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    Fatima Zahra (a.s.)

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    Erstes Kapitel:

     

    Von ihrer Geburt bis zu ihrer Vermählung

     

     

    Kurzer Vorspann

     

    Der Charakter eines Menschen ist in hohem Maße von seiner familiären Umwelt, von Verhalten und Wesensart der Eltern abhängig. Vater und Mutter sind es, die den Grundstein zur Persönlichkeit ihres Kindes legen und es später, erzogen und geformt gemäß ihren Moral und Verhaltensvorstellungen, in die Gesellschaft entlassen, als – so könnte man sagen – Spiegel und Resonanz ihrer eigenen Persönlichkeitsmerkmale wie auch Resultat ihrer Erziehungsmethode.

     

    Was den Vater Fatimah Zahras (a.s.) betrifft, erübrigen sich Erklärungen und Hinweise, da einem jeden Muslim wie allen Informierten die hervorragende Persönlichkeit Hadrate Muhammads (s.a.s.), seine geistigseelische Größe, hohe Gesinnung, sein außergewöhnlich sozialer Einsatz sowie seine Opferbereitschaft und Kühnheit bekannt sind. Es genügt, in diesem Zusammenhang an jenes Gotteswort zu erinnern, in dem es heißt:

     

    „O Muhammad, deine Gesinnung ist hoch und edel!“  (Sure 68,Qalam, Vers 4)

     

    Zudem: Wollten wir über das ethische Verhalten des Vaters Fatimas (a.s) berichten, würde dieses – da es dazu einer umfangreichen Abhandlung bedürfte – den Rahmen dieses Buches sprengen.

     

    Zur Mutter Fatimah Zahras (a.s.)

     

    Die Mutter Fatimahs war Hadigah, die Tochter des Huilad. Sie kam aus einer Hochangesehenen Familie des Stammes Quraisch und hatte eine dementsprechende Erziehung erhalten. Ihre Angehörigen waren gelehrt und gebildet, engagiert, aufopferungsfreudig, mit geistlichen Interessen und aktive Beschützer der Ka’ba. Als Tubba‘, der Herrscher von Yemen, beschloss, den „Schwarzen Stein, den „Hagar ul Aswad“ in der Wand der Ka’ba nach Yemen bringen zu lassen, erhob sich Huilad, Hadigas Vater, zum Widerstand. Aufgrund seines engagierten Einsatzes und Kampfes verzichtete Tubba‘ schließlich auf sein Vorhaben und beließ den heiligen Stein an seinem Platz.

     

    Assad Ibn Abdul Uza, der Großvater Hadigahs, zählte zu den Mitgliedern des „Hilf-ul-Fudul Bündnisses, welches eine Reihe edler und gerechtigkeitsliebender Persönlichkeiten der arabischen Welt jener Tage geschlossen hatten, mit dem Ziel, die Unterdrückten zu verteidigen und Bedürftigen zu unterstützen. Auch der Gesandte Gottes gehörte dieser Vereinigung an und erklärte später:

     

    „Ich war zugegen, und wenn man mich rufen wird, um zu helfen und meinem Versprechen nachzukommen, werde ich selbstverständlich und gern dieser Verpflichtung nachkommen.“

     

    Waraqat Ibn Nufil, ein Vetter Hadigahs, gehörte zu jenen, die Anbetung der Götzen – etwas, das zu jener Zeit weit verbreitet war – ablehnten und beabsichtigten, solange nachzuforschen, bis dass sie die rechtmäßige Religion Gottes gefunden hätten.

     

    An einem der Feste der Götzendiener, als diese mit der Verherrlichung eines ihrer Götzen beschäftigt waren, trafen sie sich zu einem geheimen Gespräch. Sie diskutierten über das Verhalten der Leute und kamen zu dem Resultat, dass diese mit ihrem Götzendienst einem schweren Irrtum erlegen seien und die Religion Abrahams aus der Hand gegeben hatten, darum, weil sie Götzen anbeteten und huldigten, die nicht sehen und hören und weder nutzen noch schaden könnten. Sie beschlossen, im Lande Ausschau zu halten, um die wahre Religion Abrahams wieder zu finden und Zurückzugewinnen.

     

    Zur Erklärung: Waraqat Ibn Nufil ist jener Gelehrte, den Hadigah später aufsuchte, um ihn um Auskunft zu bitten, nachdem Hadrat-e Muhammad (s.a.s.) ihr von seiner Ernennung zum Propheten und der göttlichen Offenbarung durch den Engel Gabriel, der zu ihm hernieder gesandt worden war, berichtet hatte. Waraqat Ibn Nufil hatte ihr geantwortet:

     

    „Anhand dessen, was du mir mitgeteilt hast, kann ich nur bestätigen, dass Muhammad der Engel Gabriel erschienen und dass er Gesandter Gottes ist. Richte Muhammad von mir aus, konsequent und standhaft seine göttliche Mission wahrzunehmen.“ Am folgenden Tag traf Waraqat Ibn Nufil Muhammad in der Heiligen Moschee und fragte ihn:

     

    „Sag, was du gesehen und erlebt hast!“ Der Prophet berichtete ihm alles. Daraufhin meinte Waraqah:

     

    „Bei Gott! Du bist wahrlich der Gesandte Gottes! Der gleiche Engel, der zu Moses hernieder kam, erschien auch dir! Sei dir darüber im Klaren, das man dir nicht glauben, dich belästigen und verfolgen wird. Du wirst deine Heimat verlassen müssen, und man wird Krieg gegen dich führen. Doch solange ich lebe, werde ich die Religion Gottes unterstützen und verteidigen.“

     

    Nach diesen Worten küsste er Hadrat-e Muhammad (s.a.s.) und verabschiedete sich.

    Diese und ähnliche Begebenheiten lassen erkennen, dass die Großen der Familie Hadigahs gelehrte und verständige Männer waren, dem Einzigen Gott und der Religion Gottes zugeneigt.

     

    Hadigah, die Handelsfrau…

     

    Auch wenn die Geschichte nicht viel über das Leben dieser edlen Frau berichtet, so wird dennoch anhand dessen, was sie uns über sie mitteilt, die hohe Persönlichkeit Hadigahs weitgehend ersichtlich. Sie heiratete als junges Mädchen Atiq Ibn A’id. Dieser verstarb jedoch früh und ließ Hadigah mit viel Geld und Gütern zurück. Einige Zeit lebte sie daraufhin allein. Dann vermählte sie sich mit einem Kaufherrn aus dem Stamme der Bani Tamim, namens Hind Ibn Banäs. Auch Hind starb schon nach kurzer Ehe mit Hadigah und hinterließ ihr beachtlichen Reichtum.

     

    Etwas, das den aktiven und freiheitlichen Geist dieser edlen Frau erkennen lässt, ist, dass sie die Gelder, die ihr ihr erster und zweiter Ehemann hinterlassen hatten, nicht, wie es in jener Zeit üblich war, ruhen ließ oder zu Zins- und Wuchergeschäften nutzte, sondern zu reellen Handelsgeschäften einsetzte, weshalb sie fähige, redliche Leute einstellte mit deren Hilfe sie ein florierendes Unternehmen unterhielt.

     

    Durch legale kaufmännische Aktivitäten kam sie zu großem Vermögen. Die Chronisten schrieben:

     

    Ihre Leute trieben selbst in ägyptischen Gebieten, Schäm (Damaskus) und Habascheh (Abessinien) Handel, 5 begleitet von mehreren Tausend Kamelen.

     

    Es dürfte wohl einem jeden klar sein, dass die Leitung eines großen Handelsunternehmens in jenen Tagen, noch dazu auf der

     

    Arabische Halbinsel, kein einfaches Unterfangen war. Insbesondere dann, wenn die Direktion in den Händen einer Frau lag, da die Frauen seinerzeit offiziell sämtlicher sozialen Rechte entbehrten. Vergessen wir nicht, dass damals, in jenen Breiten, viele Männer – da sie die Geburt eines Mädchens als Schmach und Schande verstanden – ihre kleinen Töchter bei lebendigem Leibe in der Erde verscharrten. Somit ist also auch aus dieser Tatsache zu schließen, dass Hadigah eine starke, kühne und Unabhängigdenkende Persönlichkeit war, da es ihr gelang, trotz derartiger Vorstellungen und Ansichten in ihrer Gesellschaft eine so blühende Handelsfirma zu führen.

     

     

    Hadigahs Vermählung mit Muhammad Amin (s.a.s)

     

    Zu den besonders erwähnenswerten Begebenheiten in ihrem Leben gehört ihre Vermählung mit Hadrat-e Muhammad (s.a.s.) Doch zunächst, nachdem ihr erster und zweiter Gatte verstorben waren, machte sich ein hohes Unabhängigkeits- und Freiheitsbewusstsein in ihr bemerkbar. Wie kühnste, geschäftstüchtigste Männer widmete sie sich den Händen! und heiratete vorerst nicht erneut, wenngleich sie – einer edlen, angesehenen Familie angehörend und vermögend – viele Bewerber hatte, die um ihre Hand anhielten und eine hohe Morgengabe versprachen. Sie aber weigerte sich entschieden gegen eine weitere Vermählung.

     

    Interessant ist, dass sie, die um keinen Preis bereit war, eine Ehe mit einem der adeligen und reichen Männer der arabischen Gesellschaft einzugehen, gern und freudig zu einem gemeinschaftlichen Leben mit Muhammad – Waise und unvermögend – bereit war. Dieses ist umso erstaunlicher, da sich zur Genüge junge, angesehene Persönlichkeiten um sie bemühten, die sie jedoch alle zurückwies. Doch in Bezug auf Muhammad war sie nicht nur gern bereit, sondern sie selbst war es, die ihm den Vorschlag zur Ehe mit ihr unterbreiten ließ und die Morgengabe aus ihrem eigenen Vermögen bestimmte, etwas , das in ihren Kreisen auf Verwunderung und Kritik stieß. Angesichts der Tatsache, dass viele Frauen einem vermögenden, Ehemann den Vorzug geben, in der Hoffnung, an seiner Seite ein sorgenfreies, angenehmes Leben führen zu können, ist die Entscheidung Hadigahs, sich mit dem mittellosen Muhammad zu vermählen, ein Hinweis auf ihre Gedankentiefe und hohe Gesinnung. Sie legte besonderen Wert auf die geistigen und ethischen Werte und

     

    Qualitäten ihres künftigen Gatten, auf dessen edlen Charakter und hohe Persönlichkeit, – dessen Besitz oder Nicht-Besitz standen für sie nicht zur Debatte. Sie wollte einem Mann mit erleuchtetem Geist ihr Ja-Wort geben, einem Mann, der die Menschheit einen Weg wies, der sie aus den Finsternissen hinaus ins Licht führte.

     

    Aus der Geschichte wissen wir, dass Hadigah von Gelehrten ihrer Zeit erfahren hatten, dass Muhammad (s.a.s.) der letzte Prophet sein würde. Nachdem er eine Zeitlang bei ihr als Leiter und Verantwortlicher ihrer Handelskarawane beschäftigt gewesen war – möglicherweise hatte sie ihn u.a. deswegen eingestellt, um ihn und die besagte Ansicht der Gelehrten zu überprüfen – und von ihrem Sklaven (in jener Zeit war Sklavenhandel allgemein üblich) „Maysarah“, den sie angewiesen hatte, Muhammad auf seinen Reisen zu begleiten, um ihn zu beobachten , über dessen hervorragendes Verhalten gehört hatte, war sie sich dessen gewiss, dass er jener Ersehnte war, auf den sie gewartet hatte. Sie ließ ihn zu sich kommen und sagte:

     

    „O Muhammad! Da ich dich als edel, vertrauenswürdig und aufrichtig erkannt habe, würde ich mich gern mit dir vermählen.“

     

    Muhammad besprach ihren Vorschlag mit seinen Verwandten. Diese gingen als Brautwerber zu einem Onkel Hadigahs und teilten diesem ihr Anliegen mit.

     

    Der Onkel Hadigahs, ein Gelehrter, überließ, da er sich nicht so gewandt auszudrücken vermochte, die Antwort Hadigah selbst. Diese sprach;

     

    „O Muhammad! Bitte deinen Onkel, ein Kamel für das Hochzeitsmahl zu schlachten!“

     

    Einer anderen Überlieferung gemäß bat Hadigah ihren Vetter Waraqat Ibn Nufil, ihre Vermählung mit Muhammad (s.a.s.) in die Wege zu leiten. Als dann Waraqat Ibn Nufil ihr die Nachricht überbrachte, dass Muhammad Amin und seine Verwandten mit dieser Heirat einverstanden seien, überreichte Hadigah ihm – als Dank für seinen Dienst – ein Chalat, ein kostbares Gewand. Sie sagte zu Muhammad:

     

    „Mein Haus ist das deine. Und ich stehe dir jeder Zeit zu Diensten. Wann immer du möchtest, komm in dein Haus!“

     

    Auch Muhammad war gern zu einer Ehe mit Hadigah bereit. Er war elternlos, ohne eigene Familie und fühlte sich oft einsam. Nun aber durch die ehe mit Hadigah, wurde ihm alles gegeben, wonach er sich sehnte: Ein wirkliches Zuhause.

     

    Mit Hadigah hatte er eine warmherzige, treue und liebevolle Lebensgefährtin gefunden, die ihn stützte, beriet und ihm zur Seite stand, in guten und schweren Tagen…

     

     

    Hadigah, die hingebungsvolle Frau

     

    Sie – Muhammad (s.a.s.) und Hadigah – heirateten und führten eine glückliche Ehe. Und sie war die erste Frau, die – später, nach seiner Ernennung zum Propheten – seine Einladung zum Islam annahm, Bedingungslos stellte sie ihm ihren gesamten Besitz und Reichtum zur Verfügung für sein großes, göttliches Ziel. Nein, sie gehörte nicht zu jenen Frauen, die – sobald sie zu Besitz gekommen sind – ihrem Mann keine Beachtung mehr schenken und sich hoffärtig verhalten. Da sie von seinem prophetischen Missionsauftrag wusste und von seinen hohen Bestrebungen überzeugt war, gab sie ihm alles, was sie hatte, mit den Worten:

     

    „Verwende es, wie du es für richtig hältst, auf dem Wege Gottes und zur Verbreitung Seiner Religion.“

     

    Hischam berichtet: Der Gesandte Gottes (s.a.s.) hatte Hadigah sehr gern – Er ehrte sie und beriet sich mit ihr. Sie, diese kühne, aufgeschlossene und klargeistige Frau war ihm eine gute Vertraute und Beraterin – Die erste Frau, die an seine Prophetschaft glaubte und den Islam annahm, war Hadigah, und solange sie lebte, nahm sich Muhammed keine weitere Gattin.

     

    Der Prophet betonte: Hadigah ist eine der besten Frauen dieser „Ummah“!

     

    Aus Überlieferungen hören wir, dass der Engel Gabriel ein jedes Mal, wenn er zu dem Propheten herniederkam, sagte:

     

    „Richte Hadigah Gottes Gruß aus! Sag ihr; Gott hat für dich ein wunderschönes Schloss im Paradies bereitgestellt.“

     

     

    Erstes Islamisches Zentrum

     

    Die erste islamische Familie, die gegründet wurde, war die Muhammads (s.a.s.) und Hadigahs. Ihr Haus, ihre Familie, stellte das erste „islamische Zentrum“ dar.

     

    Sie waren zunächst nicht mehr als drei Personen: Muhammad, Hadigah und Ali (a.s.).

     

    Ihr Haus, ihre Familie, war das Zentrum, der Ausgangspunkt der weltweiten islamischen Bewegung. Eine schwere Verantwortung und Verpflichtung oblag ihnen. Sie mussten gegen Gottlosigkeit und Götzentum zu Felde ziehen, hatten das Ein-Gott-Bekenntnis (Tawhid) in alle Welt hineinzutragen. Vergessen wir nicht, dass sie seinerzeit die einzige islamische Familie und Gemeinschaft auf dem gesamten Erdenrund waren. Weitere Muslime gab es noch nicht. Doch sie, die kühnen, Festüberzeugten und engagierten Vertreter des ersten Stützpunktes des Islam, waren entschlossen, die Herzen der Menschen zu erobern und sie für den Islam – d.h. für Gott- zu gewinnen. Überall auf Erden…

     

    Jene kleine, aber aktive und zuversichtliche Glaubensgemeinschaft war bereit und gerüstet. An ihrer Spitze stand Muhammad (s.a.s.), über dessen Gesinnung Gott im vierten Vers der Sure 68. Qalam, spricht:

    „Deine Gesinnung, Muhammad, ist hoch und edel!“

     

    Muhammad (s.a.s.) hatte Hadigah über alle Maßen gern und ehrte sie. Selbst ihre Freundinnen würdigte er um ihretwillen. Anas überliefert: Hin und wieder brachte man dem Propheten ein Geschenk. Er sprach:

     

    „Tragt es hin zum Hause jener Frau. Sie ist eine Freundin Hadigahs.“

     

    Die Führung im Hause oblag Hadigah. Sie war die „Hausherrin“, glaubte an die heiligen Ziele und Vorhaben Muhammads und unterstützte ihn. Keine Mühe, kein Opfer scheute sie. Wie schon gesagt: Ihr ganzes Vermögen stellte sie ihm zur Verfügung und sagte: „Dieses Hause und alles, was ich besitze, gehört dir, und auch ich stehe dir voll und ganz zu Diensten.“

     

    War er in Bedrängnis und Schwierigkeiten, so sprach sie ihm mit tröstenden Worten gut zu und gab ihm die Hoffung, dass er sein hohes göttliches Ziel gewiss erreichen werde. Und kam er, verspottet, verlacht, belästigt und gequält nach Hause, so umgab sie ihn mit ihrer Liebe und Fürsorge. Sie gab ihm Kraft und Energie. Auch in Krisensituationen und bei selbst den schwersten Problemen, denen er sich bisweilen gegenüber sah, beriet er sich mit ihr.

     

    Solche Eltern hatte Fatimah Zahra (a.s.). In ein Elternhaus, in dem Herzlichkeit, Vertrauen und Liebe herrschten, wurde sie hineingeboren.

     

    Himmlische Anordnung

     

    Eines Tages saß der Gesandte Gottes in „Abtah,“ als der Engel Gabriel zu ihm herniederkam und sagte:

     

    „Gott lässt dich grüßen und dir ausrichten: Halte dich vierzig Tage und Nächte von Hadigah fern und verbringe die Zeit mit Gotteslob und Anbe­tung.

     

    Der Prophet tat, wie ihm aufgetragen war. Vierzig Tage und Nächte blieb er von zu Hause fort und beschäftigte sich mit Gottesdienst. Am Tage fastete er, In der Nacht war er mit Gebet und Du’a  beschäftigt. Er schickte Amar zu Hadigah, um ihr mitteilen zu lassen:

     

    „Hadigah, Liebes! Ich halte mich nicht etwa deswegen von dir fern, weil ich über dich verärgert wäre, sondern weil ich mich damit einer Anweisung des Herrn der Welten füge. Gott weiß, was gut für uns ist! O Hadigah! Du bist eine edle Frau, die Gott täglich mehrere Male bei seinen Engeln rühmt. Verschließe des Nachts die Haustür und ruhe auf deinem Lager. Erwarte die Botschaft Gottes, des Herrn allen Seins! Ich selbst werde mich während dieser Zeit im Hause Fatimahs, der Tochter des Asad, aufhalten.“

    Hadigah verhielt sich so, wie ihr der Gesandte Gottes empfohlen hatte, doch sie litt unter der Trennung und weinte aus Kummer darüber.

     

    Vierzig Tage waren vergangen. Da kam der Engel Gottes zu Muhammad hernieder und brachte Speise aus dem Paradies. Er sprach:

     

    „Iss heute Abend davon.“

     

    Muhammad (s.a.s.) beendete mit dieser Paradiesspeise sein Fasten. Als er sich nach dem Iftär zu Gebet und Gottesdank erheben wollte, erschien der Engel Gabriel und sprach:

     

    „0 Gesandter Gottes! Kehre nun zu Hadigah zurück. Gott hat beschlossen, dass er heute aus deinen Lenden ein Kind hervorgehen lassen will!“ Der Prophet eilte heim zu Hadigah…

     

    Hadigah berichtet: An jenem Abend hatte ich wie auch sonst die Tür des Hauses verschlossen und mich zur Ruhe gelegt. Da vernahm ich ein heftiges Klopfen an der Haustür. Ich rief: „Wer ist da? Außer Muhammad geziemt es niemandem, an diese Tür zu klopfen!“ Da hörte ich die angenehme Stimme Muhammads. Er sprach:

     

    „Ich bin es, Muhammad! Öffne bitte die Tür!“

     

    Eilig schloss ich auf.

     

    Er trat mit frohem Blick ein…

     

    Es dauerte nicht lange und das Licht Fatimahs ging aus den Lenden des Vaters in den Schoß der Mutter hinüber…

     

     

    Frohe Botschaft

     

    Mit der Zeit war Hadigah anzusehen, dass sie schwanger war. Sie freute sich über das werdende Kind in ihr. Imam Sadiq (a.s.) lässt uns wissen:

     

    „Als sich Hadigah mit Muhammad (s.a.s.) vermählte, brachen die adeligen Frauen Mekkas die Verbindung zu ihr ab. Sie besuchten und grüßten sie fortan nicht mehr und achteten darauf, dass niemand der hohen arabischen Gesellschaft zu ihr ging. Die Damen der Mekkanischen „High Society“ wandten sich von ihr ab und wollten nichts mehr mit ihr zu tun haben.

     

    Zunächst war Hadigah betrübt darüber, doch nach und nach gewöhnte sie sich an diese Isolation. Nun, da ihr Kind in ihre Schöße wuchs, fühlte sie sich nicht mehr so allein. Sie hatte das werdende Kindlein sehr lieb, sprach zu ihm und war glücklich.

     

    Gabriel kam hernieder, um Muhammad und Hadigah eine frohe Nachricht zu überbringen:

    „Muhammad! Das Kind, das in Hadigah heranwächst, ist eine Tochter, eine Tochter von hohem Wert und Rang. Deine Nachkommenschaft wird durch sie fortgesetzt werden. Sie ist die Mutter der Imame und der Großen der Religion, die nach dir, wenn. die göttlichen Offenbarungen an dich beendet sind (und deine Mission auf Erden erfüllt ist) deine Nachfolger sein werden.“

     

    Der Prophet teilte Hadigah diese frohe Kunde, die ihm Gabriel von Gott überbracht hatte, mit und bereitete ihr mit dieser Nachricht große Freude.

     

    Hadigah, die alles um der Verbreitung des Ein-Gott-Bekenntnisses und der Anbetung des Einzigen Gottes willen hergab und bereit war, an Muhammads Seite alle Schwierigkeiten und Entbehrungen klaglos zu er­tragen und ihn nach Kräften zu unterstützen, die ihr großes Vermögen im Sinne seines göttlichen Auftrages eingesetzt und auf alle Freundinnen verzichtete, war überglücklich, als sie vernahm, dass das Kind in ihr die Mutter der Unfehlbaren Imame und Nachfolger Muhammads sein würde . Noch intensiver als bisher engagierte sie sich, und ihr Einsatz und ihre Opferfreudigkeit wuchsen um ein weiteres an. Sie war froh, Gott in aller Liebe zugetan und ebenfalls dem in ihr heranreifenden Kindlein.

     

     

    Quelle: http://www.al-shia.org/html/ger/