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    Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (4)

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    Das Werk Nahdsch-ul Balagha ist eine Sammlung von Ansprachen, Briefen und Weisheiten Imam Ali`s.

     

    Diesmal möchten wir betrachten, was über die Aussendung von Propheten im Nahdsch-ul Balagha steht. Die Geschichte des Islams begann in der Hölle Hara an einem Berg nördlich von Mekka…

     

    Es war Nacht. Mohammad (s) war gerade wieder in der stillen Höhle in Gottespreisung und Anflehung vertieft, als ihn ein Stimme rief: Mohammad lies! Er war verwirrt und verwundert: „Was soll ich denn lesen?“ Da sagte die Stimme wieder:

     

    „Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf.

    Der den Menschen aus einem Embryo erschuf

    Lies; denn dein Herr ist Allgütig,

    Der mit dem Schreibrohr lehrt,

    den Menschen lehrt, was er nicht wusste.“

     

     

    Es waren die 5 ersten Koranverse der Offenbarung , die der Prophet empfangen hat. Die Koransure 96 beginnt mit ihnen.

     

    In dieser Nacht war Mohammad (s) zum letzten Gesandten Gottes ernannt worden, um die Menschheit rechtzuleiten.

     

    Ali Ibn Abi Talib (a), der erste männliche Anhänger des Propheten , beschreibt die Zeit vor der Aussendung Mohammads (s) um die Situation zu veranschaulichen, in der der Prophet die Rechtleitung der Menschen übernahm.

     

    Es herrschten sehr üble Bedingungen in der Gesellschaft bevor der Prophet in Erscheinung trat. Schlechte Eigenschaften waren gang und gäbe und unter Tapferkeit und Heldenmut verstand man Mord, Raub und Racheakte .

     

    In der zweiten Chutba im Nahdsch-ul Balagha beschreibt Imam Ali die Situation wie folgt: Gott hat den Propheten des Islams in einer Zeit ausgesandt, in der die Menschen in Wellen des Übels abgesunken waren und die Fäden der Religion sich allmählich auflösten und die Säulen der Gewissheit bebten … die Strahlen der Rechtleitung waren erloschen und Blindheit war eine Epidemie. Die Menschen gehorchten Gott dem Allbarmherzigen nicht, aber Satan halfen sie, währen der Glaube ohne Helfer und Unterstützer blieb … In diesem Land haben sie die Gelehrten gezähmt, während sie die Unwissenden geehrt und ihnen den besten Platz zuwiesen…“

     

    Imam Ali legt ein anschauliches Bild von der Situation in der Ära der Unwissenheit (Dschaheliyat) vor. Laut seiner Chutba (Freitagsgebetsansprache) 26) herrschten sowohl materielle aus auch immaterielle Missstände. Die Menschen hatten keine geeignete Unterkunft. Sie lebten mit den Worten des Imams auf steinigen Böden voller Schlangen. Sie tranken schmutziges Wasser und aßen trockenes Brot. Es gab keine Sicherheit . Die Menschen vergossen gegenseitig ihr Blut und sie brachen die Verwandschaftsbeziehungen ab.

     

    Sie folgten der schlimmsten Religion, denn sie bauten sich Götter und beteten sie an. Sie lebten neben dem besten aller Häuser (der Kaaba) in Mekka, . Aber weil sie ständig in Streit und Krieg miteinander verwickelt waren, sind sie nie in den Genuss von Sicherheit gelangt.

     

    Doch es herrschten neben materiellen Missständen auch schwere spirituelle Mängel. Die Menschen hatten sich total verirrt und waren ratlos, sagt Imam Ali (a). Zweifelsohne führt der Irrweg automatisch zu weiteren Schwierigkeiten in der Gesellschaft. Eine Folge des Irrwegs ist, dass eine Schicht die andere unterdrückt. Zur Zeit der Aussendung des Propheten waren aber auch die Unterdrückten auf dem falschen Weg. Der Prophet wurde ausgeschickt, um gegen diese Verworrenheit vorzugehen. Deshalb bezeichnet Imam Ali (a) den Propheten als jemanden, der die Menschen die vom Weg abgeraten sind, gut kennt und sie aufsucht, um sie wie ein Arzt von ihrer seelischen Erkrankung zu heilen. Imam Ali sagt über den Propheten „Der Prophet Gottes ist ein Wanderarzt der mit seiner Heilkunde umherzieht, die heilenden Salben vorbereitet und sie, wenn notwendig, anwendet.“

     

    In den islamischen Geschichtsbeschreibungen wird der Prophet als zuverlässiger Treuhänder und ein Segen für die Menschen bezeichnet. Der Prophet gilt als Zeichen für die göttliche Allbarmherzigkeit und wegen dem Propheten wurden auch die Menschen unter denen er weilte, vor Gefahren bewahrt. Gottes Barmherzigkeit überwiegt Seinen Zorn und Er hat bei Erschaffung des Menschen und der anderen Lebewesen den Empfang seines besonderen Segens ermöglicht, zum Beispiel durch die Existenz des Propheten und seines Hauses unter den Menschen.

     

    Der Islam legt als Erstes das Prinzip von der Einzigkeit Gottes zugrunde und lädt den Menschen zum Nachdenken über die Grundlagen der Religion ein. Es ist nicht akzeptabel, dass jemand einfach die Grundsätze der Religion annimmt und nachahmt, ohne darüber nachzudenken. Der Mensch soll, um von den Grundsätzen der Religion überzeugt zu werden, nachforschen und sich informieren. Der Islam fordert den Verstand auf, über den Sinn der erstaunlichen Schöpfungsordnung nachzudenken . Durch dieses Nachdenken wird der Geist wachgerüttelt und die Verbindung zwischen ihm und Gott gefestigt. Gemäß Imam Ali (a) hat die Aussendung der Propheten unter anderem die Wiederbelebung der natürlichen Veranlagung (Fitra) und die Wiedererweckung des Verstandes zum Ziel. In seiner ersten Chutba im Nahdsch-ul Balagha sagt er, dass Gott Seine Gesandten unter den Menschen aufgerufen und nacheinander zu ihnen geschickt hat, damit sie erneut die Botschaft ihrer Fitra, ihrer natürlicher Veranlagung , wahrnehmen und an den in Vergessenheit geratenen Segen erinnert werden. Die Propheten sollen für die Religion werben und sie logisch darlegen und die Schätze des Verstandes an den Tag bringen.

     

    In dieser Rede hat der Imam die rationalen Erkenntnisse mit verborgenen Schätzen verglichen und gesagt, dass es eine der Aufgaben der Propheten ist, diese Schätze aufzudecken. Daraus lässt sich entnehmen, dass im Verstand Kenntnisse lagern, die nicht von außen kommen oder durch die Erfahrung gewonnen wurden. Außerdem lässt sich daraus schließen, dass der Mensch gar nichts von diesen Kentnnissen weiß und sie nicht beachtet, solange er nicht von den Propheten darauf aufmerksam gemacht wird.

     

    Die Propheten aktivieren also auch den Geist und Verstand und das in der Gott gegebenen Natur verborgenen Wissen.

     

    Imam Ali (a) nennt noch ein weiteres Ziel eines Propheten, nämlich die Wiederbelebung des Glaubens an den Einen Gott und die Herstellung der Gerechtigkeit. Imam Ali (a) weist im Nahdsch- ul Balagha an verschiedenen Stellen auf diese beiden Ziele hin. Über die Geltendmachung des Ein- Gott- Glaubens, Tauhid, welches eines der wichtigsten Ziele der Propheten, sagt er: „Gott hat ihn (den Propheten Mohammad) in einer Zeit ausgesandt, als die Anhänger der verschiedenen Religionen zerstritten waren und den Weg der Uneinigkeit gingen. Er hat ihn daher den anderen Propheten nachfolgen lassen und die Offenbarung mit der Aussendung des Propheten( des Islams (s) besiegelt. Auf diese Weise hat er (der Prophet) für den Ein- Gott- Glauben gegen alle rückständigen und abwegigen Kräfte zu kämpfen begonnen.“

     

    Über die Verbreitung der Gerechtigkeit durch den Propheten, sagt Imam Ali: „ Der Prophet ist Anführer aller Gottesfürchtigen und öffnet jedem, der nach Rechtleitung sucht, die Augen. Er ist eine Leuchte mit strahlendem Licht, ein strahlender Stern, eine Fackel mit hellen Flammen. Seine Art ist Ausgewogenheit, seine Tradition ist Vollendung, seine Worte unterscheiden Recht und Unrecht deutlich von einander und seine Medizin ist die pure Gerechtigkeit.“

     

    Laut Imam Ali (a) hat Gott mit der Aussendung von Mohammad (s) ebenso die Vertreibung der Hassgefühle, die unter den Menschen weit verbreitet waren, bezweckt. Daher sagt Imam Ali: „Gott hat durch ihn, (den Propheten) die Hassgefühle begraben und die Feuer gelöscht. Er hat Fremde miteinander verbrüdert und hat die Verwandschaftsbande ausgedehnt. Er hat, was   unberechtigt als Ehre galt, in Schande verwandelt und das was unberechtigt als Schande galt in Ehre.“

     

    Diese Worte Imam Alis (a) beinhalten das, was in der Sure 3 im Vers 103 steht, nämlich: „Und gedenket der Gnade, die Allah euch erwiesen hat! (Damals) als ihr Feinde waret und er zwischen euren Herzen Freundschaft stiftete, worauf ihr – durch seine Gnade – Brüder wurdet.“