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    Hadith al-Halila (Teil 5)

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    – Imam Jaafar as-Sadiq (ع) widerlegt den Atheismus –
    übersetzt von Hessam K. und Hanan al-Maschat

     

    „Er erschuf den Himmel oberhalb als ein Dach für ihn (den Menschen), wäre er niedriger oder gerade mal über seinen Kopf, hätte er gelitten. Die Sonne hätte ihn bis zum Tode verbrannt. Die Sterne erschuf er als Orientierungshilfe für ihn, wenn er bei Nacht über Meer oder Land reist, und andere dienen ihm zur Berechnung von astronomischen Gegebenheiten, und um die Unfähigkeit der Sinne zu beweisen, alles wissen zu können“, sagte ich.

     

    Sie sind lebende Zeugen über die Existenz des allmächtigen Gottes, der dem Menschen diese Wissenschaft gelehrt hat. Denn so eine Wissenschaft kann nie mithilfe der Sinne entdeckt werden, und das ungelehrte hätte für immer unbekannt geblieben: „Oh Du Großartiger (Adhim) und Allmächtiger (Jabbar), wie fabelhaft sind Deine Schöpfungen“. Er erschuf die Sonne und den strahlenden Mond als Leuchten. Sie schweben im Himmel mit einer wunderbaren Geschwindigkeit. Er ließ sie ordnungsgemäß leuchten. Ihr Erscheinen und Verschwinden verursacht die Jahreszeiten. Auf sie basieren die Berechnungen der Jahre, Monate und Tage, so dass der Mensch zu seinem Nutzen Gebrauch davon machen kann.

     

    Er arbeitet bei Tage und ruht bei Nacht. Würden Tag und Nacht gleich sein, so dass der Tag nicht zur Nacht wird und die Nacht nicht zum Tag, könnten die Menschen in ihren Angelegenheiten keine Fortschritte machen. Er der weiseste und geschickteste Schöpfer erschuf den klaren und hellen Tag für Arbeit, und die dunkle Nacht für Ruhe und Erholung. Er ordnete Hitze und Kälte ein – zwei gegensätzliche Wirkungen und dennoch beide nützlich. Gäbe es nur Hitze oder Kälte, könnte nichts am Leben bleiben. Die Gärten würden dahinschwinden mit all den Wesen, die darin leben, denn all diese Dinge stehen in Zusammenhang mit der Luft, die im Umlauf ist. Die Kälte prüft exzessive Perspiration und die Hitze hebt die schädlichen Wirkungen der Nahrung für den Körper auf und trägt aktiv zu seiner Bearbeitung bei – wenn der Körper trocken wird, wird Feuchtigkeit produziert und wenn er feucht wird, wird die Feuchtigkeit durch die Hitze absorbiert.

     

    Auf die gleiche Weise absorbieren die Wolken oder geben heraus; du siehst wie der Regen in proportionierter Menge entsprechend dem Bedarf der Welt herabfällt. Wenn dies nicht so wäre, würde die ganze Welt Gefahr laufen zerstört zu werden. Gott sendet der Erde, den Teppich, auf den der Sohn Adams läuft oder die Wiege, in der er schläft, regelmäßig Regen. Gott begründete die Welt aufrecht für ihn – die Berge sind die Gewichte und aus ihnen fließen die Flüsse, um die Welt mit Wasser zu versorgen – ohne diese Wasserströme wäre die Erde trocken geblieben und die Leute wären in ärmlichen Verhältnissen. Er erschuf die Meere, über die der Mensch reist. In diesen Meeren gibt es Geschöpfe, von denen manche dem Menschen Nahrung und Zierden geben, mit denen sich der Mensch schmückt.

     

    Die Welt als Ganzes und die durchgehende einheitliche Gestaltung zeugen deutlich von einem Schöpfer des Ganzen. Denn nirgendwo besteht ein Kontrast und Unterschied in der Meinung, die notwendigerweise entstehen müssten im Falle der Existenz eines anderen Schöpfers. Der Himmel produziert Dinge für den menschlichen Nutzen und die Erde ebenfalls. Es gibt Gemüse, frische Trauben, Körner, Datteln, grüne Gärten, Früchte und Weiden geschickt für den Gebrauch und zur Freude des Menschen entworfen. Die Tiere und viele andere zweckmäßige Schöpfungen wurden von Gott für den Menschen erschaffen. Sie sorgen für seine Aufrechterhaltung und sein Wohlergehen.

     

    Du musst beachten, dass es zwei unterschiedliche Lebensarten gibt auf der Welt. Die eine ist die Generierung und die andere ist die Produzierung. Die eine ist gemacht, um zu essen und die andere um gegessen zu werden und beide Schöpfungen müssen notwendigerweise gleich sein. Denn Er, Der den menschlichen Körper gebildet hat, Der kennt auch die passende Nahrung für ihn. Er gründete den Appetit, der nach Nahrung verlangt, den Magen, der verdaut, die Stoffe liefert und das Blut regeneriert. Er stattete den Körper mit den Eingeweiden aus, durch die der Ausschuss und die Wirkstoffe durchgehen. Wäre der Schöpfer des Menschen ein anderer als der der Nahrung, hätte er keinen Appetit begründet, der nach der Nahrung des anderen Schöpfers verlangt, noch hätte der andere Schöpfer gewollt, dass seine Schöpfungen gegessen werden.

    Er sagte: „Durch deine Redegewandtheit hast du mich dazu gebracht, ohne zu zögern zu erklären, dass der Schöpfer für all diese Dinge der ein und derselbe ist. Er ist der einzig weise, barmherzige, allmächtige und allwissende Gott.

     

    Ich lobe und preise Ihn. Aber an einer Sache habe ich noch Zweifel. Sind die tödlichen Gifte, die den Menschen umbringen und die Geschöpfe beschädigen von Ihm erschaffen?“

    „Ist dir nicht klar, dass das Gift von Gott erschaffen wurde?“, fragte ich.

    „Na ja, ich verstehe nicht, warum Er schädliche und schlechte Dinge erschaffen hat. Solche schlechten Dinge sind weit von seiner Natur, denn Er möchte doch nicht seine eigene Schöpfung beschädigen“, antwortete er.

     

    „Ich werde dir immer noch anhand dieser Halila und die medizinische Wissenschaft erklären und beweisen, dass solche dem Anschein nach schädlichen Dinge für den Menschen in Wirklichkeit nicht so sind. Kennst du irgendwelche Pflanzen, die für den Menschen absolut unbedenklich sind?“, fragte ich.

    „Ja“, antwortete er.

     

    „Welche sind es?“

    „Jene, die der Mensch täglich als Nahrung aufnimmt“, sagte er.

     

    „Glaubst du, dass die Nahrung manchmal eine Änderung der Farbe des Körpers verursacht, und verschiedene Gebrechen, wie Lepra, Schwindsucht oder Gelbsucht?“

    „Ja“, sagte er.

     

    „Dann war deine vorangegangene Antwort nicht richtig“.

    „Ja, tatsächlich“, sagte er.
    „Kennst du Wurzeln, die keine Nutzen für den Menschen haben?“, fragte ich.

    „Ja“, antwortete er.

     

    „Welche sind es?“, frage ich.

    „Es sind …(hier bleibt eine Lücke, da die Worte im Originaltext nicht vorhanden sind).

    „Aber weißt du denn nicht, dass diese Wurzeln zusammen mit anderen Stoffen gemischt Lepra und Schwindsucht heilen? Ich denke, das weißt du. Kannst du mir die Pflanzen nennen, die als Gegenmittel für Gift wirken?“

     

    „Hat nicht ‚Tiryak’ solch eine Wirkung?“, fragte ich.

    „Ja“, antwortete er, „’Tyriak’ ist der König aller Medizin. Er wird bei Schlangebissen, Wespen- oder Ameisenstichen verwendet, oder wenn ein Gift innerlich eingenommen wurde“.

     

    „Weißt du nicht, dass Gifte auf zwei Arten verabreicht werden, und zwar einmal zur äußeren Anwendung und auch zur inneren Einnahme, und dass dieser Tiryak zusammen mit dem Fleisch der giftigsten Schlangen und durch ein spezielles Destillationsverfahren vorbereitet wird?“, fragte ich.

    „Ja“, sagte er, „ich liege wieder falsch, denn Tiryak Dosierungen taugen nur dann als wirkungsvolles Gegengift, wenn es so vorbereitet wird, wie du beschrieben hast.“

     

    „Also, dann ist nichts wirklich böse bzw. schlecht ist, das von Gott erschaffen wurde, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen könnte“, sagte ich.

    „Jetzt bezeuge ich, ‚La-ilah illa-allah, wahdahu la sharika lahu (Es gibt keinen Gott außer Gott, er ist allein und hat keinen Partner), und bezeuge, dass Er sowohl all die (scheinbar) schädlichen als auch die guten Dinge erschaffen hat. Die Himmelskörper, die Wolken und der Wind reguliert Er. Die Krankheiten und die Medizin sind von Ihm. Er kennt die menschlichen Körper genau – seine Gebrechen und seine Heilmittel. Genauso kennt Er die menschliche Seele. Er machte die Sterne, die das Schicksal des Menschen bemessen. Es gibt eine Einheit im Entwurf und keinen Widerspruch. Das ganze Universum spricht in Harmonie von einem Gott. Erzähle mir jetzt etwas von Ihm, wieso nennt ihr Ihn Awwal der Erste, ‚Akhir‘ der Letzte, ‚Khabir‘ der Allwissende und ‚Latif‘ der Feine?“

     

    „Er ist ‚Awwal‘ weil Er frei von jeder Art von qualitativen Zuständen wie Hitze, Kälte, Härte, Weichheit, etc. ist. Er ist ‚Akhir‘ weil er kein Ende hat. Es gibt keinen nach Ihm. Er erschuf das Universum ohne die Hilfe von jemandem. (Er erschuf aus absolut nichts, keine Sache war erforderlich. Sein ‚Amr‘ (Befehl) erteilte Er, und das Universum war in Existenz). Er erschuf ohne die kleinste Anstrengung oder Überlegung. Er braucht keine Kondition um zu erschaffen, denn die Konditionen selbst wurden durch Ihn erschaffen. Wir nennen Ihn ‚Awwal‘ weil er keinen Anfang hat. Er ist von aller Ewigkeit. Er hat keinen der Ihm in der Macht gleicht, noch einen selbst existierenden Gegner, noch irgendjemanden, der Ihm in einer seiner Eigenschaften gleich. Er wird nicht durch die Sinne erkannt (denn die Sinne können nur erschaffene Dinge erfassen). Er wird nur durch seine Schöpfung erkannt – dem wundervollen Phänomen, dessen Existenz auf eine große Weisheit hinweist. Er ist Gott, der Höchste und Erhabenste – tabaraka-wa-ta’ala“.

    „Warum nennt ihr Ihn ‚Qawi‘, der Mächtigste?“, fragte er.

     

    „Wir nennen Ihn ‚Qawi‘ weil Er sehr gewaltige und starke Dinge erschaffen hat wie die Erde, die Berge, Meer und Sand, sich bewegende Dinge wie der Mensch und die Tiere, Wolken und Wasser, Sonne, Mond und Sterne. Das Ausmaß ihrer Größe, ihrer Freigebigkeit und ihres Feuers, das Kreisen und die Majestät des Reichs des Lichthimmels, mitsamt den Wundern der Erde sind auf erschreckende Weise großartig. Diese Anzeichen seiner Macht führen uns zu Seiner Kenntnis. Wir nennen Ihn nicht ‚Qawi‘ aufgrund der Kraft der Dinge, die Er erschuf. Er ist in keiner Weise mit den erschaffenen Dingen zu vergleichen, denn ihre Eigenschaften lassen entweder nach oder wachsen, ihre Kraft hängt von anderen existierenden Dingen, und sie sind nicht von ewiger Dauer in Anbetracht ihrer mangelhaften Großartigkeit. Wir nennen Ihn ‚Adhim‘ – der Großartige – und ‚Kabir‘ – der Große, und nicht zu vergleichen mit irgendeiner irdischen Großartigkeit. Wir sagen zu einem Baum groß, und wir sagen zu einem Ringer stark, aber dies gibt uns keine Vorstellung von der Großartigkeit Gottes und seiner Stärke“.

    „Wie kommt es, dass Er sich im heiligen Buch des Koran Sami’ – der Hörende, und Basir – der Sehende, und ’Aliem – der Wissende nennt?“, fragte er.

     

    „Aus dem Grund, dass nichts vor Ihm verborgen ist – weder eine Handlung noch irgendwelche Gedanken. Er ist Basir, da seine Beobachtung über das Universum hinausgeht. Er ist Sami’, weil Er das Geflüster eines jeden Menschen hört. Er hört die Geheimnisse jedes Flüsterns – keine drei Personen sind zusammen und Er ist der vierte unter Ihnen, usw. Er hört das Geräusch einer Ameise, die sich auf dem Gestein fortbewegt, die Geräusche von unhörbaren Vögeln, die in der Luft fliegen. Nichts entgeht seiner Kenntnis, ob sichtbar oder unsichtbar, fühlbar oder nicht fühlbar, Er weiß über alle Dinge bescheid.

     

    Er ist Sami’, nicht weil er mit Ohren hört wie wir Erdenbewohner, denn Er hat weder Ohren noch Augen. Er ist ’Aliem, denn nichts ist ihm unbekannt, sei es ein Faden tief in der Erde oder über den Himmel, sei es nah oder weit. Er hat Kenntnis von allen Dingen bevor sie in die Existenz kommen. Er ist ’Aliem, doch sein Wissen wird nicht wie beim Menschen mit Hilfe der Sinne erworben. Seine Attribute sind seine Essenz. Er ist frei von allen menschlichen Attributen, pur und rein. Diese Eigenschaften des Hörens, Sehens und Wissens (Sam’a, Basar und Ilm) dürfen dir nicht ein irdische Vorstellung von Gott geben. Er ist weit erhaben über seine Schöpfungen, heilig und pur, und seine Namen sind auch heilig“.

     

     

    „Du hast es mir sehr deutlich erklärt, dennoch möchte ich, dass du es mir auf eine Weise erklärst, dass ich auf alle Fragen, die mir gestellt werden, gut antworten kann. Ich möchte dieses Thema studieren, so dass ich in der Lage bin, Atheisten und ihre Skepsis in Frage zu stellen oder zu widerlegen und darüber hinaus denjenigen, die nach der Wahrheit suchen, nützlich zu sein und den Grund, auf den die aufrichtigen Gläubigen stehen, zu verfestigen. Warum wird Er ‚Latif‘ – der Feine genannt?“

     

     

    Ich sagte: „Er ist ‚Latif‘, weil jedes seiner Schöpfungen bis auf die kleinsten, manchmal so klein, dass sie für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, Feinheit und vollendete Perfektion bis in kleinste Detail aufweisen. Manche kleinen Geschöpfe wie die Mücke oder die Ameise sind was das Geschlecht, Zustand oder Alter anbetrifft nicht zu unterscheiden – wenn man beobachtet, dass diese Wesen trotz ihrer außerordentlich kleinen Größe einen bestimmten Scharfsinn, Wünsche, Leidenschaften, Angst vor dem Tod haben, ihre Jüngeren lieben und ihre Freunde wieder erkennen, wenn wir sehen, dass andere Geschöpfe, die verschiedene Orte bewohnen – Himmel, Meer, Wälder oder Häuser – mit all ihren zugehörigen Eigenschaften wie bei den Ameisen, nennen wir Ihn voller Bewunderung und in Verehrung ‚Latif‘ – der Schöpfer von feinen und minuziösen Geschöpfen, so wie wir Ihn ‚Qawi‘ nennen, weil Er mächtige und starke Dinge erschuf“.

     

    „Was du mir erklärt hast, ist sehr deutlich, aber wie kann es dann dem Menschen möglich sein, auf sich selbst die Eigenschaftsnamen Gottes anzuwenden?“, fragt er.

     

    „Weil Gott, der heiligste und höchste es nicht untersagt hat. Menschen sagen zu bestimmten Dingen ein und sagen zu Gott auch ein. Sie nennen einen Menschen Künstler und Gott ist auch ein Künstler, genauso auch die anderen Benennungen Raziq’ – Versorger, oder Sami’, ‚Basir‘ und nennen Gott das Gleiche, jedoch unterscheidet sich die Bedeutung erheblich, wenn sie auf Gott angewendet wird. Wenn eine Sache eins ist, deutet das an, dass es mehr davon gibt. Doch wenn Gott eins genannt wird, deutet das an, dass es nie einen anderen wie Ihn gegeben hat, noch gibt noch geben wird. Dir ist sicherlich bewusst, dass Namen Menschen nur zur Identifizierung gegeben werden.

     

    Wir rufen eine Person, wenn sie alleine ist, aber im wahrsten Sinne des Wortes ist der Mensch nicht eins, er ist viele, er hat verschiedene Glieder, die einander nicht gleich sind, hat Blut, Fleisch, Knochen, Sehnen, Haare und Nägel, dunkle Haut und weiße Haut, und alle Kreaturen sind so, was beweist, dass die Person nur im Namen ‚eins’ sind und nicht wirklich in der Struktur oder im Sinn. Doch das Wort ‚eins’ ist nur auf Gott anwendbar, Der keinem gleicht. Er hat die Namen Sami’, Basir, Qawi, ‘Aziz, Hakim, für die das oben Erwähnte im gleichen Maße gilt. Er, Gott der erhabenste hat jedes Wunder erschaffen. Diese Namen weisen nicht auf seine Attribute hin, sondern auf das was Er ist – Seine Essenz. Seine Attribute sind keine Zufügung zu Ihm Selbst – sondern Er ist Sami’, Basir, Hakim, ‘Aliem and Qawi in Seiner Eigenen Essenz“.

     

    „Erkläre mir, warum Er Sich Ra’uf, Rahim, barmherzig nennt und was mit seinem Willen oder Zustimmung und Gadhab, Zorn, Wut oder Missfallen gemeint ist?“

    „Die Barmherzigkeit in uns“, sagte ich, „ist ein Instinkt, das uns zu Güte und Schenkung veranlasst. Doch die Barmherzigkeit Gottes ist die Güte und Belohnung, die dem Menschen gewährt wird. Die menschliche Barmherzigkeit ist in zwei Interpretationen untergliedert – Mitleid für einen Menschen in Not, ohne dies zu lindern; oder Mitleid in einer ausgeprägteren Form, die dazu veranlasst, denjenigen in Zeiten der Not zu helfen, indem man z. B. ihn mit Nahrung und Kleidung versorgt. Menschen schätzen das sehr und messen dieser Wohltat einen hohen Anerkennungswert bei. Die Wohltat wurde durch den Instinkt der Barmherzigkeit im menschlichen Herzen hervorgerufen. Doch Gottes Barmherzigkeit ist auch die Barmherzigkeit, die von uns entstammt. Wenn man z. B. einen anderen aus dem nagenden Hunger oder aus den Klauen eines Raubtieres rettet, verspürt man sofort die Barmherzigkeit Gottes.

     

    Es ist wahr, dass Er barmherzig ist, jedoch nicht auf die gleiche Weise wie der Mensch. Die Barmherzigkeit, die dem menschlichen Herzen entspringt existiert nicht in Gottes Barmherzigkeit, (auch wenn Gott es in dem Herzen des Menschen gelegt hat) denn Gott hat kein Herz wie die Menschen. Auch bezüglich des Gadhab verhält es sich gleichermaßen; wenn der Mensch wütend wird macht er einen Wechsel durch – seine Glieder zittern, seine Farbe ändert sich und er erlegt dem Verursacher seiner Wut eine Strafe auf. Doch Gott macht keine Wechsel durch. Das Wort Gadhab wird in zwei Bedeutungen verwendet – die Wut, die dem Herzen entspringt ist nicht auf Gott anwendbar, gleichermaßen verhält es sich mit Redha (Wohlgefallen), und Rahma (Barmherzigkeit). Nur Er ist der Jalil (Glorreiche), Adhim (Herrliche) und es gibt keinen, der Ihm gleicht“.

     

    „Erkläre mir jetzt Seine Absicht und seinen Willen“, sagte er, „warum nennt man Ihn Murid (Willig)?“

    „Die Handlungen des Menschen sind das Ergebnis seiner Absicht und seiner vorangegangenen Gedanken. Die Absicht Gottes ist die Vollbringung einer Tat ohne Vorbedacht oder Überlegung. Auf seinen Befehl (Amr) hin ist die Sache schon vollendet, ohne jegliche Anstrengung oder Zutun von Seiner Seite“.

     

    „Du hast mich völlig überzeugt, bis ins kleinste Detail“, sagte er, „und deine Argumente sind mehr als genug für jeden Menschen mit gesundem Menschenverstand. Ich verspüre tiefe Dankbarkeit im Herzen gegenüber Gott, der uns den richtigen Weg leitet, und uns daran hindert, in Sünden zu verfallen oder es zu wagen, dass wir Ihn vergleichen oder an Seine Größe, Erhabenheit und Allmacht zweifeln. In der Tat, Er ist groß und hat keinen Gegenspieler. Es gibt keinen wie Ihn. Er ist zu erhaben als dass Er einen Gleichen oder einen Partner hat“.

    Friede sei mit denen, die der Wahrheit folgen.

     

     

    Quelle: http://al-shia.de/ueberlieferungen/halila.htm