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    Hadith al-Halila (Teil 4)

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    – Imam Jaafar as-Sadiq (ع) widerlegt den Atheismus –
    übersetzt von Hessam K. und Hanan al-Maschat

     

    „Wenn du dein Versprechen erfüllen willst und der Wahrheit gegenüber gerecht sein willst, sage mir wie dieser Erfinder dazu kam, die Beschaffenheit jeder Heilpflanze zu erkennen. Nehmen wir an, er hätte sich das Wissen über alle Heilpflanzen in seinem Dorf angeeignet, oder sogar in ganz Persien. Aber kannst du dir vorstellen, dass er seine Forschungen und Untersuchungen überall auf der Welt weitergeführt hat und alle Früchte, Blätter und Wurzeln ausprobiert hat, um ihre Eigenschaften und Wirkungen an sich selbst zu testen?

     

    Kannst du dir vorstellen, selbst mit der Unterstützung anderer Wissenschaftler, dass er sich vollkommenes Wissen über die Pflanzenwelt in Persien angeeignet hat, indem er mit seinen Sinnen diese Pflanzen studierte, jenen Sinnen, die nichts über die Eigenschaften der Pflanzen und Bedeutung oder Unbedeutung der persischen Botanik wahrnehmen können. Wie wissen sie, dass diese und jene Pflanze unnützlich ist, wenn nicht ein Rezept da wäre, der die Myrobalane (Halila) aus Indien, Mastix aus Rom, Moschus aus Tibet, Zimt aus China, Weide aus der Türkei, Opium aus Ägypten, Aloe aus Yemen, Salpeter aus Armenien und weitere Zutaten aus verschiedenen Teilen der Welt enthält, die gemahlen und zusammengemischt und zu einer speziellen Medizin verarbeitet werden.

     

    Wie können sie von Persien aus wissen, dass diese Zutaten einzeln keine Wirkung erzielen? Woher kennen sie die Orte, an denen diese Zutaten hergestellt werden, wo doch sie so unterschiedlich in ihrer Art und Beschaffenheit sind und so weit voneinander wachsen – von manchen Pflanzen werden nur die Wurzeln, von anderen die Früchte, die Schale, der Extrakt, der Saft, das Fleisch bzw. Öl benutzt – manche werden innerlich und andere äußerlich angewendet, und noch dazu haben sie in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen, und die Menschen dieser verschiedenen Länder sind nicht immer freundlich zueinander, sind verschiedener Meinungen, Mentalitäten und Lebensweisen, die eine Nation will über die andere dominieren, sie schlachten und plündern und versuchen einander einzusperren: Es ist nicht immer einfach für einen Fremden, seine Untersuchungen fortzuführen. Wie wurde dieses Wissen gewonnen?

     

    Kannst du behaupten, dass die Person, die diese Wissenschaft erfunden hat, in jeder Ecke der Welt war, jede Sprache gelernt hat und jedes Land bereist hat? Dass sie in der Lage war, die Medizin von Ost bis West sicher und furchtlos zu erforschen, und dass sie nie krank wurde und nie Schwierigkeiten hatte und immer gesund und unversehrt blieb? Dass sie keine Fehler machte, sich nie verirrte und alle Länder fand, sich an alles Erlernte erinnerte, immer glücklich war und all ihre Forschungen in Bezug auf Herkunft, Beschaffenheit und Wirkungen von dessen was sie suchte beendete, trotz der verschiedenen Farben, Eigenschaften und Namen? Dass sie richtige Aufzeichnungen über jeden Baum, seine Herkunft, Geruch und Geschmack, seine Blumen und Früchte machte? Glaubst du wirklich, dass ein solches Unternehmen von einem Individuum unternommen und bewältigt werden kann, wenn du in Betracht ziehst, dass jede Medizin mindestens zwanzig verschiedene Beschaffenheiten hat?

     

    Erscheint es nicht als unmöglich, dass diese Person die Medizinwissenschaft, die Geheimnisse der Bäume, die genauer beobachtet werden müssen und die in verschiedenen Ländern wachsen, gelernt hat? Auch wenn wir ihr das zumuten wollen, wie gelangte sie zu dem Wissen, dass genau diese und jene Pflanze als Medizin angewendet werden kann, von der die Sinne nicht den blassesten Schimmer haben? Wie hat sie die bitteren, die süßen, die salzigen und die sauren Bäume auseinander halten können? Wenn du mir sagst, dazu hat sie die Einwohner der verschiedenen Länder befragt, wie ist sie denn überhaupt darauf gekommen, über Dinge zu fragen und zu sprechen, die ihr völlig unbekannt sind?

     

    Wie ist es ihr in den Sinn gekommen, dass sie diese Fragen jemandem bestimmten stellen muss? Und wie konnte sie zu einer zufrieden stellenden Schlussfolgerung kommen, trotz der vielen sozialen und politischen Barrieren und der verschiedenen Sprachen? Und auch wenn wir davon ausgehen, dass all diese Dinge erfüllt waren, woher kam das Wissen vom Schaden und Nutzen der Medizin? Warum bewirken jene Medikamente eine Heilung und andere eine Schädigung – ihre Beschaffenheit, ihr süßer und bitterer Geschmack, die Geschmeidigkeit derjenigen und die Härte der anderen?

     

    Wenn du mir sagst durch Nachdenken, dann sage ich dir das ist unmöglich, weil diese Dinge außerhalb der Reichweite der Sinne sind und durch reine Überlegungen nicht erfasst werden können. Und du kannst mir auch nicht sagen, dass er es durch Selbsttests herausgefunden hat, denn hätte er an sich selbst experimentiert, hätte er schon längst durch die giftige Wirkungen einiger Pflanzen sterben müssen, die er bis dahin nicht kannte. Und wenn du mir sagst, er reiste in alle Länder, lebte mit allen Gesellschaftsschichten zusammen, beherrschte ihre Sprache, an ihnen experimentierte, tötete hier und dort welche, ist es dennoch unmöglich die genaue Beschaffenheit einer Medizin zu erkennen, ohne viele Menschen zu töten.

     

    Und ist es möglich, dass jene Menschen es ihm erlauben, an ihnen weiterzuexperimentieren und mehr Menschen von ihnen zu töten. Und dennoch lass uns annehmen, dass durch irgendein Wunder sie ihm gehorchten und seine tödlichen Experimente duldeten, aber woher hat er die Gelegenheiten und die Zeit, um die verschiedenen Dinge zu mischen und ihre genauen Gewichtsanteile zu wissen. Wie erlernte er das notwendige Mengenverhältnis, um sie miteinander zu mischen? Keine Sorge, wir wollen auch hier davon ausgehen, dass er dieses Wissen dazu hatte. Woher kam das Wissen, dass eine Überdosis die Person, der es verabreicht würde, töten würde und eine Unterdosierung keine guten Wirkungen erzielen würde.

     

    Wir nehmen wieder an, dass er es schaffte, sich über all diese Dinge das Wissen anzueignen, in alle Teile der Welt reiste und das notwendige lange Leben hatte, um all dies zu machen, aber wie erwarb er das Wissen über die Dinge, die nicht zur pflanzlichen Welt gehörten? Du bist dir sicher darüber im Klaren, dass manche Arzneimittel wirkungslos und unrein bleiben, solange sie nicht mit der Gallenflüssigkeit bestimmter Tiere und Vögel auf Land und See vermischt werden. In diesem Fall, müssen seine Forschungen genauso abgelaufen sein wie mit der Pflanzenwelt.

     

    Also hatte er keine Alternative als die Tiere und Vögel der Welt zu erforschen, sie zu schlachten und ihre Galle zu untersuchen. Wir nehmen an, dass er seine Forschungen mit den Tieren und Vögeln dieser Welt beendet hat, es bleiben aber die Tiere der Meere. Um ihre Natur zu kennen, ist es notwendig in die Meere zu tauchen und sie zu erforschen, genauso wie er bei der Pflanzenwelt vorgegangen ist. Es macht nichts aus, wenn du all diese Dinge nicht weißt, aber du kannst nicht das Tatsache leugnen, dass die Meerestiere im Meer leben und um sie genau zu kennen, hätte er in die Meere tauchen und sie dort erforschen müssen. Sage mir jetzt, kann man mit Vernunft sagen, dass man über diese Dinge durch Erfahrung und Experimente das Wissen erlangte“.

     

    „Ich bin absolut sprachlos“, sagte er.

    „Ich werde es noch näher beschreiben“, sagte ich, „und dich von der Wahrheit überzeugen. Du weißt bescheid, dass aus den Gallen der verschiedenen Tiere kein Rezept zusammengestellt werden kann, solange sie nicht mit Wurzeln vermischt werden“.

    „Ja“, sagte er.

     

    „So sage mir doch“, fragte ich, „wie stellte er das exakte Gewicht der Medizin fest? Da du selbst Arzt bist, weißt du wohl nur zu gut, dass man z. B. vier hundert Mithqal (Gewichtseinheit) von einer bestimmten Schale oder Frucht braucht, und ein oder zwei Mithqal um ein Rezept zu mischen, manchmal einige Mithqals mehr und manchmal weniger, bis man ein zufrieden stellendes Rezept zusammengestellt hat. Gibt man einem Patienten, der an Durchfall leidet eine bestimmte Dosis von einer bestimmten Arznei, befreit diese ihn davon, und gibt man jedoch die gleiche Arznei in großer Dosis im Falle einer Kolik, so bewirkt sie eine gegenteilige Wirkung und wirkt abführend. Wie hat der Arzt die Wirkungen der Arzneimittel herausgefunden?

     

    Wie weiß er, dass eine Arznei sich auf den Kopf auswirkt und nicht auf den Fuß, obwohl es für eine Arznei leichter ist hinab- als hinaufzusteigen, und dass sie, wenn sie für die tiefer liegenden Glieder verabreicht wurde, sich nicht auf den Kopf auswirken wird, obwohl dieser näher an dem Mund ist und eher beeinflusst werden könnte? Das gleiche gilt für eine intravenös verabreichte Medizin z. B. am Arm, die jedoch für einen anderen Körperteil bestimmt ist. Als erstes gelangt diese Medizin in den Magen und von dort aus gelangt sie durch ihre Kraft zu den verschiedenen Teilen des Körpers.

     

    Wie entdeckte der Wissenschaftler, dass die für den Kopf bestimmten Wirkungen nicht die Hände, die Beine, die Lenden, den Bauch usw. erreichen. Wäre es für seine Sinne wirklich möglich gewesen, all diese Dinge zu wissen? Warum wirken sich Medikamente, die für einen Körperteil eingenommen wurden, nicht auf andere Körperteile aus? Wie wussten seine Sinne, dass eine bestimmte Medizin sich auf die Ohren auswirken und nicht auf die Augen? Warum heilen verschiedene Medikamente Krankheiten in verschiedenen Körperteilen? Und wie kamen die Sinne, die Vernunft oder die Einsicht dazu die Stellen der versteckten Körperteile zu kennen, die die Medizin erreichen soll, denn von außen betrachtet liegen die Blutadern in den Muskeln versteckt und sind durch die Haut bedeckt? Die Sinne selbst können sie nicht aufspüren“.

     

    „Was du sagst, ist mir bekannt“, sagte er, „jedoch vertreten wir Ärzte die Meinung, dass diejenige Person, die die Wissenschaft entdeckt hat, Autopsien an verstorbenen Patienten durchführte, deren Krankheit nicht geheilt wurde, und so die Blutaderlaufbahnen und Stellen ausfindig gemacht hat und die Spuren der Medikamente lokalisiert hat“.

     

     

    „Weißt du nicht, dass die innerlich eingenommenen Medikamente mit dem Blut durch den Körper zirkulieren und sich überall verbreiten?“, fragte ich.

    „Ja, ich weiß“, antwortete er.

     

     

    „Weißt du nicht, dass das Blut einer gestorbenen Person dicker wird?“, fragte ich wieder.

    „Ja, das stimmt“, antwortete er.

     

     

    „Wie konnte der Arzt dann die Medizin nachprüfen, wenn sie sich mit dem Blut vermischte, denn so waren alle Spuren mit Sicherheit verloren gegangen, und in so einem Zustand kann keine richtige Analyse gemacht werden?“

    „Ich bin am Ende meiner Weisheit angelangt“, sagte er.

     

     

    „Und sage mir doch auch, wie konnten die Menschen die nützlichen Wirkungen der Wurzeln und Pflanzen, die sie erforschten, in Erfahrung bringen und die Stellen, an denen sie wirken? Wie lernten sie diese zu analysieren und zusammenzumischen, ihre jeweiligen Gewichtsanteile festzulegen und die Notwendigkeit von Galle und Steinen in bestimmten Arzneimitteln herauszufinden?“

     

    „Du hast das Thema mit so einer Genauigkeit beschrieben, dass ich weder eine Vorstellung noch eine Ahnung habe, wie ich deine Fragen richtig beantworten soll. Da diese Rezepte sich nicht von selbst erfunden haben, wurden sie mit Sicherheit durch jemand anderen erfunden und dieser Jemand muss sich ein gründliches Wissen über die Beschaffenheiten und Eigenschaften der Elemente, die er in dieser Ordnung aufstellte, angeeignet haben. Kannst du mir freundlicherweise erklären, wie die Menschen in der Lage waren, über die für ihre Gesundheit nützlichen Arzneimittel zu erfahren und wie sie diese Dinge in jedem Teil der Welt untersuchen konnten?“

     

    „Da du mich gebeten hast, es dir zu erklären, so werde ich es so veranschaulichen und ausführlich beschreiben, dass du den Erfinder der Medizin leicht erkennen wirst, der die verschiedenen Arten von Pflanzen und Früchten erschaffen hat. Und wer den Körper und die Blutadern gemacht hat, die die Medizin an die betroffene Stelle transportieren“, sagte ich.

    „Ich wäre sehr froh, wenn du das tust“, sagte er.

     

    „Stelle dir vor, ein bestimmter Mensch hat einen Garten bepflanzt und ihn mit einer Mauer umzäunt, um ihn vor äußeren Schäden zu bewahren. Glaubst du nicht, dass er als Besitzer jeden Baum darin und seine Stelle kennt? Nach einer Weile tragen die Bäume Früchte und auch jede kleinste Pflanze erblüht. Es kommt nun dazu, dass du dahin gehst und den Besitzer darum bittest, dir bestimmte Früchte und Pflanzenwurzeln zu bringen. Der Besitzer tut es. Wärst du in diesem Fall nicht überzeugt davon, dass der Besitzer geradewegs zu der genauen Stelle hingehen würde, an denen die gewünschten Früchte und Wurzeln wachsen, da er genau weiß wo sie sich im Garten befinden? Du weißt, er würde keine Zeit daran verschwenden, zu erraten wo sie genau sind“.

    „Ja“, antwortete er, „er würde zweifellos die Stellen leicht finden“.

     

    „Wenn der Besitzer stattdessen aber dich auffordert selbst in den Garten zu gehen und die gewünschten Pflanzen zu pflücken, könntest sie direkt finden ohne ernsthaft hier und dort nach ihnen zu suchen?“

    „Das könnte ich nicht ohne die richtigen Stellen vorher zu kennen“, sagte er.

     

     

    „Stelle dir vor, du hättest diese Stellen mit Mühe und Anstrengung gefunden und jeden Baum abgetastet und geprüft bis du den gewünschten Baum gefunden hättest. Wenn dir jedoch nicht gelingen würde, den Baum ausfindig zu machen, würdest du mit leeren Händen zurückgehen müssen“.

    „Ich wüsste nicht wie ich die Stelle eines Baumes finden sollte, wenn ich nicht seine genaue Position kennte“, sagte er.

     

     

    „Angesichts der Hilflosigkeit deiner Sinne dich zu leiten, sagt dir dein Verstand sicherlich, dass derjenige, der diesen großen Garten gepflanzt hat, der sich von Osten nach Westen ausstreckt und von Norden nach Süden, es dem weisen Menschen, von dem du annimmst er habe die Wissenschaft der Medizin erfunden, beigebracht haben muss. Leuchtet es dir nicht ein, dass Er die Namen der Arzneimittel und der Städte, in denen sie gefunden werden können, dem weisen Menschen gezeigt hat, und dass Er als Besitzer (wie am Beispiel des Gartenbesitzers gezeigt) über die Orte der Pflanzenwelt genauestens bescheid weiß. Es ist vernünftig anzunehmen, dass Derjenige, Der die exakten Stellen der im Garten wachsenden Bäume gelehrt hat, Derselbe ist der sie gepflanzt hat, und auch Derselbe der ihre Nutzen und Schäden und ihre Gewichte gelehrt hat“.

    „Deine Argumentation scheint einwandfrei zu sein“, sagte er.

     

     

    „Wenn der Erschaffer des menschlichen Körpers mit seinen Nerven, Adern und Eingeweide, durch die die Arzneimittel von Kopf bis Fuß fließen, nicht der gleiche wäre wie der Erschaffer dieses Gartens, hätte dieser Erschaffer von der Existenz der Bäume und Pflanzen gewusst und dieses Wissen über ihre Mengenanteile in der Medizin und ihre Notwendigkeit für das Wohlergehen des Menschen dem Menschen mitgeteilt? Würde dieser Erschaffer wissen, dass solche und jene Arzneimittel besonders nützlich bei bestimmten Krankheiten sind und solche und jene Wirkungen auf bestimmte Nerven haben?“, fragte ich.

    „Wie könnte er diese Dinge wissen?“, sagte er.

     

     

    „Diese Dinge werden nicht mithilfe der Sinne erfahren. D.h. wenn der Mensch von diesen Dingen Kenntnis hat, dann muss Er das den Menschen beigebracht haben, Er, der den Garten der Erde erschaffen hat, denn nur Er kann über die Wirkungen und Eigenschaften der Dinge bescheid wissen, die Er erschaffen hat.

     

    Kann man dann nicht daraus folgern, dass die Welt der Pflanzen und Lebewesen den ein und denselben Schöpfer haben? Wenn zwei Schöpfer existieren würden, einer für die Menschen und ihre Leiden und der andere für die Pflanzenwelt, würde der erstere nicht über die Krankheiten und die dafür vorgesehene Medizin bescheid wissen, und gleichermaßen würde der andere nicht wissen, welche Medizin durch welche Pflanzen und Bäume gemacht würden. Wenn der Schöpfer jedoch der gleiche ist, würde es leicht für ihn sein, die Medizin für bestimmte Krankheiten zu kennen. Er würde vollkommene Kenntnis über die Eigenschaften der Medizin besitzen, ihren exakten Gewichtsanteilen und Wirkungen auf den Körper – ob sie eine heilende Wirkung auf das Gehirn, auf den Fuß oder irgendein anderes Organ des menschlichen Körpers haben. Da Er der Schöpfer von beiden ist, hat Er das Wissen über beide“.

    „Du hast vollkommen Recht, gäbe es zwei verschiedene Schöpfer, wäre der eine unwissend gegenüber dem Wissen des anderen“, sagte er.

     

    „Dann ist Derjenige, der den weisen Menschen, den du als den Erfinder der Wissenschaft betrachtest, gelehrt hat und diese Wissenschaft gegründet hat, Er ist der Erschaffer des Gartens dieser Welt. Er erschuf den menschlichen Körper. Er informierte den weisen Menschen (der Prophet Luqman oder Dawuud (David) war) über die Eigenschaften aller Pflanzen und Bäume, ihren Orten und Umgebungen, über ihre Merkmale wie Blätter und Blattadern, ihrer ölhaltigen Äste, Rinden und Früchte. Er lehrte ihm den Gebrauch und die Eigenschaften der Medizin und die anzuwendende Menge. Er erschuf all die Tiere und Vögel der Welt mit ihren Gallen, die auch für die Medizin notwendig sind.

     

    Wenn der Schöpfer der Vögel und Tiere ein anderer gewesen wäre als der, der den Menschen und die Pflanzenwelt erschuf, würde er nie die Wirkungen der Gallen kennen, noch wissen welche zusammen mit der Pflanzenmedizin gemischt werden sollen und welche nicht. Da Er aber der Schöpfer von allen ist, kennt Er ihre Wirkungen, Eigenschaften und Namen und dieses Wissen gab Er weiter an den weisen Propheten. Auf diese Weise hat der weise Mensch von den Nutzen und Schäden der Medizin aus dem Pflanzen- und Tierreich erfahren. Der Mensch hätte es auf keine andere Weise herausgefunden. In Wirklichkeit muss es ein Prophet oder ein Apostel gewesen sein, der durch den höchst erhabenen, allwissenden, glorreichen Gott des Universums gelehrt wurde“.

    „Was du sagst ist absolut richtig“, sagt er, „vor deiner Beredsamkeit verliert jede Argumentation zugunsten der Sinne und der Erfahrung ihre Bedeutung“.

     

    „Da du soviel eingesehen hast“, sagte ich, „lass uns einen Schritt weiter gehen und mit unseren Sinnen erörtern, ob es für Ihn, der den Garten der Welt pflanzte und die Tiere der Welt für den Nutzen der menschlichen Rasse erschuf, angebracht wäre, diese Dinge überall hin zu verstreuen und sie einer anderen Person zueigen zu machen als Ihm selbst, wenn Er das getan hätte, hätte Er keinerlei Experimente mit seinem Eigentum machen können und sich die Erlaubnis des anderen holen müssen. Denkst du nicht auch so?“

    „Ja“, antwortete er. „Die Erde, auf der dieser Garten gepflanzt wurde, muss auch durch Denjenigen erschaffen worden sein, der den Garten, die Pflanzen, die Bäume und die Tiere erschuf“.

     

    „Du glaubst die Erde gehört Ihm, aufgrund ihrer engen Beziehung zu den anderen Geschöpfen, die Ihm gehören? Bist du dir auch dessen bewusst, dass dieser herrliche Garten, der den Menschen, die Tiere und die Bäume mit all den anderen Kreaturen beinhaltet, der gesund bleiben muss, bewässert werden und mit Leben verleihendem Wasser aufgefrischt werden muss?“

    „Ja, keiner dieser Kreaturen kann ohne Wasser leben“, antwortete er.

     

    „Würdest du nicht sagen, dass der Erschaffer des Gartens mit all seinem Inhalt, nicht der Erschaffer des Wassers ist, und dass die Existenz des Gartens, den Er erschuf, nicht von dem Wohlgefallen Desjenigen abhängt, der das Wasser erschuf. Wer kann den Regen stoppen, wenn Er es auswählt?“

     

    Er antwortete: „Es ist unmöglich an die Existenz zweier Schöpfer zu glauben, einer für den Garten und ein anderer für das Wasser. Ich bin mir sicher, dass es ein Schöpfer für beide gibt, und es ist derselbe, der die Berge erschuf, die die Quelle großer Flüsse und fließenden Wassers sind. Wäre diese Bewässerung von jemand anderem, wäre dieser Garten mitsamt Inhalt verblüht und ausgestorben. Derjenige, der den Garten erschuf, muss erst das Wasser erschaffen haben, weil er wusste, dass dieser für die Erhaltung des Gartens in bestem Zustand notwendig ist“.

     

    „Gäbe es kein Wasservorrat, der zum Garten fließt, um ihn bei Bedarf aufzufrischen, glaubst du nicht, dass dieser zugrunde gegangen wäre, denn du hast sicherlich gehört, dass dieser viele Male an Wassermangel gelitten hat?“, fragte ich.

    „Doch“, antwortete er, „ich frage mich gerade, ob irgendjemand gebraucht wird, um all diese Dinge zu regeln. Das Gesetz der Natur mag wahrscheinlich heißen, dass das Wasser immer ohne Unterbrechung fließen muss“.

    „Du hast zugegeben, dass trotz der Ozeane und ihr Wasservorrat, der Garten ausgetrocknet und unfruchtbar geworden sein könnte“.

    „Ja“, sagt er.

     

    „Gut“, sagte ich, „ich möchte dich davon überzeugen, dass der Schöpfer der Ozeane der gleiche wie der der Erde ist, und dass die Ozeane ein richtiger Speicher sind, in den die Ströme und Flüsse ihre überschüssige Energie bei Bedarf eingießen. Und auch dass Er in den Ozeanen viele gute und nützliche Dinge erschuf“.

    „Nur zu“, sagte er, „du hast mich ja bereits hinsichtlich vieler Dinge überzeugt“.

     
    „Bist du dir dessen bewusst, dass alles überschüssige Wasser durch das Meer eingesammelt wird?“

    „Ja“, antwortete er.

     

    „Hast du jemals gehört, dass die Quantität des Meers an einem Überfluss an Regen zugenommen hat, oder abgenommen hat durch zu starke Hitze oder Dürre?“, fragte ich.

    „Nein“, antwortete er.

     

    „Sagt dir deine Vernunft nicht, dass der Gott, der den Garten erschuf, derjenige war, der die Ozeane erschuf, und dass Er eine Grenze für diese Ozeane festgesetzt hat? Der Beweis, der zugunsten meiner Argumentation spricht ist folgender: Wären diese großen Berge wie Wellen, die aus dem Meer heraus entstehen, nicht eingeschränkt, ein bestimmtes Limit zu überschreiten, hätten sie den ganzen Garten der Welt überschwemmt haben können. Wir stellen fest, dass trotz ihrer geballten Energie und Ladung eine fixe Grenze gibt, bei deren Erreichung die Energie und Ladung erschöpft werden“.

    „Ja, du hast Recht. Das Wunder dieses Phänomens bestärkt deine Argumentation“, sagte er.

     

    „Ich werde näher auf dieses Thema eingehen“, sagte ich, „und dich von der Beziehung der verschiedenen Geschöpfe zueinander überzeugen. Diese Beziehung wird dir zeigen, dass das Universum das Werk eines Allmächtigen, Allwissenden und Allgegenwärtigen Allahs (Gottes) ist. Dir ist sicher bewusst, dass nicht alle Gärten durch Flüsse und Ströme bewässert werden und dass viele Gemüse, Bäume und Pflanzen durch Regen, das vom Himmel fällt, mit Wasser beliefert werden, und dass alle Tiere, die diese Gegenden bewohnen, auch auf das Wasser vom Regen angewiesen sind“.

    „Bestimmt“, sagte er.

     

    „Weisen deine Sinne, von denen du behauptest, sie seien das perfekte Mittel, mit dem wir zu Wissen gelangen, dich nicht darauf hin, dass die Regewolken das Wasser zu Orten tragen, an denen Ströme und Flüsse nicht vorhanden sind? Wären diese Wolken die Schöpfung eines anderen als Er, der den Garten erschuf, hätte dieser andere die Versorgung mit Wasser zu jeder Zeit stoppen können, und der Besitzer des Gartens wäre stets in Sorge über das Wohlergehen seines Gartens gewesen“.

     

    „Du hast tatsächlich Recht“, sagte er. „Es gibt eine perfekte Beziehung zwischen jedem und allem dieser Welt. Es wäre unsinnig zu sagen, dass der Schöpfer des Gartens, dessen Inhalt und des dafür notwendigen Wasservorrats nicht der gleiche wie der Schöpfer des Himmels und der Wolken wäre. Er muss der gleiche sein, um seinen Garten zu bestimmten notwendigen Zeiten zu bewässern, damit sein Garten nicht ausstirbt. Ich möchte, dass du weiter das Thema ausdiskutierst, damit jegliche Zweifel von meinem Kopf beseitigt werden und ich von der Wahrheit absolut überzeugt bin“.

     

    „Inshallah, mit Gottes Wohlgefallen werde ich dich davon überzeugen, dass die Dinge dieser Welt von einem weisen Schöpfer erschaffen wurden. Ich werde dich anhand dieser Myrobalane (Halila) überzeugen und dir ihre Beziehung zu den Dingen des Gartens und der Himmel beweisen“.

    „Ich kann mir kaum vorstellen, dass du mithilfe dieser Myrobalane imstande bist, all meine Zweifel zu beseitigen“, sagte er.

     

    „Ich werde dir davon ausgehend die Stabilität der Schöpfung, der Atome und Bestandteile, die eine perfekte Entwicklung durchmachen, zeigen. Und anhand der ersten Beziehung dieser Myrobalane zu ihren Wurzeln und Ästen werde ich dir die Abhängigkeit einer Sache von der anderen beweisen und die enge Beziehung der Himmelskörper zueinander“.

    „Wenn du diese Dinge beweist, dann werde ich keine Zweifel mehr haben“, sagte er.

     

     

    „Du musst wissen, dass die Myrobalane von der Erde springt und ihre Fasern sich zu einer starken Wurzel sammeln, die einen Stängel bilden. Der Stängel hat Äste und die Äste haben Zweige und die Zweige sind mit perlenartigen Knospen versehen, von denen aus Blätter hervor scheinen, und all diese Dinge formen eine Bedeckung, um alle Knospen, Blüten und Früchte vor der Härte, der Kälte oder Hitze zu beschützen.

     

    „Es bleiben keine Zweifel in meinem Kopf bestehen, dass die Myrobalane in ihrer Vollkommenheit und Beziehung zum Ort, an dem sie wächst, zu ihren Wurzeln und Blättern für mich Zeuge sind, dass es nur einen Schöpfer gibt, und dass er keinen Partner (sharik) hat. Denn seine Schöpfungen stehen zueinander in Beziehung und in Harmonie“.

     

    „Ferner werde ich dir beweisen, dass die Ursache und Notwendigkeit dieser Schöpfungen und die gegenseitige Abhängigkeit voneinander von der Weisheit (hikma) und Existenz Gottes zeugen“.

    „Ich würde nicht länger zögern“, sagte er.

     

     

    „Hör mir zu, weißt du, dass die Myrobalane auf die Erde angewiesen ist und die Erde auf die Wirkungen von Hitze und Kälte auf das Wetter, und das Wetter auf den Wind, und der Wind auf die Wolken, und die Wolken auf den Regen, und der Regen auf die Jahreszeit und die Jahreszeit auf die Bewegung von Sonne und Mond, und Sonne und Mond auf die Rotation des Himmels und der Himmel auf die Atmosphäre zwischen Himmel und Erde? Sicherlich, diese Abhängigkeiten und Beziehungen der Schöpfungen sind selbst Zeugen der wunderbaren Weisheit und des Geschicks Gottes. Ihre gegenseitige Beziehung ist so eng, dass keines dieser Schöpfungen ausfallen kann, und wenn eines von ihnen auch nur für einen Moment ausfällt, würde die ganze Schöpfung Erde und das dazugehörige System zerstört werden“.

     

    „Was du da sagst ist richtig“, sagte er. „Aber die Schöpfung, die du nicht mit erwähnt hast, dürfte nicht so eine innige Beziehung zum Universum haben“.

    „Welche Schöpfung meinst du?“, fragte ich.

    „Es ist der Mensch, den du nicht erwähnt hast“, antwortete er.

     

    „Weißt du denn nicht, dass diese Dinge in einer äußerst engen Beziehung zu dem Menschen stehen? Gott hat all diese Dinge zu seinem Nutzen erschaffen“, sagte ich.

    „Kannst du mir hierfür einen zufrieden stellenden Beweis liefern“, fragte er.

     

    „Warum nicht“, antwortete ich. „Ich werde es dir so einwandfrei beweisen, dass du danach die Tatsache, dass die Welt und alles darin für den Gebrauch und Nutzen des Menschen ist, selbst bestätigen wirst“.

    „Sag mir wie?“, fragte er.

    ……

     

     

    Quelle: http://al-shia.de/ueberlieferungen/halila.htm