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    Hadith al-Halila (Teil 2)

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    – Imam Jaafar as-Sadiq (ع) widerlegt den Atheismus –
    übersetzt von Hessam K. und Hanan al-Maschat

     

    „Du hältst immer noch an dein Argument fest und sprichst zugunsten der Sinne, allerdings hast du einmal zugegeben, dass der Verstand die Sinne leitet. Sehr gut, jetzt werde ich dir bezüglich der Sinne beweisen, dass sie nichts außer äußere Dinge wahrnehmen bzw. erkennen können. Sie können auf keine Weise die Existenz von unsichtbaren Dingen wie z. B. den Allmächtigen Allah oder die Seele erkennen. Deshalb hat uns der Schöpfer mit einem Verstand ausgestattet, mit dessen Hilfe die „Hujja“ (Beweise für Seine Existenz) begründet werden kann.

     

    Er hat die Sinne erschaffen, damit sie äußere Zustände beobachten und für Ihn sprechen können. Wenn das Auge die Schöpfung in all ihren Teilen beobachtet, dann lenkt es die Aufmerksamkeit des Verstands darauf hin. Das Auge sieht den Himmel, der ohne Stütze in seiner Position bleibt, es sieht seine regelmäßige Bewegung, Rotation und Umlauf, weder werden sie langsamer, so dass sie sich uns nähern, noch schreiten sie voran, dass sie in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden könnten. Ihre Distanz von uns bleibt unverändert und genauso ihr Zustand. Sie werden nicht alt oder verfallen, obwohl Millionen von Tagen und Nächten vergangen sind. Ihre Ecken oder Enden fallen nicht herunter.

     

    Die Bewegung der sieben Planteten hängt ebenfalls von der Rotation des Himmels ab. Sie ändern ihre Stellen jeden Tag, jeden Monat und jedes Jahr. Manche sind sehr schnell und manche sind sehr langsam in ihrer Bewegung, aber keines ist zu schnell und keines ist zu langsam. Sie alle kehren an ihre Stelle zurück, nachdem sie ihre festgelegten Aufgaben erfüllt haben, darunter einige unerschütterliche, die ihren Kurs gen Norden einnehmen und manchmal gen Süden. Sie bleiben verborgen während des Tages und werden sichtbar bei Nacht.

     

    Das Scheinen von Sonne und Mond an bestimmten Stellen zu bestimmten Zeiten, wird unter den Wissenschaftlern der Astronomie, die mit einem guten Denkvermögen gesegnet sind, sicherlich nicht als das Ergebnis irgendwelcher menschlichen Erfahrungen oder Willen betrachtet. Noch glauben sie, dass Untersuchungen, Recherchen und Forschungen der Menschen solch ein derartiges Phänomen erzeugen können. Wenn man nun alles einem Test und einer strengen Prüfung unterwirft, so kommt der Verstand zur Vernunft und zum Schluss, dass es Jemanden geben muss, Der dieses wunderbare Universum erschaffen hat, Der die Himmel in ihrer natürlichen Position erhalten hat und sie vor dem Sturz auf die Erde bewahrt. Neben den Himmel, erschuf Er auch die Planeten und die Sterne.

     

    Ferner erkennt das Auge die Erde als ein Gewölbe und teilt dem Verstand ihre Beobachtung mit. Der Verstand fühlt, dass der Aufrechterhalter dieser Erde auch Der sein muss, Der sie an ihrer fixierten Stelle bewahrt und daran hindert aus ihrem Kurs zu geraten, und dass es Der Gleiche sein muss, der die Himmel über uns an ihrer festen Stelle bewahrt. Der Verstand folgert, wenn es keinen Aufrechterhalter dieser Dinge gäbe, die Erde mit allem, was auf sie ruht wie Berge, Bäume, Seen, Sand, etc. leicht zusammenklappen würde. Der Verstand hat mithilfe der Augen entschieden, dass der Schöpfer der Erde Der sein muss, Der die Himmel erschuf….

     

    Darüber hinaus hören die Ohren die Laute sowohl von heftigen Wirbelstürmen als auch von sanften angenehmen Brisen. Das Auge sieht, dass Wirbelstürme mächtige Bäume entwurzeln, solide Gebäude zerstören und Sandhügel von einem Ort an einen anderen transportieren. Und obwohl das Auge all diese Bewegungen beobachten kann, kann es niemanden sehen, der diese ausführt. Das Ohr kann niemanden hören. Noch kann irgendeines der Sinne Seine Anwesenheit aufspüren. Das Auge kann die Luft nicht sehen aufgrund ihrer Ausdehnung, Hände können sie nicht festhalten, weil sie keine feste Masse ist. Das Auge, das Ohr und die Sinne können nichts erkennen ohne die Unterstützung des Verstands.

     

    Der Verstand sagt, da gibt es jemanden, Der all diese Dinge kontrolliert. Wenn die Sinne ihre Eindrücke dem Verstand weiterleiten, denkt der Verstand vernünftigerweise, dass der Wind nicht aus eigenem Antrieb bläht, wenn das so wäre, dann würde er ständig blähen ohne aufzuhören, denn gemäß der Philosophie der Naturwissenschaften gilt es als erwiesen, dass eine natürliche Kraft nicht aufhört, es sei denn ihr wird durch eine größere Kraft Widerstand geleistet. Dennoch, diese Kraft hätte nicht eine Sache zerstört und die andere unversehrt belassen, und den einen Baum herausgerissen und nicht den anderen und diese bestimmte Landschaft getroffen und nicht eine andere.

     

    All dies wird vom Verstand in Betracht gezogen und erwägt, und es kommt zu dem Schluss, dass jemand den Wind kontrolliert, ihn bewegt oder stoppt so wie es Ihm gefällt, sendet oder entzieht dessen Ströme wem Er will. Auch in Anbetracht der Beziehung zwischen Himmel und Wind und deren Wunder, kommt der Verstand ohne zu zögern zu dem Entschluss, dass der Schöpfer des Windes auch der derjenige ist, der die Himmel, die Erde und all ihre Wunder aufrechterhält. Genauso verhält es sich, wenn die Augen, die Ohren und die Sinne übereinstimmende Informationen über ein Erdbeben an den Verstand weiterleiten. Der Verstand reflektiert über das Zittern einer mächtigen Erde mit ihren Bergen und Seen und allem was dazu gehört.

     

    Und angesichts der Tatsache, dass die Erde ein einheitliches festes Gebilde ohne Risse oder gespaltene Teile ist, und dennoch bebt ein Teil und der andere bleibt unbeeinträchtigt, und Gebäude werden zerstört auf der einen Seite, aber nicht auf der anderen, folgert es daraus, dass Derjenige der einen Teil der Erde erschüttert und den anderen verschont auch Derjenige ist, Der den Wind bewegt und die Luft kontrolliert, sie zurückhält oder nicht, ganz nach Seinem Willen. Er ist der Designer und Organisierer der Himmel und Erde und alle Dinge die mit ihnen in Verbindung stehen. Der Verstand errät mit Bestimmtheit, dass die Erde unmöglich von alleine beben kann, weil sie naturgemäß solide ist, dürfte sie niemals zittern.

     

    Und wenn sie naturgemäß nicht solide wäre, hätte sie nie aufgehört zu zittern, weil der natürliche Zustand einer Sache unveränderbar ist. Und somit wurde dem Verstand bewiesen, dass Der, Der die Erde entworfen und erschaffen hat, irgendein beliebiges Teil von ihr erschüttern kann oder nicht. Das Auge hat auch ein anderes wunderbares Zeichen für Allahs Existenz im Gewölk beobachtet, das durch Sein Gebot wie Rauch oben zwischen Erde und Himmel schwebt. Dieses Gewölk hat keinen Körper, das mit Bergen kollidieren kann. Es geht durch Bäume ohne sie zu rütteln oder an ihnen haften zu bleiben. Es geht oft durch Karawanen und wenn es dunkel und dick ist, vernebelt es ihnen den Weg.

     

    Trotz seiner leichten Erscheinung trägt es Mengen von Wasser mit sich in unbeschreibbarer Beschaffenheit. Es trägt immense Blitze und Donner, Schnee, Hagel und Tau in einer Größenordnung, die über die Vorstellungskraft des Menschen hinausgeht. In bergigen Regionen steigt es sehr hoch hinauf. Manchmal sieht man es in einem zerstreuten Zustand und manchmal als eine einheitliche Masse. Seine Bewegung hängt vom Wind ab, der durch den Willen von Allah reguliert wird. Durch die Beeinflussung des Windes steigt es manchmal auf und dann wider ab, natürlich ohne dabei das Wasser, das es trägt, auf die Erde fallen zu lassen, und ein anderes Mal regnet es in Strömen.

     

    Sehr oft sehen wir es über Städte und viele Orte hinwegschweben, ohne dabei auch nur ein Tropfen Wasser zu verlieren. Und wenn es sich über hunderte von Meilen über Land ausgestreckt hat, fängt es an einen Tropfen nach dem anderen zu regnen, und manchmal in Strömen mit der gleichen Menge an Wasser. Manchmal regnet es unaufhörlich, dass Reservoirs, Tanks, Bahnen und Flüsse überlaufen und Straßen überflutet werden und man sieht ein Meer von Wasser so weit das Auge reicht. Manchmal regnet es so heftig, dass das Ohr fast taub durch das Brausen und Donnern wird. Mit diesem Regen belebt Allah trockenes Land wieder, ändert seine Farbe und Kleid in eine grüne Pracht.

     

    Das Grass, das Futter der Tiere, fängt an zu wachsen. Nachdem es aufhört zu regnen, lösen sich die Wolken auf und werden allmählich unsichtbar, keiner kann sagen, wohin sie verschwunden sind. Sobald diese Beobachtungen durch das Auge an den Verstand weitergegeben werden, fängt der Verstand an darüber nachzudenken. Der Verstand überlegt, dass wenn diese Bewegungen und Funktionen der Wolken sich von selbst erschaffen haben und nicht durch eine perfekte Weisheit reguliert würden, wäre es den Wolken nicht einmal möglich die Hälfte des Wassers zu tragen. Und wenn die Wolken den Regen von selbst schütten würden, könnten sie sich nicht weiter von ihrer Stelle entfernen, und es hätte nicht tropfenweise geregnet, sondern im Gegenteil, sie würden das ganze Wasser auf einmal und auf der Stelle ausschütten, weil es ihnen an Intelligenz mangelt und sie nicht die Folgen vorausahnen können, wenn das Wasser plötzlich an einer Stelle ausgeschüttet wird.

     

    In diesem Falle würden Gebäude einstürzen, der Gemüseanbau ruiniert werden, ein Teil des Landes würde überbewässert sein und ein anderes trocken und unfruchtbar bleiben. Diese Überlegungen bringen den Verstand zu der Erkenntnis, dass der Schöpfer all dieser Dinge der Ein und Derselbe sein muss. Denn gäbe es einen oder zwei oder drei, wären seit der Entstehung des Ganzen Differenzen und Uneinigkeiten zwischen ihnen entstanden hinsichtlich der Regulierung all dieser Abläufe. Manche wären dann langsamer als die anderen. Manche hochragende Dinge würden tiefer gelegt werden, und manch tief liegende Dinge würden höher gelegt werden.

     

    Manch Planeten würden entgegen der vorherrschenden Regelen aufbrechen anstatt unterzugehen und manche würden untergehen anstatt aufzubrechen. Kurz gesagt, überzeugt die Einheit des Designs, die sich deutlich in der Schöpfung manifestiert, den Verstand von der Tatsache, dass der Schöpfer von allen sichtbaren und unklaren Dingen und Wundern des Universum Er ist, Dessen Existenz unendlich ist und schon vor dem Entstehen all dieser Dinge existiert hat. Er ist der Schöpfer und Aufrechterhalter des Himmels, der Schöpfer und Designer der Erde und der Schöpfer all dieser Dinge, die ich gerade erwähnt habe und anderen Dingen, die zuviel sind um sie aufzuzählen.

     

    Ferner beobachtet das Auge die Folge von Tag und Nacht, die aufeinander folgen ohne eine etwaige Veränderung in ihrer Regularität und ihres Zustands. Es sieht sie ineinander übergehen in regelmäßigen Stunden, ihre typischen Merkmale von hell und dunkel, ihre unterschiedlichen Kürzen und Längen. Es sieht, dass die Sterne und die Planeten durch diese Folgen von Tag und Nacht unberührt bleiben, das Herannahen und Aufbrechen von verschiedenen Jahreszeiten mit dem stets gleichen Anfang und Ende. Und der Verstand erkennt mit dem instinktiven Sinn, den ihm Allah der Allmächtige gegeben hat, über alle Zweifel erhaben, dass der Erschaffer all dieser perfekten Weisheit der Einzige, Allmächtige, Allwissende, Ewige Allah ist. Es denkt, gäbe es mehr als einen Erschaffer, hätte jeder einzelne von ihnen der Schöpfung des anderen Erschaffers keine Bedeutung beigemessen, und würde versuchen, den anderen im Design zu übertreffen. Infolgedessen würden anstatt Regularität und Harmonie nur noch Unordnung und Wirrwarr herrschen…

     

    Darüber hinaus hat das Ohr die Botschaft von Allah durch seine Gesandte vernommen, die die Schlussfolgerung des Verstands bestätigt. Das Ohr hört Zeugnisse, dass Allah weder eine Frau noch einen Sohn noch einen Partner hat, und diese Botschaft wurde vom Verstand aufgenommen, um die Wahrheit zu erkennen“.

     
    „Was du da beschrieben hast“, sagte er, „sind wunderbare Dinge – Dinge, die ich nie zuvor gehört habe. Dennoch bin ich nicht ganz überzeugt von dem, was du gesagt hast, es sei denn du lieferst mir mehr überzeugende Beweise“.

     

    „Gut“, sagte ich, „wenn du dich nicht imstande dazu fühlst, meine Beschreibungen zu widerlegen oder einen Fehler darin zu finden und du dich selbst mit deinen Argumenten auseinandersetzt, bin ich überzeugt davon, dass dein Verstand in Kürze inshallah (so Allah will) dir versichern wird, dass die Sinne nicht imstande sind das Geringste zu erkennen ohne die Hilfe des Verstands. Nun erzähle mir doch, hast du mal einen Traum erfahren, in dem du etwas gegessen hast und dessen angenehmen Geschmack du genossen hast“.
    „Ja“, sagte er.

     

    „Hast du jemals geträumt“, fragte ich ihn, „dass du gelacht hast oder bitterlich geweint hast, in bekannte und unbekannte Länder gereist bist, und du diese Länder wahrgenommen hast, die du zuvor gesehen oder gekannt hast“.

    „Ja“, antwortete er, „ich hatte viele solche Träume“.

     

    Ich frage ihn: „Hast du jemals in deinen Träumen Verwandte, Eltern oder Geschwister gesehen, die schon lange verstorben sind und erkanntest sie so wie du sie in deinem Leben gekannt hast?“.

    „Warum nicht“, sagte er, „ich habe viele solche Träume erlebt“.

     

    „Na dann, sage mir doch, welches der Sinne fühlte den toten Menschen und gab es dem Verstand zu erkennen, damit der Verstand ihn wahrnehmen kann und mit ihm sprechen kann, welches der Sinne genoss das Essen, und welches hat die bekannten und die unbekannten Länder wahrgenommen, durch die er gereist ist? Welcher Sinn lachte und weinte?“ fragte ich ihn.

    „Ich bin verwirrt“, sagte er, „ich kann nicht beantworten, welches meiner Sinne in diesem schlafenden Zustand die oben erwähnten Dinge gemacht hat. Fakt ist, dass wenn man schläft, man wie tot ist, und in diesem Zustand ist es schier unmöglich für die Sinne zu fühlen, zu erkennen, zu sehen oder etwas zu hören“.

     

    Ich fragte ihn: „Erzähl mir, wann bist du von deinem Schlaf aufgeschreckt, hast du nicht deine Träume in dem Maße ins Bewusstsein zurückgerufen, um sie deinen Verwandten und Freunden erzählen zu können und dabei nichts zu vergessen?“.

    „Ja“, sagte er, „manchmal habe ich etwas im Traum gesehen und das gleiche noch mal im wachen Zustand“.

     

    „Also gut, dann sage mir, welches der Sinne dich mit den Erinnerungen dessen, was du gesehen hast inspiriert hat, wenn diese Sinne geschlafen haben?“.

    „Keines der Sinne scheint mit dem irgendetwas zu tun zu haben“, sagte er.

     

    „Leuchtet es dir jetzt nicht ein, dass es der Verstand ist, der all dies sieht, sich an sie erinnert (im schlafenden Zustand), während alle Sinne aufgehört haben zu arbeiten? Weißt du nicht, dass der Verstand mit Vernunft ausgestattet wurde, durch Mittel, durch die Allah sein Beweis (Hujja) einwandfrei feststellt?“.

    „Was ich in einem Traum sehe, ist so gehaltlos wie eine Fata Morgana, die aus der Ferne wie echtes Wasser aussieht, und von der Nähe betrachtet stellt sich heraus, dass es nur Sand ist“, sagte er.

     

    „Wie kannst du Vergleiche anstellen, wenn du in deinem Traum verschiedene Geschmacksrichtungen genießen kannst?“, befragte ich ihn.

    Er sagte: „Aufgrund der Tatsache, dass wenn ich mich einer Fata Morgana nähere, ich nur Sand vorfinde, und wenn ich aufwache, ich nichts von dem vorfinde, was ich im Traum gesehen habe“.

     

    „Nun, wenn ich dir über das, was dich im Traum erfreut oder beunruhigt hat, einen Beispiel gebe, wirst du dann an die Realität der Träume glauben?“, fragte ich.

    „Ja, warum nicht?“, antwortete er

     

    „Berichte mir“, sagte ich, „hast du jemals in einem Traum mit einer dir bekannten oder unbekannten Frau gelebt?“
    „Viele Male“, erwiderte er.

    „Hast du dann nicht das gleiche Gefühl empfunden, das durch die Befriedigung der sexuellen Begierde im wachen Zustand hervorgerufen wird, und werden nicht genau die gleichen Spuren hinterlassen?“, fragte ich.

     

    „Dies widerlegt das Argument mit der Fata Morgana, denn sie stellt sich als unecht heraus, sobald man sich ihr nähert, sie verschwindet einfach. Aber hier ist genau der Gegensatz der Fall, die Handlung im Traum hinterlässt Spuren um die Wirklichkeit der Gefühle zu beweisen“.

    „Der Träumer sieht die gleichen Dinge, die seine Sinne im Wachzustand miterlebt haben“, sagte er.

     

    Ich sagte: „Sehr gut, du bestärkst mein Argument, wenn du die Fähigkeit des Verstands anerkennst, Dinge zu begreifen und zu identifizieren, derer sich die Sinne (die nicht länger arbeiten) nicht entsinnen. Warum hast du zuerst behauptet, dass der Verstand auch nicht einmal mithilfe der Sinne und im Wachzustand diese Kraft besitzt, und dass es nur die Sinne sind, die all diese Dinge begreifen? Kannst du mir sagen, wer (wenn die Sinne ausgeschaltet waren) dem Verstand, der weder Ohren noch Augen hat, diese Kraft gegeben hat? Denn du hast zugegeben, dass es der Verstand war, der die Frau gesehen und die Freude ihrer Gesellschaft genossen hat, obwohl die Sinne nicht an der Arbeit waren?

     

    Es ist töricht, das Wissen des Verstands anzuerkennen, wenn die Sinne am Schlafen sind, und es abzulehnen, wenn die Sinne wach sind. Ein vernünftiger Mensch muss daran glauben, dass der Verstand der König und der Hauptverwalter der Sinne ist. Und egal wie töricht er sein mag, kann er sich doch nicht der Tatsache entziehen, dass die Hand weder das Auge herausziehen kann noch die Zunge abschneiden kann, noch kann irgendeines der Sinne über irgendein Körperteil verfügen ohne die Erlaubnis, die Anregung und den Behelf des Verstandes.

     

    Allah hat dem Verstand die Erhabenheit über den Körper gegeben, und der Körper kann nur mit dessen Kraft fühlen, sehen oder hören. Wenn der Verstand den Rückzug befiehlt, kann der Körper nicht voranschreiten und vice versa. Nur durch seine Intervention arbeiten die Sinne. Sie gehorchen seinen Befehlen. Wenn er es ihnen verbietet zu handeln, dann gehorchen sie sofort seinem Befehl. Es ist der Verstand, an dem Sorgen nagen und den Freuden aufheitern. Trotz des Verlustes oder der Störung eines der Sinne, bleibt der Verstand intakt. Wenn der Verstand jedoch nicht mehr funktioniert, erleiden die Sinne das gleiche Schicksal, die Augen sehen dann nicht mehr richtig und die Ohren verstehen nicht“

     

     

    Quelle: http://al-shia.de/ueberlieferungen/halila.htm