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    Himmelfahrt (Teil 3): „Munkar“ und „Nakir“

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    Wenn ein Mensch stirbt und Allahs Zorn auf ihn lastet und wenn er in sein Grab gelegt wird, sieht er einen großen leeren dunklen Platz. Er weiß nicht, wo der Anfang und wo das Ende ist. Darin sind Schlangen, so groß wie Palmen und Skorpione, so groß wie Pferde mit offenem Maul und wollen ihn verschlingen. Er schaut nach links und nach rechts und sieht niemandem, der ihn bemitleidet, sondern nur Schlangen und Skorpione, welche ihn angreifen. Jeder von ihnen will ihn nur für sich. Da wird er schreien: „O meine Verwandte, was hat euch dazu getrieben, mich zu verlassen?“

     
    Schlimmer als die Schlangen und Skorpione sind jedoch „Munkar“ und „Nakir“. Wenn der Mensch begraben wird und er mit Erde zugeschüttet wird und seine Verwandte und Freunde sich vom Grab entfernen, steigen auf ihn zwei große Engel hinab. Ihre Köpfe reichen bis zum Thron und ihre Füße sind unter allen Schätzen der Erde, bis zur siebten Erde. In den Händen halten sie einen großen metallenen Stab aus Feuer, niemand kann sie von dem abhalten, was Allah ihnen aufgetragen hat.

     
    Die Stäbe aus Feuer – würden sie auf einen Berg auf der Erde gerichtet werden – so würde der Berg zersplittern und verbrennen.
    Sie fragen den Verstorbenen und testen ihn. Wenn der Verstorbene zu den Leuten gehört, mit denen Allah zufrieden ist, so erleichtert Er seine Zunge und erlaubt ihm die Fragen zu beantworten. Die Bezeugung, dass es keine Gottheit gibt, außer Allah und dass Muĥammad sein Gesandter ist und das Ali Ibn Abi Tālib und seine Nachkommen die Nachfolger des Gesandten Allahs sind. Wenn er dies bezeugt, wird ihm eine Tür über seinem Kopf zum Paradies geöffnet und eine Tür zu seinen Füßen zum Feuer, damit er sieht, was für eine Barmherzigkeit ihm gegenüber gekommen ist und wovon Allah ihn verschont hat.

     
    Doch wenn der Verstorbene sündhaft und ungläubig ist, wird seine Zunge schwer und die Antwort bleibt ihm verwehrt, nämlich die Bezeugung Allahs und seines Propheten und seines Imams. Wenn sie ihn fragen, wer sein Gott ist und wer sein Prophet ist und wer sein Imam ist und was seine Religion ist, so verknotet sich seine Zunge und er ist nicht imstande zu antworten. Sie schlagen ihn mit einer ungeheuren Wucht, die niemand imstande ist, sich vorzustellen. Sie werden sagen: „Du bist irregegangen und wurdest nicht rechtgeleitet.“
    Dann öffnen sie ihm zwei Türen zum Feuer und stoßen ihn in den tiefsten Abgründen des Feuers hinein. Das ist das Wort des Erhabenen:

     

    وَأَمَّا إِنْ كَانَ مِنَ الْمُكَذِّبِينَ الضَّالِّينَ
    فَنُزُل ٌ مِنْ حَمِيم

     

    Wenn er aber zu den Leugnern, Irregegangenen gehört, dann (wird ihm) eine Bewirtung mit siedendem Wasser zuteil[1]

     
    Da sagte der Prophet (s.): „Hör auf über den Tod, das größte Unheil, zu erzählen.“
    Gabriel antwortete: „Was nach dem Tod kommt ist wahrlich ein größeres Unheil.“

     
    Dann gingen wir weiter und ich sah eine Gemeinde, die vor sich gutes und verdorbenes Fleisch hatte. Sie aßen jedoch von dem verdorbenen Fleisch und rührten das gute Fleisch nicht an. Ich fragte: „Wer sind diese Leute, O Gabriel?“

     
    Er sagte: „Das sind diejenigen, die das essen, was verboten war und das stehen lassen, was erlaubt war; und sie sind von deiner Gemeinschaft, O Muĥammad.“ Dann sah ich zwei Engel. Der eine von ihnen rief: „O Allah, gib dem, der mit der Absicht spendet, dir näher zu kommen, mehr.“

     
    Der andere rief: „O Allah, verwehre demjenigen, der nicht spendet deinen Segen.“ Wir gingen weiter und ich sah Gemeinden, die Lippen wie die eines Kamels hatten und deren Fleisch zerstückelt wurde und ihnen zum Fraße vorgeworfen wurde. Ich fragte, wer diese Leute seien. Da antwortete Gabriel: „Das sind jene Menschen, die die anderen während ihrer Anwesenheit und in ihrer Verborgenheit verspottet haben.“

     
    Wir gingen weiter und ich sah Leute, deren Köpfe gegen einen großen Stein gestoßen wurden. Ich fragte Gabriel, wer diese Menschen sind. Er sagte: „Das sind die Leute, die das Nachtgebet[2] verschlafen haben.“ Dann ging ich weiter und ich sah Leute, denen Feuer in deren Münder geschüttet wurde.

     
    Ich fragte Gabriel, wer diese Leute sind. Er sagte:

     

    إِنَّ الَّذِينَ يَأْكُلُونَ أَمْوَالَ الْيَتَامَى ظُلْما ً إِنَّمَا يَأْكُلُونَ فِي بُطُونِهِمْ نَارا ً وَسَيَصْلَوْنَ سَعِيرا

     

    Wahrlich, diejenigen, die der Waisen Gut ungerecht aufzehren, die zehren (in Wirklichkeit) Feuer in ihre Bäuche auf und werden in einem Höllenfeuer brennen[3]

     
    Dann ging ich weiter und ich sah Leute, die aufgrund ihres großen Bauches nicht aufstehen konnten. Ich fragte Gabriel, wer diese Leute sind. Er sagte: „Das sind die Leute, die Zinsen nehmen. Sie laufen wie Besessene daher. Sie sind wie die Anhänger und Freunde des Pharao, die tags- und nachtsüber ins Feuer geworfen werden. Sie wünschen sich die Stunde herbei, indem sie sagen: „O Allah, wann kommt das Gericht?“

     

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    [1] Sure: Al-Wāqi`ah, Vers 92-93
    [2] Pflichtgebet
    [3] Sure: An-Nisā‘, Vers 10

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum