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    Himmelfahrt (Teil 2): Die erste Himmelsstufe

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    Als wir den Himmel betraten, empfingen mich viele Engel. Es empfing mich kein Engel, außer dass er lachte und mir frohe Botschaft verkündete, bis ich einem Engel begegnete, der die großartigste und heiligste Schöpfung hatte, die ich jemals gesehen habe. Er sah sehr Angst einflößend und zornig aus. Er verkündete dieselbe frohe Botschaft, die mir die vorigen Engel verkündet hatten, außer dass er nicht lachte. Ich fragte: „O Gabriel, wer ist das? Ich habe Angst vor ihm.“ Gabriel (a.) entgegnete: „Es ist dir erlaubt Angst vor ihm zu haben, denn wir alle haben Angst vor ihm. Das ist Malik, der Hüter des Feuers. Er lacht nie und Allah hat ihm die Hölle anvertraut. Sein Zorn steigt von Tag zu Tag auf die Feinde Allahs und die Leute, die ihm nicht gehorchen. Allah wird sich durch ihn an diese Leute rächen. Hätte er vor dir mit jemandem gelacht, oder würde er nach dir mit jemandem lachen, so würde er jetzt zu dir lachen. Aber er lacht nie.“

     
    Ich grüßte ihn und er grüßte mich und verkündete mir das Paradies und hierauf bat ich Gabriel, der einen hohen Rang unter den Engeln hatte: „O Gabriel, kannst du ihm befehlen, mir das Höllenfeuer zu zeigen?“ Da sagte Gabriel zu Malik: „O Malik, zeige Muĥammad das Höllenfeuer!“ Malik nahm den Vorhang ab und öffnete ein Tor zur Hölle. So kam eine derart große Flamme aus dem Tor heraus, als würde es den ganzen Himmel verschlingen wollen. Die Flamme verbreiterte sich und wuchs und loderte auf. Da sagte ich voller Angst zu Gabriel: „Sag ihm, er soll den Vorhang wieder schließen.“ Er befahl es ihm. Da sagte Malik zu der Flamme: „Kehre zurück!“ Sie tat es und er schloss das Tor.

     
    Anschließend ging ich mit Gabriel weiter und wir sahen einen jungen Mann, der eine breite Gestalt hatte. Ich fragte, wer das sei. Da sagte er: „Das ist dein Vater Adam.“ Wenn man ihn beschreiben sollte, so würde man sagen: „eine reine Seele, ein guter Duft von einem guten Körper.“ Dann las der Prophet die ersten 17 Verse von Surat Al-Muţaffifīn und grüßte seinen Vater Adam und er grüßte ihn. Der Prophet bat um Verzeihung für ihn und Adam bat um Verzeihung für den Propheten. Da sagte Adam (a.): „Willkommen, O rechtschaffener Sohn, O rechtschaffener Prophet und der, der in einem rechtschaffenen Zeitalter gesandt wurde.“

     
    Danach ging ich weiter und sah einen Engel heiligen Antlitzes. Er saß auf einem Platz und das gesamte Diesseits schien zwischen seinen Knien. Vor ihm befand sich eine Tafel aus Licht, worauf er blickte. Es stand auf der Tafel etwas geschrieben und er beobachtete dies. Er guckte weder nach rechts, noch nach links und hatte den Anschein, als wäre er traurig.

     
    Ich fragte Gabriel, wer das sei. Er antwortete: „Dies ist der Todesengel, welcher damit beschäftigt ist, die Seelen hinfort zu nehmen.“ Da sagte ich: „O Gabriel, bringe mich näher zu ihm, damit ich ihn spreche.“ Er brachte mich näher. Gabriel sprach zum Todesengel, welcher den Namen „Izrail“ trägt: „Dies ist Muĥammad, der Prophet der Barmherzigkeit, den Allah zu seinen Dienern herab gesandt hat.“ Da beglückwünschte mich der Todesengel und wünschte mir Frieden. Er sagte: „Verkünde, O Muĥammad, denn ich sehe all das Gute in deiner Gemeinschaft.“ Ich sagte: „Gepriesen sei unser Herr, mit seinem Segen über seine Diener. Das ist von den Gnaden meines Herrn und seiner Barmherzigkeit mir gegenüber. O Izrail, berichte mir, wie du die Seelen hinfort nimmst und du dich doch an diesem Ort befindest.“ Da sagte er: „O Muĥammad. Zuerst nehme ich die Seele, dann die Gebeine, dann die Nerven und das Blut und das Fleisch und die Knochen. Sobald seine Seele von seinem Hals empor steigt, endet sein Körper. Wenn die Seele rein ist, so entferne ich sie wie ein Haar vom Teig, mit einem Speer aus Licht. Ich erhebe sie zu meiner Höhe. Wenn die Seele jedoch sündhaft und unrein ist, nehme ich sie mit einem Speer aus Feuer hinfort und übergebe sie „Sijeel“[1]. Darauf fragte ich: „Was ist „Sijeel“?“ Er antwortete: „Das ist ein Stein in der tiefsten Erde, gefüllt mit dem Zorn Allahs.“

     
    Ich sagte: „O Izrail! Wo sind die Namen der Personen, die vor meiner Zeit lebten?“ Er antwortete: „In dieser Tafel, die du vor mir siehst.“ Ich fragte: „Wie nimmst du die Seelen der Menschen hinfort, wenn du dich in dem Zustand befindest?“

     
    Er sagte: „O Muĥammad, ich sehe zum Westen und zum Osten hin und bin an diesem Ort.“ Da fragte ich: „Woher weißt du, dass ein Mensch bald sterben wird?“ Er antwortete: „O Muĥammad, es gibt keinen Menschen, der keine zwei Tore im Himmel hat. Von der einen Tür kommen sein Segen und sein Unterhalt auf ihn hinab. Zur anderen Tür steigen seine Taten. Dieser Baum, der sich zu meiner linken befindet, beinhaltet Blätter, wo die Namen jedes einzelnen Menschen stehen, ob männlich oder weiblich, Sklave oder freier Mensch. Und wenn die Stunde des Menschen gekommen ist, verwelkt sein Blatt und kommt auf meine Tafel vor mir. Darauf steht sein Name und die Tür, von der sein Segen und Unterhalt herabkommt, wird geschlossen. Dann weiß ich, dass seine Stunde gekommen ist und sein Leben endet.

     

    Anschließend informiere ich meine Helfer über diejenige Person und sie steigen zu ihm herab und nehmen seine Seele hinfort. Das ist das Wort des Erhabenen, Allmächtigen:

     

    فَإِذَا جَاءَ أَجَلُهُمْ لاَ يَسْتَأْخِرُونَ سَاعَة وَلاَ يَسْتَقْدِمُونَ

     

    und wenn ihre Zeit gekommen ist, dann können sie (sie) auch nicht um eine Stunde hinausschieben, noch können sie (sie) vorverlegen[2]
    Weiter sagt der Erhabene, Allmächtige:

     

    وَهُوَ الْقَاهِرُ فَوْقَ عِبَادِه ِِ وَيُرْسِلُ عَلَيْكُمْ حَفَظَةً حَتَّى إِذَا جَاءَ أَحَدَكُمُ الْمَوْتُ تَوَفَّتْهُ رُسُلُنَا وَهُمْ لاَ يُفَرِّطُونَ

     
    Und Er ist es, der alle Macht über seine Diener hat, und Er sendet über euch Wächter, bis endlich, wenn der Tod an einen von euch herantritt, Unsere Boten seine Seele dahin nehmen; und sie vernachlässigen nichts[3]
    Da sagte ich: „O Izrail, nimmst du alle Seelen auf derselben Weise hinfort?“ Er sagte: „O Muĥammad, wenn die Seele krank und sündhaft ist, entsende ich ihm die Engel der Strafe und des Zorns und sie unterziehen seiner Seele eine sehr schmerzhafte Heilung. Sie nehmen seine Seele mit einer sehr schmerzhaften Methode hinfort, [so, als würde er bei lebendigem Leib enthäutet werden]. Dann kommt der Ruf meines Herrn, der mir sagt: „O Izrail bringe die kranke Seele zu „Sijeel“. Da sagte Gabriel: „Und er (Izrael) ist derjenige, der die schwierigste Aufgabe von uns hat.“ Ich fragte: „Nimmt Izrael die Seele eines jeden, der stirbt?“ Gabriel bestätigte dies.

     
    Weiterhin sagte ich: „Ohne Unterschied, wo wir uns befinden?“ Er sagte: „Ja!“ „Ist er anwesend?“, fragte ich. Er bestätigte dies. Dann sprach der Todesengel weiterhin: „Das ganze Diesseits befindet sich bei mir, und alles was mir Allah an Möglichkeiten gab zu machen, mache ich. Er gab mir die Kontrolle über das Diesseits, vergleichbar mit einem Geldstück in den Händen eines Mannes. Er dreht und wendet das Geldstück wie er vermag. Ich besuche die Menschen fünf Mal am Tag und sage zu den Verwandte des Verstorbenen: Weint nicht um ihn. Denn ich werde zu euch zurückkommen, bis keiner mehr von euch übrig ist.“

     
    Ich fragte: „Zeige mir, wie du die schlechten Seelen hinfort nimmst.“ Er sagte: „O Muĥammad, du bist nicht imstande dies zu sehen.“ Ich sagte: „Bei Allah, du sollst es mir zeigen.“ Daraufhin änderte er seine Gestalt und das ganze Diesseits befand sich nun zwischen seinen Händen und er war imstande diese zu drehen und zu wenden wie es ihm gefiel. Ich konnte diesen gewaltigen Anblick nicht ertragen, bekam furchtbare Angst, konnte mit meinen Augen nichts Deutliches erkennen und fiel in Ohnmacht. Dann kam Gabriel zu mir, sodass ich wieder zu mir kam. Da sagte ich zu Gabriel: „Wer ist strenger als der Todesengel und seine Helfer?“ Er antwortete: „O Muĥammad, strenger als sie sind „Munkar“[4] und „Nakir“[5].

     

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    [1] سجيل
    [2] Sure: Al-‚A`rāf, Vers 34
    [3] Sure: Al-‚An`ām, Vers 61
    [4] منكر
    [5] نكير

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum