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    Himmelfahrt (Teil 6): Das Paradies und die Nachfolger des Propheten

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    Anschließend fuhr er (Imam al-Sādiq) mit seiner Erzählung fort:

     

    „Da sagte der Prophet Muĥammad (s.):

     

    „O Herr, du gabst deinen vorigen Gesandten Vorzüge, so gebe auch mir Vorzüge.“

     

    Da sagte der Erhabene: „Ich gab dir vieles, doch das wichtigste sind diese zwei Sätze von meinem Thron: „La hawla wa la quwata illa billah“[1] und „Wa la Manja’a Minka Ila Ilaik“[2]. Dann hörte ich den Gebetsruf, der von einem Engel gerufen wurde, welcher noch nie vorher gesehen wurde, bis zu diesen Moment. Ich führte die Engel im Himmel, so wie ich die Propheten in der heiligen al-Quds Moschee im Gebet führte. Danach führten mich die Engel zum Paradies.

     

    Ich sah darin Flüsse und Bäume und Schlösser. Der Boden war aus Silber und die Wände aus Gold. Ihr Gestein waren Perlen und farbige schöne Steine und Safran und verschiedene Sorten der Seide und der „Balkon“ der Schlösser war aus besonderen und teuren Steinen und jedes Zimmer hatte einen Ausblick auf den Brunnen „Kauthar“. Das Dach war der Thron Allahs und die Atmosphäre war die Barmherzigkeit Allahs und die Propheten waren ihre Bewohner und die Engel ihre Erbauer.

     

    Die Leute des Paradieses sterben nicht, noch werden sie älter. Sie preisen Allah und danken ihm und vom Gedenken an Allah wenden sie sich nicht ab. Im Paradies gibt es keine Sonne und keinen Mond und keine Nacht. Da nahm Gabriel meine Hand und führte mich ins Paradies hinein. Dort sah ich einen Baum aus Licht, der aus zwei Engeln besteht. Ich fragte Gabriel: „Für wen ist dieser Baum?“

     

    Da antwortete er: „Dieser Baum ist für dein Bruder, Ali Ibn Abi Tālib (a.). Was diese beiden Engel angeht, so sammeln sie für ihn das Gute und Schöne des Paradieses bis zum Tag der Auferstehung aus.“ Ich ging weiter und sah einen Baum mit Datteln, die süßer als Honig, weicher als Butter und wohlriechender als Misk[3] waren. Ich nahm eine Dattel und aß sie, worauf sich diese Dattel in einen Tropfen in meinem Leib verwandelte. Als ich auf die Erde zurückkam sah ich Khadija, die mit Fatima (a.) schwanger war. Fatima ist eine menschliche „Huri“[4].

     

    Sobald ich das Paradies vermisst habe, roch ich den Duft von Fatima.

     

    Vom Fürst der Gläubigen (a.) wird berichtet, dass der Prophet (s.) zu ihm sagte: „Als ich zum Himmel hinaufstieg, hat Gabriel zweimal den Gebetsruf und zweimal die „Iqama“ aufgesagt.

     

    Dann sagte er zu mir: „Trete vor, O Muĥammad.“ Ich sagte: „O Gabriel, soll ich Dir etwa vortreten?“ Er sagte: „Ja, denn Allah, Erhaben ist Er, hat die Propheten über seine Engel erhöht, wobei er Dich speziell erwählt hat.“

     

    So trat ich vor und führte das Gebet, ohne den Gedanken des Hochmuts.

     

    Als ich dann zum „Hujub al-Nour[5]“ ankam, sagte Gabriel: „Trete vor, O Muĥammad.“ Er kam hinter mich. Ich sagte: „O Gabriel. In solch einer Situation lässt du mich alleine?“

     

    Er sagte: „O Muĥammad, bis zu diesem Ort hat mir Allah erlaubt zu kommen. Würde ich diese Grenze übertreten, so würden meine Flügel verbrennen, da ich Allahs Befehl missachten würde.“

     

    Da gab er mir einen kleinen Stoß bis zu einem Ort, den Allah für mich auserwählt hatte.

     

    Ich wurde gerufen: „O Muĥammad“ Ich sagte: „Ich bin zu Dir gekommen, um deinen Befehl entgegenzunehmen. Gepriesen und geheiligt seiest Du.“ Ich wurde wieder gerufen: „O Muĥammad. Du bist mein Diener und ich bin dein Herr. So bete mich an und verlasse dich auf mich, denn du bist mein Licht, mein Gesandter und mein Zeichen unter meinen Dienern. Für dich und diejenigen, die dir folgen, habe ich das Paradies erschaffen. Wer dir widerspricht und dir nicht folgt, für den habe ich das Feuer erschaffen. Für deine Nachfolger habe ich meine Großzügigkeit zur Pflicht gemacht und für ihre Anhänger habe ich mein Wohlwollen zur Pflicht gemacht.“

     

    Ich sagte: „O Herr, wer sind meine Nachfolger?“

     

    Da wurde mir gesagt: „O Muĥammad, die Namen deiner Nachfolger stehen auf meinem Thron.“

    Da trat ich näher bis zum Thron und ich sah 12 Lichter. In jedem Licht steht der Name einer Person in grün, die mein Nachfolger werden soll. Der erste von ihnen war Ali Ibn Abi Tālib und der letzte von ihnen war der „Mahdi“ meiner Gemeinschaft.

     

    Da sagte ich: „O mein Herr, das sind nach mir meine Nachfolger?“

     

    Da wurde mir gesagt:

     

    „O Muĥammad, das sind Meine Souveränen und deine Nachfolger und Meine Auserwählten und nach dir Mein Zeichen für Meine Schöpfung. Sie sind deine Beauftragte und deine Nachfolger und Meine beste Schöpfung nach dir. Bei Meiner Heiligkeit, durch sie werde Ich Meine Religion verkünden und Mein Wort verbreiten und durch ihren Letzten (gemeint al-Mahdi) werde Ich die Erde von Meinen Feinden säubern. Ich werde ihm den Osten und den Westen zur Verfügung stellen und Ich werde ihm die Kontrolle über die Winde geben und er wird die schweren Wolken kontrollieren können und zum Himmel emporsteigen, wann immer er will. So werde Ich sie allesamt zum Sieg verhelfen und ihn durch Meine Engel unterstützen bis Mein Ruf überall zu hören ist und Meine Geschöpfe sich aufgrund meiner Einheit zusammenschließen. Dann wird seine Herrschaft lange, bis zum Tage des Gerichts, fortdauern.“

     

     

    [1] Es existiert keine Kraft und Bewegung, außer durch Allahs Willen

    [2] Es gibt keine Zuflucht vor dir, außer bei dir Selbst.

    [3] Duftstoff

    [4] حوراء إنسية – Engelsähnliche Gestalten, welche im Paradies für die Gläubigen vorgesehen sind

    [5] Ort, den niemand außer der Gesandte Allahs betreten darf

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/prophetentum