islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Ibn Battuta

    Ibn Battuta

    Rate this post

     

    Ibn Battuta (1304-1369) ist der größte muslimische Reisende des Mittelalters. Seins Reiseberichts, die in der Literatur unter dem Namen „Rihlatu Ibn Battuta“ bekannt sind, sind in einem Werk zusammengefasst, die aus Überlieferungen seiner achtundzwanzig jährigen Reise bestehen.
    Dieses Werk bildet auch die Hauptquelle der Informationen über das Leben und die Persönlichkeit Ibn Battutats. Laut dem Reisebericht war er aufgrund seiner Kleidung und seines Verhaltens wie das ein Derwisch vom Volk und von Gelehrten sehr beliebt. Dadurch, dass Ibn Battuta sich den Sufis und den Asketen nah fühlte, hatte er deren Aussprüche und Äußerungen auswendig gelernt. In dieser Hinsicht gibt der Reisebericht auch Informationen über das religiös-mystische Leben dieser Zeit. Trotz seines herkömmlichen Scheins ist der Reisebericht im Besitz einer farbenfrohen Ausdrucksweise.

     

    Ibn Battuta hat außer Europa nahezu die gesamte alte Welt erkundet. Die Zeit, in der er gereist ist, kann als das türkisch-mongolische Jahrhundert betrachtet werden, da die Mehrheit der bereisten Länder von diesen Völkern beherrscht wurde. Ibn Battuta, der die türkischen und mongolischen Herrscher kennenlernte, wurde in vielen Ländern zum Richter ernannt. Aufgrund der Tatsache, dass er Persisch und Türkisch sprechen konnte. Aufgrund seiner vielfältigen politischen Erfahrungen während seinen Reisen und Aufenthalten wurden ihm auch einige diplomatische Aufgaben anvertraut. Deshalb sind die Informationen in seinem Reisebericht für die Geschichte dieser Völker von enormer Signifikanz. In seinem Reisebericht werden wichtige Informationen angesprochen. Man greift auf sein Werk als Primärquelle zurück, wenn man näheres über den Zustand Anatoliens in jener Zeit, die inneren Konflikte in den Fürstentümern, den Kreuzzug gegenüber Umur Beg, die Etablierung Alanyas zum internationalen Hafen, das Mistrauen gegenüber die Germiyan, den strategische Wert Sinops, die Kämpfe der turkmenischen Stämme in Erzurum und Erzincan, die Verbreitung der hanafitischen Rechtsschule in Anatolien und den Aufstieg des Mittelstandes erfahren möchte. .

     

    Obwohl Ibn Battuta mit Marco Polo als eines der beiden größten Reisenden im Mittelalter gleichgestellt wird, hat Ibn Battuta weitaus mehr Territorien bereist und die wichtigsten Kulturzentren auf drei Kontinenten erreicht. Ibn Battuta nahm außerdem in mehreren Gebieten, die er besucht hat, am sozialen Leben teil.. Er heiratete und ließ seine seine Erinnerungen einer vertrauenswürdigen Person aufschreiben. Ibn Battuta, ließ nie die Einzelheiten, die er an den Menschen sah, nie außer Acht und ist als der Reisende bekannt, der ist der Reisende, der den Lebensbestandteilen der Menschen am meisten Bedeutung schenkte. In Anbetracht dessen, dass er detaillierte Beschreibungen über die Kleidungsgewohnheiten, den Traditionen und den Glauben verschiedener Völker anfertigte, wurde er von einigen Wissenschaftlern als erster Anthropologe oder aber auch als erster Ethnologe angesehen.

     

    So wie Abdullah Abdulgani Ganim, der Ibn Battuta als den ersten Anthropologen würdigt, es erwähnt, zeigen die Daten aus dem Reisebericht, wenn man sie aus traditioneller, wirtschaftlicher und rechtlicher Perspektive betrachtet, ein detailliertes und vielfältiges Weltbild. Es wird beispielsweise erwähnt, wie eine Bestattungszeremonie in Indien durchgeführt wird, dass in der iranischen Stadt Firuzan die Bestattungszeremonie in einer hochzeitlichen Atmosphäre verläuft, dass in der Stadt Izec die Gemeinde aufgrund einer Bestattung Haarsträhnen abgeschnitten werden und geschrien wird, dass in Sinop diejenigen, die den Leichnam tragen, ihre Köpfe enthüllen und ihre Kleidung verkehrt herum anziehen, dass bei einer Beisetzung bei den chinesischen Kaganen mit mongolischer Herkunft eine Gruppe von Dienern und Knechten lebendig begraben werden und dass auf den Inseln der Malediven der Leichnam eines Getöteten nicht beigesetzt wird, ehe der Mörder gefunden und ebenfalls getötet wird.

     

    Ibn Battuta hat auch Symbole thematisiert, die auf einen sozialen Status hinweisen. In China lassen Kaufleute das erlangte Gold in speziellen Formen und Mustern schmelzen und hängen es an ihren Haustüren. Diejenigen Kaufleute, die fünf Goldmuster haben, tragen einen Ring am Finger, und diejenigen, die zehn Goldmuster haben, tragen zwei Ringe. Die Kleidung und die Heiratstraditionen der maledivischen Frauen werden ausführlich beschrieben. Eins von dem, was ihn am meisten verwunderte, ist der Status der türkischen Frauen. In Anatolien ritten die Frauen auf einem Pferd wie Sturmreiter und beim Handeln auf Basaren nahmen sie die ersten Reihen ein. Im Land von Özbek Han hatten die adligen Frauen ein gleichwertiges soziales Leben wie ihre Ehemänner. Das Signifikante an seinen anthropologischen Gedanken sind die Stellen, an denen er auf die matriarchalische Ordnung verweist. Die Ordnung in einigen muslimischen Gegenden Mittel-West-Afrikas beruht vollkommen auf matriarchalischen Grundlagen. In Angelegenheiten der Abstammung und des Erbes ist die Mutter und die mütterliche Familienseite ausschlaggebend und die Söhne werden genealogisch nicht mit dem Vater, sondern mit dem Onkel mütterlicherseits in Verbindung gebracht.

     

    In dem Reisebericht wird, bezogen auf die Handelskultur, die Mittelschicht thematisiert und über deren politische und kaufmännische Wirksamkeit informiert, die sich von Krim bis nach Konya, von Alanya bis nach Sivas erstreckte. Über die kommerzielle Betätigung in China berichtet er, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten dort auf Papier festgehalten wurden, und dass die abgenutzten und zerrissenen Papierstücke, die als eine Art Geld gesehen wurden, in der großen Druckerei umgetauscht wurden. Auf den Malediven und bei den Afrikanern in Koko waren Muscheln das Wechselmedium, .Auf diesen Inseln wird hohen Beamten Reis als Gehalt ausgezahlt. Das was den Reisebericht außerdem noch interessant macht ist, dass der Reisende den Dinar und den Dirham des jeweils bereisten Landes mit dem Dinar und Dirham aus Maghreb und Ägypten vergleicht. Dadurch gibt er den Wechselwert verschiedener Landeswährungen anhand eines realen Preisvergleichs wider.

     

    Es wird berichtet, dass nachdem Ibn Battuta in seine Heimat zurückgekehrt war, er aufgrund seiner Erzählungen hinsichtlich der weiten Gebiete und der fremden Ereignisse, die er gesehen hatte, verspottet wurde und die Erzählungen als fiktiv gesehen wurd. Auch wenn angenommen wird, dass dieser Mann bei seiner Abreise kein tiefes Kulturwissen besaß, haben sowohl die Urkunden während seiner Reise und das breit gefächerte Wissen, als auch der Ehrgeiz zur Neuinterpretation des Wissens früherer Autoren, ihn zu einem erfahrenen Gelehrten gemacht. Nach der Ankunft in seiner Heimat bekam er als ein namhafter Berater eine Stelle im Rat des Sultans ein. Ibn Battuta ließ in einigen Teilen seines Reiseberichts Platz für Zweifel offen, da an einigen Stellen historische Lücken aufzufinden sind, die im Allgemeinen anerkannt werden. Jedoch wurden diese von vielen Auslegern und Übersetzern Ibn Battutas als natürlich angesehen. In den letzten Forschungen wurde sogar betont, dass Ibn Battuta im Vergleich zu anderen Reisenden realistischer sei und ein zuverlässigeres Gedächtnis aufweise.

     

    Das Land Marokko deklarierte das Jahr 1996-1997 als das „Ibn Battuta-Jahr“. In diesem Rahmen wurden Veranstaltungen durchgeführt und das Ibn Battuta Museum von der Organisation für islamische Bildung, Erziehung und Kultur in Tanger errichtet.

    (Aus dem Türkischen von Tuba Uğur)

     

    Quelle: Igmg.de