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    Imam Hussein a.s. und seine letzte Entscheidung

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    Hussein Ibn Ali as. der Enkel des Propheten ist mit seinem hohen Charakter  und seinem Kampf gegen das Unrecht eine herausragende  geschichtliche Persönlichkeit.  Er befreite den Islam von allem Abwegigen, was man ihm angedichtet hatte und wehrte sich gegen die Umayyaden.

     

    Die Zeit in der  Imam Hussein die Gläubigen anführte war eine Zeit der Spaltungen und Häresie. Muawiya der damalige Herrscher verfolgte die Freunde des Imam Ali a.s. (Vater Imam Husseins).  Zum Beispiel ließ er  Hadschar Ibn Adi, einen der wichtigen Anhänger Imam Alis mit einigen anderen unter einem Vorwand an seinen Regierungssitz in Schaam (Damaskus) holen und verlangte von ihnen, dass sie Imam Ali verfluchen, aber sie sagten:

     

    „Die Hitze des Schwertes fällt uns leichter, als  das, was du von uns verlangst!“ Da befahl  Muawiya sie zu töten.  Daraufhin schickte Imam Hussein a.s. ein Schreiben. Darin zählte er das Unrecht des Kalifen an den Gläubigen  auf und verurteilte  den Mord an Hadschar .

     

    Unterdrückung und Benachteiligung waren Grundsätze der umayyadischen Politik. Mit seinem Verhalten drückte Muawiya aus, dass er keinen Wert auf das Volk legte, sondern nur das eigene Wohl und Macht wollte.  Dies ist auch den Gedichten, die Imam Hussein a.s. zugeschrieben werden,  zu entnehmen. Dort heißt es inhaltlich:

     

    „Wir leben in einer Epoche  der Irrtümer und Übel und in einer Zeit  des Bruches mit den göttlichen Bündnissen und einer Zeit voller  Vergehen. Das Gute und Rechtschaffene ist vernichtet, die Rechtschaffenen werden erniedrigt und während sie herabgesetzt werden, sind die Unverständigen an Macht und Größe gelangt. Unter den Menschen gibt es niemanden, der das Schlechte verwehrt. Die Freiliebenden sind die größten Sklaven. Deshalb blieb für sie  kein Platz mehr.“

     

    Das Ziel Imam Husseins bestand nicht darin, an  Macht oder  Weltliches zu gelangen, sondern er wünschte nur die Verbreitung der Gerechtigkeit und die Durchführung der göttlichen Gebote. Er war der Überzeugung:

     

    Ein aufrichtiger Führer ist jemand, der sich für die göttliche Schrift einsetzt,den anderen bei der Herstellung der Gerechtigkeit vorauseilt,  dem Recht folgt und sein Leben für Gott und für sein Gebot einsetzt.“

     

    Aber damals befand sich die Macht in den Händen von Leuten, die sie ausnutzten, um ihre  weltlichen Wünsche zu erfüllen und Unheil stifteten.

     

    Imam Hussein litt darunter, dass die Umayyaden über Hab und Gut und sogar über das Denken und die Seele der Menschen bestimmten. Er betete:  „O Gott! Du weißt , dass das, was ich tue, nicht dem  Wettstreit um die Regierung und die Beherrschung des Volkes gilt und auch nicht dazu dient, an die wertlose Ware des weltlichen Lebens zu gelangen, sondern dass mein Tun mit der Absicht geschieht, die Wahrzeichen deiner Religion deutlich zu machen und deine Gebiete dem Wohl  zuzuführen, damit deine unterdrückten Diener sicher sind und nach deinen Geboten und deinen Bräuchen handeln.    Und ihr (Menschen)! Wenn ihr mir nicht helft und mir nicht  dient, werden die Unterdrücker euch noch mehr beherrschen und versuchen das Licht eures Propheten zu erlöschen.“

     

    Auf verschiedenen Wegen hat Imam Hussein versucht, den Menschen  die Augen zu öffnen, damit sie den wahren Charakter der Umayyaden erkennen.  Er sagte:  „Gebt Acht! Sie haben sich vom Gebot Gottes abgewandt und haben es sich zur Pflicht gemacht, Satan zu folgen. Sie haben Verdorbenheit und Unheil verbreitet und die göttlichen Gebote in Vergessenheit geraten lassen und das was der Familie des Propheten gebührt, an sich gerissen.“

     

    Gegen Ende der Herrschaft von Muawiya war Imam Hussein zum Hause Gottes in Mekka gepilgert. In Mina versammelte er die Muslime in seinem Zelt. Er beklagte sich darüber, dass die Menschen schwiegen und nicht das Recht unterstützten und sagte:  „Ihr seht, dass die Bündnisse mit Gott verletzt werden, aber ihr seid nicht bekümmert darüber.  Blinde, Unfähige und Stumme irren durch die Stadt und ihr habt kein Erbarmen und handelt nicht nach eurer Pflicht und seid damit zufrieden, euch  mit den Unterdrückern  zu versöhnen.“

     

    Imam Hussein sieht den Hauptgrund für die Ignoranz und Abkehr von Recht  und Wahrheit darin, dass in der Gesellschaft die spirituelle islamische Entfaltung fehlt. Daher rief er die Menschen auf den  Weg der Rettung.

     

    Nach dem Tod von Muawiya 60, nach der Hidschra (679 n. Christus)  befahl sein übler Sohn Yazid dem Verwalter von Medina , Hussein den Treueschwur abzunehmen. Hussein Ibn Ali a.s. aber sagte:  „Wir gehören zur Familie des Propheten und sind ein Vorrat des Gottesauftrages.

     

    Die Engel kehren in unserer Familie ein und aus und auf sie kommt der Segen Gottes nieder. Gott hat bei uns den Islam begonnen  und wird ihn durch uns weiterbringen. Yazid ist ein Trinker und der Mörder von Unschuldigen.  Er wahrt nicht die Heiligkeit der religiösen Pflichten und ist offenkundig ungehorsam.“

     

    Yazid ließ den Verwalter von Medina wissen, falls Hussein nicht die Treue schwören sollte, sollte er ihn töten und ihm seinen Kopf bringen. Als Imam Hussein den Treueschwur  verweigerte,  wusste er, dass die Umayyaden ihn nicht am Leben lassen. Er machte sich mit seinen Anhängern und seiner Familie auf den Weg nach Mekka; nicht um zu fliehen, sondern um seine Mission zu erfüllen.

     

    Viele Male hatte er den Menschen gesagt:  „Die Heilung der Angelegenheiten der Gesellschaft betrifft alle Bereiche.“

     

    Imam Hussein verweigerte den Treueschwur und bereitete sich auf den Kampf mit den Unterdrückern vor. In seinem Testament, das er vor Verlassen Medinas  an Mohammad Ibn Hanifa, seinen Bruder schrieb, zählt er die Ziele seines Aufstandes auf:

     

    „Ich bin nicht zur Rebellion ausgezogen,  um das Rechte zu verweigern und Unheil und Frevel anzurichten,  sondern um die Angelegenheiten des Volkes meines Großvaters zum Guten zu wenden.  Ich habe mich zum Gebieten des Guten und zum Verwehren des Schlechten entschlossen und werde wie mein Großvater und wie mein Vater Ali Ibn Abi Talib a.s. vorgehen.“

     

    Imam Hussein hat bis zum letzten Augenblick seines Lebens nicht davon abgelassen, die andere zu mahnen. Er sagte: „Ihr Leute! Hört mir zu und beeilt euch nicht beim Kampf gegen mich.  Fürwahr ist Gott, der den Koran herab sandte, mein Freund und Verwalter. Er ist der Fürsorger der Rechtschaffenen.
    Und dann betrachtet meine Herkunft. Wer bin ich?  Dann kommt zu euch und tadelt euch selber!  Ist es für euch gut, dass ihr mich tötet und meine Unantastbarkeit verletzt?“

     

    Imam Hussein hat bis zuletzt auf den Weg Gottes gerufen und er hinterließ für alle Generationen die Botschaft vom Kampf gegen Unrecht und Unwahrheit indem er sagte:
    “Seht ihr nicht, dass nicht nach dem Recht gehandelt und  das Unrecht nicht verhindert wird. Unter solchen Umständen ist das Verlangen des Gläubigen nach der Rückkehr zu Gott (der Tod)  rechtens  und nötig. In einer solchen Situation sehe ich im Tod nichts anderes als Glück  und in dem Leben unter diesen Unterdrückern nur Leid und Niederlage.“

     

    Und so beendete  Imam Hussein a.s. schließlich mit der roten Linie seines Märtyrertodes   seine Mission.