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    Glanzvolles über die islamische Zivilisation Andalusiens (1)

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    Die Muslime haben ungefähr acht Jahrhunderte in Andalusien gelebt.

     

    Andalusien In dieser Zeit konnten sie das Fundament einer glänzenden und fest verwurzelten Zivilisation legen und auf wissenschaftlichem, denkerischem und philosophischem Gebiet bedeutende Fortschritte erzielen und schließlich viele von den östlichen Gelehrten in ihren Bann ziehen und viele große Wissenschaftler hervorbringen, von denen ein jeder sehr wertvolle wissenschaftliche, philosophische und literarische Werke hervorbrachte . Diese Zivilisation war so ausgedehnt und glanzvoll, dass viele der andalusischen und nordafrikani schen Gelehrten über die Geschichte Andalusiens und seine Zivilisation vortreffliche Bücher verfassten. Das soziale und kulturelle Leben der Muslime in Andalusien war mit zahlreichen Höhen und Tiefen verbunden. Manchmal war es lebhaft, stark und in der Entfaltung begriffen und zeitweilig nur verstreut, kraftlos und schwach; und letztendlich ist das Licht des Islam durch die Schwäche der Muslime in Andalusien erloschen.

     

    Dieses bedauerliche Ereignis hat im Denken und in Geist und Seele der Muslime bittere Wirkungen hinterlassen, sodass auch noch nach vielen Jahrhunderten das Bittere und Kummervolle dieser Niederlage nicht aus dem Gedächtnis der Muslime gelöscht ist. Aus diesem Grunde erinnern die Muslime angesichts der Größe dieser Ära gerne an die andalusische Zivilisation, schreiben Bücher und halten Konferenzen zu diesem Thema ab.

     

    Da Andalusien und Spanien Teile des europäischen Kontinents sind, haben einige westliche Historiker und europäische Orientalisten ebenfalls darüber Bücher geschrieben und Beachtenswertes vorgewiesen(1). Viele von ihnen haben, was die islamische Regentschaft Andalusiens betrifft, gut geurteilt und gerechterweise gestanden, dass die Muslime Anteil an der Entwicklung der europäischen Zivilisation hatten, und die islamische Zivilisation Andalusiens eine Brücke für die Übertragung der Kultur und Grundstein legend für die denkerische Bewegung Europas war.

     

    Die Lage Spaniens vor der islamischen Eroberung

     

    Spanien stand Jahrhunderte lang unter dem Einfluss und der Führung der Römer, bis im fünften Jahrhundert die Wandalen dieses Gebiet überfielen und die Herrschaft errangen. Danach wurde Spanien das „Land der Wandalen“ genannt. Zu Anfang des sechsten Jahrhunderts (507 n. Chr.) griffen Stämme der Westgoten Spanien an. Sie vertrieben die Wandalen aus dem Land und errichteten eine unabhängige, mächtige Regierung. Sehr viele Jahre dauerte es jedoch nicht, bis die Franken aus dem Norden zum Krieg aufbrachen und die Goten aus Frankreich vertrieben. Von dieser Zeit an wurden die Goten in Spanien ansässig und wählten Toledo zu ihrem Regierungssitz. Sie gaben für ihr neues Land Gesetzes- und Ordnungsvorschriften heraus, die auf römischer Zivilisation und Ordnung fußten. Diese Volksstämme wie auch die Wandalen bekannten sich zum Christentum und herrschten zweihundert Jahre über Spanien bis zu der Zeit als die Muslime Spanien eroberten.(2)

     

    Die soziale Lage Spaniens vor der islamischen Eroberung

     

    Der bekannte Historiker Mohammad Abdollah Anan schildert die soziale Lage Andalusiens dieser Zeit wie folgt: „Die Regentschaft der Goten befand sich schon lange Zeit auf einem steilen Abhang der Schwäche und des Absturzes, und die spanische Gesellschaft war von Unglück und Armut heimgesucht. Die Knechtschaft seitens der Regenten und das Blutvergießen im Laufe der Jahre hatte sie geschwächt.

     

    Die große Volksmasse bildeten die mittlere Schicht, die Armenschicht und die Bauern, die von Grund und Boden abhängig waren; und die Herren und Grundbesitzer bestimmten über deren Leben und Tod. Neben dieser Herrschaft befand sich die Geistlichkeit, die auch durch Macht und Einfluss genügend profitierte.

     

    Die Geistlichen benutzten den geistigen Einfluss, um materielle Vorteile zu erlangen wie die Vermehrung ihres Gut- und Grundbesitzes, und sie gingen mit den Bauern wie mit Sklaven um. Aus diesem Grunde sammelte sich der ganze Reichtum des Landes in den Händen einer kleinen Gruppe von Privilegierten an, nämlich der Schicht des Adels und der Geistlichkeit. Diese wurden mit allen materiellen Gunsten bereichert(3). Aber der größte Teil der Bevölkerung litt bis aufs Äußerste an Entbehrung und Armut und ertrug sämtliche Art von Tyrannei und Aggression.

     

    Die Lage der jüdischen Minderheit

     

    Man kann sagen, dass die ursprüngliche Bevölkerung Spaniens aus zwei Gruppen gebildet wurde: Den Bauern, die sich in elender Lage befanden und den Juden, die seit langer Zeit in dieser Region lebten. Letztere hatten, wie es ihre kulturelle und soziale Eigenschaft ist, ihre Statuten geschützt und unterlagen stets dem Zorn und der Rachsucht der Christen; niemand hatte Achtung vor ihnen, sondern sie waren sogar einer Reihe von Gewalttätigkeiten und Unterdrückung ausgesetzt. Deshalb hoffte die Bevölkerung Spaniens auf einen Retter, der sie aus der bedauerlichen Lage befreit, und eine sichere und ruhige Umwelt, verbunden mit Gerechtigkeit und Wohlstand schafft.

     

    Der Islam in Andalusien

     

    Die Bildung einer islamischen Regierung in Andalusien und der Einfluss des Islam in diesem Gebiet wurzelten mit Sicherheit im festen Glauben der Muslime und der Macht ihres Einflusses auf die Herzen der Menschen und im Aktivsein der islamischen Bewegung. Die Eroberer Andalusiens gehörten den Muslimen reinen Glaubens an, die mit dem Ziel der Ausbreitung des Islam und Verbreitung von Gerechtigkeit diese Halbinsel in Besitz nahmen.

     

    Die Spuren islamischer Eroberung

     

    Der Sieg der Muslime in Andalusien veränderte das Bild dieses Landes und brachte Gerechtigkeit und Barmherzigkeit für die Völker dieses Gebietes mit sich, schaffte die unheilvolle Gewalt ab und bereitete der Herrschaft der aristokratischen Klassengesellschaft ein Ende. Dem Volk waren die schweren Steuerlasten und Strafgelder von den Schultern genommen und es atmete auf. Die Muslime verbreiteten unter ihnen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

     

    Dusi, der bekannte Orientalist sagt über die Spuren islamischer Eroberung: „Die Herrschaft der Muslime war von einigen Aspekten her eine Gunst für Spanien, rief eine wichtige soziale Revolution in Spanien hervor und beendigte die vielen Qualen, unter denen die meisten Menschen Jahrhunderte lang gelitten hatten. Sie bereitete der Herrschaft der Aristokratie und den privilegierten Klassen ein Ende oder schränkte sie ein. Grund und Boden wurde unter der Bauernschaft großflächig aufgeteilt, und dies war selbst ein wichtiger Faktor bei der Ausweitung der Landwirtschaft in dieser Epoche. Ebenso wurde durch den Islam die Lage der Sklaven deutlich besser, weil diese Religion mehr als das Christentum für die Freilassung der Sklaven war. Auch die Religionsgelehrten der Goten hatten dies begriffen. Deswegen besserte sich die Lage der Sklaven, die auf den Feldern arbeiteten. Sie wurden annähernd zu den Bauern gerechnet und profitierten von der Unabhängigkeit und Freiheit (4).

     

    Viele von den Leuten der unteren und mittleren Schicht Spaniens nahmen den Islam an, und dies geschah wegen der Nachsicht und Gerechtigkeit der islamischen Eroberer, die keine Art von Zwang gegenüber anderen zuließen. Nach Aussage von Arnold Arburry: „Die Wahrheit ist, dass die religiöse Nachsicht der muslimischen Eroberer, welche sie den Christen entgegenbrachten, eine erstaunliche und tiefgründige Wirkung bei ihrem Einfluss und ihrer Machtergreifung in Spanien hatte.“(5)

     

    Abd-or-Rahman-od-Dachel

     

    Nach dem Eindringen des Islam in Spanien konnte Abd-or-Rahman-od-Dachel, ein Nachkomme von Marwan ebn Mohammad, dem letzten omayyadischen Kalifen, der sich vor der Rachsucht der Abbassiden rettete und in den Norden Afrikas floh, im neu eroberten andalusischen Land den Grundstein einer arabischen (islamischen) Regentschaft legen.

     

    Abd-or-Rahman-od-Dachel ebn Moawia hat 34 Jahre (138-172 nach der Hidschra) (760-794 n. Chr.) regiert. Er und sein Sohn Haschem ebn Abd-or-Rahman (172-180 n.H.) (794-804 n. Chr.) haben in ihrer Regierungszeit Großes geleistet und für die Kultivierung des Landes gesorgt.

     

    Nach Meinung von Soziologen besteht eine Gesellschaft aus zwei Dimensionen: aus der materiellen Dimension, welche die Verwaltungsorgane und Institutionen umfasst, und der geistigen Dimension, die den Glauben und kulturellen Charakter einschließt. Die Vereinigung beider Dimensionen wird „Zivilisation“ genannt.

     

    Abd-or-Rahman-od-Dachel der Erste und sein Sohn Haschem ebn Abd-or-Rahman waren die Planer und Erbauer des ersten Teils der andalusischen Zivilisation, das heißt, sie nahmen den Aufbau und die Kultivierung von Städten und die Bildung der Verwaltung vor, und die andalusischen Wissenschaftler und Denker waren die Planer des denkerischen und geistigen Fundamentes.

     

    Es wurde berichtet, dass Abd-or-Rahman I. die Stadt Cordoba ringsum einzäunte und zahlreiche unterirdische Bewässerungskanäle aushob. Viele öffentliche Bäder, Unterkünfte für Gäste und großartige Residenzen baute und neben den Flüssen Gärten mit üppigem Baumwuchs anlegte und ein herrliches Schloss im Schaamer Resafa-Stil des majestätischen Schlosses von Haschem ebn Abd-ol-Malek in Damaskus erbaute, das von einem Garten mit reichlichen Bäumen eingefasst worden war.

     

    Zu den bekannten Bauten dieser Zeit gehört die Hauptmoschee von Cordoba, die erhalten ist, und welche die Größe und Pracht der islamischen Zivilisation sichtbar werden lässt.

     

    Abd-or-Rahman maß auch der Landwirtschaft große Beachtung bei. Er legte ein großes Kanal- und Wasserleitungssystem zwecks Ausdehnung der Landwirtschaft an. Außer diesem dehnte er auch die Wissenschaft aus und errichtete Schulen und viele Krankenhäuser und lud viele Wissenschaftler und islamische Rechtsgelehrte aus Europa, Ägypten, Damaskus und Irak zum Unterricht und Studium ein.(6)

     

    Die Ähnlichkeit zwischen der Kultur im Westen und Osten des Islamischen Reiches

     

    Die Lage und Entstehung und das Wachstum und das Aufblühen der Wissenschaft und der Kunst gleichen dem Wachstum der Natur- und Pflanzenwelt, und die Ereignisse um die Wissenschaft im islamischen Osten und Westen verliefen in gleicher Weise. Als das Licht des Islam im Morgenland aufging, wurden Fähigkeiten herangebildet und die Grundlage für das Wissen und die Vermehrung von Kenntnissen gelegt.

     

    Zuerst ergaben sich durch die Offenbarung und den Qor’an religiöse Wissenschaften, Interpretation, Überlieferungslehre (Hadith), Lebensführung und Geschichte und danach vergrößerte sich der Wissenskreis, der wissenschaftliche Horizont der Muslime erweiterte sich und in der zweiten Phase wurden Bücher und Kulturen fremder Nationen in das Islamische Reich übertragen, so dass sich die islamischen Wissenschaftler in dieses Wissen vertieften. Sie verarbeiteten es bestens und haben es manchmal mit ihren Initiativen und ihrer Kreativität glaubwürdiger als die Fremden gestaltet.

     

    Das Wachstum des Wissens und seine Expansion in die westlichen Länder und nach Spanien verliefen ebenfalls auf solche Weise. In der ersten Phase hat sich das religiöse Wissen ausgedehnt, und danach haben die Wissenschaften, die von außen kamen, wie Philosophie und Mathematik an Umfang zugenommen, und aus dieser Zusammenstellung hat sich die andalusische Kultur und Zivilisation entwickelt.

     

    Die Erscheinung der Zivilisation nimmt wie jede andere soziale Erscheinung im Falle des Zusammentreffens mit anderen Zivilisationen und infolge der Wirkung und verschiedenen Eindrücke durch das Übergreifen einer Zivilisation auf andere Zivilisationen ein bestimmtes Bild und eine spezielle Gestalt an. Die andalusische Zivilisation war von dieser Regel nicht ausgeschlossen. Die ansässigen Völker oder die Mehrheit Andalusiens setzte sich aus vier Völkern oder aus bestimmten Stämmen zusammen, die miteinander lebten: Araber, Berber, Spanier (Wandalen) und Muslime, vermischt mit Berbern oder Spaniern (7).

     

    Ja, die Ähnlichkeit zwischen der Kultur im Westen und Osten des Islamischen Reiches lag nicht nur allein in der Gleichheit der Kultur und der Qualität des wissenschaftlichen Wachstums und der Ausweitung der Kenntnisse, sondern es fand auch zwischen diesen beiden wissenschaftlich-islamischen und west-östlichen Kreisen ein Kulturaustausch statt und die Übertragung von Wissen und der Austausch von Lehrmeistern und Studenten war etwas ganz normales und zu einem der kulturellen Faktoren geworden. Zum Beispiel machten sich einige aus dem Osten nach Andalusien auf den Weg und verpflichteten sich für die „Verbreitung des Wissens“ in diesem Land. Zu ihnen gehörte der östliche Wissenschaftler Abu Ali Gháli, der auf Einladung des Regenten von Andalusien in dieses Land kam und seine Wissenschaft und Kenntnisse den Andalusiern zur Verfügung stellte.

     

    Abu Ali hatte in Literatur, Dichtung und in der Makamen eine fähige Hand. Er hatte von seinen Lehrmeistern, besonders von ebn Darid, ausreichend Nutzen gezogen und war in Dicht- Literatur- und Wortkunst ein Meister ohne seinesgleichen. Abu Ali Gháli und der andalusische Sá’ed haben viele Schüler unterrichtet, und durch deren Schüler fanden wiederum andere Schüler Ausbildung und dehnten Wissen und Kultur, Literatur und Dichtung, Redekunst und Prosadichtung im andalusischen Land aus. Diese beiden waren die Ersten, welche die östliche Kultur und die islamisch–arabische Literatur in westlichen Ländern und Andalusien verbreiteten und das Fundament der Islamischen Kultur legten.

     

    Ebn Abd-e-Rabbeh, der Verfasser von „Aghd-ol-Farid“

     

    Durch die wissenschaftliche Lehre der oben genannten beiden Meister wurden Wissenschaftler unter der andalusischen Bevölkerung ausgebildet, die Vortrefflichkeit besaßen und Neuerer der Technik der Beredsamkeit, Literatur, Dichtung und Geschichte waren.

     

    Ebn Abd-e-Rabbeh, der Andalusier, ist ein hervorragendes Musterbeispiel aus dieser Gruppe. Sein Buch Aghd-ol-Farid ist eines der vier (bekannten) Bücher der arabischen Literatur, welches kein literarischer Wissenschaftler und Islamkenner entbehren kann.

     

    Zu ihnen gehörte Yahya ebn Yahya-ol-Laisa von den islamischen Rechtsgelehrten der Malekiten, der von seiner Stadt Cordoba nach Medina reiste und nach der Aneignung von Rechtswissen (Mo’tá Malek) und anderen Kenntnissen damaliger Zeit nach Andalusien zurückkehrte und die malekitische Rechtswissenschaft verbreitete. Ebenso sind auch einige andere zum Wissenserwerb von Grammatik, Interpretation, Hadithkunde und Qor’anlesung nach Osten gereist und nach der Aneignung der Wissenschaft nach Andalusien zurückgekehrt.

     

    Sáheb Nafh-ol-Tayeb, einer von den Autoren und Historikern Andalusiens nannte viele der Wissenschaftler, die in den Osten aufbrachen und nach dem Studium der Wissenschaft in ihr Land zurückkehrten. Überdies kann ebn Ghutia erwähnt werden, der in der Lexikologie die meisten Lehrmeister und Autoren des Ostens überragt, und sein Buch Al-Af’al gibt Aufschluss über seinen Tiefsinn, seine Gelehrsamkeit und sein Wissen (8).

     

    Gründung von Bibliotheken

     

    Die zweite kulturelle Ähnlichkeit der zwei wissenschaftlichen Schulen von West und Ost liegt in der Errichtung von Bibliotheken und dem Sammeln von literarischen Erzeugnissen und Büchern der Wissenschaftler. Es scheint als ob diese Dimension von Zivilisation im Wachstumsprozess der Islamischen Kultur Andalusiens sehr wirkungsvoll war und dass sogar im Verhältnis zu den östlichen Schulen, Baghdad und Ägypten, mehr Werke gesammelt wurden. Zum Beispiel hatte sich der omajadische Kalif Al Mostansar der II der von 350-366 n.H. (977- 993 n.Chr.) regierte, ähnlich wie Ma’mun Abbassi dieser wichtigen Sache (Errichtung einer Bibliothek und Sammlung von literarischen Werken) verschrieben. Er stand der Verbreitung der Wissenschaft und der Ermunterung der Wissenschaftler wohlwollender entgegen und hat aus den östlichen Ländern und Baghdad, Ägypten, Damaskus und anderen islamischen Städten verfasste Werke von Wissenschaftlern hinsichtlich allen Wissensgebieten gesammelt und Zigtausende von Büchern in der Bibliothek der Moschee von Cordoba aufbewahrt (9).

     

    Allameh Abu-ol-Faradj Esfahani beauftragte zum Zeitpunkt der Beendigung seines Buches Al-Agháni eigens jemanden, das vorgenannte Buch, bevor es im ganzen Land des Ostens veröffentlicht wird, in seine Büchersammlung in der Bibliothek „Hakam“ zu bringen.

     

    Zu wissen ist, dass das Buch „Ghási Abu Bakr Abhari“ auch auf gleiche Weise erworben wurde. Es wird geschrieben, dass diese Bibliothek vierhunderttausend Bücher enthielt. Ebn Chaldun, der berühmte Historiker und ebn Al Abar erklärten, dass das aufgeführte Verzeichnis über Gedichtsbände, die nur aus Elegien und Gedichten bestanden, achthundert Seiten umfasste.

     

    Außer dem großen Interesse an der Erwerbung von wertvollen Büchern war Hakam auch an deren Verbesserung und Verzierung interessiert und ließ zu dieser Absicht aus allen Ländern Kalligraphen, Korrektoren, Buchbinder, bekannte Experten der Buchbinderei kommen und entlohnte sie ausreichend.

     

    Wenn bis dahin die Größe der Bibliothek verblüffend ist, so ist der Weitblick ihres Erbauers verwunderlich. Laut Aussage unterlagen die meisten Bücher seiner Aufsicht und er versah sie mit einem Anhang von nützlichen Erläuterungen und brachte auch zu Anfang eines jeden Buches den Namen und die Herkunft des Autors, sein Geburts- und Sterbedatum an und machte Eintragungen von nützlichen Anmerkungen und Erwähnungen auf solch staunenswerte Art, wie ihm Gleichwertiges anderswo nicht aufzufinden war. Hakam verstarb im Jahre 336 n. H. (958). (10)

     

    Einheit der Kultur

     

    Grundsätzlich besaß die Welt des Islam in dieser Epoche eine kulturelle Einheit und die Grenzen der islamischen Länder wurden nur durch Glaube und Ideologie bestimmt. Deswegen existierte in allen geographischen Gebieten des Islam ein Glaube und es strömte eine Kultur. Der Osten und Westen der Islamischen Welt labte sich an gemeinsamer Quelle und atmete im Klima islamischer Einheit und führte in einheitlicher Sprache, der Sprache des Qor’an, Rede und man kam sich gegenseitig überein und schrieb Bücher. Deshalb war das Reisen und die Wanderung von einem islamischen Gebiet in andere islamische Gebiete eine normale und natürliche Sache, und der muslimische Mensch hat wohl die verschiedenen Städte des weiten Landes durchwandert und mit unterschiedlichen Gruppen Reisen unternommen.

     

    Aus Andalusien kam man in den Osten, um Wissen zu erwerben, und aus dem Osten ging man in das andalusische Land, um sich aus der Armut zu befreien und reich zu werden. Einige kamen, um etwas Geld zu verdienen, und reisten dann nach Ägypten, um sich dort weiteres Wissen anzueignen, und einige andere, die größere Kühnheit besaßen und finanziell besser gestellt waren, entschlossen sich zur Wanderung und machten lange Reisen.

     

    Ebn Batuta befand sich als muslimischer Wanderer an der Spitze dieser Gruppe. Ihm wurde letzten Endes umfangreiches Wissen zuteil, und er war über die Denkschulen und Gebotsregeln und Bräuche und über die Bevölkerung und Stätten der verschiedenen islamischen Länder unterrichtet.

     

    Andere trachteten nach islamischem Rechtswissen und rationalistischer Theologie und Religion. Ebn Hasam Sáheri, der berühmte andalusische Gelehrte war einer von diesen. Er besaß weitläufiges Wissen. Er hatte außer für rationalistische Theologie auch einen Tiefsinn in Literatur und Dichtung, und sein Buch Tuq-ol-Hamama ist ein sprechender Beweis dieser Aussage. In gleicher Weise ging ebn Abi Sandaqa, der Autor des Buches Sarádj-ol-Moluk, auf der Suche nach der Ethik, Wissenschaft und Politik, auf Reisen; und es nahmen ebn Abd-e-Rabbeh auf der Suche nach Literatur, ebn Malek, der Autor des Buches Al Fih, auf der Suche der Morphologie und Syntax und ebn Sohra in Ermittlung von philosophischen Kenntnissen und fremder Wissenschaft, sowie einige andere, wie ebn Arabi, auf dem Wege des Mystizismus, die Strapazen der Reise auf sich.

     

    Kurz ausgedrückt, die reiche Islamische Kultur in der aufblühenden Zivilisation des muslimischen Spaniens nahm ein solches Ausmaß und Wachstum und eine Ausdehnung an, dass jeder nach Wunsch alles erreichen konnte. Es kann gesagt werden, dass alle menschlich-kulturellen Zweige, wie Literatur und Kunst, Rechtswissenschaft und Politik, Philosophie, Medizin und Zoologie und Botanik und Mineralogie fruchtbringend waren und sich ausweiteten.

     

    Und solch ein kultureller Reichtum in Andalusien konnte die Islamische Kultur nach Europa übertragen und die denkerisch-wachsame Bewegung des Westens hervorrufen (11).

     

    Dimensionen rationalistischen Daseins in der andalusischen Zivilisation

     

    Die rationalistische Dimension der Zivilisation, das heißt, die Kultur (im engeren Sinne des Wortes) in der andalusischen Gesellschaft dieser Zeit wurde ausgereift, und die Wissenschaftler widmeten sich in verschiedenen Bereichen menschlicher Kenntnis, der Entdeckung und Forschung. Neben der Ausweitung der kulturellen, religiösen, medizinischen und künstlerischen Zentren nahmen Krankenhäuser, Bibliotheken und Moscheen zu. Die Wissenschaften und Künste blühten immer mehr auf.

     

    Die Forschungen und philosophischen Werke von ebn Roschd, die Arbeiten im philosophischen Bereich von ebn Tofeyl und ebn Badja sowie die Geschichtsphilosophie und analytische Soziologie von ebn-ol-Chatib und ebn Chaldun sind sprechende Belege für diese Tatsachen. Nun wollen wir auf die denkerische und rationale Dimension der Zivilisation Andalusiens hinweisen. Natürlich sind unter rationalistischem Dasein nicht allein die rein philosophischen und rationalen Tendenzen gemeint, sondern es ist jene Dimension gemeint, die sich mit rationalistischem Denken, Deduktion und strukturiertem Wissen beschäftigt.

     

    Der Stil der Geschichtsdarstellung, die soziologische Analyse und die philosophische Geschichtsschreibung von ebn Tofeyl (Haij ebn Yaqsán), die Abfassung von literarischen Texten und die gereimte Prosa ebn-ol-Chatibs sind verschiedene Beispiele rationalistischen Daseins der Zivilisation Andalusiens, und es ist angebracht, über jeden dieser Fälle eine kurze Anmerkung zu machen (12).

     

    Zu Fußnoten:

     

    1- Georgi Zidane, Tarich at-Tamaddon Al Islami (Geschichte der islamischen Zivilisation), Band 2, veröffentlicht durch Maktaba tol-Hayat, Beirut, 1967, S. 494-496

    2- Ebn Chaldun, “Al Abbara”, Band 4, S. 116

    3- Mohammad Abdollah Anan, Geschichte der islamischen Herrschaft in Andalusien, Band 1, übersetzt von Abd ol-Hamid Ayati, Teheran, Keyhan Verlag 1987, S. 27-28

    4- Dr. Ahmad Schalabi, Tarich ol-Islami wa Al Hesara tol-Islamia (Islamische Geschichte und Islamische Zivilisation), Band 2, vierte Auflage, Maktaba ton-Nahsa tol-Messria, Kairo 1974, S 127

    5- Geschichte der islamischen Herrschaft in Andalusien, Band 1, S. 62

    6- Ahmad Amin, „Zhuhr-ol-Islam“, Dar ol-Ketab ol-Arabi, Band 3, S. 140

    7- wie oben, Band 3, S. 24

    8- wie oben, S. 8

    9- „ Zhuhr-ol-Islam“, Band 3, S. 26

    10- Allameh Schebli No’mani, Schriftsammlung, übersetzt von Fachr Da’i Gilani, Teheran, Bita, S. 139

    11- wie oben, S. 30.

    12- Hanna-al Fachuri und Chalil ol-Dschar, Geschichte der Philosophie in der Islamischen Welt, Band 2, übersetzt von Abd ol-Hamid Ayati, Andischeh Verlag 1975, S. 614

     

     

    Quelle: Zeitschrift „Meschkat“, Ausgabe Nr. 98

     

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    Quelle: http://www.taqrib.info