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    Hindernisse für die Erhörung von Bittgebeten

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    Für die Verwirklichung einer Angelegenheit ist nicht nur das Vorhandensein von Mitteln sondern auch das Nicht-Vorhandensein von Hindernissen notwendig.
    Nur wenn letzteres auch der Fall ist, wird diese Angelegenheit zwangsläufig Wirklichkeit.

     

    Zum Beispiel setzt das Aufgehen eines guten Saatgutes in feuchter Erde voraus, dass ihm keine große Sonnenglut und keine schwere Kälte in die Quere kommen.

    Auch bei Bittgebeten dürfen die Hindernisse nicht unbeachtet bleiben und müssen aus dem Weg geräumt werden. Hier einige solcher Hindernisse:

     

    1. Widerspruch zu den Schöpfungsgesetzen

     

    Ein Wunsch, der im Gebet vorgetragen wird, sollte nicht den traditionellen Gesetzen, welche Gott aufgrund von Recht und Weisheit aufgestellt hat, widersprechen.

    Es gehört zu der traditionellen Handhabung Gottes, das jedem Mensch eine Frist zum Leben gewährt wird und es kein Entrinnen mehr gibt, wenn ihr Ablauf feststeht. Wenn also jemand im Gebet darum bittet, dass Gott ihn endlos leben oder einen Kranken, dessen sicherer Tod gekommen ist, nicht sterben lässt, so würde die Erhörung dieses Wunsches ein Abbruch des entschiedenen göttlichen Gesetzes bzw. die Akzeptanz von Ausnahmen innerhalb seines Hoheitsbereiches bedeuten. Schon hierdurch wird die Erhörung des Gebetes verhindert.

     

    Der Heilige Koran sagt in diesem Zusammenhang:

    „Spendet von dem, was wir euch als Unterhalt zukommen ließen, bevor der Tod einen von euch ereilt und ihr sagt: `O Herr! Warum schiebst du unseren Tod nicht ein wenig auf, damit wir spenden geben und zu den Rechtschaffenen gehören?` Doch Gott wird für keinen, wenn es soweit ist, dessen Tod hinausschieben.“

     

    2. Überschneidung von Gebeten

     

    Manchmal bittet ein Mensch Gott aus Empörung über ein Unrecht, das ihm ein anderer zufügte, um Vergeltung an diesem, während derselbe scheinbar ungerecht behandelte Mensch einem anderen etwas angetan hat und deswegen selber Zorn auf sich zog. In solchen Fällen kann die Überschneidung von Gebeten die Erhörung behindern. In den Heiligen Hadithen wird die Überschneidung von Gebeten als ein Hindernis für diese bezeichnet. Gott der Höchsterhabene sagt hierzu:… oder du hast einem anderen ein Unrecht angetan und er hat zu deinem Schaden zu Gott gebetet. Dann [wird ] das eine für [durch] das andere [beseitigt]. Von Imam Sadiq (a.s.) wird folgendes Wort überliefert: Immer wenn jemand von einem anderen ein Unrecht erfahren hat und dann Gott um Vergeltung an ihm bittet, spricht Gott: „Es gibt jemand anderen, der den Anspruch erhebt, von dir ungerecht behandelt worden zu sein und der dich verwünscht. Wenn du möchtest , erhöre ich dein Gebet hinsichtlich seiner und sein Gebet hinsichtlich deiner, anderenfalls erhöre ich keines von beiden, damit ich euch Meine Vergebung zugute kommen lasse“.

     

    Manchmal betet ein Mensch um seinen Erfolg, während viele andere, welche er enttäuscht und verletzt hat, mit wehem Herzen und unter Tränen Gott um seinen Misserfolg bitten.

    Wer Bitten an Gott richtet, muss also erst erreichen, dass die anderen mit ihm zufrieden sind. Imam Sadiq (a.s.) berichtet: Mein Vater hat immer gesagt: Hütet euch davor, einem anderen ein Unrecht anzutun, denn die Bitten eines Unterdrückten steigen zum Himmel hoch!

    Und Imam Kasim (a.s.) erklärt: Betrachtet kein Gebet als geringfügig; denn das Bittgesuch eines Juden und eines Nazarener (Christen) in Bezug auf euch wird erhört werden, auch wenn es in Bezug auf ihn selber keine Erhörung findet.

     

    3. Fehlende Voraussetzungen für Akzeptanz

     

    Der Heilige Koran berichtet im Zusammenhang mit der Sturmflut zur Zeit von Noah (a.s.) darüber, dass dieser Ehrwürdige Gott um die Rettung seines Sohnes gebeten hatte und danach heißt es: Noah! Er gehört nicht zu deiner Familie (und ist dessen nicht würdig) und von Kopf bis Fuß ist nichts Rechtsschaffens an ihm. Bitte mich nicht um etwas, worüber du kein Wissen besitzt, ich ermahne dich, damit du nicht zu den Ignoranten gehörst.

     

    Gott-Ungläubigkeit und Eigensinn gegenüber der Wahrheit verhindern also die göttliche Huld und Erfassung durch besondere Barmherzigkeit (die den Rechtgeleiteten zukommt). Sie führen bei einem göttlichen Vergeltungsakt auch zu Änderungen hinsichtlich der allgemeinen Barmherzigkeit und lassen jedes Bittgebet, selbst das Gebet eines großen Gesandten Gottes für sein Kind sinnlos werden. An einer anderen Stelle im Koran richtet sich Gott der Höchsterhabene an den geehrten Propheten und spricht:

    Es ist gleich, ob du für die Heuchler um Vergebung bittest oder nicht , Gott wird ihnen niemals vergeben, denn Gott gewährt Leuten, die nicht Seinem Gebot folgen [in Folge ihrer Eigensinnigkeit und der Finsternis in ihrem Herzen] keine Rechtleitung.

     

    Um die göttliche Barmherzigkeit auf sich zu ziehen, ist ein heiles Herz nötig, welches frei ist von Gott-Ungläubigkeit und Heuchelei; denn gemäß den Worten des Heiligen Korans gilt: Am Tag des Jüngsten Gerichtes nützt weder Besitz noch Kind, was nützt, ist das heile Herz.

     

    Wenn das Herz von der Erkrankung durch Ungläubigkeit und Heuchelei frei wurde, verdient es die göttliche Barmherzigkeit und die göttlichen Segensgaben werden in Fülle zu ihm herbeiströmen.

    Auch einige andere Sünden vernichten die Möglichkeit, dass Bittgebete angenommen werden. Die folgenden Worte im Kumail-Gebet aus dem Munde Amir-ul-Mumenins, nämlich: O Gott! Verzeih mir die Sünden, die ich beging und welche die Erhörung meines Gebetes verhindern! weisen auf diese Wahrheit hin.

     

    Mohammad Ibn Muslim überliefert von Imam Baqir (a.s.) wie folgt: Ein Diener richtet eine Bitte an Gott und Gott möchte diese früher oder später erfüllen. Doch dieser Diener verfällt einer Sünde. Da spricht Gott zu dem Engel, der mit seiner Angelegenheit beauftragt war: `Erfülle nicht, um was er gebeten hat und verwehre ihm den Zugang dazu! Denn er hat sich meinem Zorn ausgesetzt und verdient es, von meinem Segen ferngehalten zu werden.`

     

    Jemand sagte zum Gesandten Gottes: „Ich möchte, dass mein Bittgebet erhört wird!“ Da empfahl ihm der Ehrwürdige: „Reinige deinen Proviant von fraglichem Besitz und lass keine Nahrung, die verboten (haram)ist, in deinen Magen.“

     

    In einem Heiligen Hadith, hat Gott der Höchsterhabene mitgeteilt:

    Oft verrichtet ein Diener den Gebetsdienst (Salaat), aber Ich nehme diesen nicht an, sondern werfe ihm das Gebet ins Gesicht und halte seine Stimme von Mir fern, wenn er Bitten an Mich stellt. Weißt du, um wen es geht? O David! Es geht um den, der ständig das Auge des Verrats auf die weiblichen Wesen in den Familien der Gläubigen richtet.

     

    4. Nichtbeachtung der Mittel

     

    Gott der Höchsterhabene ist Schöpfer des Daseins und hat die Ordnung und Gesetze in ihm aufgestellt. Deshalb möchte er, dass die Menschen diese Ordnung respektieren und sie bei Erreichung ihrer Wünsche nicht außer Acht lassen. Er möchte, dass sie in ihren Bittgesuchen den Einfluss der Mittel bei Gott wissen und zugleich diese Mittel zur Verwirklichung ihrer Bedürfnisse heranziehen.

     

    Daher stellt der Heilige Koran den Gläubigen die Möglichkeit des Dschihads für die Abwehr des Übels der Kuffar (Ungläubigen) vor und sagt: „Kämpft gegen sie, damit Gott von eurer Hand die Ungläubigen für ihr Tun bestraft“.

     

    An anderer Stelle werden Leute getadelt, die das Haus hüten und in Hoffnung auf die Herbeiführung des Sieges durch Gott die Hände in den Schoß legen und nichts unternehmen.

    Jemand sagte zu Imam Sadiq a.s. „Bitte Gott, dass er mir einen unbeschwerlichen Unterhalt beschert.“ Da sagte der Ehrwürdige: „Ich werde nicht für dich beten. Geh und streng dich an, so wie Gott es angeordnet hat!“

     

    In einigen Überlieferungen wird von Leuten gesprochen, die ohne die Mittel, die Gott zur Verfügung gestellt hat, zu beachten, um Beseitigung ihrer Probleme bitten. Sie gehören zu den fünf folgenden Gruppen:

     

    1. Jemand, den Gott mit Besitzgütern bedachte, der jedoch seinen Besitz durch Vergeudung und ungeeigneten Verbrauch verlor und dann Gott um Unterhalt bittet.

    2. Ein Mann, der die ständige schlechte Laune seiner Frau und deren dauernden Scherereien satt ist und Gott bittet, ihn von ihr zu erlösen, während Gott ihm doch die Möglichkeit der Scheidung eingeräumt hat.

    3. Jemand, der sich über die Schikanen seines Nachbars beklagt und ihn deswegen verwünscht, während er sein Haus verkaufen und an einem geeigneten Ort eine andere Unterkunft kaufen kann.

    4. Wer untätig zu Hause sitzt und nicht arbeitet und von Gott einen Unterhalt erbittet, während ihm Gott Möglichkeiten zum Unterhaltserwerb bereit gestellt hat.

    5. Wer etwas von seinem Eigentum an jemanden verliehen hat, der dies leugnet, und daraufhin Gott um die Rückkehr seines Eigentums bittet, obwohl Gott ihn angewiesen hat, (beim Verleih) einen Zeugen zu nehmen.

     

    Quelle: Taghrib.ir