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    Frauen- und Familienrechte in der Islamischen Menschenrechtserklärung

    Frauen- und Familienrechte in der Islamischen Menschenrechtserklärung
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    Die Beachtung der Frauen- und Familienrechte ist heutzutage weltweit ein wichtiges Thema .

     
    Die verschiedenen Gesellschaften sahen sich im Laufe der Geschichte gewaltigen Verstößen gegen die Menschenrechte gegenüber und daher wurde 1948 in Paris von der UNO die internationale Menschenrechtserklärung verabschiedet. In dieser Erklärung wurden zum ersten Mal auf Weltebene die Rechte aller Menschen auf der Welt definiert. Doch diese Menschenrechtserklärung ließ die zahlreichen grundlegenden Unterschiede in den Wertordnungen und Kulturen der Völker ans Tageslicht treten. Der Westen hat nämlich bei der Zusammenstellung der Menschenrechtsklärung nicht ausreichend auf die Werte der anderen Kulturen und Denkschulen geachtet, insbesondere nicht auf die der Muslime. Deshalb hat die OIC – Organisation für Islamische Zusammenarbeit eine islamische Menschenrechtserklärung herausgegeben,denn die internationale Menschenrechtskläruneg steht in einigen Fällen im Widerspruch zu den Werten und Zielen des Islams.

     

    Die islamische Menschenrechtserklärung wurde am 5. August 1990 in Kairo von der OIC verabschiedet. Seitdem wird der 5. August jährlich als Internationaler Tag der Menschenrechte und menschlichen Würde in den muslimischen Ländern begangen. In der Islamischen Menschenrechtserklärung werden die verschiedenen Aspekte des Themas „Frau und Familie“ ins Auge gefasst.

     

    So heißt es im Artikel 6 dieser Erklärung, dass Mann und Frau als Mensch auf gleicher Stufe stehen und die Frau Rechte besitzt, genauso wie sie Pflichten hat, zivilrechtlich eine eigenständige Persönlichkeit darstellt und unabhängig über ihre Finanzen und ihr Eigentum bestimmen kann. Außerdem hat sie das Recht ihren Namen weiterzuführen.

     

    Der Islam sieht alle Menschen gleichgestellt und kein Mensch besitzt aufgrund seines Geschlechtes, seiner Abstammung, Sprache, Hautfarbe oder Nationalität ein Privileg. Gemäß dem Koran kommt jemand nur durch eine größere Gottesfürchtigkeit höher zu stehen. Die volle Belohnung dafür erhält er im Jenseits.

     

    Gemäß Islam haben also alle bei gleichen Bedingungen die gleichen Rechte und Pflichte. Auch zwischen Mann und Frau gibt es rechtlich bis auf einige Ausnahmen keinen Unterschied. Grundsätzlich sind sie gleichgestellt und Rechtsunterschiede wie die im Erbgesetz und Fürsorgerechte bilden die Ausnahme. Für diese Ausnahmen gibt es logische Argumente.

     

    Im Koran ist die Geichstellung von Mann und Frau hinsichtlich der Position als Mensch und der gemeinsamen Rechte und Pflichten, der Erreichung von menschlichen Tugenden, der Belohnung und Strafe im Jenseits und hinsichtlich des Ergebnisse der Taten des Menschen offen dargelegt worden.

     

    Die Islamischen Menschenrechtserklärung beruht auf der Ansicht, dass Mann und Frau Geschöpfe Gottes sind . Im Koran heißt es im Vers 189 der Sure 7 (Araf)

    „Er ist es, der euch erschuf aus einem einzigen Menschen, und von ihm machte Er dessen Gattin, damit er bei ihr ruhe.“

     

    Mann und Frau haben also aus einen gemeinsamen Ursprung. Sie entstammen dem gleichen Wesen. Auch hinsichtlich des Weges zur Erreichung von Erkenntnis und Vervollkommnung gibt es keinen Unterschied für Mann und Frau wie der Vers 35 der Sure Ahzab (Sure 33) deutlich zeigt. Dort heißt es:

    „Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die gedenken – Allah hat ihnen Vergebung und herrlichen Lohn bereitet.“

     

    Die Frauen werden im Islam geehrt. Der Prophet des Islams hat in einem Hadith gesagt, dass sich die Würde bzw. Nicht-Würde eines Menschen an seinem Verhalten zu den Frauen ablesen lässt. Die Frauen im Westen konnten an gewisse Rechte gelangen. Dafür zahlten sie aber einen hohen Tribut und mussten weibliche Eigenschaften aufgeben.

     

    Es ist nicht zum Vorteil für die Frauen, wenn die natürlichen Unterschiede zwischen dem weiblichen und männlichen Wesen in Bezug auf ihre gesellschaftliche Rolle geleugnet werden. Der Islam hat von Beginn an die Rechte der Frauen hervorgehoben und die Männer dazu angehalten, diese zu beachten. Laut der Islamischen Menschenrechtserklärung sind die Männer verpflichtet, für den Unterhalt von Frau und Kind zu sorgen.

     

    Im Abschnitt „b“ des Artikels 6 der Islamischen Menschenrechtserklärung wird der Unterhalt der Familie und die Verantwortung für ihre Fürsorge als Pflicht des Mannes festgelegt. Mann und Frau haben jeweils typische Eigenschaften. In der Frau überwiegt das emotionale Moment, denn sie soll die Schwangerschaft und Geburt erdulden und geduldig und liebevoll die Kinder erziehen. Man darf von ihr nicht erwarten, dass sie wie ein Mann denkt und fühlt.

     

    Wenn sie über die Kindererziehung und die Schwangerschaft, Geburt und das Stillen und den Haushalt hinaus noch zu anderen Aufgaben verpflichtet wird, so ist es in Wahrheit ungerecht gegenüber den Frauen und überfordert sie. Bei Aufteilung der Aufgaben werden der Frau Pflichten zugedacht, die ihrer körperlichen und seelischen Natur entsprechen , während der vorgesehene Verantwortungsbereich des Mannes wiederum dessen körperlichen und geistigen und seelischen Struktur und seiner Natur entspricht.

     

    Eine wichtige Aufgabe der Familie ist die Erziehung der künftigen Generation. Es ist eine Pflicht der muslimischen Regierungen, die entsprechenden Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Deshalb heißt es im Artikel 7 der Islamischen Menschenrechtserklärung , dass ein Kind nach der Geburt gegenüber seinen Eltern und der Gesellschaft und Regierung hinsichtlich Schutz der Kindheit und Erziehung und finanziellen und medizinischen Versorgung ebenso wie hinsichtlich der Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten Rechte besitzt. Außerdem müssen Ungeborenes und Mutter geschützt werden.

     

    In der Islamischen Menschenrechtserklärung heißt es, dass Väter und diejenigen die gemäß dem Religionsgesetz die Stellung eines Vaters einnehmen, über die Art der Erziehung für ihre Kindern unter Beachtung deren Interessen und im Rahmen der moralischen Werte und religiösen Gebote entscheiden können.

     

    Gemäß den religiösen Geboten haben auch die Kinder Pflichten gegenüber den Eltern und dem gesetzlichen Vormund. In der Islamischen Menschenrechtserklärung wird der Ehe und der Gründung einer Familie ein besonderer Platz eingeräumt. Die Ehe dient in der Lehre des Islams einem Ziel, dass sie festigt.

     

    Gemäß dem Koran soll durch die Ehe seelische und körperliche Ruhe erreicht und zwischen Mann und Frau Barmherzigkeit und Liebe hergestellt werden. In anderen Gesellschaften steht als Ziel oft die Befriedigung des sexuellen Verlangens im Vordergrund. In der Islamischen Menschenrechtserklärung werden auch die Moral und die menschlichen und spirituellen Werte beachtet, während die internationale Menschenrechtserklärung diesbzüglich Lücken aufweist, die zum Nachteil von Ehe und Familie sind.

     

    Wenn das Lebensziel des Einzelnen die größtmöglichste Freiheit und gerinstmögliche Einschränkung darstellt, dann entsteht automatisch ein Widerspruch zwischen diesem Ziel und Dingen wie Opferbereitschaft, Liebe und Treue. Dann werden die Rolle des Mannes als Familienoberhaupt, die Verständigung des Mannes mit der Frau und der Gehorsam der Kinder gegenüber den Eltern angezweifelt und verlieren an Bedeutung. Bei einer Betrachtungsweise in der es vorrangig darum geht, dass der Einzelne seine Verlangen stillt, ist die Familie automatisch nur ein Mittel zur Deckung der Interessen des Individuums. In diesem Fall wird der Anspruch auf Gleichstellung eventuell ein Grund für die Auflösung der Ehe sein.

     

    Die Islamische Menschenrechtserklärung spiegelt also eine Beachtung der Stellung der Frau und der Festigung der Familie wieder, die auf Moral und Glaube beruht. Die Frau soll eine starke und feste Achse für Ehe und Familie sein.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/die-frau-im-islam/item/250132-frauen-und-familienrechte-in-der-islamischen-menschenrechtserkl%C3%A4rung