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    Glanzvolles über die islamische Zivilisation Andalusiens (Teil 2)

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    Schriftstellerische Bewegung und das Verfassen von Werken

     

    Die omajadische Regierung Andalusiens, insbesondere unter der Regentschaft von Abd-or-Rahman-an-Naser, konkurriert stark mit der abbassidischen Herrschaft, welche das Imperium des Islam verwaltete. Ma’mun-or-Raschid Abbassi hatte durch Wissen und Weisheit Berühmtheit erlangt und etliche Lehreinrichtungen für Philosophie und Weisheit im Zentrum seines Regierungssitzes und in Marw und Baghdad eingerichtet. Er hatte die Wissenschaftler ringsum sich versammelt und demonstrierte eine wissenschaftlich und kulturelle Bewegung. Die politischen Konkurrenten der Statthalterschaft der Omajaden in Andalusien strengten sich an, mit den Abbassiden Schritt zu halten und konnten solches auf dem Wege ihres Wettstreites erreichen.

     

    Abd-or-Rahman-an-Naser war der mächtigste omajadische Statthalter der andalusischen Herrschaft. Er wollte das Fundament seiner Regierung gleich den Abbassiden festigen, und eines seiner Mittel dazu war die Aufmunterung der Wissenschaftler und Ermutigung dieser zur Übersetzung, Abfassung und Veröffentlichung von Wissen und Kenntnis. Also setzte er eine wissenschaftliche Bewegung in Gang. Die Ausbreitung des Wissens, insbesondere die Philosophie in der Regierungszeit von Abd-ol-Rahman-an-Naser, entstand durch mehrere Faktoren:

     

    1- Manche Gelehrte des Ostens (Baghdad), die in der Medizin umfangreiches Wissen besaßen, wanderten nach Andalusien aus und verbreiteten in diesem Land das Wissen. Unter anderem kann hier Eshaq ebn Emrán von den Medizinern Baghdads genannt werden.

     

    2- Wie bereits vorher erwähnt wurde, hatte Hakam ebn Abd-or-Rahman viele philosophische Bücher, die aus dem Griechischen übersetzt waren, nach Andalusien gebracht. Außerdem existierte kein großes Buch über Philosophie, ohne dass es nicht schnellstens nach Andalusien eingeführt wurde. Ebn Abi Asbi’a berichtete von Kermani, aus Cordoba stammend, dass dieser nach Baghdad und dem islamischen Osten reiste, und bei seiner Rückkehr sämtliche Bücher von Ichwan-ol-Safa mit sich führte.

     

    3- Die politischen und kulturellen Beziehungen zwischen den omajadischen Kalifen Andalusiens und der Herrschaft von Byzanz waren äußerst gut, und es fand ein kultureller Austausch statt, der die Beziehung der beiden Länder bereicherte. Nach dem Bericht von ebn Djaldjal wurde das Buch des Disqoridus (Dioskorides) über die Botanik in der Zeit des abbassidischen Herrschers Motewakel ins Arabische übersetzt. Der Übersetzer dieses Buches war Stefan ebn Bassil. Honain ebn Eshaq korrigierte und veröffentlichte es. Dieses Buch kam in der Zeit von Abd-or-Rahman-an-Naser, welcher mit Armanius, dem Herrscher von Konstantinopel, eine freundschaftliche Beziehung hatte, zusammen mit anderen Büchern nach Andalusien und zählte zu den Geschenken des byzantinischen Herrschers an Abd-or-Rahman-an-Naser (13). In der Zeit der omajadischen Kalifen Andalusiens war also die Übersetzung und Veröffentlichung in Spanien zur Reife gelangt, und die muslimischen Wissenschaftler wandten sich der Anfertigung von Texten in allen wissenschaftlichen und literarischen Gebieten zu.

     

    Literatur

     

    Vielleicht war die Literaturwissenschaft, die Syntax und Morphologie unter den traditionellen Wissenschaften das geläufigste Wissen in Andalusien, und weil Hakam ebn Abd-or-Rahman großes Interesse an Wissen hatte, ermunterte er die Gelehrten, nach Andalusien zu kommen und ihr Wissen auszuweiten. Auf Anordnung seines Vaters Abd-or-Rahman empfing er in Begleitung von einigen Würdenträgern der Stadt Abu Ali Qáli, den Syntax-Wissenschaftler, damit er in Cordoba sein Quartier wählt und mit seinem Unterricht beginnen kann . Abu Ali Qáli war einer der bekannten Syntaxgelehrten und der Verfasser von vielen wissenschaftlichen Schriften über Syntax, Hadith (Aussprüche, Überlieferungen) und Lexikologie. Er lebte erst in Baghdad und kam dann nach Andalusien. Zu seinen Büchern gehören Al Emla`i (bezgl.Orthographie), Al Nawader, das Buch „Al Mahdud und Al Maqsur, Al Ebel wa Natadjha, Hali-ol-Ensan, Fa`alat wa  Af’alat und die Interpretation von Al Moallaqát-ol-Sab’“. Er kam im Jahre 330 n. H. (952) nach Andalusien und lebte in Cordoba. Dieser Gelehrte verschied im Jahre 358 n. H. (980). Das Buch „Al Emla`i Abu Ali Qális“ hatte große Einwirkung auf das literarische Werk Al Kamil.

     

    Einige der berühmten andalusischen Wissenschaftler sind:

     

    1- Ebn Abd-e-Rabbeh, der Verfasser des Buches Aqd-ol-Farid, eines der vier großen Bücher der arabischen Literatur; er hat sein Buch in Bereichen von Nachricht, Lebensbeschreibung, Geschichte und Literatur zusammengefasst und dieses Aqd-ol-Farid (die einzigartige Halskette) genannt. Dieses Buch besteht aus 25 Kapiteln die er mit kostbaren Perlen vergleicht. Ebn Qutaiba hat für sein Werk Oyun-ol-Achbar, einem weiteren der vier großen Werke der arabischen Literatur, von dem Buch des Abd-e-Rabbeh, Aqd-ol-Farid, großen Gebrauch gemacht.

     

    2- Ebn Qutia ist einer der bekanntesten Literaten und Syntax-Wissenschaftlern. Er ist ein großer Literat und schönrednerischer Dichter und historischer Kritiker. Er hat drei Bücher in der arabischen Literatur verfasst. Ein weiteres seiner Bücher, Efteta-ol-Andalos (Beginn der Geschichte Andalusiens), handelt über die Zeit der islamischen Statthalterschaften Andalusiens. Es wurde von Ibrahim Abyari überarbeitet.

     

    Weitere Gelehrte der andalusischen Literatur sind Abu Bakr Sobeydi, der Autor des Buches Tadj-ol-Aarus und Tabaqát-on-Nahwiin Scharischi und Schareh Moallaqát Sab’ Hariri, ebn Sayeda, der Autor von Al Mochassas in 17 Teilen, ebn Charuf, ebn Osfur und Schabili, von dem bekannt ist, dass er das Buch Al Ketab Sibuya mit Auslegung und Kommentar versehen hat.

     

    Zu den bekanntesten Literaten Andalusiens zählt der Syntax-Wissenschaftler ebn Malek, 600 n. H. (1222), dessen Al Fih in der heutigen Zeit in allen theologischen Lehrkreisen im Osten und Westen der Islamischen Welt gelehrt wird. Die Mehrheit der Theologiestudenten prägen sich den Text von Al Fih von Ebn Malek ein und wetteifern stolz um die Rezitation dieses Buches aus dem Gedächtnis.

     

     

    Medizin und Pflanzenheilkunde

     

    In Spanien bzw. in den westlichen Teilen der islamischen Gebiete, die insgesamt eine kulturelle Einheit bildeten, war die islamische Zivilisation und Kultur verbreitet und bekannte Ärzte lebten in diesen Ländern.

     

    Cordoba war insbesondere ein Zentrum des Studiums und der Aktivitäten der Ärzte. In dieser Stadt hat im vierten Jahrhundert (10. Jahrh. nach Christus) der jüdische Wissenschaftler Hossadai ebn Schabrut das Buch Adwia mufrada von Dioskorides ins Arabische übersetzt. Diese Übersetzung wurde dann von Ebn Dschaldschal überarbeitet und erläutert. Auch hat `Arib ebn Sa’d-ol-Katib eine bekannte Abhandlung über Geburtshilfe verfasst. Danach, im fünften  Jahrhundert, war Al Sahrawi (Abulcasis) die größte islamische Persönlichkeit in der Chirurgie. Er verfasste das 30-bändige Werk At Tasrif.

     

    Die Islamische Heilkunde in Spanien hat sehr viel der Familie Sahr zu verdanken, die in zwei Generationen mehrere ruhmreiche Ärzte hervorbrachte, darunter auch eine Frau, die durch ihre Krankenbehandlung berühmt wurde.

     

    Unter den andalusischen Ärzten sind auch einige Philosophen zu finden. Ebn Tofeyl, der Autor der philosophischen Geschichte Haij ebn Yaghsán und auch sein Nachfolger, Ebn Roschd (Averroes), waren erfahrene Ärzte. Dieser berühmte Philosoph, der zu den bekanntesten in den westlichen Gebieten des Islams gehört, hat Bücher über Heilkunde geschrieben, unter anderem: eine medizinische Enzyklopädie unter dem Titel Al Kulliyate fi-t Tibb und Erläuterungen zu den medizinischen Werken von Ebn Sina (Avicenna). Das Werk von Ebn Roschd wurde zum Teil von Mussa ebn Maimun weiter geführt.

     

    Ebn Maimun wurde 530 n. H. (1152 n.Chr.) in Cordoba geboren, reiste in seinen jungen Jahren gen Osten und wählte Ägypten zur Bleibe, um letztlich jedoch wieder zu seinem Geburtsort zurück zu kehren. Ebn Maimun hat zehn medizinische Abhandlungen in arabischer Sprache verfasst, von denen das Buch Al Fusul fi-t Tibb am bekanntesten wurde. Dieses Buch wurde zusammen mit vielen anderen seiner Werke in die hebräische Sprache übersetzt(14).

     

    Die Wissenschaftler Spaniens zeigten auch auf dem Gebiet der Pflanzenheilkunde Geistesarbeit und haben bedeutende Werke diesbezüglich hinterlassen. Das bekannteste dieser Werke ist das Buch Al Abnia an Haqáyeq-ol-Adwia Mowafigh-od-Din von Abu Mansur Ali-ul-Herawi. Obwohl es im Osten verfasst wurde, schienen aber die Gelehrten in Andalusien und im Westen der Islamischen Welt in diesem Bereich denen in den anderen Gebieten voraus zu eilen.

     

    Nach der Erläuterung von Ebn Dschaldschal zu dem Buch des Dioskorides hat Abu-a-Salt im sechsten Jahrhundert n. H. (12. Jahrh. n. Chr.) das Buch Al Adwia- Al Mufrada verfasst. Und danach war es Gháfeqi, der muslimische Pharmazeut, der unter demselben Titel das gründlichste Werk in diesem Bereich über die Schilderung der Arzneipflanzen verfasste. Unter den islamischen Schriftwerken war kein besseres als dieses zu finden. Das Buch von Gháfeqi wurde ein Jahrhundert später durch Ebn-al-Bitár Dameschqi im Jahre 646 n. H. vervollständigt. In seinem Al Dschame’ Fi Al Adwia Al Mufrada und Al Moghni fi-l Adwia wird das, was die früheren Arzneikenner über die einzelnen Arzneien wussten, alphabetisch aufgeführt.

     

     

    Die philosophische Bewegung und ihr wichtigsten Persönlichkeiten

     

    Es lässt sich sagen, dass das rationalistische Wesen in Andalusien mit der Ausreifung der Philosophie und ihrer Verbreitung auf seinen Höhepunkt gelangte.

     

    Andalusien, so wie die Geschichtsschreiber berichten, wurde in dieser Zeit von den „Mohawedan“ beherrscht. Der erste Statthalter der Herrschaft der Mohawedan war Mohammad ebn Tumareth, der in Dschabalsus in Maghreb (Marokko) auftrat, und dem die Leute als dem erwarteten Mahdi den Treueid leisteten. Zu Anfang hatten die Mohawedan die Herrschaft über Maghreb errungen, danach dehnten sie ihren Herrschaftsbereich auf Spanien aus und schufen eine Einheitsregierung.

     

    Tumareth, der ein Mann des Wissens und der Politik war, kam in den Osten und suchte in Ägypten bei Abu Bakr Tartuschi sein Wissen zu erweitern. Tartuschi gehörte zuerst zu den Gegnern von Ghasali, aber nachdem er der Schüler von Abu Bakr Tschatschi und Ebn Abd-ol-Dschabbar gewesen war, trachtete er wieder nach der Lehre von Hodschat-ul-Eslam Ragheb. Er wurde in Maghreb und Cordoba von Ali ebn Ahmad unterrichtet.

     

    Die Regierung der Mohadan entstand, nachdem die Herrschaft der Abbassiden in Baghdad und der Fatemiden in Ägypten schwach geworden war. Ebn Tumareth errichtete zur Beseitigung dieser Krise in Maghreb ein islamisches Kalifat, gab ihm ein islamisch-religiöses Aussehen und verbreitete unter den Leuten mit dem Vorwand der Parole „Al Asama wa ad Din wa Al Tadschdid“ (Größe und Religion und Erneuerung) den Geist der Religion(15).

     

    Von den Königen dieser Dynastie sind Abd-ol-Mo’men und sein Enkel Abu Ja’qub ebn Jussef für die Verbreitung des Wissens und der Religion berühmt. Ohne Zweifel war das eigentliche Ziel der Mohawedan, die sich um die Förderung des Wissens bemühten, die Verbreitung der Religion. Deshalb waren alle Wissenschaften der Religion untergeordnet.

    Auch besteht kein Zweifel, dass die Könige der Mohawedan die Versammlung der Gelehrten aus allen Teilen der Welt für nötig betrachteten, um ein wissenschaftliches und philosophisches Forum zwecks Erörterung und Diskussion einrichten zu können (16). Und unter anderen hat Abu Bakr ebn Tofeyl einige dieser Könige sehr zur Einladung der Gelehrten und Philosophen ermuntert.

     

    Trotz des religiösen, äußerlichem Drucks entwickelte sich die wissenschaftliche und philosophische Bewegung schnell und in alle Richtungen, sodass die Philosophie sogar am königlichen Hof Parteigänger hatte. Ebenso hatte sie auch Gegner.

     

    Die Philosophie erlangte in der Zeit von Ja’qub ebn Jussef eine große Verbreitung, und selbst der König befand sich an der Spitze der Schüler der Philosophie. Er sammelte philosophische Bücher, so wie er die Philosophen von allen Seiten her versammelte.

     

    Einer der bekanntesten dieser Philosophen war Ebn Tofeyl. Ebn Tofeyl war rund um die Uhr sein Vertrauter. Er lud die Gelehrten aus der Islamischen Welt in dieses Land ein, und hielt den König zu deren ehrenvollen Achtung an. Abu-al-Walid Mohammad ebn Roschd gehörte zu diesen Eingeladenen. Durch Anschluss an Ja’ghub ebn Jussef begann er ein neues Kapitel in seinem Leben und ein prachtvolles Kapitel in der Geschichte der islamischen Philosophie.

     

    Ebn Roschd ist einer der bekannten Persönlichkeiten der islamischen Philosophie, und die islamische Philosophie hat keinen Förderer und Verteidiger wie ihn gekannt. Er brachte die Philosophie auf ein derartig hohes Niveau, wie es in keiner Epoche erreicht wurde. Ebn Roschd hat seine Zeit und sein Leben auf diesem Wege verbracht, jedoch kein zufrieden stellendes Ergebnis seiner Arbeit erreicht.

     

    Die Art der Geschichtsdarstellung

     

    Die Methode der Geschichtsdarstellung entstammt ähnlich wie im Osten aus der gleichen Hauptquelle „Hadith“ (Überlieferung). Die Bewahrer der Hadithe des Propheten – Friede sei mit ihm und seiner Familie- waren die ersten, die in Übereinstimmung mit der Art der Hadithe im Zusammenhang mit der Lebensbeschreibung des Propheten sich der Zusammenstellung der allgemeinen und der islamischen Geschichte im Stil östlicher Autoren widmeten. Außerdem stellten sie die Biographien der Gefährten (des Propheten) und Beschreibungen von Persönlichkeiten und ihrem Leben und die politische Geschichte des Islam und die Eroberung angrenzender Städte zusammen.

     

    Nach Aussage von Kennern haben die Geschichtsschreiber Andalusiens einige Merkmale:

     

    1-  Da die Lehre in Andalusien einer bestimmten Methode folgte, nämlich der Beschäftigung mit dem Islamischen Recht und den Hadithen, und die Malikitische Rechslehre überwiegend Einfluss auf das Denken der Historiker ausübte, haben sie sich der Auslegung der Biographie großer Persönlichkeiten im Bereich Hadith und guter Sitten zugewandt, wenn sie über deren Leben berichteten. Im Prinzip war die Methode ihrer Geschichtsdarstellung wie die von Tabari ein Gemisch aus Hadithen und Geschichte. Diese Methode unterschied sich von der Methode der geschichtlichen Zusammenstellung von Mass’udi, Ja’qubi und Abi-ul-Fada’; das heißt, sie schrieben nach Bericht über die geschichtlichen Ereignisse nur eine relativierte Analyse über diese, ohne auf das Hadith hinzuweisen(17).

     

    2-Bei der Geschichtsdarstellung der Historiker Andalusiens wurde der Stil des literarischen Aspektes in gereimter Prosa und manchmal in dichterischen Versen gehalten. Dies deswegen, weil die meisten Historiker Andalusiens Literaten waren. Außerdem hegten sie eine starke Empfindung und einen gewissen fanatischen Eifer Andalusiens Städten gegenüber, und wenn eine Stadt oder ein Gebiet in Spanien in die Hände der Christen fiel, schilderten die Historiker mit besonderer Wehmut in dichterischer Form dieses geschichtliche Ereignis und suchten nach den Gründen und Ursachen der Niederlage(18).

     

    Die bekanntesten Historiker Andalusiens

     

    Die Historiker Andalusiens haben hauptsächlich die Geschichtsdarstellung in diesem Schema fortgesetzt:

    1- Die Eroberung Andalusiens (politisch)

    2-Beschreibungen von wichtigen Persönlichkeiten und ihrem Leben sowie Biografien

     

    Als Hauptpersonen können folgende Persönlichkeiten genannt werden:

     

    1- Ebn Qutia, Mohammad ebn Omar, verst. 367 n. H. (977)

     

    Durch Übermittlung von ebn Chalkan, war dieser einer von den am meisten mit Lektüre beschäftigten Gelehrten Andalusiens, der die Lebensgeschichte der Befehlshaber und der Dichter und der Rechtsgelehrten Andalusiens auswendig kannte. Er kannte die meisten Überlieferungen und Hadithe (Aussprüche, Worte) bezüglich islamischen Rechtswissens, Geschichte und Dichtung, hielt sich jedoch bei der Mitteilung der Überlieferung nicht so genau an die Regeln hielt und übermittelte meistens das, was er gehört hatte, ohne den Inhalt geprüft zu haben. (19)

     

    Wenn auch ebn Qutia zu seiner Zeit als einer von den bekannten Wissenschaftlern Andalusiens galt, und ihn Al Nasir, der andalusische Statthalter sehr schätzte, und auch Gháli seine Gelehrsamkeit und sein Wissen bestätigte, sind jedoch nicht viele Bücher von ihm hinterlassen worden, außer einige: „Al Af’al“ „ Tasárif“, „Al Maghsur“ und „Al Mahdud“, „Scharh Adab -ol-Katib“ und „Tarich Eftetah ol-Andalos“.

     

    Letztgenanntes Buch enthält die Ereignisse der Geschichte Andalusiens von Anfang der Eroberung an durch die Muslime, bis zum Tode des omajadischen Herrschers Abdollah, im Jahre 300 n. H. (912). Dieses Buch ist aus dem Grunde wertvoll, weil der Autor erstens Andalusier und mit der geschichtlichen und geographischen Lage völlig vertraut, und zweitens ein Zeitgenosse der Omajaden in Andalusien war, und dies verstärkt den Wert seiner geschichtlichen Aussagen. Drittens stößt man in seinem Buch hin und wieder auf Themen, die man selten in anderen geschichtlichen Werken finden kann. Dieses Buch wurde kürzlich von Hamid Resa Scheychi übersetzt und von Astan-e Qods Rasawi gedruckt und veröffentlicht. (20)

     

    2 – Ebn Hayan, der bekannte Historiker von Cordoba, 469 n. H. (1076)

     

    Abu Marwan Hayan ebn Chalaf, verstorben 469 n. H., einer der Schriftführer von Mansur ebn Abi Aamer, eines andalusischen Herrschers, war eine literarische Persönlichkeit, ein bedeutender Historiker und ein begabter Mensch.

     

    Er war der Autor des großen Geschichtswerkes „Al Moghtabas fi Tarich ol-Andalos“, in zehn Bänden und „Al Matin“, in sechzig Bänden, von denen noch dreißig Bände erhalten geblieben sind. Das Ganze handelt über die Geschichte Andalusiens, von der Eroberung unter Táreq ebn Siyad, bis zur Zeit des Autors. (21) Die Übersetzer haben ebn Hayan als eine solide, wahrheitsliebende Person und als einen Beobachter und Literaten vorgestellt, der die Geschichte Andalusiens realistisch und in einem bestimmten Stil geschrieben hat. Er war ein realistischer Wissenschaftler, der sich davon enthielt, Mächtige und Reiche und diesen und jenem zu schmeicheln. Er übte auch deutlich an den Machthabern jener Zeit Kritik. Und wenn er jemanden rühmte, so legte er ohne zu zögern auch seine Fehler offen. Er hatte seit seiner Kindheit ein großes Interesse an Geschichte, und bei der Übermittlung von Geschichten und Nachrichten niemals gelogen. (22)

     

    3-Ebn Al Farasi, 350-403 n. H. (961-1012)

     

    Abol Walid Abdollah ebn Mohammad Qartaba, berühmt unter dem Namen ebn Al Farasi, zählt zu den großen Verfassern und Historikern Andalusiens, der in Hadith und Wissen über bedeutende Persönlichkeiten und in der Geschichte bewandert war. Er ist der Autor des Buches „Tarich Ullama’-ol-Andalos“, zu dem Baschkuwal unter dem Titel „As salah“ Erläuterungen schrieb. Übrigens gehören die Bücher „Al Mo’talef wa Al Mochtalef“, „Maschniat -un -Nassaba“ und „Achbar Scha’ará ul-Andalos“, unter die Werke von ebn Al Farasi. (23)

     

    Ebn Al Farasi wurde im Jahre 350 n. H. (961) in Cordoba geboren. Er erwarb dort Kenntnisse in islamischem Rechtswissen und Hadith, Literatur und Geschichte. Er unternahm Reisen nach Kairouan, Kairo, Mekka und Medina und kehrte schließlich wieder nach Andalusien zurück und übte eine Zeitlang ein richterliches Amt aus. Im Jahre 403 n. H. (1012) wurde er bei den Ereignissen der Revolution der Berber in seinem Haus ermordet.

     

    Ebn Al Farasi ist einer der bekannten Gelehrten, was Hadith, Überlieferungen von bedeutenden Persönlichkeiten und Geschichte betrifft. Während seiner Reisen konnte er aus sehr vielen Büchern Nutzen erzielen. Unter seine Schüler gehörte ebn Baschkuwal, der ein erfahrener Gelehrter war, und das Buch seines Meisters vervollständigte und unter dem Titel „As salah fi Tarich A’ema’-ol-Andalos“ verfasste. (24)

     

     

    4-Lessan od -Din ebn al-Chatib, 713 n. H. (1313)

     

    Er ist der berühmte Wesir Andalusiens, dem sich der große Historiker Magharri in seinem Werk, „Nafaha at-Tayeb fi Ghosn ol-Andalos ar ratib fi Tardjama Lessan od-Din al-Chatib“ über die Geschichte Andalusiens und seine soziale Lage und die Biographie ebn al-Chatibs in 4 Bänden   widmet. In Wirklichkeit ging das Buch“ Nafaha at Tayeb“ aus den vorhandenen Werken ebn al-Chatibs hervor. Dieser Wissenschaftler wurde im Jahre 713 n. H. (1313) in Granada geboren. Sein Vater gehörte zu den Würdenträgern des Königshofes der Bani ol-Ahmar und war ein gelehrter Mann. Ebn al-Chatib, dessen Vater ihn in Heilkunde und Philosophie, Literatur, Rechtswissen und Hadith und Koraninterpretation lehrte, wurde zu einem Gelehrten mit umfassenden Wissen. Er hat von den Ullamas in Granada Biographien, insbesondere über ebn Chaldun aus Maghrib, in einem ausführlichen Buch unter dem Titel „Al Ehata“ zusammengestellt. Außerdem hat er viele Bücher und Abhandlungen bezüglich Literatur, Politik, Mystik und der Schreibtechnik verfasst. Er hatte zu ebn Chaldun eine freundliche und kameradschaftliche Beziehung, und aus diesem Grunde schrieb er das Buch mit dem Titel „Al Ehata“ über ihn. Es scheint so, dass dieses Buch vor Muqaddima, dem berühmten Buch ebn Chalduns verfasst wurde.

     

    Ebn al-Chatib hat eine politische Makame geschrieben, ähnlich den Makamen von Hariri. In dieser Makame werden über den Untertan, den König und den Wesir, das Heer, die Arbeiter, die Kinder der Dienerschaft und die Bewohner des Hofes Erklärungen und Empfehlungen abgegeben.

     

    Der ägyptische Wissenschaftler Ahmad Amin hat in seinem Buch „Zhuhr-ol-Islam“ den Text der politischen Makame ebn al-Chatibs angeführt. Er fügte dann hinzu: „Im Wesen von Lessan od-Din ebn al-Chatib und in seiner Mehrseitigkeit hinsichtlich Breite der Information und Fülle der literarischen Werke sowie Zunahme des Wissens, ist wirklich die ganze Zivilisation und Kultur Andalusien von Anfang bis Ende zusammengefasst.

     

    Und vielleicht ist es genau das, was Moqarri, der Historiker Andalusiens bestens begriff, und deshalb in seinem Buch „Nafaha at-Tayeb“, die Kultur Andalusiens betreffend, über Lessan od-Din ebn al-Chatib schrieb, und das Buch nach ihm benannte.“(25)

     

     

    Ein Trauergedicht, welches unbekannt blieb

     

    Auf einen Punkt haben wir vorher bereits hingewiesen, nämlich dass die meisten andalusischen Historiker und Autoren eine eigenartige nationale Empfindung hegten, und meist ihr Geschriebenes in literarischer Form und als Beleg in gereimter Prosa und in Dichtung verfassten, und ein jeder von ihnen in seinem Buche die dramatische Geschichte des Niedergangs von Andalusien erzählte.

    Es befindet sich darunter eine lange Elegie von einem der Autoren Andalusiens, welche den Vortragenden in Kummer und tiefe Trauer versetzt, und von ihm unter Tränen, in wehmütiger Klage gesprochen wird.

    Ja, Andalusien, das dereinst die helle Leuchte der islamischen Zivilisation und Vermittler bei der Übertragung der Kultur nach Europa war, hatte einen derartigen Niedergang, dass das Herz davon ergriffen wird und die Tränen in die Augen treten, und dass es jeden mitfühlenden muslimischen Menschen aufschreien und ihn über die Zerstörung der   Gebetsnischen und den Einsturz der Kanzeln, die früher einmal die Plätze der Betenden einfassten und die erhabenen Stellen der Prediger waren, Gedichte der Trauer vortragen lässt.

     

     

    Zu Fußnoten:

     

    13-„Zhuhr-ol-Islam“, Band 3-4, S. 233

    14- Ein Teil dieser Erörterung wurde aus Tarich ol-Hokama’ von ebn Abi Asbi’a, „Zhuhr-ol-Islam“ von Ahmad Amin, Band 3-4, S. 268-274 und Geschichte des Wissens und der Zivilisation des Islam von Dr. Nasr, S. 223-225 entnommen.

    15- Ebn Chalkan, Wafia tol-A’yan, Band 5, Dar os-Sagháfa, Beirut, Bita, S. 44-5

    16- Wafia tol-A’yan, Band 7, S. 12; Geschichtsphilosophie der islamischen Welt, Band 2, übersetzt von Abd ol-Hamid Ayati, Ketab Saman 1979, S. 614

    17- „Zhuhr-ol-Islam“, Band 3 und 4, S. 274

    18- wie oben, S. 285

    19- Wafia tol-A’yan, Dar os-Saqáfa, Beirut 1970, S. 368

    20- Geschichte über die Eroberung Andalusiens, übersetzt von

    Hamid Resa Scheychi, S. 2

    21-Wafia tol-A’yan, Band 2, S. 218

    22- wie oben, Band 2, S. 219

    23- wie oben, Band 3, S. 15

    24- „Zhuhr-ol-Islam“, Band 3, S. 279

    25- wie oben, Band 3, S. 225

     

    Quelle:

    1- Georgi Zidane, Tarich at-Tamaddon Al Islami (Geschichte der islamischen Zivilisation), veröffentlicht durch Maktaba tol-Hayat, Beirut 1967

    2- Arnold Toynbee, Geschichte der Zivilisation, übersetzt von Ja’ghub Agand, Maula Verlag, Teheran 1983

    3- Gustave Lebon, Die Zivilisation des Islam und der Westen, übersetzt von Fachr Da’i Gilani, Druckverlag Ali Akbar Alami, Teheran 1956

    4- Siegrid Hunke,“Schams ol-Arab tasta’ ala Al Gharb“, Ta’rib Farugh Baisun, Dar ol-Afagh ol-Dschadida, Beirut, Bita

    5- Ebn Chaldun, Al Abbara, Druck: Esteghámat, Ägypten, 1970

    6- Mohammad Abdollah Anan, Geschichte der islamischen Herrschaft in Andalusien, übersetzt von Abd ol-Hamid Ayati, Teheran, Keyhan Verlag 1987

    7-  H. A. R. Gibb/ Modern Trends in Islam, Chacgoun Press 1970

    8-  Abu Hanifa Dinwari, Al Emama wa Siyassat, dritte Auflage, Ägypten 1963

    9-  Dr. Ahmad Schalabi, Tarich ol-Islami wa Al Hesara tol-Islamia (Islamische Geschichte und Islamische Zivilisation), vierte Auflage, Maktaba ton-Nahsa tol-Messria, Kairo 1974

    10- Dr. Ali Akbar Torabi, Die Grundlagen der Soziologie, Täbris, vierte Auflage 1962

    11- Ahmad Amin, „Zhuhr-ol-Islam“, Dar ol-Ketab ol-Arabi, Beirut, Bita

    12- Abd e-Rabbeh, „Aghd ol-Farid“, Dar ol-Fekr, Beirut, Bita

    13- Allameh Schebli No’mani, Schriftsammlung, übersetzt von Fachr Da’i Gilani, Teheran, Bita

    14- Hanna-al Fachuri und Chalil ol-Dschar, Geschichte der Philosophie in der Islamischen Welt, übersetzt von Abd ol-Hamid Ayati, Teheran, Saman 1975

    15-  Ebn Abi Asbi’a, Tarich ol-Hokama’, Bita

    16-  Dr. Seyed Hossein Nasr, Wissen und Zivilisation im Islam, übersetzt von Ahmad Aram, Teheran, Andischeh Verlag 1972

    17-  Ebn Chalkan, Wafia tol-A’yan, Dar os-Saqáfa, Beirut, Bita

    18-  Ebn Qutia, Geschichte der Eroberung Andalusiens, übersetzt von Hamid Resa Scheychi, Maschhad, islamisch- wissenschaftliches Forschungsinstitut Astan-e Qods Rasawi 1990

     

    Quelle: Zeitschrift „Meschkat“, Ausgabe Nr. 98

     

     

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    Quelle: http://www.taqrib.info