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    Imam Ali bin Musa al-Kazim ar-Rida (ع)

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    Imam Ali bin Musa al-Kazim ar-Rida (ع)

     

    Ali ibn Musa ar-Rida (ع) wurde im Jahre 148 n.H. (765 n.Chr.) in Medina geboren. 35 Jahre lang waren ihm die Führung und Rechtleitung seines Vaters, Imam Musa al-Kazim (ع) zugute gekommen und diese besondere Erziehung und Bildung, die Wissen von den religiösen Angelegenheiten mit Einsicht, Frömmigkeit und Weisheit verband, machten ihn zum spirituellen Vorbild und Führer der Gläubigen. Imam Musa al-Kazim (ع) war sich der intriganten Pläne der abbasidischen Kalifendynastie bewusst und bestimmte bereits zu seinen Lebzeiten seinen Sohn Ali (ع) zu seinem Nachfolger.

     

    Als der abbasidische Kalif Harun-ar-Rashid im Jahre 179 n.H. (794 n.Chr.) Medina besuchte, wurde er der Popularität von Imam Musa al-Kazim (ع) bei der Bevölkerung schnell gewahr; er ließ ihn verhaften und am 25. Rajab 183 n.H. (799 n.Chr.) vergiften. Imam Musa al-Kazims Sohn Ali hatte eine schwere Aufgabe vor sich. In jener Zeit gab es eine beachtliche Anzahl von Schiiten, die in den Imamem aus der Familie des Propheten (ع) ihre religiösen Führer und die wahren Kalifen des Propheten (ع) sahen und denen sie Gehorsam schenkten. In ihren Augen schienen die Kalifen mehr an der weltlichen Herrschaft interessiert als an der strikten Anwendung der religiösen Prinzipien und Lehren. In der Vergangenheit waren deshalb die Kalifen den Schiiten in der Regel mit unnachgiebiger Härte entgegengetreten.

     

    Nach dem Tode Harun ar-Rashids kam es zwischen seinen Söhnen Amin und Mamun zu blutigen Auseinandersetzungen um seine Nachfolge, aus denen nach vierjährigen Kampf al-Mamun schließlich erfolgreich hervorging und neuer Kalif (813-833 n.Chr.) der Abbasidendynastie wurde. Die Imame hatten sich stets aus derartigen Kämpfen um weltliche Herrschaft herausgehalten und auch Imam ar-Rida (ع) verhielt sich in dieser Hinsicht nicht anders als seine Vorfahren.

     

    Die ständigen Revolten und Auseinandersetzungen jedoch waren dem Ansehen des Kalifenamtes abträglich und deshalb suchte Mamun nach einer Lösung für diese Schwierigkeiten. Er legte sich folgenden Plan zurecht: Er wollte Imam ar-Rida (ع) das Kalifat übertragen, um damit die Gefahr einer Rebellion oder Bekämpfung der Regierung gebannt. Weiterhin würde die Beschäftigung des Imams mit weltlichen Angelegenheiten und den politischen Aufgaben des Kalifats dazu führen, dass er seine große Beliebtheit bei der Bevölkerung einbüßen würde. Mit der Zeit würde die tiefe Verbundenheit der Menschen zu dem Imam nachlassen, so dass er nicht länger eine potentielle Gefahr für das Kalifat darstellen würde. Mamun sah es dann nur noch als eine Nebensächlichkeit an, nach dem Erreichen dieser beiden Ziele das Imamat ein für allemal zu beseitigen.

     

    Er unterrichtete seine Verwandten und Gefährten über sein Vorhaben. Doch diese waren keineswegs angetan von der Idee und sie sprachen: „Du ernennst einen unwissenden Menschen, der nicht die nötige Einsicht verfügt. So schicke nach ihm. Er wird zu uns kommen und Du wirst selbst sehen, dass seine Unwissenheit Dich gegen ihn entscheiden lässt.“ Mamun ließ Imam ar-Rida (ع) rufen und er wurde aufgefordert, über die Verehrung Gottes zu den Anwesenden zu sprechen.

     

    Imam ar-Rida (ع) erbat nach einer kurzen Weile Gottes Segen für Seinen Propheten und dessen Familie und sprach:

     

    „Das erste Element in der Verehrung Gottes ist die Kenntnis von Ihm, die Wurzel (Asl) der Kenntnis von Ihm ist das Bekennen Seiner Einheit (Tawhid) und der richtige Weg, sich zu Seiner Einheit zu bekennen liegt darin, ihm keine Attribute zuzuschreiben. Denn die Kraft des Verstandes bezeugt, dass jedes Attribut und alles, was ein Attribut besitzt, geschaffen ist. Alles, was ein Attribut besitzt, bezeugt, dass es einen Schöpfer hat, der weder Attribut ist noch, ein Attribut besitzt. Jedes Attribut und alles, was ein Attribut besitzt, bestätigt die Verbindung zwischen dem Attribut und dem, dem es zugeschrieben wird. Verbindung wiederum bestätigt Zeitlichkeit und Zeitlichkeit negiert die Anfangslosigkeit, die wiederum nicht das Zeitliche akzeptiert.

     

    So ist es nicht Gott, dessen Wesenheit durch Vergleichen erkannt wird; es ist nicht Seine Einheit, zu der sich derjenige bekennt, der Ihn ergründen möchte; es ist nicht Seine Realität (Haqiqa), die derjenige erfasst, dem etwas Ihm Ähnliches in den Sinn kommt; es ist nicht Er, der bestätigt wird von demjenigen, der ein Ziel für ihn sieht; es ist nicht Er, zu dem sich derjenige begibt, der auf Ihn hinweist; es ist nicht Er, den jener meint, der Ihn (mit irgendetwas) vergleicht; es ist nicht Er, vor dem sich jener demütigt, der Ihn in Teilen zerlegt; und es ist nicht Er, der ersehnt wird von jenem, der in seiner Vorstellung eine Idee von Ihm hat.

     

    Alles, was in sich selbst gekannt werden kann, ist gestaltet. Alles, was abseits von Ihm ist, ist eine Wirkung. Durch das, was Er wirkt, lässt sich auf Gott schließen. Das Wissen von Ihm wird gefestigt durch die Kraft des Verstandes und der Beweis  für Ihn ist in der uranfänglichen Veranlagung (des Menschen d.h. Fitra) vorhanden. Gottes Schöpfung der Geschöpfe ist ein Schleier zwischen Ihm und ihnen. Seine Unterscheidung von ihnen ist derart, dass Er frei ist von Ortsgebundenheit 1).

     

    1. Die Menschen sind nicht von Gott getrennt, weil sie an einem Ort sind und Er an einem anderen, denn Er ist frei von Ort und örtlicher Bestimmung, während sie darin gefangen sind („Bihar ul-Anwar“, Muhammad Baqir Maglisi, Tehran, 1960-1970, Bd.4, S.233)

     

    Das Er ihr Ursprung ist, ist für sie Beweis, dass Er keinen Ursprung hat, denn keiner, der einen Ursprung hat, kann andere ins Leben rufen. Das Er sie – mit Hilfsmitteln zur Ausführung von Dingen – geschaffen hat, ist Beweis dafür, dass Er keine Hilfsmittel hat, denn Hilfsmittel bezeugen die Armut jener, die sie nutzen.

     

    So sind Seine Namen eine Erklärung, Seine Werke sind ein Weg, Ihn zu verstehen und Sein Wesen ist Realität. Seine innerste Wesenheit unterscheidet Ihn von der Schöpfung und Seine Andersartigkeit begrenzt, was anders ist als Er. Deshalb kennt jener, der um eine Beschreibung von Gott bittet, Ihn nicht. Jener übertritt die Grenzen (Ihm gegenüber), der danach trachtet, Ihn zu umfassen. Derjenige irrt sich, der sich vorstellt, Ihn ergründet zu haben!

     

    Jener übertritt die Grenzen (Ihm gegenüber) der danach trachtet, Ihn zu umfassen. Derjenige irrt sich, der sich vorstellt, Ihn ergründet zu haben! Wer „wie“ sagt, hat Ihn (mit etwas) verglichen. Wer „warum“ sagt, hat sich zu einer Ursache für Ihn bekannt. Wer „wann“ sagt, hat Ihn zeitlich festgelegt. Wer „in was“ sagt, hat Ihn umschlossen. Wer „zu was“ sagt, hat sich zu einer Begrenzung für Ihn bekannt. Wer „bis was“ sagt, hat Ihm ein Ende gegeben. Wer Ihm ein Ende zuschreibt, hat Ihm ein Ende beigesellt. Wer Ihm ein Ende beigesellt, hat ihn geteilt. Wer Ihn teilt, hat Ihn beschrieben. Wer Ihn beschreibt, ist, was Ihn betrifft, vom rechten Weg abgeirrt (Ilhad) 2).

     

    2. Maglisi bietet für diesen Abschnitt mehrere Interpretationen an. Am häufigsten wird diese vertreten, wonach „Ihm ein Ende beigesellen“ bedeutet, den Schluss zu ziehen, Er sei wie die Geschöpfe der Vernichtung ausgesetzt und in diesem Sinne wäre es korrekt, zu sagen: „Sein Ende ist vor oder nach dem Ende von soundso!“ Das wäre gleichbedeutund mit der Aussage, Er habe teil an der Natur der Geschöpfe; und wer das sagt, hat Ihn so beschrieben, dass Er Möglichkeit, Unfähigkeit und die anderen Mängel möglicher Geschöpfe hat. Wer so urteilt, ist bezüglich des göttlichen Wesens irregegangen.“ (Bihar ul-Anwar, a.a.O. S.235)

     

    Gott ändert sich nicht mit den Veränderungen, die die Schöpfung durchläuft, gerade so wie Er nicht begrenzt wird durch das Abgrenzen dessen, was begrenzt ist. Er ist einer, aber nicht im Sinne der Zahl: Er ist äußerlich, aber nicht im Sinne von Unmittelbarkeit. Er ist offenbar, aber nicht aufgrund von Teilung: er ist fern, aber nicht aufgrund von Entfernung: er ist nah, aber nicht aufgrund von Nahen: Er ist subtil, aber nicht aufgrund von Verkörperung: Er ist Existent, aber nicht nach Nichtexistenz: Er ist wirkungsvoll, aber nicht aufgrund von Zwang; Er ist bestimmend, aber nicht aufgrund von Denken; Er ist führend, aber nicht durch Bewegung; Er ist wünschend, aber nicht durch Entschlossenheit: Er ist wollend, aber nicht durch Lenken der Bestreben 3). Berührung; Er ist hörend, aber nicht durch Sinne und Er ist sehend, aber nicht durch Organe.

     

    3. Dieser und der vorangegangene Satz haben im Wesentlichen die gleiche Bedeutung. Normalerweise, wenn der Mensch etwas tun will oder zu tun wünscht, hat er eine bestimmte Vorstellung oder ein Ziel und er strengt sich an, es zu erreichen und wendet dabei Fleiß und Entschlossenheit auf. Doch was Gott anbelangt: „Sein Befehl, wenn Er ein Ding will, ist nur, dass Er spricht: „Sei!“ – und es ist.“ (Quran, Sure:36 Vers:82)

     

    Die Zeiten begleiten Ihn nicht, Orte schließen Ihn nicht ein, Schlummer erfasst ihn nicht, Attribute grenzen Ihn nicht ab und Werkzeuge sind für Ihn von keinerlei Nutzen. Sein Sein geht den Zeiten voran, Seine Existenz der Nichtexistenz und Seine Anfangslosigkeit dem Anfang. Indem Er den Sinnesorganen Sinn gibt wird deutlich, dass Er keine Sinnesorgane hat. Indem Er Substanzen Materie gibt, wird deutlich, dass Er keine Materie hat. Indem Er zwischen den Dingen Gegensätze schafft, wird deutlich, dass Er keinen Gegensatz hat.

     

    Indem Er unter den Dingen Bindungen schafft, wird deutlich, dass Er nichts Ihm Zugehöriges hat. Er setzte der Dunkelheit das Licht gegenüber, Undeutlichkeit der Klarheit, Weichheit der Festigkeit und Hitze der Kälte. Er verbindet jene Dinge miteinander, die einander Feind sind und trennt jene die einander nah sind. Sie beweisen durch die Trennung ihren Trenner (d.h. Seine Existenz) und durch ihre Verbindung ihren Verbinder. Dies ist die Bedeutung Seiner Worte: „Und von jeglichem Ding haben Wir Paare erschaffen, auf dass ihr euch vielleicht doch besinnen möchtet.“ (Sura 51, Vers 49)

     

     

    Durch sie teilte Er „vorher“ und „nachher“, auf dass bekannt wird, dass Er kein Vorher und kein Nachher hat. Sie bezeugen mit ihren Leidenschaften, dass Er, der ihnen diese gegeben hat, selbst keine hat. Sie beweisen durch ihre Ungleichheit, dass Er, der sie ganz unterschiedlich gemacht hat, keinen Unterschied hat. Sie machen durch ihre Abhängigkeit von der Zeit deutlich, dass Er, der sie der Zeit unterworfen hat, selbst ihr nicht unterworfen ist.

     

    Er hat einige von ihnen vor den anderen verborgen, damit bekannt wird, dass es keinen Schleier zwischen Ihm und ihnen gibt außer ihnen. Sein ist die Bedeutung von Herrschaft. Als keiner über Ihm war, war Er Herr; Er war die Realität der Gottheit als es nichts gab, für das Er Gott war; Er war die Bedeutung von Schöpfer, als es nichts gab, für das Er Gott war; Er war Bedeutung von Wissen, als es nichts zu wissen gab; er war die Beutung von Schöpfer, als es nichts Geschaffenes gab; und Er war die Bedeutung des Hörens, als es nichts zu Hören gab.

     

    Nicht weil Er geschaffen hat, verdient Er die Bedeutung (des Wortes) Schöpfer und nicht weil Er die Geschöpfe entstehen ließ, wird die Bedeutung von „machen“ abgeleitet. Wie (sollte es nicht so sein)? Denn mud (seit) verbirgt Ihn nicht; qad (schon) bringt Ihn nicht nahe; la’alla (vielleicht) verschleiert Ihn nicht; mata (wann) begrenzt Ihn zeitlich nicht, hin (zurzeit, da) fasst Ihn nicht und ma (mit) bringt Ihn nicht in Verbindung 4). Werkzeuge begrenzen nur sich selbst und Mittel spielen nur auf Gleichartiges an. Ihre Aktivitäten sind nur in Dingen zu finden. Mud (seit) hält Dinge davor zurück, ewig zu sein. Qad (schon) schützt sie vor Anfangslosigkeit und law la (wenn nicht) wehrt Vervollkommnung ab 5). …

     

    4. Maglisi erklärt, dass keines dieser Worte sich auf Gott beziehen kann, da jedes von ihnen eine zeitliche oder andersartige Begrenzung impliziert, während Gott die Zeit transzendiert und alle Dinge in Ewigkeit weist. Somit zeigt „seit“ einen zeitlichen Anfangspunkt an und wenn es auf Gott angewendet würde, würde dies anzeigen, dass das, was vor diesem Punkt war, vor Ihm verborgen war. Er kann keine Zweifel hinsichtlich der Zukunft haben, so kann „vielleicht“ nicht auf Ihn zutreffen etc. (Bihar ul-Anwar, a.a.O. S.241f.)

     

    5. Die Tatsache, dass die Worte mud (seit), qad (schon) und law la (wenn nicht) auf Hilfsmittel bezogen werden, zeigt an, dass letzere weder ohne Anfang, noch ewig, noch vollkommen sind. Deshalb können Hilfsmittel Ihn nicht abgrenzen oder auf Ihn anspielen, denn aufgrund ihrer Zeitlichkeit und Unvollkommenheit, sind sie weit davon entfernt, (Gott) dem Vollkommenen, Absoluten und Ewigen in Seiner Essenz angemessen zu sein. Der Grund hierfür ist, dass mud (seit) sich auf den Beginn der Zeit bezieht, qad (schon) gleicht die Vergangenheit der Gegenwart an und law la (wenn nicht) wird gebraucht, um über das zu sprechen was gut gewesen wäre, z.B. wie gut wäre es gewesen, wenn es nur so und so gewesen wäre“; und somit weißt es auf Unvollkommenheit in der Situation hin und hält ab von absoluter Vollkommenheit. (Bihar ul-Anwar, a.a.O., S.243)

     

    Die Zustimmung zu Gott wird festgemacht von den Verstandeskräften, und Glaube in Ihn erreicht Vollkommenheit durch Bestätigung. Es gibt keine Religiösität außer durch Wissen, kein Wissen außer durch Aufrichtigkeit zusammen mit Vergleich. Es gibt keine Negation von Vergleich, wenn es eine Bestätigung von Attributen gibt.

     

    So wird nichts in der Schöpfung im Schöpfer gefunden. Alles, was darin möglich ist, ist in ihrem Macher unmöglich. Bewegung und Ruhe erfassen Ihn nicht. Wie sollte das, was er (in anderen) bewirkt, auf Ihn wirken oder das, was Er entstehen ließ, für ihn wiederkehren? Dann wäre seine Essenz verschieden, Sein Innerstes wäre geteilt, Seine Bedeutung gehindert an der Ewigkeit. Wie hätte der Schöpfer eine andere Bedeutung als der Geschaffene? Wenn Ihn etwas von hinten begrenzen würde, dann würde Ihn etwas von vorne begrenzen. Wenn Vollkommenheit nach Ihm streben würde, wäre Unvollkommenheit in Ihm. Wie sollte das, was nicht Zeitlichkeit übersteigt (des Begriffs) Anfangslosigkeit wert sein? Wie sollte das, was nicht über das Geschaffene Sein hinausgeht, die Dinge (der Welt) schaffen? Da würde dann in Ihm ein Zeichen des Geschaffenseins entstehen und Er würde ein Beweis werden, nachdem Er der Bewiesene war.

     

    Es ist kein Beweis in absurden Meinungen, keine Antwort, wenn sie danach gefragt werden, keine Lobpreisung von Ihm in ihrer Bedeutung. Noch ist da irgendein Übel in der Unterscheidung zwischen Ihm und der Schöpfung, solange nicht das Ewige akzeptiert, nicht zu zwei gemacht zu werden, noch das Anfanglose, einen Anfang haben.

     

    Es gibt keinen Gott außer Gott, dem allerhöchsten, dem Gewaltigen. Jene, die Gott Gleiches zugesellen, haben Lügen ausgesprochen. Sie sind irre gegangen und haben offenbaren Verlust erlitten! Und Gott segne Muhammad und seine Nachkommen, die Reinen 6)!“

     

    6. Vgl. Quran Sura 4 Verse 116-119: „Allah wird nicht vergeben, dass Ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch vergibt Er das, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Allah Götter zur Seite stellt, der ist fürwahr weit irregegangen.“

     

    Mamun bot Imam ar-Rida (ع) das Kalifat an, was dieser jedoch strikt ablehnte. Auch die angebotene Nachfolge lehnte er zunächst ab; doch nachdem Mamun mit allem Nachdruck deutlich gemacht hatte, dass er eine erneute Ablehnung Imam ar-Ridas (ع)nicht akzeptieren werde, erklärte sich dieser schließlich bereit, die Nachfolge anzutreten, allerdings unter der Bedingung, dass er keinerlei Regierungsaufgaben übernehmen, d.h. weder als Mufti (Rechtsgelehrter, der Rechtsgutachten erstellt), Qadi (Richter) noch als Amir (Befehlshaber) fungieren müsse: „Ich werde was die Nachfolge betrifft, deinem Ansinnen nachkommen unter der Bedingung, dass ich nicht bestimme noch befehle noch gesetzliche Entscheidungen treffe, noch richte, noch ernenne, noch entlasse, noch irgendetwas ändere 7)“

     

    7. „Kitab al-Irshad”, Sheikh al Mufid, Qum, o.J. (S.470.)

     

    Imam ar-Rida (ع) beschränkte sich weiterhin auf die spirituelle Führung der Menschen und legte keinerlei Wert auf weltlichen Komfort und Luxus. Er widmete sich voll und ganz der Verbreitung der islamischen Lehre des Propheten und des heiligen Quran, betete zu Gott und diente den Menschen. Er veranstaltete Trauerveranstaltungen, in denen er insbesondere die moralischen Aspekte der Ereignisse von Kerbala hervorhob und führte engagierte Diskussionen mit Vertretern anderer Glaubensrichtungen. Er lebte unter und mit den Menschen und lehrte sie ein reines und gottgefälliges Leben. Trotz seiner erhabenen Stellung als Imam fühlte er sich wie seine Vorfahren niemals den Menschen überlegen oder sonderte sich von ihnen ab.

     

    Viele Überlieferungen von Imam ar-Rida (ع) zeugen für seine außergewöhnliche Persönlichkeit. Alle diese Aussprüche fordern den Gläubigen zum Nachdenken auf und vermitteln ihm somit Einsicht, die ihn auf dem göttlichen Weg voranbringen kann, wie folgende Beispiele verdeutlichen. Imam ar-Rida (ع) sagte:

     

    „Wissen ist ein großer Schatz und der Schlüssel dazu ist Fragen.“

    „Derjenige, der sich nicht täglich selbst überprüft, ist nicht von uns.“

     

    „Wer sieben Dinge tut ohne sieben andere Dinge zu tun, der täuscht sich selbst: von Allah Vergebung erbitten ohne mit dem Herzen zu bereuen; von Allah Hilfe erbitten, ohne irgendwelche Anstrengung; den festen Entschluss fassen, etwas zu tun, ohne die gebührende Vorsichtsmaßnahme zu treffen; von Allah das Paradies zu erbeten, ohne die damit verbundenen Schwierigkeiten zu ertragen; Befreiung vom Höllenfeuer zu erflehen, ohne sich den Begierden zu enthalten; Allahs zu gedenken, ohne zu erwarten, Ihm zu begegnen.“

     

    „Wenn die Menschen in Sünden verfallen, die sie zuvor nicht begangen haben, wird Gott ihnen Leiden auferlegen, die sie zuvor nicht kannten.“

    „Jemand, der Gott um Vergebung bittet mit seiner Zunge, ohne Reue im Herzen, täuscht sich selbst.“

     

    Imam ar-Rida (ع) forderte Mamun immer wieder auf, Gott zu fürchten. Unverholen zeigte er ihm die Verbrechen auf, die er als Kalif begangen hatte. Mamun zeigte sich ihm gegenüber zwar einsichtig, doch in seinem Innern wuchsen der Hass und die Feindschaft gegen den Imam, der ihn immer wieder pflichtbewusst und mit den besten und reinsten Absichten auf Fehler hinwies.

     

    Als z.B. Imam ar-Rida (ع) eines Tages Mamun bei der Gebetswaschung zusah, wies er ihn, als ein Diener dem Kalifen Wasser über die Hände schüttete, mit folgenden Worten zurecht: „Lasse niemanden an der Tat der Verehrung Deines Herrn teilhaben.“ Mamun schickte seinen Diener weg und führte seine Waschung allein zu Ende, doch längst war er davon überzeugt, mit der Ernennung des Imam zu seinem Nachfolger einen Fehler begangen zu haben. Die Zahl der Schiiten wuchs beständig und Imam ar-Rida (ع) genoß großes Ansehen bei der Bevölkerung und selbst bei Regierungsbeamten und Soldaten, die sich dem Kalifen zunehmend abwendeten.

     

    Doch andererseits trachteten auch enge Mitarbeiter Mamuns wie z.B. al-Hassan ibn Sahl und dessen Bruder al-Fadl ibn Sahl, der sowohl dem Militär als auch der zivilen Verwaltung vorstand, danach, Imam ar-Rida (ع) loszuwerden. Dieser machte nämlich keinen Hehl aus seiner Ablehnung gegen die beiden und forderte Mamun immer wieder auf, ihren Worten kein Gehör zu schenken. Sie fürchteten deshalb, ihr Einfluss beim Kalifen könne schwinden, und sie ließen keinen Versuch aus, Imam ar-Rida (ع) zu diskritieren.

     

    Beständig erzählten sie Mamun von der wachsenden Beliebtheit des Imam bei der Bevölkerung und malten ihm sein eigenes Schicksal mit den schlimmsten Worten aus. Die Angst und Feindschaft Mamuns gegenüber Imam ar-Rida (ع) wuchsen und er sah sein eigenes Kalifenamt bedroht. Deshalb lud er den Imam zu einem vergifteten Essen ein.

     

    Imam ar-Rida (ع) starb am 20.Safar 203 n.H. und wurde im iranischen Mashad begraben. Er hinterließ einen Sohn, Muhammad ibn Ali al-Jawad (ع), der sein Nachfolger wurde.

     

    Quelle: Den Original-Artikel finden Sie im al-Fadschr Heft
    Bearbeitet von Hessam K.
    Anmerkung: Der Text weicht etwas vom Original-Artikel ab.
    Mit freundlicher Genehmigung von www.al-fadschr.de

     

     

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