der Gläubigen nicht, denn in ihr finden wir größere Wahrheiten und detailliertere Angelegenheiten, deren Fehlen das Ende von Ali Ibn Abi Talib (a.) bedeuten. Wir sehen, dass die Führer der Ahl al Bayt (a.) stets an ihre Großmutter Fatima (a.) erinnerten und uns das Wiederbeleben ihrer Angelegenheiten anordneten, das Weinen um sie, das Trauern um sie. Es ist kein emotionaler Grund, nicht weil Fatima (a.) unterdrückt wurde, natürlich, all jenes passierte, doch die Angelegenheit um Fatima ist weitaus größer, wie wir erläutert haben. Wenn wir die Überlieferungen der Ahl al Bayt (a.) betrachten, so sehen wir, dass stets ein großer Verweis auf Fatima (a.) und Hussein (a.) stattfand. Wenn wir eine Analyse um Imam Hussein (a.) führen würden, so hätten wir erkannt, wieso er (a.) der Zweite ist, auf den die Imame so oft verwiesen haben.

     

     

    Es war nicht nur eine Revolution von 72 Männern, nicht nur ein gesellschaftlicher und politischer Aufstand des Enkels des Gesandten Gottes, nein, die Angelegenheit ist viel intensiver und weitreichender als wir denken. Deshalb bestätigen Überlieferungen, dass es keinen Propheten gab, außer dass er um Imam Hussein (a.) weinte. Es gab keinen Propheten, welcher nicht um Hussein trauerte und um ihn wehklagte. Es muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass es sich um keine emotionale Angelegenheit handelt, denn man könnte sich fragen, wieso ein Prophet 5000 Jahre vor der Ermordung Imam Husseins (a.) um ihn weinte. Dies soll die Wichtigkeit und die Wahrheit bestätigen, welche dem Enkel des Gesandten Gottes (s.) wiederfahren ist und welche Rolle er (a.) im Islam spielte.

     

     

    ________________________________________

    [1] Bihar al-Anwar, Band 24, S. 98

    [2] Sure: Ar-Raĥmān, Vers 19

    [3] Siehe Hadith al-Thaqalayn

    [4] Sure: An-Najm, Vers 3-4

    [5] Ziyara

    [6] Der von Allah gesprochene