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    Islam für uns (Teil 7)

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    Imam Hassan sagte nichts. Er schwieg und wartete ab, bis daß sich der Mann beruhigte. Dann grüßte er ihn freundlich, fragte ihn nach seinem Befinden und sprach:

    „Ich glaube, Du bist fremd hier, denn Du kennst nicht mich und nicht meine Familie! Du hast Dich von Mo’awieh betrügen lassen und glaubst, daß das, was er über mich und meinen Vater sagt, wahr sei!

    Das, was Du sagst, ist nicht richtig!

    Aber weil Du nicht absichtlich böse sprichst und man Dich betrogen und belogen hat, verzeihe ich Dir!

    Wenn Du etwas – da Du fremd hier bist – benötigst, so sage es mir. Ich werde es Dir besorgen! Brauchst Du Kleidung, so werde ich sie Dir geben. Wenn Dir etwas fehlt, so werde ich es Dir beschaffen.

    Sag es mir nur, was Du brauchst! Wenn man Dich vertrieben hat, so werde ich Dir Schutz und Obdach geben. Bitte komm mit mir, und sei mein Gast!“

     

    Als der Mann sah, wie freundlich und nachsichtig Imam – Hassan (a.s.) war, schämte er sich. Er begann zu weinen und sagte: „Oh Du Enkelsohn des Propheten! Ich habe nun erkannt, daß Du unser wahrer Imam bist und der Nachfolger des Propheten!

    Gott weiß am besten, wen er zum Imam und Führer der muslimischen Gemeinde (Ummah) bestimmt. Oh Du, der Du der Enkelsohn des Gesandten Gottes bist! Ich schwöre bei Gott! Bisher habe ich geglaubt, daß Ihr – Dein Vater und Du die schlechtesten Menschen auf Erden seid!“

    Und dann ging er mit Imam Hassan (a.s.) und war dessen Gast. Und es dauerte nicht lange, und der Mann wurde einer der treuesten Schi’iten und Anhänger Imam Hassans (a.s.). Weißt Du, warum?

     

    Gäste Imam Hassans (a.s.)

     

    Imam Hassan (a.s.) war freundlich zu allen Menschen. Er half, wo er nur konnte! Ganz besonders den Armen und Hilfsbedürftigen. Eines Tages sah er unterwegs einige arme Leute, die auf dem Boden saßen und aßen!

    Ihre Speise bestand aus einigen Stückchen trockenen Brotes. Als sie Imam Hassan (a.s.) sahen, sagten sie zu ihm: “ Bitte, setz Dich her zu uns und iß mit uns! Bitteschön!“

     

    Imam Hassan setzte sich nieder zu ihnen auf die Erde. Und nachdem er mit ihnen gegessen hatte, sagte er: „Ich habe Eure Einladung angenommen! Aber nun nehmt Ihr bitte meine Einladung an! Kommt zu mir nach Hause und seid meine Gäste!“ Sie willigten ein. Imam Hassan ging schnell nach Hause und sagte zu seiner Familie:

    „Ich habe liebe Gäste eingeladen! Bereitet bitte das beste Essen – das uns möglich ist – für sie vor!“

    Später kamen die armen Leute, die er eingeladen hatte, und Imam Hassan bewirtete sie in aller Hochachtung.

     

    Unser dritter Imam, – Hadrat-e-Hussein (a.s.)

     

    Imam Hussein (a.s.) war der jüngere Bruder Imam Hassans (a.s.).

    Sein Vater war Imam Ali (a.s.) und seine Mutter Hadrat-e-Fatima (a.s.) die Tochter des Propheten Muhammad (s.a.s.). Er kam im vierten Jahr nach der Higra, am dritten Tag des Monats Scha’ban – in Medina – zur Welt.

    Nach Imam Hassan wurde Imam Hussein Imam und Führer der Muslime. Prophet Muhammad (s.a.s) hatte Imam Hussein (a.s.) sehr gern. Er küßte ihn, drückte ihn an sich und sprach: “ Hussein ist von mir und ich bin von Hussein! Einen jeden, der Hussein gern hat, hat Gott gern.“

     

    Imam Hussein (a.s.) war ein gelehrter, tugendhafter Mann. Er half den Armen, Hilfsbedürftigen und Waisenkindern.

    Er war stark und tapfer. Und niemals ergab er sich Unrecht und Gewalt und duldete keine Erniedrigung oder Demütigung.

    Er kämpfte gegen Tyrannei, war gut, edel und aufrichtig. Lügen, doppelzüngige und niederträchtige Reden, Buckeln und Schöntuerei vor anderen Menschen mochte er ganz und gar nicht. Imam Hussein (a.s) sagte: „Im Sterben auf Gottes Wege sehe ich nichts anderes als Glück! Und ein Leben in Erniedrigung vor dem Feind und Unterwerfung diesem gegenüber ist für mich niedrig, schändlich und qualvoll!“

     

    Freiheit und Schahadat

    (Märtyrium auf Gottes Wege)

     

    Imam Hussein (a.s.) war ein Mann der Tat. Und er war ein Mann, der Gott sehr liebte und tief an ihn glaubte!

    Nachts – in den Stunden der Stille und Ruhe, wenn die anderen schliefen – sprach er mit Gott, sagte ihm alles, was er auf dem Herzen hatte, betete zu ihm und bat ihn um Hilfe und Unterstützung.

    Und am Tage arbeitete er, bemühte sich um den Unterhalt seiner Familie und der Bedürftigen und war den Muslimen Lehrer und Vorbild!

    Imam Hussein (a.s.) kümmerte sich um die Notleidenden, ging zu ihnen, erkundigte sich nach ihrem Befinden, ihren Wünschen, – tröstete sie und half ihnen.

    Und er ermahnte die Leute:

    “ Haltet Euch von den Armen und Bedürftigen nicht fern! Seid mit Ihnen! Denn Gott liebt die Hochmütigen nicht!“

    Imam (a.s.) unterstützte sie nach besten Kräften.

    Wenn die Dunkelheit der Nacht hereinbrach, füllte er Säcke mit Lebensmitteln und trug sie auf seinen Schultern hin zu den Hütten der Armen. Imam Hussein bemühte sich darum, Armut und soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu beseitigen und Gerechtigkeit und Gleichheit in der Gesellschaft zu errichten!

    Und darum, den Menschen Gott nahe zu bringen und sie mit ihm vertraut zu machen.

     

    Zu Zeiten Imam Husseins (a.s.) gelangte Yazid an die Macht.

    Auch er regierte – wie Mo’awieh – von Damaskus (Sam) aus. In Damaskus stand sein prunkvolles Schloß.

    Yazid war – wie Mo’awih – ein grausamer, ungerechter, rücksichtsloser Herrscher. Und auch er behauptete – wie zuvor Mo’awieh – Nachfolger des Propheten Muhammad zu sein.

    Yazid verpraßte Reichtum und Einkommen mit Weingelagen, ausschweifigen Feten und Glücksspielen.

    Er ließ die Armen weiter hungern und verbrauchte die öffentlichen Gelder – die allen Muslimen gehörten (Bei al Mal) für sich, seine Freunde und Agenten.

     

    Die Menschenrechte trat er mit Füßen und glaubte, so seine Macht stabilisieren zu können.

    Und – obwohl er behauptet, Nachfolger des Propheten zu sein und sich so anreden ließ – mißachtete er die göttlichen Gebote.

    Als Yazid Herrscher wurde und den Thron in Damaskus bestieg, verlangte er von Imam Hussein (a.s.) – der doch selbst rechtmäßiger Wali und Früher der Muslime war – ihn als Herrscher und religiöses wie politischer Oberhaupt (Wali) anzuerkennen.

    Jedoch Imam Hussein konnte diesen Befehl nicht akzeptieren!

    Er konnte nicht zulassen daß sich ein Taugenichts und Tyrann – der die Menschen quälte und ausbeutet und gegen das Gebot Gottes ununterbrochen verstieß – zum Wali und Führer der Muslime ernannte. Und so klärte er die Bevölkerung auf und warnte sie vor Yazids Tücken.

    Und er sagte:

    „Seht Ihr denn nicht, wie Yazid die Gebote Gottes und Eure Rechte mit Füßen tritt und verwirft? Seht Ihr denn nicht, daß er Unrecht und Tyrannei will und unterstützt, – Recht und Gerechtigkeit und die göttlichen Gebote aber mißachtet und in Vergessenheit geraten lassen will?

     

    In einer solchen Situation muß sich ein jeder, der Gott wirklich liebt und wirklich an Gott glaubt, zum Sahadat (Märtyrium auf Gottes Wege) bereit machen und Recht und Gerechtigkeit verteidigen! Mühen und Kämpfen auf dem Wege Gottes bedeutet Sieg und Erfolg! Und ein Leben unter der Herrschaft der Tyrannen ist nichts anderes als Schmach und Niedrigkeit!“

    In jener Zeit luden die Leute von Kufah (einem Gebiet im heutigen Irak) – die auf der Seite Imam Husseins (a.s.) standen und sich als seine Freunde bezeichneten und der Verbrechen und Grausamkeiten des Mo’awiehs und Yazids müde geworden waren – Imam Hussein ein, zu ihnen nach Kufah zu kommen.

    Imam Hussein (a.s.), der sich entschlossen hatte, gegen die Gewaltherrschaft des Yazid Widerstand zu leisten und zu kämpfen, nahm die Einladung der Kufianer an und machte sich auf den Weg nach Kufah.

     

    Als er mit seinen Getreuen und Freunden und vielen seiner Familie in der Nähe von Kufah angekommen war, versperrten Yazids Truppen Imam Hussein den Weg. Sie wollten Imam Hussein und seine Freunde gefangennehmen und ihn zu Yazid bringen.

    Imam Hussein (a.s.) aber sprach:

    „Niemals werde ich diese Schmach dulden und mich Yazid ergeben! Mir ist der Tod lieber als Schmach und Erniedrigung. Und bis zum Sahadat (Märtyrium auf Gottes Wege) werde ich Islam und Muslime verteidigen!“

     

    In der Gegend von Kerbela umzingelten die Truppen Yazids Imam Hussein und seine 72 Getreuen, die sich gegen den Feind tapfer zur Wehr setzten. Sie kämpften kühn und mutig gegen mehrere Tausend Soldaten aus dem Heere Yazids. Und fanden schließlich – am Tage Asura – das Sahadat. (wurden Märtyrer auf dem Wege Gottes) Imam Hussein (a.s.) und seine 72 Getreuen wurden Sahid,- wurden Märtyrer auf Gottes Wegen!

    Aber sie kapitulierten nicht vor Unrecht und Tyrannei!“

    Sie verteidigten mit ihrem Leben Islam und Muslime und bewahrten und schützten – indem sie ihr Blut hingaben – den Koran.

     

    Imam Hussein (a.s.) der auch als „Seyyed al-Sohada“ (Größter aller Märtyrer) bezeichnet wird, kämpfte furchtlos gegen Gewaltherrschaft und Ungerechtigkeit und verteidigte die islamische Religion.

    Damit lehrte er die Muslime wahre Freiheit und Gläubigkeit, – er lehrte sie, sich für ihre Freiheit und ihren Glauben zu Gott einzusetzen.

    Und nun ist es an uns, Islam, Koran und Muslime zu verteidigen. Diese Aufgabe obliegt heute uns. Werden wir unserer Aufgabe gerecht werden?

     

    Gott hat gern, wenn wir helfen

    Einer der früheren Freunde des Propheten war krank geworden. Imam Hussein (a.s.) ging zu ihm, um zu sehen, wie es ihm gehe und was er für ihn tun könne. Er sah, daß der Kranke abgesehen davon, daß er Schmerzen hatte und sich nicht wohl fühlte – sehr beunruhigt und voller Sorge war.

    Imam Hussein (a.s.) fragte ihn: „Bruder, was fehlt Dir? Warum bist Du so besorgt? Sag es mir, damit ich Dir helfen kann!“

    Der Kranke antwortete:

    „Ich schulde viel Geld! Und ich habe nichts, um meine Schulden zurückbezahlen zu können. Ich fürchte, daß ich mit dieser Schuldenlast aus dieser Welt gehen werde!“

     

    Imam Hussein tröstete ihn und sprach:

    „Lieber Bruder, mach Dir keine Sorgen! Ich verspreche Dir, Deine Schulden zu begleichen!“

    Der Kranke sagte leise:

    „Ich möchte, wenn ich sterbe, niemandem etwas schulden! Ich habe Angst, daß ich sterbe, noch bevor Du meine Schulden begleichen konntest!“

    Imam Hussein (a.s.) sagte:

    „Sei nicht bekümmert Ich hoffe, daß ich Deine Schulden begleichen kann, noch bevor der Tod Dich ereilt.

    Dann verabschiedete er sich und ging hinaus, besorgte das notwendige Geld und bezahlte die Schulden des Kranken!

    Er ließ dem Kranken die Nachricht überbringen, daß er nun keine Schulden mehr habe.

    Der Kranke wurde sehr froh, als er dieses hörte!

    Und auch Gott!

     

    Der Prophet sagte:

    „Ein jeder der einen Gläubigen erfreut, erfreut mich!

    Und ein jeder, der mich erfreut, erfreut Gott! “

     

    Unser vierter Imam Hadrat-e-Sagad (a.s.)

     

    Imam Sadad (a.s.) hieß „Ali“.

    Im Jahre 38 nach der Higrat (des Propheten Muhammad (s.a.s.) aus Mekka nach Medina) kam Imam Sagad (a.s.), am 15. Tag des Monats Gamadi al Thani – in Medina – zur Welt.

    Sein Vater war Imman Hussein (a.s.) und seine Mutter hieß „Sahr Banu“. Imam Hussein (a.s.) hatte ihn – auf Gebot Gottes hin – zu seinem Nachfolger und – nach ihm – zum Imam der Muslime bestimmt.

     

    Imam Sagad war in Kerbela, als dort der große Kampf stattfand. Aber er konnte am Tage Asura, da er sehr krank war, nicht gegen die Soldaten Yazids kämpfen.

    Darum wurde er an jenem Tage auch nicht Sahid (Märtyrer auf Gottes Wege). Nachdem er mit den übriggebliebenen Frauen und Kindern von Kerbela fortgebracht wurde, hielt er in Kufah und Damaskus Vorträge und klärte die Menschen über das heilige Ziel seines Vaters, Imam Hussein (a.s.) und Tyrannei und Unheil Yazids auf.

    Imam Sagad (a.s.) liebte es, Hilflose, Bedürftige, Waisen, Blinde und Körperbehinderte zu sich einzuladen und sie zu bewirten. Er versorgte Minderbemittelte und notleidende Familien mit Nahrung und Kleidung und half, wo er nur konnte. Und er liebte Gott so sehr und sprach so oft mit ihm, rief und flehte Gott so innig und mit so wunderschönen Worten an, daß er die Bezeichnung „Zein al A’bedin“ (Zierde der Gott-Anbetenden) erhielt. Und auch den Namen „Sagad“, – das bedeutet“ jemand, der vor Gott viel und gern niederkniet.“

     

    Imam Sagad (a.s.) wurde 57 Jahre alt. Am 25. Tag des Monats Muharram des Jahres 95 nach der Higra schied er – in Medina – aus dieser Welt. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Baqi‘ in Medina beigesetzt.

     

    Quelle: www.german.irib.ir