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    Fatima im heiligen Quran (Teil 9): Die Hinterbliebene

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    9- Die Hinterbliebene

     

    Doch nun möchten wir schauen, wie die Muslime mit Fatima (a.) umgingen, als der Gesandte (s.) verstarb – wie haben sie diese Hinterbliebene behandelt? Wäre Fatima (a.) eine unbekannte Frau gewesen, welche niemand gekannt hat und dessen Rang keine besondere Rolle im Islam darstellte, so hätte man das Volk entschuldigen können. Doch sie kannten Fatima und wussten um sie Bescheid. Wir lesen dazu einige Überlieferungen, worin sie diejenigen befragte, ob sie um ihr Recht und ihren Rang Bescheid wussten und sie bestätigten dies und kannten den Ausspruch des Propheten, dass derjenige, der sie verletzt auch ihn verletzt. Wenn die Menschen dies nicht gewusst hätten, so hätte man sie aufgrund ihrer Unwissenheit entschuldigen können, doch wie wir sehen werden, war dies nicht der Fall.

     

    Nach der Angelegenheit von „Fadak“ wird berichtet, dass Fatima (a.) traurig und verletzt nach Hause ging und so wurde sie krank. Ali (a.) verrichtete die Pflichtgebete in der Moschee, als der Erste und der Zweite[1] zu ihm kamen und fragten: „Wie geht es der Tochter des Gesandten Gottes?“

     

    Bis sie dann fragten: „Es war etwas zwischen uns und ihr, wie du weißt. Erlaube uns, sie (a.) zu besuchen, um uns wegen unserer Sünde bei ihr zu entschuldigen.“

     

    Imam Ali (a.) kehrte mit den Beiden nach Hause zurück. Sie saßen bei der Tür und Ali (a.) ging hinein und fragte Fatima (a): „O du freiheitlich gesinnte, edle Frau! Der Erste und der Zweite möchten dich besuchen. Erlaubst du es ihnen?“

     

    Fatima (a.) antwortete: „Die freiheitlich gesinnte Frau ist deine Ehefrau und das Haus ist deins. Handle so, wie du es für richtig hältst.“

     

    Er (a.) sagte: „Festige deinen Schleier!“ Sie legte ihren Schleier richtig und wandte ihr Gesicht gegen die Wand.

     

    Sie traten hinein und grüßten und sagten: „Sei mit uns zufrieden, möge Allah mit dir zufrieden sein!“

     

    Sie (a.) sagte: „Was hat euch dazu gebracht (mich zu besuchen)?“

    Sie antworteten: „Wir sehen unseren Fehler ein und bitten dich, uns dein Wohlwollen zu schenken und uns aus deinem Zorn zu entfernen.“

     

    Sie (a.) entgegnete: „Wenn ihr wahrhaftig und ehrlich seid, so antwortet mir. Ich frage euch nichts, von dem ich nicht weiß, dass ihr davon Kenntnis habt. Wenn ihr richtig liegt, so erkenne ich die Wahrhaftigkeit in eurem Besuch.“

     

    Sie sagten: „Frage, was du möchtest!“

     

    Fatima (a.) sagte: „Ich frage euch bei Allah, habt ihr den Gesandten Gottes sagen hören: „Fatima ist ein Teil von mir, wer sie verletzt, hat mich verletzt“?“

    Sie sagten: „Ja.“

     

     

    Fatima (a.) hob ihre Hände zum Himmel empor und sprach: „O Allah, du bist mein Zeuge, dass diese beiden Männer mir Leid und Unrecht zufügten. Ich klage sie an, bei Dir und Deinem Gesandten. Bei Allah, niemals werde ich mit ihnen zufrieden sein, bis dass ich zu meinem Vater gehe! Und ihm werde ich klagen, was sie mir antaten! Er soll dann zwischen uns urteilen!“[2]

     

    Dies ist die Lebensfrucht des Gesandten Gottes (s.) und so gingen die Menschen nach seinem Ableben mit ihr um. Wir beenden diese Analyse mit der Botschaft des Fürsten der Gläubigen (a.) zum Gesandten Gottes (s.), worin er seine Sorgen und Trauer nach dem Ableben der Zahraa (a.) kundtut, denn nach dem Tod seiner geliebten Ehefrau hatte er niemanden mehr, dem er sich anvertrauen konnte. Deshalb wandte er sich zum Gesandten Gottes durch Fatima (a.) und sagte:

     

    „Der Friede sei mit dir, O Gesandter Allahs, von mir und von deiner Tochter, die nun zu dir in deine Nähe gekommen ist, und die es eilig hatte, dich einzuholen! O Gesandter Allahs, meine Geduld wegen (des Verlustes) deiner auserwählten (Tochter) ist gering, und meine Ausdauer ihretwegen ist schwach geworden, außer dass ich mit der gewaltigen Trennung von dir und dem schweren Schicksalsschlag (deines Verlustes) den Grundstein für mich gelegt und zum Anlass genommen hatte, (mich) in Geduld zu fassen (für die Trauer). Ich habe dich in Richtung deines Grabes gebettet, während deine Seele sich von dir trennte und (dein Kopf) derweil zwischen meinem Hals und meiner Brust ruhte.

     

    „Wahrlich, Allahs sind wir, und zu Ihm kehren wir zurück.“

     

    Nun ist das anvertraute Gut dir zurückgegeben worden, und das Pfand wurde (zurück-) genommen! Was meinen Kummer angeht, so ist er von ewiger Dauer, und was meine Nächte betrifft, so sind sie schlaflos, bis dass Allah für mich die Heimstätte erwählt, in der du dauerhaft verweilst. Deine Tochter wird dir verkünden, wie deine Umma im Unrecht ihr gegenüber zusammengehalten hat. Befrage sie genauestens darüber und erfahre von ihr die Lage. Das geschah, als noch nicht viel Zeit vergangen war und das Gedenken an dich noch nicht verschwunden war. Gegrüßt seid ihr beide mit dem Gruß eines Abschiednehmenden, nicht eines Erzürnten noch eines Verdrossenen, denn wenn ich weggehe, dann nicht aus Überdruss, und wenn ich bleibe, dann nicht, weil ich über das, was Allah den Standhaften verheißen hat, skeptisch bin.“[3]

     

    Es wird hierbei deutlich, dass es Leid und Sorgen in Fatima (a.) gab, welche sie nicht einmal ihrem geliebten Ehemann anvertraute und sie mit ins Grab nahm. Allahs Segen und Frieden sei auf Fatima, die Tochter des Siegels der Propheten (s.).

     

     

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

     

     

    Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten

     

    ________________________________________

    [1] Die ersten zwei Khalifen

    [2] Bihar-al-Anwar, Band 43, S. 198

    [3] Nahjul-Balagha, Predigt 202