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    Imam Abu Hanifa, Großimam der Ahl-as- Sunnah

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    Imam Abu Hanifa, Großimam der Ahl-as- Sunnah
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    Al- Imam al- Azam Abu Hanifa’s (RA) Name war Numan. Sein Vater hieß Thabit. Sein Großvater hieß ebenfalls Numan. Er war der erste der vier großen Imame der Ahl as- Sunnah.

     

     

    Imam Abu Hanifa ist der Sohn eines iranischen Edelmannes gewesen und wurde 80 n.H. (698 n.Chr.) in Kufa, Irak, geboren. Unter Anweisung Hammad ibn Abi Suleimans studierte er Fiqh (islamische Rechtslehre). Er verkehrte mit vielen bedeutenden Tabiun (Sammelbegriff für alle Anhänger des Propheten Mohammad (s.a.a.s.), die ihn zwar nicht selbst aber mindenstens einen seiner Gefährten persönlich gekannt haben) und Imam Dschafar as-Sadiq (AS). Imam Abu Hanifa wusste unzählige Hadith auswendig. Er wurde erzogen, um ein guter Richter zu werden, aber er wurde ein Imam al- madhab (Führer einer islamischen Rechtsschule) Er hatte einen höheren und erstaunlich hellen Intellekt. In Fiqh erhielt er innerhalb kurzer Zeit einen Grad ohnegleichen. Danach wurde er in der ganzen Welt bekannt.

     

    Imam Abu Hanifa beteiligte sich am Geschäft seines Vaters, wobei er bedingungslose Ehrlichkeit und Gerechtigkeit zeigte. Sein Händler verkaufte einmal in einem anderen Land in seinem Namen Seidenkleider, hatte aber vergessen, den Käufer auf einen kleinen Fehler hinzuweisen. Als Abu Hanifa davon erfuhr, war er sehr darüber verärgert, weil er dem Käufer das Geld nicht mehr zurückgeben konnte. Daher ordnete er an, dass das gesamte Einkommen aus der Kleidersendung unter den Armen verteilt werden sollte.

     

    Vielleicht ist es ein Glücksfall gewesen, dass sich Abu Hanifa für die islamische Rechtswissenschaft zu interessieren begann. Als er einmal einen Auftrag für seine Mutter ausführte, geschah es, dass er an dem Haus Scha’bis, einer der bekanntesten Gelehrten Kufas, vorbeikam. Scha’bi, der ihn versehentlich für einen Studenten hielt, fragte ihn, wessen Klasse er denn besuche. Als Abu Hanifa antwortete, dass er keine Klasse besuche, sagte Scha’bi: „Ich sehe Zeichen von Intelligenz in dir. Du solltest in der Gesellschaft gelehrter Männer sitzen.“ Abu Hanifa befolgte Scha’bis Rat und begab sich auf die fruchtbare Suche nach Wissen, welche später für die Geschichte des Islam von großer Bedeutung war. Einer der bedeutendsten Lehrer Abu Hanifas war Imam Dschafar Sadiq (AS), der von vielen islamischen Gelehrten als die Wurzel der meisten islamischen Rechtsgelehrsamkeit angesehen wurde und die hanefitischen, malikitischen und die schiitischen Denkrichtungen stark beeinflusste, die sich in die Hauptrichtungen der Hanbaliten und Schafiiten ausweiteten. Nach vielen Quellen soll Abu Hanifa gesagt haben: „Ohne diese zwei Jahre (die ich mit Dscha’afar as-Sadiq verbracht hatte) wäre Numan (Abu Hanifa) zugrunde gegangen.“: law laahu sanataan la halaka’n nu’man.

     

    Von Abu Hanifa heißt es auch, dass er Fiqh bei Hammad ibn Abi Suleiman studiert habe und dessen Nachfolger in der Fiqh- Lehre gewesen sei. Hammad ibn Abi Suleiman selbst war der Nachfolger Ibrahim an-Nacha’i, und dieser wiederum Nachfolger seines Onkels ‘Alqamah ibn Qays an-Nacha’i, ein Student ‘Abdullah ibn Mas’ud, der Gefährte des Propheten Mohammad ( s.a.a.s. )gewesen war.

     

    Islamische Rechtsgelehrsamkeit wurde von seinen Studenten systematisch unter seiner Leitung studiert. Einige seiner ihm zugeneigten und hochintelligenten Studenten arbeiteten unter ihm dreißig Jahre lang und es war ihr Werk gewesen, welches die hanefitische Schule der islamischen Rechtssprechung hervorbrachte.

     

    Imam Abu Hanifa war wahrscheinlich der am umfassendsten gebildete Imam der vier sunnitischen Imame der Rechtsgelehrsamkeit. Die hanefitische Rechtsgelehrsamkeit ist somit die flexibelste und anpassungsfähigste unter ihnen. Er sah in dem islamischen Gesetz ein organisches Wachstum, bei dem von Zeit zu Zeit Änderungen nötig waren, weil sich die Gesellschaft änderte. Hinsichtlich religiöser Fragen setzte er die Vernunft nach den Regeln des Qur’an und der Sunnah ein.

     

    Jasid ibn ‘Amr, der Verwalter des Irak während der Zeit Marwan ibn Mohammads, dem vierzehnten und letzten Kalifen der Umajaden, fragte Abu Hanifa, ob er als Richter in den Dienst des Gerichtshofes in Kufa treten wolle. Da er sich ganz dem Islam widmen wollte und keine weltlichen Interessen hegte, befürchtete Abu Hanifa, dass er aufgrund der menschlichen Schwächen die Rechte der Menschen nicht beschützen könne, und lehnte das Angebot ab. Jasid befehligte daraufhin, ihm einhundert und zehn Kopfhiebe mit der Peitsche zu versetzen. Sein gesegneter Kopf und sein Gesicht waren danach heftig geschwollen. Am darauf folgenden Tag ließ Jasid den Imam nochmals vorführen und wollte ihn mit demselben Angebot erpressen. Der Imam sagte: „Lasst mich nachdenken“, und erhielt die Erlaubnis wegzugehen. Er ging nach Mekka und blieb dort für fünf, sechs Jahre.

     

    Der abbassidische Kalif Abu Dschafar Mansur wollte Imam Hanifa 150 n.d.H. (767 n.Chr.) als Leiter des Obersten Gerichts berufen. Der Imam lehnte wiederum ab und wurde gefangen genommen. Er wurde zu Peitschenhieben, und jeden folgenden Tag zehn Schlägen mehr verurteilt. Als man bei hundert Schlägen angekommen war, starb er des Märtyrertodes. Es waren so viele Leute zu seinem Begräbnis erschienen, dass die Begräbniszeremonie sechs Mal vor der eigentlichen Bestattung wiederholt werden musste. Abu Sad Mohammad ibn Mansur al-Harismi, der dritte seldschukische Sultan und der Sohn des Sultans Alparslan, ließ über sein Grab eine wundervolle Kuppel errichten. Später hatten ottomanische Herrscher sein Grab verschönert und mehrere Male restauriert.

     

    Imam Abu Hanifa war der Erste gewesen, welcher die Fiqh- Wissenschaft zusammengefasst und klassifiziert hatte. Er trug für jeden Zweig der Wissenschaften Informationen zusammen. Er schrieb die Bücher Fara’id und Schurut (Verpflichtungen und Bedingungen). Es gibt viele Bücher, in welchen sein weites Wissen über die Rechtsgelehrsamkeit beschrieben wird, wobei seine Überlegenheit in Frömmigkeit, Gotterkenntnis, Milde und Gerechtigkeit erstaunlich ist.

     

    Während des Ottomanischen Reiches war die Auslegung und Rechtsschule (madhhab) Hanafis weit verbreitet. Sie wurde fast zur offiziellen Staatsmethode. Heutzutage folgen weltweit mehr als die Hälfte aller Muslime dieser Methode.

     

    Quellen:

     

    http://www.islamonline.com/cgi-bin/news_service

     

    http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Hanifa_an-Nu%27man