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    Im Lichte neuer Entwicklungen: Die Botschaft des Imams an den letzten Sowjetführer

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    Der Zerfall der Sowjetunion hat auch nach 20 Jahren nicht an seiner Bedeutung als großes politisches Ereignis auf der Welt eingebüßt, denn er veränderte erheblich die internationalen Gleichungen und rief auch einen Wandel im Bereich der politischen und Gesellschaftstheorien hervor. Der Zerfall der Sowjetunion war eine Niederlage für den Marxismus, welcher auf der materialistischen Weltanschauung und Leugnung des Daseinsschöpfers aufbaut. Seine Anhänger in Russland

     

    gründeten einen Staat unter vollständiger oder teilweiser Besetzung der umliegenden Länder und nannten ihn Sowjetunion. Sie setzten das Kollektiveigentum anstelle des Privatbesitzes. In ihrem politisch geschlossenen System erhoben sie den Anspruch, Gleichheit und Gerechtigkeit anzustreben und stellten ihr Staatssystem den unterdrückten Völkern und kapitalistischen Systemen als neues Modell vor.

    In zahlreichen Ländern wurden Parteien mit marxistischen Ideen aktiv und von den Sowjetführern unterstützt, damit sie den Machteinfluss gegenüber der USA und die sowjetischen Sattelitenstaaten vermehren. Aber die Sowjetunion konnte kein Modell für eine gerechte klassenfreie Gesellschaft errichten, vielmehr wurde sie zu einer geschlossenen unfreien Gesellschaft.

     

    Der letzte sowjetische Staatsführer Michail Gorbatschow hat in den 80iger Jahren versucht, durch zwei politische und wirtschaftliche Reformpakete die Sowjetunion und den Marxismus zu retten. Gorbatschow suchte nach einem Weg, unter Wahrung der ideologischen Form des Marxismus-Leninismus die Wirtschaft des Landes zu stärken. Seine Reformpakete wurden als Perestroika (Wiederaufbau und Grundreform der Wirtschaftsstruktur) und Glasnost (offenes politisches Klima) bekannt. Er wollte die Unzertrennlichkeit von Sozialismus und Demokratie demonstrieren.

     

    Gorbatschow begann mit diesen Reformen, als alle von den politischen und wirtschaftlichen Problemen der sowjetischen Gesellschaft wussten und die Sowjetunion dennoch die Führung des Ostblocks in der Hand hatte.

    Imam Chomeini, der Gründer der Islamischen Republik Iran hat, als die Sowjetunion noch immer eine der beiden Supermächte war, ein Schreiben an Michael Gorbatschow verfasst. Es ist interessant, nach 23 Jahren noch einmal den Inhalt dieses Schreibens durchzugehen. Insbesondere da heute der Kapitalismus sich schweren Krisen gegenüber sieht und die damaligen wirtschaftlichen Missstände in der Sowjetunion in Erinnerung ruft.

     

    Der historische Brief Imam Chomeinis (r.h.) an den Sowjetführer erfolgte, während alle noch die Resultate der Reformen Gorbatschows und deren Auswirkungen im Ostblock abwarteten.

    Kaum jemand äußerte sich daher offen über die Folgen dieser Umwälzungen.

    Aber der Vater der Islamischen Revolution Iran nahm ganz offen zu den Entwicklungen in der kommunistischen Welt Stellung.

     

    Imam Chomeini ging den Ursprüngen der Krise in der kommunistischen Welt nach und schrieb an Gorbatschow: „Es gilt, der Wahrheit ins Auge zu sehen! Das eigentliche Problem Ihres Landes betrifft nicht „Eigentum“, „Wirtschaft“ und „Freiheit“. Ihre Schwierigkeit ist das Fehlen eines echten Überzeugtseins von Gott…,

    das gleiche, das auch den Westen in Geistlosigkeit und Sackgassen getrieben hat oder treiben wird.

    Ihr eigentliches Handikap ist Ihr lang währender und sinnloser Kampf gegen Gott, den Ursprung allen Seins und der Schöpfung.“

     

    Imam Chomeini schrieb:

     

    „Eure Exzellenz, Herr Gorbatschow,

     

    alle sind sich darüber im klaren, dass der Kommunismus von nun an in den geschichtspolitischen Museen der Welt zu suchen ist. Darum, weil der Marxismus – und zwar deswegen, weil er eine materialistische Lehre ist – keinem der tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen gerecht werden konnte. Materialität kann die Menschheit aus der Krise, in der sie infolge ihres fehlenden Glaubens an Geistiges geraten ist und worin das Grundleiden der menschlichen Gesellschaft in Ost und West beruht, nicht befreien.“

     

    Der Imam schrieb weiter an Michael Gorbatschow:

     

    „Es mag sein, dass Sie sich in mancherlei Hinsicht überzeugungsmäßig noch nicht vom Marxismus distanziert haben und auch weiterhin in ihren Gesprächen Ihr absolutes Überzeugtsein von ihm zum Ausdruck bringen. Dennoch…, Sie wissen selbst, dass dieses den Realitäten effektiv widerspricht.

    Der Führer Chinas hat dem Kommunismus den ersten Hieb versetzt, Sie den zweiten und, wie es scheint, den letzten. Heute hat die Bezeichnung „Kommunismus“ weltweit ihre Aktualität und Aussagekraft verloren.

     

    Daher appelliere ich nachdrücklich an Sie, sich jedoch nicht, währenddessen Sie die Mauern der marxistischen Illusionen einreißen, in den Fesseln des Westens und großen Mephistos zu verfangen. Ich hoffe, dass Ihnen die Ehre zuteil werden möge, sowohl die Geschichte als auch Ihr Land von den letzten modrigen Überresten des siebzigjährigen Irrweges der kommunistischen Welt zu bereinigen.“

     

    Imam Chomeini lud Gorbatschow, nachdem er ihm einige Hinweise auf Islam gab, ein, sich mit dieser Religion vertraut zu machen:

     

    „Eure Exzellenz, Herr Gorbatschow,

    nun, nach diesen einleitenden Hinweisen, rufe ich Sie auf, sich ernsthaft über den Islam zu informieren. Nicht etwa deswegen, weil Islam und Muslime Ihrer bedürften, sondern der hohen und universalen Werte des Islam wegen, die der Erleichterung und Befreiung aller Völker dienen, als auch die wesentlichen Schwierigkeiten der Menschheit beseitigen können. Eine aufmerksame Betrachtung des Islam wird Ihnen möglicherweise eine Lösung des Afghanistan-Problems und ähnlicher in der Welt vorhandener Angelegenheiten vor Augen führen.

     

    Uns liegt das Ergehen der Muslime in aller Welt ebenso am Herzen wie das der Muslime unseres Landes. Wir wissen uns stets an ihrem Geschick mitbeteiligt. Mit der Zubilligung relativer Religionsfreiheit in einige Republiken der Sowjetunion zeigten Sie, dass Sie nicht mehr davon ausgehen, dass die Religion ein Narkotikum für die Gesellschaft sei.“

     

    Imam Chomeini schrieb anschließend:

     

    „Allen Ernstes…, kann wohl eine Religion, die Iran zu einem uneinnehmbaren Felsen gegenüber den Supermächten werden ließ, ein Narkotikum der Gesellschaft darstellen? Ist wohl eine Religion, die effektiv Gerechtigkeit in der Welt und die Befreiung des Menschen aus materiellen und geistigen Fesseln anstrebt, als Opium der Gesellschaft zu bezeichnen?

     

    Wohl aber ist eine Religion, die dazu beiträgt, dass das materielle und geistige Vermögen der islamischen und nicht-islamischen Länder den Groß- und Supermächten zur Verfügung gestellt wird und den Bevölkerungen einredet, dass Religion und Politik voneinander zu trennen seien, Opium für die Gesellschaft! Doch sie ist nicht als eine wirkliche Religion zu verstehen, sondern als etwas, was unsere Nation als „amerikanische Religion“ bezeichnet.“

     

    Imam Chomeini hat in seinem Brief an Gorbatschow versucht, drei Dinge zu verdeutlichen: erstens, dass der Islam und die religiösen Werte ein bleibendes Phänomen ist und die Völker belebt, zweitens, dass der Kommunismus und die materialistischen Denkschulen untergehen werden und schließlich dass der Westen keine zuverlässige Stütze für die Lösung der Probleme der Sowjetunion ist.

     

    7 Monate nach seinem Brief an den letzten Sowjetführer verstarb Imam Chomeini und die Sowjetunion zerfiel 3 Jahre später am 25. Dezember 1991 offiziell in 15 unabhängige Republiken.

     

    Der Sturz der Sowjetunion, den Imam Chomeini vorausgesehen hatte, trat also sehr rasch ein. Imam Chomeini hatte aber auch die Komplikationen der kapitalistischen Ordnung vorausgesehen und geschrieben, dass der Kapitalismus keine zuverlässige Stütze sein kann. Bei den jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrisen in kapitalistischen Systemen, bewahrheitet sich, dass er Recht hatte. Mit seinen Voraussagen wollte Imam Chomeini in den Vordergrund rücken, dass nur der Islam und seine hohen Werte die Menschheit aus den Krisen in Wirtschaft, Gesellschaft und in Bezug auf die Moral befreien kann. Dafür, dass er Recht behält, zeugen auch die zunehmende Ausbreitung des Islams auf der Welt und das Interesse der Bevölkerung in den muslimischen Ländern an der islamischen Gesetzgebung.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/148861-im-lichte-neuer-entwicklungen-die-botschaft-des-imams-an-den-letzten-sowjetf%C3%BChrer